Biomasse oder Nachwachsende Rohstoffe sind Oberbegriffe für ein breites Spektrum an organischer Substanz. Aller Biomasse gemeinsam ist, dass sie auf dem Vorgang der Photosynthese basiert und das Sonnenlicht als Energiequelle nutzt. Für den gezielten Anbau von Biomasse arbeiten dann Mutter Natur, Land-, Forst- sowie zukünftig auch Wasserwirte Hand in Hand. Aber welche Biomasse-Ströme gibt es eigentlich? Auf welche Quellen greifen wir für die moderne energetische und stoffliche Nutzung von Biomasse zurück? Hier eine Übersicht.
Biomasse = Organische Chemie = BioÖkonomie
Auf Grund der Kohlenstoffbasis gehört alle Biomasse komplett zur Organischen Chemie. Genau genommen ist die Organische Chemie die Wissenschaft, die sich mit den verschiedenen Quellen und Bestandteilen der Biomasse beschäftigt und dabei tief in ihr Inneres vordringt.
Biomasse steht auch als Platzhalter für die Vielfalt an Kohlenwasserstoff-Polymeren die in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion übernehmen. Biomasse ist ein Rohstoff, der in seiner Zusammensetzung deutlich heterogener ist, als das durch geologische Prozesse entstehende Rohöl, welches man auch als ein Biomasse-Destillat bezeichnen kann.
Der relativ junge Wirtschaftszweig der BioÖkonomie stellt die verschiedenen Nutzungspfade für Biomasse und Nachwachsenden Rohstoffen in seinen Fokus (siehe Artike BioÖkonomie).
Auflistung verschiedener Biomasse-Ressourcen und Quellen
Die Übersicht zu Beginn des Artikels zeigt verschiedene Ressourcen für Biomasse, die aktuell genutzt werden um Bioenergie oder Biomaterialien herzustellen. In der Grafik sind die größten Biomasse-Ströme erfasst, die aktuell zugänglich sind.
Biomasse ist eine Form des Kohlenstoffkreislaufs und wandelt sich kontinuierlich in der Zusammensetzung. In den kommenden Jahren werden sich die Quellen für Biomasse weiter differenzieren und die chemische Zusammensetzung und das regionale Auftreten wird für die Nutzung immer stärker berücksichtigt werden können.
Folgende Begriffe und Quellen sind für die aktuelle Biomasse-Nutzung relevant:
Ackerpflanzen – Nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft
- Getreide
- Grünland/ Gräser
- Stroh
- Mais, Raps, Roggen, Zuckerrübe, Miscanthus, Silphie etc.
- Interessanter Link: Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Algen – Biomasse aus dem Wasser
- Mikroalgen
- Makroalgen
- Chlorella, Spirulina (Cyanobakteria), Chlamydomonas
Biomasse aus der Tierhaltung
- Gülle/ Jauche
- Stallmist
- Ideale Inputstoffe für Biogasanlagen
- Interessanter Link: Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN)
Holz – Biomasse aus der Forstwirtschaft
- Stammholz/ Rundholz
- Holzabfälle/ Restholz
- Holz, Pappel
- Hohe Zellulose- und Lignin-Anteile für innovative Nutzungspfade
- Interessanter Link: Holzwurm-Page
Landschaftspflege – Biomasse der Kulturlandschaft
- Grünschnitt
- Hecken,
- Streuobstwiesen
- Heide- und Riedflächen
Organische Abfälle
- Industrieabfälle (z.B. Schwarzlauge)
- Speiseabfälle (Restaurants, Nahrungsmittelindustrie)
- Gärrest
- Klärrückstände
- Interessanter Link: AgrarHeute - „Speiseabfälle als Biogaslieferant“
Weiterhin ist der Besuch der Internetseite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe immer wieder zu empfehlen, wenn es um die Suche nach grundlegenden und umfassenden Informationen zum Anbau von Energiepflanzen geht.
Welche Biomasse-Quellen für Biomasse werden in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen – was meinen Sie?
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