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Der größte europäische Verband für Biogas, der Fachverband Biogas e.V., hat einen Jahresbericht veröffentlicht, in dem er die aktuelle Infrastruktur der Branche in Zahlen präsentiert.

Entwicklung und Fakten

Das Branchenbarometer hat sich demnach deutlich verbessert und nach 2 eher mageren Jahren ist die Anzahl der Biogasanlagen im Jahr 2009 wieder stark gestiegen. In Zahlen sieht das folgendermaßen aus:

  • 4340 Biogasanlagen sind in Deutschland installiert
  • sie haben in der Summe eine Leistung von 1.6 GWel
  • allein 600 neue Anlagen mit einer Leistung von 250 MW sind im Jahr 2009 in Betrieb gegangen
  • Umsatzzuwächse von durchschnittlich 30%
  • Mitarbeiterzahl in den Betrieben um 10% gestiegen

Für einige Firmen war die zweieinhalbjährige Krise jedoch zu lang und 20% der Befragten Unternehmen bewerten ihr Situation schlechter als vorher.

Gründe

Als erfreuliche Ursachen für die insgesamt positive Entwicklung der Biogasbranche in den letzten Monaten sind vor allem gesetzliche und wirtschaftliche Veränderungen zu nennen. So beginnt die Novelle des EEG (speziell der Güllebonus) die Entscheidung für den Neubau einer Biogasanlage positiv zu beeinflussen. Hauptsächlich kleine Anlagen, die mit Schweine- und Rindergülle betrieben werden können sind auf dem Vormarsch. Außerdem führt die aktuell schwere Situation der Milchbauern zum Suchen nach Alternativen und finanziellen Ergänzungen. Biogasanlagen mit einer Leistung bis 250 kW ergänzen diese landwirtschaftlichen Betriebe meist sehr gut und der Bedarf kann durch hofeigene Substanzen gedeckt werden. Die Situation von großen Anlagen über 1 MW hat sich abgesehen von den Anlagen in Penkun und Güstrow (LINK) nicht verändert.

Prognose

Die Vorraussagen für das Jahr 2010 konzentrieren sich hauptsächlich auf eine wichtige Entwicklung. So wird mit dem Bau von 30 neuen Einspeiseanlagen (Biogas ins Erdgasnetz) gerechnet, welche die bisher existierende Infrastruktur von 20 Anlagen verdichten würde. Weitere Potentiale und Hoffnungen ruhen auf der Einführung eines Erneuerbaren-Gas-Einspeisegetzes (EGE).

Fazit

Also es ist nicht nur wieder Land in Sicht, sondern Land erreicht und zwar fruchtbares Land. Ob es sich „nur“  um ein kurzes Hoch handelt oder der Knoten  wieder geplatzt ist und das zeitweilige Misstrauen über die Rechtsauslegung einiger Begriffe im Anlagenbau überwunden ist, wird sich zeigen. Nach ersten, etwas ängstlichen, Befürchtungen über die Entwicklungen der Erneuerbaren Energien unter der neuen Regierung und der Insolvenz-Meldung der Schmack  Biogas AG (einem der Marktführer der Biogasbranche) im Oktober, sind die reinen Zahlen doch  ziemlich erfreulich oder mindestens beruhigend. Für mich ist es jedenfalls ein sehr positives Signal, aber ich halte die Biogasbranche auch für eine vor allem dezentrale Energietechnologie mit Anlagengrößen bis 5 MW. Für solche Anlagen sind die aktuellen Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt.

Mehr technologische und weniger zahlenmäßige Entwicklungen und Trends der Biogasbranche wurden im September beim Biogaskongress in Weimar (LINK) besprochen.