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Was ist nur mit der Energiewende los? Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Unternehmen aus der EE-Branche von der schwierigen wirtschaftlichen Lage, Auftragseinbrüchen oder Entlassungen berichtet. So haben zahlreiche Unternehmen der Solarbranche (Solon, Q-Cells, Solarwatt uvm.) in den vergangenen 2 Jahren Insolvenz angemeldet. Im Bereich der gasförmigen Bioenergie sind auch die Marktführer nicht um den schmerzlichen Schritt herum gekommen und mussten sich von jeweils 70 Mitarbeitern trennen (siehe Meldungen Envitec und MT-Energie). Der Preisdruck aus Asien, die abnehmende Unterstützung der Bundespolitik (Stichwort: Strompreisbremse) und die schwierige europäische Wirtschaftslage befördern das Großprojekt Energiewende in ein gefährliches Gewässer. Aber in jeder Krise steckt auch eine Chance, höre ich die Optimisten sagen. Von einer einer aktuellen möchte ich hier berichten.

Unter dem gesunkenen Investorenvertrauen in die Zukunft der EE-Branche in Deutschland leidet mit der Suncoal Industries GmbH nun auch eines der innovativsten Unternehmen im Bereich der festen Bioenergie. Was die Besonderheiten und Stärken des vielversprechenden Konzepts des Unternehmens sind, erfahren Sie im Suncoal-Interview, welches im letzten Jahr gemeinsam mit BiomassMuse aufgezeichnet wurde.

Ich kenne kein vergleichbares Unternehmen, welches bei der Herstellung von festen Bioenergieträgern aus organischen Reststoffen mit einer so ausgereiften Technologie bereit steht. Und der Einsatz der Hydrothermale Karbonisierung (HTC) zur Erzeugung von hochkalorischen Bioenergieträgern (Biokohle) ist neben der Nutzung von Algenenergie, Biomethan oder Cellulose-Ethanol für viele Branchenakteure eines der großen Zukunftsthemen der Bioenergie.

Wer also die aktuelle Pressemitteilung der Suncoal Industries vor allem als Chance zum Einstieg in einen vielversprechenden Energiemarkt sieht, dem wünsche ich interessante Gespräche mit dem tollen Team des Unternehmens. Suncoal wünsche ich viel Erfolg und Kraft beim Durchschreiten der Durststrecke!

Foto: Mann mit Gießkanne in Wüste

Hier die Suncoal-Pressemitteilung vom 26.03.2013

Die SunCoal Industries GmbH, Technologieführer in der Veredelung biogener Reststoffe zu Biokohle, ist am 21. März 2013 unter einen Schutzschirm getreten und intensiviert die Suche nach einem neuen Investor zur Neuausrichtung und Internationalisierung der Gesellschaft.

Am 21. März 2013 ist das Amtsgericht Potsdam dem Antrag der Geschäftsführung auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gefolgt und hat dieses angeordnet. Zum vorläufigen Sachverwalter und zur Unterstützung der Geschäftsführung bei der sachgerechten Durchführung des Schutzschirmverfahrens wurde Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff (BBL & Partner Rechtsanwälte) aus Potsdam bestellt. Dem Unternehmen wird auf diesem Wege ermöglicht, die Investorensuche ohne Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs fortzusetzen und bis zum 21. Juni 2013 mit einem neuen Kapitalgeber einen Sanierungsplan vorzulegen.

Im vergangenen Jahr wurde von der Geschäftsführung der SunCoal Industries aufgrund des schwierigen Marktumfelds in Deutschland eine Internationalisierung des Unternehmens und eine Ausweitung der Tätigkeiten auf das Geschäftsfeld „Separation für die industrielle Schlammentwässerung“ angestoßen. Mit der CarboREN-Separation-Technologie wird die Entwässerungsfähigkeit von organischen Schlämmen durch eine thermische Behandlung so verbessert, dass diese im Anschluss mechanisch auf einen Wassergehalt von 40 Prozent abgepresst werden können. Das führt zu einer signifikanten Kostenersparnis für den Kunden. Dieses Potenzial hat zuletzt auch strategische Investoren überzeugt, so dass die Verhandlungen zu einem Einstieg eines strategischen Investors zu Beginn 2013 kurz vor dem Abschluss standen. Differenzen im Gesellschafterkreis über die weitere Entwicklung der Gesellschaft waren zuletzt ausschlaggebend für das Scheitern der Verhandlungen. Die Geschäftsführung hat sich daher für eine Fortführung der Investorensuche im Schutzschirmverfahren entschieden.

„Wir begrüßen es, dass das Amtsgericht Potsdam unserem Antrag gefolgt ist. Das Schutzschirmverfahren eröffnet uns nun die Möglichkeit, zusammen mit einem geeigneten neuen Investor das Unternehmen mit einer fokussierten Neuausrichtung zum Erfolg zu führen“, sagt Friedrich von Ploetz, kaufmännischer Geschäftsführer der SunCoal Industries GmbH.

„SunCoal Industries hat in den letzten Jahren eine marktfähige Technologie von internationaler Bedeutung entwickelt. Ich werde meinen Beitrag dazu leisten, dass wir in den kommenden Wochen mit einem geeigneten Investor eine Neuausrichtung erreichen können“, sagt Christian Graf Brockdorff. Er hat das Unternehmen am 22. März 2013 in Ludwigsfelde besucht und sich in Gesprächen mit den Mitarbeitern des Unternehmens ein Bild von den in den letzten fünf Jahren aufgebauten Werten und der Leistungsfähigkeit des brandenburgischen Technologieunternehmens gemacht.