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Mit der Liberalisierung des deutschen Strommarkts (1998) und des deutschen Gasmarkts (2006) erleben wir aktuell eine Marktphase, in der wir nicht mehr nur auf einen Energieversorger angewiesen sind, sondern in der wir aus einem immer breiter werdenden Spektrum von Energieanbietern auswählen können. Der Umgang mit dieser neuen Freiheit bei der Auswahl von Energieprodukten ist für die meisten von uns noch etwas ungewohnt. Während wir im Strombereich häufiger mit dem Gedanken spielen einen preisgünstigeren oder umweltfreundlicheren Anbieter auszuwählen oder den Anbieter sogar schon öfter gewechselt haben, ist das im Gasbereich noch eher selten. Ökogas ist ein neues Energieprodukt, welches ich ihnen in diesem Artikel empfehlen möchte.

Dies ist der zweite Artikel innerhalb der Artikelreihe „10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie“ zur Stärkung der Bioenergie.

Ökogas – die klimaschützende Alternative unter den Gastarifen

Ich bin in Bezug auf den Wechsel meines Strom- oder Gasanbieters eher der „beständige Typ“. Eigentlich wechsele ich meine Anbieter immer nur dann, wenn ich auch die Wohnung wechsele. Der Wechsel des Gasanbieters beim Umzug ist sicher der Moment, bei dem die Chancen für einen parallelen Wechsel des Gasanbieters am besten stehen. Das gilt vor allem dann, wenn wir mehrere hundert Kilometer weit wegziehen oder innerhalb einer Großstadt die 4-Wände wechseln.

Einige von ihnen sind an dieser Stelle wahrscheinlich deutlich mutiger und ich habe sogar Freunde, für die scheint die Suche nach dem besten (meist günstigsten) Gasanbieter fast schon ein Sport zu sein – ein Projekt, das sie als Chance begreifen und als Herausforderung annehmen. Klar wenn man sonst nichts zu tun hat, mag man hier sagen. Aber Moment, man muss nicht unbedingt zu einem Anbieter von einem hochwertigen Ökoprodukt wechseln, sondern kann auch einfach einen Gasanbieter wählen, bei dem man mehrere Hundert Euro im Jahr spart.

Ich möchte hier aber für den Mercedes/ BMW/ Jaguar (wählen sie ihren Favoriten) unter den Gasprodukten sprechen. Und das ist Ökogas! Ökogas ist nicht zwangsweise teurer (abhängig vom aktuellen Anbieter), ist aber in Bezug auf seine Qualität häufig ein Luxusprodukt mit hohen Umweltstandards.

Was ist Ökogas?

Ökogas hat noch nicht den Bekanntheitsgrad einer der oben genannten Luxuskarosserien erreicht, ist aber dabei, etwas Boden gut zu machen und die Aufmerksamkeit für sich zu erhöhen. Ein unsichtbares Gas ist einfach nicht so schön anzuschauen, wie ein Porsche 911.
Hier finden sie einen Artikel, welcher der Bezeichnung „Ökogas“ etwas tiefer auf den Zahn fühlt. Kurz gesagt ist „ein Ökogas“ ein Gas, welches eine neutrale CO2-Bilanz aufweist, sogar aufweisen muss. Hierbei wird das meiste Ökogas aktuell durch die Aufbereitung von Biogas zu Bioerdgas gewonnen.

Biomethan beim Anlagenbetreiber – Ökogas beim Verbraucher

Die Gasanbieter vermarkten das Ökogas auch unter dem Namen „Klimatarif“. Für Kritiker klingt das vielleicht wie eine Übertreibung, aber ich finde den Namen in Ordnung und jeder kennt die Redensart „Der Name ist Programm“ (lat. Nomen est Omen).

Ökostrom hat mittlerweile einen hohen Grad der Akzeptanz bei den Verbrauchern erreicht und seine Mengen sind in den vergangenen Jahren stärker angestiegen, als von vielen erwartet wurde. Mittlerweile nehmen die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 20 Prozent an der Stromversorgung in Deutschland ein, wobei ein Anteil von 30 Prozent am Bruttostromverbrauch bis 2020 gesetzlich festgeschrieben ist.

Auf dem Gasmarkt sieht es mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien hingegen noch ähnlich dürftig aus, wie auf dem Wärmemarkt (siehe auch Artikel zur Holzenergie). Hinzu kommt, dass der Gasmarkt und der Wärmemarkt eng miteinander verbunden sind, da 50 Prozent der Haushalte in Deutschland mit Gas beheizt werden.

Die folgende Grafik der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt, dass die Bioenergie den größten Anteil am erneuerbaren Wärmemarkt beisteuert, aber dass das Team der Erneuerbaren im Vergleich mit den fossilen Energieträgern nur einen Anteil von knapp 10 Prozent in diesem Energiesegment erreicht.

Grafik Diagramm Anteil Bioenergie an erneuerbarer Wärme

Wärme- und Gasmarkt haben noch viel Platz für erneuerbare Energieträger wie Ökogas

Konkrete Mengenangaben darüber, welchen Anteil Ökogas am aktuellen Gasmarkt einnimmt, habe ich leider nicht finden können. Wahrscheinlich sind die Mengen verschwindend gering. Hat jemand von ihnen einige aktuelle Zahlen zur Hand?

Um die Energiewende erfolgreich voranzutreiben, ist im Gas- und Wärmemarkt noch viel Platz nach oben für den Einsatz der speicherbaren, gasförmigen Bioenergie!

Wenn sie einen individuellen Beitrag zur Energiewende beisteuern möchten, dann können sie sich mit einem ersten Schritt über verschiedene Ökogas-Tarife informieren. Hier finden sie den Gasrechner des Gas-Magazins, um die in ihrer Region vorhandenen Gasanbieter vergleichen zu können. Das ausschließliche Anzeigen von Ökogas-Tarifen kann eingestellt werden. Der Online-Rechner ist Partner des TÜV geprüften Verivox-Netzwerks, welches einen problemlosen Wechsel des Gastarifs, beziehungsweise Gasanbieters garantiert.

Zu den garantierten Leistungen beim Tarifwechsel zählen:

  • Keine Wechselgebühren
  • Unterbrechungsfreie Versorgung
  • Kein neuer Gaszähler

Aus deutscher Sicht wird in diesem Jahr noch interessant, wie sich die Debatte um die Einführung eines EEGasG entwickelt. Die beiden großen Biogasverbände (der Fachverband Biogas und der Biogasrat e.V.) vertreten zu dieser Gesetzesidee ganz unterschiedliche Auffassungen. Der Fachverband Biogas und die Viessmann Group haben die Kanzlei Becker Büttner Held aus Berlin damit beauftragt, einen Entwurf für ein EEGasG zu entwickeln, welches die Erreichung der Biomethanziele der Bundesregierung bis 2020 und 2030, sowie die Einspeisung von Power to Gas unterstützt.

Vielen Dank für ihr Interesse an der gasförmigen Bioenergie und viel Erfolg bei der neuen Freiheit beim Gas-Shopping.