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Zum dritten Mal fand in diesem Jahr das Symposium für Energiepflanzen statt. Ein breites Spektrum an Themen und erste internationale Referenten haben das Plenum mit interessanten Vorträgen über den aktuellen Forschungsstand im Bereich der Energiepflanzen und der Bioenergiebranche versorgt. Die Beschreibung einer entstehenden Energiepflanzengemeinschaft war ein schönes Plädoyer für die Veranstaltung der FNR, die von rund 250 Teilnehmern am 2. und 3. November in Berlin besucht wurde. Was waren die Themenschwerpunkte des Energiepflanzen Symposiums 2011?

Gleichzeitig möchte ich diesen Artikel zu meinem ersten Besuch eines Energiepflanzen Symposiums nutzen, um eine virtuelle Verlinkung aller teilnehmenden Institute, Unternehmen und Verbände vorzunehmen. Die Vernetzung einer Gemeinschaft im virtuellen Raum ist eine Aufgabe, für die mindestens die emsig arbeitenden Google Bots und andere Suchmaschinen sehr dankbar sind. Kaum jemand denkt an diese unsichtbaren und doch sehr nützlichen Arbeiter. Mit diesem Artikel soll somit auch die Bildung der virtuellen Identität der wachsenden Energiepflanzengemeinschaft unterstützt und ihre Stimme im Netz gestärkt werden.

Forschung zu Energiepflanzen benötigt einen langen Atem

Ein häufiger Tenor verschiedener Referenten des Symposiums war, dass Forschung und Anwendung noch schneller ineinander überfließen müssen. Gleichzeitig unterstützt vor allem eine nachhaltige Gewinnung der Bioenergie den weiteren Ausbau dieses innovativen Wissenschafts- und Wirtschaftszweigs. Nur durch einen intensiven Austausch zwischen Bevölkerung, Wissenschaftlern, Politik und Wirtschaft kann die langfristige gesellschaftliche Akzeptanz gewonnen werden.

So betonte Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dass vor allem die Pflanzenzüchtung für verbesserte Anbausorten von Energiepflanzen einen langen Atem benötigt. Natürlich wurde auch die EEG Novelle 2012 thematisiert und über die Auswirkungen auf die verschiedenen Einsatzstoffe und Vergütungsklassen gesprochen. Ein interessanter Punkt ist hierbei, dass für einen Wechsel verschiedener Inputstoffe nicht bis zur nächsten EEG-Novelle gewartet werden, sondern auch eine viel frühere Änderung der Biomasseverordnung möglich ist.

Auf der Veranstaltung waren den Ankündigungen eines Moderators zur Folge sogar gleich mehrere Päpste und mögliche zukünftige „Energiepflanzen-Minister“ anwesend. Auch wenn diese Aussage in erster Linie eine wissenschaftliche Ehrung einiger Referenten war, sagt sie auch etwas über die Qualität der Redner aus, welche dem Symposium das inhaltliche Leben eingehaucht haben.

Begrüßung beim 3. Energiepflanzen Symposium

Das Energiepflanzen Symposium wurde auch in diesem Jahr von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) organisiert.

Die Begrüßung und Einführung für die 2-tägige Veranstaltung wurde von Clemens Neumann persönlich vorgenommen, welcher die Abteilung 5 für „Biobasierte Wirtschaft, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft“ am Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz leitet.

Das BMELV ist größter staatlicher Geldgeber für die Forschungen im Bereich des Energiepflanzenbaus in Deutschland und für die Förderprojekte der FNR.

Anschließend an die Begrüßung von Herr Clemens wurden die Vorträge der geladenen Referenten abgehalten. Da jeder der 23 Vorträge sehr dicht an Informationen gewesen ist und der Inhalt nicht in einem Blogartikel dargestellt werden kann, werde ich jeweils die Themen der Präsentationen nennen und auf das jeweilige Institut verlinken. Bei besonderem Interesse an einem der Themen kann auf diesem Wege eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Referenten vorgenommen werden.

Alle Präsentationen des 3. Energiepflanzen Symposiums können auch auf der Seite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe heruntergeladen werden.

  • Dr. Hans-Jürgen Froese vom BMELV
  • Entwicklung der Energiepflanzenproduktion im Rahmen der EU-Agrar- und Energiepolitik
  • Dr. Calliope Panoutsou vom Imperial College London
  • Energiepflanzen im europäischen Kontext
  • Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)
  • Entwicklung und Tendenzen der Projektförderung im Bereich Energiepflanzenbau

Anbauforschung auf dem Energiepflanzen Symposium 2011

Der erste offizielle Themenkomplex der Veranstaltung war der Anbauforschung von Energiepflanzen gewidmet und wurde von Dr. Bernhard Widmann vom Technologie und Förderzentrum (TFZ) in Straubing moderiert.

Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen:

Ökonomie und Logistik auf dem Energiepflanzen Symposium

Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen, welcher von Prof. Friedrich Kuhlmann von der Justus-Liebig-Universität Gießen moderiert wurde:

  • Christof Thoss vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL)
  • Ökonomische und politische Rahmenbedingungen für Landschaftspflegematerial
  • Stefan Hartmann vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)
  • Datengrundlage für die ökonomische Bewertung der Biomasseproduktion entlang der gesamten Prozesskette
  • Prof. Bernward Märländer vom Institut für Zuckerrübenforschung der Universität Göttingen
  • Die Energierübe: Rohstoff für Biogas und Ethanol
  • Dr. Bernd Scherer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
  • Energiepflanzenbau und Logistik | Optimierungsansätze aus Sicht der Landtechnikindustrie
  • Dr. Dominik Reus von der Justus-Liebig-Universität Gießen (Link siehe oben)
  • Ökonomische Bewertung von Energiepflanzensystemen

Ökologische Aspekte von Energiepflanzen

Der Programmblock zu ökologischen Aspekten rund um den Energiepflanzenbau wurde in diesem Jahr von Florian Schöne vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) moderiert.

Die Themen der Referenten waren:

  • Dr. Christine von Buttlar von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU)
  • Nachwachsende Rohstoffe und Gewässerschutzaspekte
  • Prof. Jürgen Augustin vom Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg
  • Einfluss des Energiepflanzenanbaus zur Biogasgewinnung und der Gärrestausbringung auf den Austausch klimarelevanter Spurengase
  • Martin Degenbeck von der Bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
  • Energie aus Wildpflanzen
  • Prof. Michael Rode vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover
  • Natur- und raumverträglicher Ausbau energetischer Biomassepfade
  • Jörg Böhmer vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IFAS) in Trier
  • Vielfältiger Energiepflanzenanbau für mehr Naturschutz in der Fläche? Stand der Arbeiten im ELKE-Projekt

Züchtung neuer Energiepflanzen und Anbaukulturen auf dem 3.Symposium

Im letzten Themenschwerpunkt des 3. Symposiums zu Energiepflanzen wurden innovative Energiepflanzen betrachtet und einige Züchtungsprojekte vorgestellt. Moderiert wurde dieser Block von Dr. Carl Bulich von der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP).

Folgende Themen wurden von den Referenten vorgestellt:

Danke für ein spannendes und unterhaltsames Energiepflanzen Symposium

Dr. Andreas Schütte schloss mit dem starken Glauben an das Stattfinden weiterer Symposien zu Energiepflanzen. Interessant und erfreulich war auch, dass der Geschäftsführer der FNR die Forschungsförderung im Bereich der Energiepflanzen als aktuelles Vorbild für viele andere staatliche Förderprogramme lobte. Ich hoffe, ich habe seine sehr positive Aussage an dieser Stelle richtig wiedergegeben.

Vielen Dank an die FNR und alle Referenten für eine inhaltlich gelungene und außerdem auch organisatorisch sehr erfolgreiche Veranstaltung! Vielen Dank auch an Frau Krolow, welche eine unkomplizierte Teilnahme am Event für mich als Blogger ermöglicht hat. Danke an die Köche und Catering-Firmen für ein sehr leckeres Rindergulasch.

Persönlich habe ich auch einige interessante Teilnehmer kennengelernt oder Fachleute und Kollegen der Bioenergiebranche wiedergetroffen, die ich schon kannte. Vielen Dank für inspirierende Gespräche an Frank Schünemeyer vom Fraunhofer IWES, Annemarie Kürsten von der Energie 2.0 Biomasse Agentur, Martin Loos von der Staatskanzlei Mecklenburg Vorpommern und dem Bioenergie-Journalisten Thomas Gaul.

Ich freue mich über das gestärkte Bewusstsein einer Energiepflanzen- oder Bioenergie-Gemeinschaft und auf das 4. Symposium zu Energiepflanzen, dass bisher alle 2 Jahre veranstaltet wurde und mittelfristig hoffentlich jährlich stattfinden kann.

Übrigens für alle Leser, für die der Begriff des Symposiums genauso neu war wie für mich. Ein Symposium ist laut der deutschen Wikipedia eine „wissenschaftliche Konferenz zu einem Thema für Wissenschaftler, Entwickler und Ingenieure.“ Für wissenschaftliche Abhandlungen ist die Wikipedia natürlich nicht als Quelle geeignet, für eine erste Begriffserklärung aber durchaus ein probates Mittel.

Fühlen Sie sich ebenfalls als Teil der Energiepflanzengemeinschaft oder haben am diesjährigen Symposium zu Energiepflanzen teilgenommen? Welche Erkenntnisse beim Energiepflanzenbau oder beim diesjährigen Symposium finden Sie erwähnenswert?