Palmöl zwischen ökologischer und sozialer Verantwortung

Wer den Bioenergie-Blog regelmäßig liest wird wissen, dass ich den sehr negativen Ton der aktuellen Biokraftstoff-Debatte in Deutschland sehr kritisch betrachte. Wenn wir in den auflagenstarken Tagesmedien über Biokraftstoffe informiert werden, dann häufig im Zusammenhang mit Regenwaldabholzung, Hunger und fehlenden CO2-Minderungswerten (ILUC). Beim Problem der Regenwaldabholzung steht vor allem Biodiesel aus Palmöl in der Kritik. Wie ist es um die Nachhaltigkeit von Biodiesel aus Malaysia und Indonesien, den Hauptexportländern, bestellt und wie stark ist die Wahrnehmung durch solide Lobbyarbeit von NGO’s und fossilen Kraftstoffherstellern beeinflusst? Der Malaysian Palm Oil Council (MPOC) hat in Berlin ein Seminar zum Thema Nachhaltigkeit von Palmöl veranstaltet. Um mir selbst einen Eindruck von diesem hochemotionalen und sehr sensiblen Thema zu machen, habe ich die Biokraftstoff-veranstaltung besucht und diesen Artikel dazu geschrieben.

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Umweltschützer protestieren gegen Nutzung von Palmöl

Umweltschützer protestieren wegen Umweltrisiken der Palmölnutzung.

Zwischen Befürwortern und Gegnern von Biokraftstoffen aus Palmöl

„Palmöl – Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven“ lautete der neutrale Titel des Palmöl-Seminars, das am 1. März vom MPOC organisiert wurde.

Vor dem Hotel in dem das Palmöl-Seminar stattfand, haben sich auch Umweltschützer versammelt, um gegen den Einsatz von Palmöl zu protestieren. Höflicher und etwas vorsichtiger formuliert haben die Umweltschützer auf die Risiken der Palmölnutzung hingewiesen.

Ich bin selbst mit dem Bewusstsein zu der Veranstaltung der Palmölindustrie in Malaysia gefahren, das Malaysia immerhin 20 Milliarden Euro pro Jahr an der Verarbeitung und dem Verkauf  von Palmöl verdient und somit stark vom Anbau die Ölpflanze profitiert. Schließlich wurde ich dann aber ziemlich positiv von dem verantwortungsbewussten Umgang des MPOC überrascht.

Ob ich an dieser Stelle von der guten Lobbyarbeit der Palmölindustrie vereinnahmt wurde, kann ich natürlich schwer beurteilen, aber ich sehe die Branche mit einem deutlich weniger besorgten Blick als vor der Veranstaltung über Palmöl aus Malaysia.

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MPOC Seminar in Berlin zu Palmöl aus Malaysia

Befürworter und Gegner der Palmölnutzung in Berlin

Mit 20 Milliarden Euro ist Palmöl eine der wichtigsten Einnahmequellen Malaysias

Der Botschafter Malaysia in Deutschland, S.E. Ibrahim Abdullah, hat die Bedeutung von Palmöl für sein Land kurz dargestellt.

So hat Palmöl einen entscheidenden Einfluss auf die rasche Entwicklung von Malaysia in den vergangenen 50 Jahren genommen und sowohl in Bezug auf die Energieversorgung, als auch bei der Schaffung von Jobs einen großen Beitrag geleistet. Palmöl ist eines der wertvollsten Wirtschaftsgüter (commodities) des knapp 30 Millionen Einwohner zählenden Landes in Südostasien und sichert aktuell etwa 1 Millionen Arbeitsplätze.

Während der vergangenen Jahrzehnte hat Palmöl in Malaysia einen regelrechten Boom erlebt – mit allen Vorteilen und Nachteilen.

Der jährliche Handel zwischen Deutschland und Malaysia liegt aktuell bei etwa 10 Milliarden Euro, wobei Deutschland das 9. wichtigste Exportland für Malaysia weltweit und das Wichtigste innerhalb der EU ist.

Deutschland ist außerdem einer der Hauptimporteure von malaysischem Palmöl, wobei für die energetische Nutzung in Deutschland nur als nachhaltig zertifiziertes Palmöl verwendet und die Nachhaltigkeitsrichtlinie eingehalten wird. Insgesamt wird nur ein kleiner Teil (etwa 1 Prozent) des in Malaysia produzierten Palmöls für die Herstellung von Biodiesel verwendet und es dominieren Palmöl-Produkte wie Margarine und Shampoo sowie andere Nahrungsmittel und Kosmetikartikel.

Der Botschafter spricht außerdem davon, dass die Nachhaltigkeit mittlerweile einen sehr wichtigen Aspekt bei der Bewirtschaftung von Palmöl-Plantagen einnimmt und sich diesbezüglich der Anbau in den letzten 10 Jahren stark verbessert hat.

Palmöl: preiswerter und flächeneffizienter als Rapsöl und Sojaöl

Dr. Kalyana Sundram vom MPOC ist auf weitere Besonderheiten von Palmöl eingegangen.

Demnach gehen momentan 31 Prozent der globalen Pflanzenölproduktion auf Palmöl zurück, was einer Menge von 46 Millionen Jato entspricht. Der Verbrauch, beziehungsweise die Nachfrage, nach Pflanzenölen und -fetten ist aktuell etwas größer als die globale Produktion.

Die wichtigsten Exporteure von Pflanzenölen sind Indonesien, Malaysia, Argentinien und Brasilien.

Ein großer Vorteil der Ölproduktion mit Ölpalmen ist, dass die Ölerträge pro Hektar deutlich höher sind, als bei allen anderen Ölpflanzen. Das bedeutet auch, dass auf der geringsten Ackerfläche die größte Menge an Pflanzenöl produziert werden kann und somit die beste Flächeneffizienz erreicht wird. Die meiste Ackerfläche weltweit wird für den Anbau der Sojabohne, dann für Raps und Sonnenblume und erst an vierter Stelle für Palmöl verwendet.

Der Ölertrag von Palmöl beträgt zwischen 4 – 6 Tonnen Pflanzenöl pro Hektar und Jahr. Der Ertrag von Rapsöl liegt bei etwa 1.5 – 2.5 Jato. Dieser Ertragsvorteil macht die Ölpalme nicht nur unter ökonomischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten sehr interessant. Der ökologische Vorteil der Flächeneffizienz kommt natürlich nur dann zum Tragen, wenn keine ökologisch wertvollen Flächen (Regenwälder) zum Anbau der Ölpalme umgebrochen werden.

Wienke von Schenck von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AIM) ergänzte im ihrem Vortrag, dass Palmöl mit einem Anteil von 40 – 45 Prozent das dominierende Pflanzenöl unter den deutschen Importen ist. Hierbei importiert Deutschland das Palmöl über den Hafen in Rotterdam vor allem aus Malaysia und Indonesien. Die 4 wichtigsten Pflanzenöle in deutschen Raffinerien sind:

  1. Rapsöl
  2. Palmöl
  3. Sojaöl
  4. Sonnenblumenöl

Ein großer Vorteil des Palmöls ist der immer noch vergleichsweise niedrige Preis. Demnach muss für 1 Tonne Palmöl aktuell zwischen 700 – 900 Euro bezahlt werden, was Palmöl weiterhin zum günstigsten Pflanzenöl in Europa macht.  Für die Nutzung von 1 Tonne Rapsöl oder Sojaöl müssen momentan 900 – 1.100 Euro ausgegeben werden. Frau Schenck weist jedoch darauf hin, dass die Vorzüglichkeit von Palmöl gegenüber Rapsöl in den vergangenen Monaten etwas abgenommen hat.

Malaysia hat umfassende Maßnahmen zur Nachhaltigkeit von Palmöl eingeleitet

Als einer der wichtigsten Produktionsländer von Palmöl hat Malaysia natürlich ein starkes Interesse an einer möglichst langfristigen Partnerschaft mit den Importländern. Dementsprechend ist Malaysia auch daran interessiert, sich den Anforderungen der internationalen Kunden anzupassen. Sollte die Nachhaltigkeit von Palmöl ein wichtiges Kriterium für den Verkauf von malaysischem Palmöl nach Europa sein, dann wird sich Malaysia diesem Kundewunsch anpassen.

Aber auch aus eigenem Nationalstolz heraus hat Malaysia, welches zu den 10 artenreichsten Ländern der Welt gehört, ein Interesse am Schutz seiner wertvollen Regenwälder. Keiner der sehr diplomatisch auftretenden Vertreter Malaysias hat es so wenig charmant formuliert, aber die Malaien brauchen nicht die Europäer, um sich ihrer eigenen Naturschätzen und deren Wertes bewusst zu sein. In Deutschland benötigen wir ja auch nicht die Hinweise der Bewohner Malaysias, damit wir begreifen, wie wertvoll unsere eigenen Wälder sind!

Aus der Ferne betrachtet nehmen wir in Europa häufig nur die stark zugespitzten Bilder und Texte der  NGOs (Greenpeace, Rettet den Regenwald) wahr, bei deren Betrachtung wir allzu schnell vergessen, dass den Malaien ihr eigenes Land natürlich auch am Herzen liegt und sie sich dem Nachhaltigkeitsproblem der Palmölindustrie viel früher bewusst waren, als wir in Europa. Aber genau wie in Europa ändern sich Missstände auch in Malaysia nicht mit einem Fingerschnippen, sondern benötigen Zeit in denen Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Malaysia hat gemeinsam mit dem WWF schon deutlich vor dem öffentlichen Aufschrei um nachhaltiges Palmöl in Europa Strategien entwickelt, um die Nachhaltigkeit des wichtigsten Wirtschaftsguts des Landes zu verbessern. Das Land ist Gründungsmitglied des Round Table of Sustainable Palm Oil (RSPO), welcher bereits 2004, und somit lange vor REDcert oder ISCC, mit dem Aufbau eines Systems zur Nachhaltigkeitszertifizierung für Palmöl begonnen hat.

So versicherte Kalyana Sundram vom MPOC, dass aktuell keine weiteren Flächen, und somit auch kein Regenwald, für den Anbau von Ölpalmen verwendet werden. In Malaysia beträgt die gesamte genutzte Anbaufläche momentan 5 Millionen Hektar (250 Millionen Hektar Ackerfläche weltweit).

In Malaysia gibt es eine gesetzlich festgelegte Obergrenze  („cap“) für die Landfläche, die land- und forstwirtschaftlich genutzt werden darf. Man muss allerdings ergänzen, dass Malaysia mit dieser limitierenden Maßnahme eine Vorreiterrolle in der Region einnimmt und in Zukunft hoffentlich andere Länder nachziehen werden.

Deutschland und Malaysia sind in etwa gleich groß, wobei Deutschland den Angaben von Herr Sundram zur Folge sogar einen größeren Teil seiner Waldfläche bewirtschaftet als Malaysia.

Ein umfassender Maßnahmenkatalog (EEP1 bis EEP7), zur Erhöhung der ökologischen Nachhaltigkeit beim Anbau von Palmöl, wendet Malaysia bereits an, zu welchem auch ein aufwendiges Wiederaufforstungsprogramm gehört. Aus bioenergetischer Sicht sind besonders die Maßnahmen zum beschleunigten Ausbau von Biogasanlagen und die Herstellung von Biokraftstoffen der 2.Generation aus Reststoffen der Palmölverarbeitung zu erwähnen.

Sind wir Verbraucher bereit, für nachhaltiges Palmöl mehr zu bezahlen?

Das ist eine der entscheidenden Fragen und sie bezieht sich nicht nur auf das vergleichsweise seltene Palmöl-Produkt „Biodiesel“, sondern auf Palmölprodukte insgesamt (Margarine, Kerzen, Waschmittel etc.).

Wieviel Prozent sind wir bereit, für ein ansonsten gleichwertiges Produkt MEHR zu bezahlen, wenn dieses ökologisch nachhaltig hergestellt wurde und im Fall von Biodiesel sogar zum Klimaschutz beiträgt. In gewisser Hinsicht sind Öko-Produkte leider weiterhin häufig Luxusprodukte für deren ökologischen Mehrwert der Verbraucher auch einen höheren Preis bezahlen muss.

Die Erfahrungen zeigen, dass eine pessimistische Antwort auf die obige Frage, nach den akzeptierten Mehrkosten, zumindest im Kraftstoffsektor noch sehr berechtigt ist. Bei ohnehin schon historischen Höchstpreisen für Kraftstoffe, sind nur wenige Verbraucher dazu bereit, mehr Geld für Öko-Energieprodukte an der Tankstelle (Biokraftstoffe) zu bezahlen.

Im Ökostrombereich und vor allem bei Öko-Food ist die Bereitschaft viel größer, für die ökologische Qualität auch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Woran diese unterschiedliche Zahlungsbereitschaft liegt, darüber kann ich nur spekulieren und vielleicht ist es ganz einfach der Umstand, dass in den Wirtschaftszweigen für Ökostrom und Öko-Nahrungsmittel deutlich mehr und erfolgreicher Marketing betrieben wird.

Die Palmölindustrie in Malaysia hat in den vergangenen Jahren einen starken Trend in Richtung der ökologischen Nachhaltigkeit erlebt. Wir Konsumenten in Europa zögern aber noch, dieses Engagement auch mit einem geänderten Kaufverhalten zu belohnen. Entweder weil wir zu wenig über die Nachhaltigkeitsbemühungen wissen oder weil wir den getätigten Maßnahmen nicht trauen. Die Abnahme von als nachhaltig zertifiziertem Palmöl (RSPO, ISCC etc.) von den großen Nahrungsmittelherstellern in Europa (Nestle, Unilever, Danone etc.) ist den Angaben des MPOC jedenfalls sehr gering.

So kommt es, dass bei einer Schokolade das verwendete Palmöl-Fett der einzige Inhaltsstoff ist, der aktuell als nachhaltig zertifiziert werden kann. Der Kunde scheint aber entweder nicht daran interessiert zu sein oder er ist zu wenig aufgeklärt?!

So moralisch es klingt, aber wenn wir schon auf Andere zeigen, dann sollten wir parallel wenigstens auch unser eigenes Kaufverhalten kritisch hinterfragen und ändern.

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Grafik Übersicht Palmöl Verwendung global 2010

Palmöl für Biokraftstoffe in der EU müssen außerdem als nachhaltig zertifiziert sein.

Fazit zur Nachhaltigkeit von Palmöl

Nicht alle großen palmölproduzierenden Länder sind in Bezug auf ihre Bestrebungen zur Erhöhung der Nachhaltigkeit auf dem gleichen Niveau. Mich hat die Veranstaltung des MPOC jedenfalls überzeugt, dass Malaysia alles versucht, um die Nachhaltigkeitsstandards zu erfüllen, welche sich die Verbraucher, beziehungsweise NGOs wünschen. Leider werden diese Bemühungen bisher noch nicht entsprechend von den Verbrauchern belohnt.

Über die Nachhaltigkeit von Palmöl aus Indonesien kann ich nach diesem Palmöl-Seminar des MPOC keine Auskunft geben – weder in die eine, noch in die andere Richtung. Fakt ist aber, dass jedes Herstellerland für seine Produktion von Pflanzenölen spätestens dann auch härteste Nachhaltigkeitsstandards erfüllen wird, wenn der Verbraucher im Gegenzug auch bereit ist, diese Produkte zu kaufen.

Es bleibt weiterhin festzuhalten, dass Palmöl für die Herstellung von Biodiesel eine untergeordnete Rolle spielt und von den global produzierten Mengen an Palmöl „nur“ etwa 4 Prozent in die energetische Nutzung fließen.

Zweifellos ist das Engagement für den Schutz des Regenwaldes, wie es NGOs betreiben sehr wichtig, um wertvolle und artenreiche Ökosysteme zu schützen. NGOs müssen den Finger in die Wunde legen, um „Verbrechen an der Umwelt“ aufzudecken und publik zu machen!

Dabei sollten Organisationen wie Greenpeace und Rettet den Regenwald aber auch auf die soziale Verantwortung der Unternehmen Rücksicht nehmen, die beispielsweise allein in Malaysia 1 Millionen Menschen in Lohn und Brot bringen. Meist ist es nur ein Bruchteil der Produzenten, die Raubbau an der Natur betreiben und damit den Ruf der gesamten Branche gefährden.

Es steht jedem frei, sich trotzdem sehr engagiert gegen die Nutzung von Palmöl einzusetzen und irgendjemand sollte es tun (!), aber die soziale Aufgabe und Verantwortung, welche die Palmöl-Unternehmen letztlich gemeinsam Erfüllen (1 Millionen Jobs allein Malaysia), sollte man bei der Wahl seines Vorgehens und der Gestaltung einer Kampagne im Hinterkopf behalten.

Was denken sie?[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

10 Comments

  1. Knut Nickol 25. November 2016 at 14:26

    Wer einmal in Malaysia, Borneo oder auch in Brasilien unterwegs war kann hier die Lobbyisten beglückwünschen – Chapeau!
    In Borneo gibt es bis auf stark gebirgiges Gelände keinen Regenwald!
    Nach spätestens 2 Anbauzyklen verödet die Anbaufläche und der Regenwald ist verloren.

    Sicher ist es nicht an uns den Regierungen dieser Länder vorzuschreiben, wie sie agieren.

    Es ist aber an uns das Thema realistisch zu sehen und Palmölprodukte zu meiden bzw. die Hertseller darauf anzu sprechen.

  2. Ferd Hein 19. Juni 2015 at 10:09

    Totaller Quatsch. Biokraftstoff = Ethanol, Palmöl = Ablenkungsmanouver….Palmöl spielt keine Role bei der Biokraftstoff-Diskussion da will man nur über etwas anderes reden. Natürlich verdienen ein paar was damit. Hätten die Deutsche liebe zu Wäldern, wurden noch heute Urwälder gegeben sein. Die Elbe war eine chemische Suppe bis Anfang des 90er, in DE wurde alles nur einfach zerstört, millionen Menschen ermordet und will man jetzt sagen wie die andere sich verhalten sollen. Hypokritischer könnte das gar nicht sein.

  3. C.H. 10. Dezember 2013 at 13:51

    Mir ging ehrlich gesagt gerade beim Lesen des Berichtes das Messer in der Tasche auf. Ja, sie wurden „eingelullt“ von der Lobbyarbeit des MPOC und ich fand ihren Bericht etwas einseitig und gutgläubig. Das mag ja sein, dass die Bestrebungen auf malaiischem Gebiet stark voran gehen, um „nachhaltiges“ Palmöl zu produzieren, abgesehen davon, dass es das einfach NICHT gibt. Aber es hat einen guten Grund, dass Indonesien, als größtes Palmölproduktionsland, keinerlei Erwähnung findet. Von Nachhaltigkeit sind die Produzenten dort Lichtjahre entfernt. Wie kann etwas als nachhaltig betitelt werden, wenn Jahrhundert alter Urwald binner weniger Wochen abgeholzt wird, um tote Wüsten entstehen zu lassen? Man kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, etwas als nachhaltig zu bezeichnen, wenn ich einen Baum abholze und dafür einen anderen Baum anpflanze!
    Und der „gutgemeinte“ Versuch das RSPO ist doch nichts weiter als ein grünes Mäntelein, welches sich die korrupten Unternehmer von Wilmar anziehen, um für ihre Umwelt- und sozialverbrechen nicht an den Pranger gestellt zu werden.

    Einfach mal den Film „Nachhaltigkeits Lüge“ von Globalfilm anschauen. Weiß nicht ob sie dann immernoch diese Meinung ihr vertreten.

  4. RonKir 15. April 2012 at 18:49

    Vielen Dank für diesen kritischen, aber wichtigen Hinweis.

    Es ist tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Gefahr, dass man auf einer Veranstaltung des MPOC auch weiterhin eine neutrale Meinung bezüglich dem schwierigen Thema Palmöl behält. Deshalb habe ich mich auch bemüht, eine innere Distanz zu den Inhalten des Seminars aufrechtzuerhalten.

    Auf der anderen Seite ist es auch nicht gerade hilfreich, wie stark wir von der Palmöl-Contra-Seite beeinflusst werden. Es existiert praktisch kaum ein Gegengewicht in der Presse zu den Argumenten einiger NGOs. Das finde ich auch nicht richtig! Nur weil die Herstellung von Palmöl mittlerweile „eine Industrie“ ist, bedeutet das ja nicht, dass zwangsläufig alle Palmölproduzenten auch Verbrecher sind und bewusst die Regenwaldabholzung in Kauf nehmen. Es ist ein schwieriger konflikt, wie wir die schwarzen Schafe der Palmölindustrie stoppen, dabei aber nicht die vielen Hersteller und Arbeitsplätze gefährden die sich teilweise sehr stark für den Regenwaldschutz einsetzen.

    Vielen Dank, dass Sie selbst als Biobauer so offen die zahlreichen Vorteile dieser Ölpflanze (Ölpalme) bestätigen.

    Sie haben geschrieben, dass Sie noch „neu beim Bloggen“ sind. Haben Sie denn einen eigenen Blog?

    Schöne Grüße,
    Ron

  5. Walter 15. April 2012 at 11:47

    Vielleicht liegts daran dass ich ein Anfänger bin im Bloggen , aber manchmal muss ich mich schon wundern. Sie gehen auf die Veranstaltung der Palmölproduzenten und plötzlich ist alles
    nachhaltig. Es ist sicher kein Insidergeheimniß das auch wir Biobauern oft lange darüber
    diskutieren was bio und damit langfristig auch nachhaltig ist.
    Und da muss man viel beachten:
    – Flächeneffizienz : ist Palmöl klar im Vorteil
    – Energieverbrauch für Bodenbearbeitung, Saat/Pflanzung , Ernte: auch hier hat Palmöl
    als Dauerkultur sicher Vorteile
    – Risiko der Wasser und Winderosion : Vorteil für Palmöl
    – Chemie und Düngereinsatz: Es ist kein Geheimnis dass dieser bei Raps und Soja sehr hoch ist
    ( Soja kann man auch biologisch anbauen , Rapsanbau ist wegen Insektenproblemen bei uns
    paktisch unmöglich) Palmöl ?
    – Verwendung der Nebenprodukte ( Sojaextraktionschrot und Rapspresskuchen sind sehr
    begehrt, Palmöl ?)
    – soziale Auswirkungen ??
    – Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

    Resümee : wenn die Produzenten ihr Produkt als Nachhaltig hinstellen ist das ein positives
    Zeichen aber man darf wie in der Werbung nicht allles glauben.

    viele Grüße
    walter

  6. RonKir 21. März 2012 at 00:26

    Vielen Dank. Und ich stimme absolut zu, dass die Nachhaltigkeitszertifizierung für Biodiesel aus Palmöl nur der Anfang sein kann. Wir können den Regenwald vor allem dann vor Raubbau schützen, wenn die Nachhaltigkeit von Palmöl auch für Produkte wie Margarine, Shampoo & Co. gesichert wird (immerhin 95 Prozent der aktuellen Nutzungspfade von Palmöl).

  7. Energieausweis Bremen 19. März 2012 at 09:53

    Vielen Dank für diesen unheimlich interessanten und ausführlichen Beitrag! Das Thema Palmöl ist ziemlich kritisch zu sehen, die von Ihnen angeführten Probleme sprechen für sich. Die aus dem Anbau resultierende Monokultur und die Blockierung wichtiger Wanderwege für Elefanten und Co. sind weitere Probleme, die mit angeführt werden müssen. Große Abnehmer, wie die von Ihnen angeführten Unilever (die für sehr, sehr viele Produkte unseres täglichen Lebens verantwortlich sind), Nestle und Danone müssen sich ihrer Verantwortung stellen und aus zertifizierte Rohstoffe zurückgreifen. Wir als Verbraucher müssen darauf achten, weniger oder keine Produkte zu kaufen, in denen Palmöl aus nicht nachhaltigem Anbau verarbeitet ist. Und das sind unheimlich viele Produkte. Man sollte spaßeshalber beim Einkaufen mal auf die Zutaten-Liste schauen, damit man merkt, wie groß unser Verbrauch ist.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

  8. David Baluku 14. März 2012 at 17:32

    Yes, i appreciate so much all the efforts put forward in all the innovative ideas. All is good for the world at large. Our country has adopted some ideas and the trend is promising.

    My regards to all the initiators,

    David

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