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Die Bioenergie-Gemeinschaft ist spätestens seit den kritischen Debatten um Tank-oder-Teller, Vermaisung (Reaktion = Mais-Deckel), sowie dem Vorwurf des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise durch die Bioenergie auf der Suche nach alternativen Energiepflanzen. Abhängig davon, ob man einen gasförmigen, flüssigen oder festen Bioenergieträger gewinnen möchte, bieten sich verschiedene Kandidaten für die Kultivierung an. In diesem Artikel werden das Energiegras Alkar (Riesen-Weizengras, ungarisches Hirschgras, Riesen-Energiegras) und erste Anbauerfahrungen in Deutschland vorgestellt.

Eine vielversprechende mehrjährige Energiepflanze

Bei der Suche nach alternativen Energiepflanzen hält man nach Pflanzen Ausschau, die möglichst viele der folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • schnelle Wachstumsraten
  • hohe Anteile an Pflanzenöl oder Zucker
  • hohe Biogaserträge (Vorbild ist der Mais)
  • keine Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln
  • Einsatz erprobter Anbau- und Erntetechniken

Es müssen nicht alle Parameter erfüllt werden, aber je leichter die Pflanze in die bestehenden Anbauverfahren integriert werden kann, desto besser. Habe ich einen wichtigen Parameter vergessen? Die Kommentarfunktion freut sich auf Ihre Ergänzungen!

Auch auf der diesjährigen Biogas-Jahrestagung in Leipzig wurde viel über alternative Energiepflanzen diskutiert. Häufig genannt wurden:

Die Aufzählung enthält auch einige neue Energiepflanzen, die nicht für die gasförmige, sondern vor allem für die flüssige oder feste Bioenergie geeignet sind. Ausschlaggebend für die letztliche Verwendung ist der Anteil an Zucker und Pflanzenöl pro Hektar und Jahr.

Weitere Informationen zu alternativen Energiepflanzen finden Sie auf der Informationsseite zu Energiepflanzen der FNR.

Foto: Alkar Energiepflanze

Vorstellung vom Energiegras Alkar

Die folgenden Informationen stammen von der Holtmann Saaten GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von alternativen Ackerpflanzen für die Biogasproduktion spezialisiert.

Alkar Powergras (Agropyron Elongatum, Thinopyrom Ponticum) gehört zur Familie der hochwachsenden Gräser und hat seinen Ursprung in Eurasien. Das Gras ist eine mehrjährige Pflanze (Perennial), welches in Europa vielfach unbeachtet geblieben ist, bis sein Potential für die Biogasgewinnung entdeckt wurde.

Vorteile vom Energiegras Alkar

  • Bis zu 38% mehr Trockenmasse-Erträge
  • Hohe Gaserträge in der Biogasanlage
  • Winterfestigkeit mit frühem Wachstumsbeginn
  • Lang anhaltendes Wachstum bis in den Oktober hinein
  • Abwechslung in der Fruchtfolge
  • 1 mal säen, bis zu 5 Jahre (10 Mal) ernten
  • Humusbildend
  • Kostengünstiger Anbau
  • Herkömmliche Ernte- und Lagertechnik verwendbar

Anbauerfahrungen

Alkar ist ein winterhartes Riesen-Weizengras und wird von März bis September mit einer Stärke von 20-25 kg/ha gesät. Im ersten Anbaujahr 2012 wurden 12 – 15t/ha in zwei Schnitten geerntet.

Im zweiten Anbaujahr 2013 von Alkar lag die geerntet Frischmasse bei 45,1 t/ha. Bei der Trockenmasse konnte ein Ertrag von 12,6 t/ha erzielt werden, was einer Steigerung von 30 Prozent im Vergleich mit dem ersten Anbaujahr bedeutet. Der TS-Gehalt liegt demnach bei 28 Prozent. Damit ist das Ertragspotenzial zum Einsatz als Biogassubstrat bestätigt und Alkar eignet sich vor allem als Biogas-Kosubstrat zur Ergänzung vom Mais.

Landwirte von Schleswig-Holstein bis Bayern bauen erfolgreich Alkar Energiegras an.

Film zeigt Ernte von Alkar