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Bioethanol ist ein Biokraftstoff der aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen wie Zuckerrohr, Mais, Weizen, Sorghum oder Cassava gewonnen wird.

Ursprünglich wurde Bioethanol mit der Erdölkrise in den 1970igern politisch gefördert, weil es zur Unabhängigkeit vom Erdöl beiträgt und die heimische Landwirtschaft stärkt. Um die Jahrtausendwende kamen dann die klimaschützenden Effekte von Biokraftstoffen hinzu, welche für Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sprechen.

Der Einsatz des Biokraftstoffs ist weltweit sehr unterschiedlich und findet in der Regel als Beimischung zu Superbenzin statt. Die Beimischungsquoten schwanken dabei abhängig vom jeweiligen Land zwischen E5 (5 Prozent Bioethanol), über E10 und E25 bis hin zu E85.

Im Folgenden einige ausgewählte Artikel, die einen Blick auf das Hier und Jetzt, sowie die Zukunft des Biokraftstoffs werfen.

Aktueller Stand von Bioethanol

Wie die meisten Biokraftstoffe der ersten Generation steht auch die Herstellung von Bioethanol aus Mais oder Weizen aktuell in der Kritik, weil der Anbau der dafür benötigten Energiepflanzen in der Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion steht. Die mit der Nahrungsmittelpreiskrise 2007/ 2008  einhergehende Tank-Trog-Teller-Debatte hat auch zu einer Dämpfung der Euphorie für den Einsatz von Bioethanol geführt. Seit dem ist eine kritische Auseinandersetzung über die Risiken der Bioethanol-Produktion in Gang gekommen, ob der Einsatz von Bioethanol sowohl unter moralischen, als auch unter klimaschützenden Gesichtspunkten überhaupt gerechtfertigt ist.

Eine Pauschalisierung der Debatte in Richtung „alle Biokraftstoffe sind schlecht“ ist moralisch genauso fragwürdig, wie eine blinde Befürwortung von Bioethanol & Co. In vielen Regionen sind Biokraftstoffe die einzige Möglichkeit, um überhaupt den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen zu erreichen. Die klimaschützende Wirkung von Bioethanol ist in diesen Fällen nur ein Bonus. Weiterhin haben sich Politik und Biokraftstoffbranche in den vergangenen Jahren auf die Wünsche der Verbraucher eingestellt und die Nutzung von Bioethanol in Deutschland muss seit 2011 als nachhaltig zertifiziert sein und eine deutlich bessere Klimabilanz als fossile Kraftstoffe vorweisen können.

Grafik zeigt Produktion und Verbrauch von Bioethanol in Deutschland

Die Grafik zeigt Produktion und Verbrauch von Bioethanol in Deutschland.

Zukunft von Bioethanol

Die Zukunft des Biokraftstoffs liegt vor allem in der Erweiterung der verfügbaren Ausgangsstoffe und einer Erhöhung der ökologischen Nachhaltigkeit bei der Herstellung. Landwirtschaftliche Abfälle (Stroh, Bagasse etc.) und Holz sind „Feedstocks“, die weltweit für die Herstellung von sogenanntem Zellulose-Ethanol erforscht werden. Zellulose-Ethanol ist ein Bioethanol der zweiten Generation, welches bestehende Konflikte (Flächenkonkurrenz, Klimabilanz, Verfügbarkeit etc.) der ersten Generation löst und gleichzeitig die Akzeptanz von Biokraftstoffen allgemein stärkt. Ein weiteres innovatives Ausgangsmaterial für den nachwachsenden Ethanol von Morgen sind Algen.

Foto Stroh für Bioethanol der 2 Generation

Zellulose-Ethanol aus Stroh ist ein Bioethanol der 2. Generation.

Weitere Artikel zu Bioethanol

Weitere Artikel zu den aktuellen Entwicklungen rund um Bioethanol finden Sie in der Biokraftstoff-Kategorie des Blogs. Außerdem informieren der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) und der Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) über den nachwachsenden Biokraftstoff.

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