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Die Agentur für Erneuerbare Energien betont, dass mit der Bioenergie Überschüsse auf den Agrarmärkten verwertet werden und genug für Teller, Trog und Tank vorhanden sei.

Dem zuletzt wieder mehrfach geäußerten Vorwurf, wonach die Bioenergieproduktion aus Ackerkulturen den Hunger in der Welt verschärft, hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) erneut widersprochen. In einem aktuellen „Renews Kompakt“ stellt die AEE fest, dass mit der Bioenergie Überschüsse auf den Agrarmärkten verwertet würden. Die Versorgung für Teller, Trog und Tank sei auf jedem Fall gesichert.

Sechs Prozent des globalen Getreideverbrauchs für Biokraftstoff

Gute Ernten in großen Anbauländern der Südhalbkugel hätten in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass die Bestände wichtiger Agrarrohstoffe wieder zugenommen hätten, nachdem das Jahr 2012 durch Trockenperioden in den USA und einigen osteuropäischen Staaten geprägt gewesen sei. Für die Nahrungs- und Energieversorgung seien damit weiterhin ausreichend Ressourcen verfügbar. Zur Nutzung der Bioenergie gebe es nach wie vor ein großes Flächenpotenzial in Europa und auf anderen Kontinenten. Nur rund sechs Prozent des globalen Getreideverbrauchs würden im laufenden Wirtschaftsjahr für die Herstellung von Biokraftstoff verwendet, berichtet die AEE.

Grafik weltweiter Getreideverbrauch

Exporte trotz Unterernährung

Mit Blick auf die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsgetreide stellt die Agentur fest, dass in den vergangenen Jahren beim Reis als wichtigem Grundnahrungsmittel große Überschüsse in Asien entstanden seien. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechne für 2012/13 weltweit mit einer Produktion von rund 487 Millionen Tonne Reis. Indien dürfte weltgrößter Reisexporteur werden und Thailand von diesem Spitzenplatz ablösen. Das zeige: Der Subkontinent produziere eigentlich genügend Nahrungsmittel für die Versorgung der eigenen Bevölkerung. Indes bezifferten die Vereinten Nationen die Zahl der Unterernährten in Indien im Zeitraum 2010 bis 2012 auf 217 Millionen, was 18% der Bevölkerung des Landes entspricht.

Energiewende braucht die Bioenergie

Wie beim Biodiesel das Rapsschrot, so fällt auch beim Bioethanol ein Koppelprodukt als ein wichtiges Futtermittel nach der Destillation an. Diese Schlempe, in den USA als „Dried Distillers Grains with solubles“ (DDGS) bezeichnet, ersetz laut USDA pro Tonne das 1,2 Fache einer Futterration aus Mais und Soja. Noch effektiver ist die Produktion von Bioethanol nach dem Verfahren der 3. Generation. Hier werden vor der Destillation die Inhaltstoffe aufgespalten und nur die für die Lebensmittelproduktion nicht benötigten Rohstoffe zu Biokraftstoff konvertiert. Abfallstoffe aus weiteren Verarbeitungslinien werden der Biogasanlage zur Gewinnung der für die Konvertierung benötigten Dampf- und Strommengen zugeführt. Die Gärreste aus der Biogasproduktion werden als wertvoller natürlicher Humus-Dünger ausgebracht. Von einem Hektar Energiepflanzen stammen also nicht nur Kraftstoff, Strom und Wärme, sondern gleichzeitig auch Dünger und Lebensmittel. Ein zusätzlicher Flächenbedarf der Bioenergie der 3. Generation relativiert sich damit.