Holzpellets oder Hackschnitzel als Energieträger verwenden?

Heute möchte ich der Frage nachgehen, welche Vor- und Nachteile die beiden wichtigsten Formen für Holzenergie haben und darüber spekulieren, ob die Zweisamkeit von Hackschnitzeln und Holzpellets mittelfristig bestehenbleibt oder sich eine Variante gegen die Andere durchsetzen wird. Zu diesem Artikel inspiriert wurde ich durch einen Bericht von Dittmar Koop und Andy Ridder in der Februar-Ausgabe des Magazins „neue energie“.

Das Besondere am Energieträger Holz ist, dass er in verschiedenen Formen bezogen werden kann. Holzpellets, Hackschnitzel oder Holzbriketts ermöglichen  dem Endverbraucher auf der einen Seite eine große Auswahl und Freiheit, verlangen ihm aber im selben Moment auch eine gut durchdachte Entscheidung ab.

In Bezug auf Energiegehalt, Preis und notwendige Aufbereitungsschritte bei der Herstellung bilden Pellets und Hackschnitzel die beiden Extreme innerhalb des Trios. Deshalb habe ich eine Liste zusammengestellt, in welcher die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser beiden Energieformen gegenübergestellt sind.

Liste über Vor- und Nachteile von Pellets und Hackschnitzeln

Pellets

  • höheren Energiegehalt als Hackschnitzel (ca. 15% größer)
  • bessere CO2-Bilanz und niedrigere Kosten beim Transport, da weniger Wasser und kompaktere Energie bewegt wird (Pellets: 2 % Wassergehalt, Hackschnitzel: 20 – 30% )
  • homogenere Qualität, welche eine bessere Planungssicherheit ermöglicht (siehe auch Artikel über Gütesiegel für Holzpellets)
  • höherer Preis pro thermischer Kilowattstunde (siehe Grafik zu Beginn des Artikels)
  • engere Kopplung und Abhängigkeit vom Strompreis vorhanden, da mehr Veredelungsschritte für die Herstellung nötig sind

Hackschnitzel

  • können ohne viele Aufbereitungsschritte aus Rohholz hergestellt werden
  • haben niedrigere Herstellungskosten
  • benötigen einen größeren Lagerraum
  • weisen größere Qualitätsunterschiede auf

Über aktuelle Entwicklungen des Biowärmemarkts in Deutschland können sie in diesem Artikel nachlesen.

In dem folgenden Film wird gezeigt, auf welche unkomplizierte Art und Weise Hackschnitzel hergestellt werden. Die Herstellung der Hackschnitzel direkt im Wald ist aber auf Grund des hohen Gewichts der Hacker und der damit verbundenen Bodenverdichtung nicht unumstritten.

Es lebe die Vielfalt der Bioenergieträger

Ich glaube nicht, dass Pellets oder Hackschnitzel den jeweils anderen Kandidaten komplett verdrängen werden, da die Anwendungsfelder doch ziemlich verschiedenen sind und die regionalen und zeitlichen Rahmenbedingungen einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeitsrechnung der Wärmeversorgung haben. Bei einem Anwender mit großen Holzbeständen direkt in der Nachbarschaft oder guten Lagerungsmöglichkeiten werden die vorhandenen Preisvorteile eher zur Investition in Hackschnitzel führen. In einer kleineren Stadtwohnung wird diese Rechnung eher in die andere Richtung ausschlagen.

Je größer die benötigte Wärmeenergie (über 100 kW), desto stärker machen sich die Transportkosten für die Energieträger innerhalb der Gesamtkostenrechnung bemerkbar. Mit steigendem Wärmebedarf eines Verbrauchers werden Pellets deshalb zunehmend attraktiver.

Entscheidender dürfte mittelfristig auch der Vergleich zwischen Holzenergie und anderen Bioenergiequellen, wie Biogas oder Biomethan, sein. Und natürlich ist auch die Konkurrenz zwischen Bioenergie und fossilen Energieträgern weiterhin ein wichtiges Thema, welches bei der Installation einer neuen Heizungsanlage bedacht werden sollte.

An dieser Stelle noch einen Link zu einer informativen Seite zum Thema Pellets, auf die ich während meiner Recherchen gestoßen bin.

Was ist eure Meinung zu Pellets und Hackschnitzeln und welche Variante gefällt euch besser?

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

One Comment

  1. Joachim 25. Februar 2016 at 08:21

    Guten Tag Herr Kirchner, bei Ihrem Artikel ist mir die CO2-Bilanz der Peletts etwas aufgestoßen, zwar schränken sie es auf die Transportwege ein, aber das Statement besser CO2-Bilanz bleibt beim Leser hängen. Die aufwändigen Herstellungsschritte bei der Pelettherstellung erwähnen Sie nur bei den Kosten, aber auch hier schlägt die CO2-Bilanz zu. Findet die Pelettherstellung in sinnvoller Kombination mit z.B. einem Sägewerk statt, wo die benötigte feine Spähne als Koppelprodukt anfällt und wird zur Trocknung Abwärme aus einem bestehenden Prozess, z.B. Kraftwerk genutzt, dann ist die Herstellung von Peletts sinnvoll. Bei der steigenden Nachfrage nach Peletts sehe ich aber die Gefahr, dass sowohl bei der Herstellung der Spähne, als auch bei der Trocknung zusätzliche, energieintensive Prozesse notwendig werden, so dass die CO2- und Umweltbilanz deutlich negativer ausfallen wird.
    Hier gilt, wie bei allen Dingen, man sollte sich Gedanken machen woher die Materialien kommen, die man kauft und verbraucht und sich Gedanken machen ob deren Einsatz sinnvoll ist. Sonst können auch Peletts zur unsauberen Energiequelle werden.

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