0 Flares Twitter 0 Facebook 0 Google+ 0 Email -- 0 Flares ×

In meinem Bewusstsein ist Kenia vor allem für paradiesische Landschaften, exotische Volksstämme (Massai), schnelle Langstreckenläufer und guten Kaffee präsent. Die Produktion von Biokraftstoffen in der afrikanischen Savanne kommt nun hinzu.

Der Energieminister Kenias hat beschlossen die Biodieselproduktion des westafrikanischen Landes in den nächsten Jahren stark zu erhöhen und mit einer Reduktion des fossilen Diesel um 5% zu beginnen. Dabei soll ein ähnliches Konzept gefahren werden, wie es auch in Deutschland angewandt wird. Das bedeutet, dass mit Hilfe von Blends ein Kraftstoffgemisch erzeugt werden wird, wobei dem fossilen Diesel 5% an Biodiesel beigemischt werden.

Die kenianische Volkswirtschaft gab im Jahr 2008 eine Summe von 1.1 Milliarden € für Erdölimporte aus – mit einer steigenden Tendenz von zuletzt 10% jährlich. Dieser Trend soll nun durch den Einsatz einer vielversprechenden einheimischen Energiepflanze gedämpft werden. Die Rede ist von Jatropha (Jatropha curcas) einer Pflanze, die auch unter dem Namen Wolfsmilchgewächs oder Purgiernuss bekannt ist und die zu den Hoffnungsträgern im Energiepflanzenbau zählt.

Die Sukkulente ist sehr genügsam und wächst auch in der afrikanischen Savanne sehr gut. Die Pflanzen hat einen sehr hohen Ölgehalt (30%) und ist mit einer Cetanzahl von 60 eines der wertvollsten Öle überhaupt. Außerdem ist es eine Pflanze, die nicht als Nahrungsmittel geeignet ist und in Regionen wächst, in denen die meisten Pflanzen zur Ernährung nicht wachsen können. Damit läuft Jatropha nicht Gefahr in die Tank-oder-Teller Diskussionen zu geraten.

Die Gründe für die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen sind der Beitrag zum Klimaschutz und die Verringerung der Abhängigkeit von Erdölimporten. Die Ziele für den Einsatz in Industrienationen wie Deutschland (Human Development Index 0.95, internationaler Vergleich Rang 22) und Kenia (HDI 0.54, aktueller Rang 144) sind sich also sehr ähnlich. Kenia sieht sich in Zukunft sogar nicht mehr als Ölimporteur, sondern möchte bei seiner großen Fläche sogar in den Export übergehen. Das ist Zukunftsmusik, die man im dicht besiedelten Deutschland wahrscheinlich nicht so schnell hören wird. Um die Umsetzung des Vorhabens so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen, wurde die Kenya Bio-Diesel Association (KBDA) gegründet.

Ich bin gespannt, was aus nde Ideen zur Biokraftstoffproduktion wird und ob Kenia mit seinem sonnigen Klima vielleicht in ein paar Jahren zu einem afrikanischen Brasilien (in Bezug auf Biokraftstoffe) werden wird. Weitere Informationen zu innovativen Energiepflanzen und Experimenten im Energiepflanzenbau gibt es hier.