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Bild zu Vorteilen der Bioenergie

Für mich ist die Bioenergie ein sehr spannendes Thema. Nicht nur weil die wirtschaftliche Zukunft mittelfristig recht positiv ausschaut, sondern auch weil sie aufregende Aspekte unserer Gesellschaft miteinander verbindet.

Auf der einen Seite offenbart sie weitere Einblicke in die Geheimnisse des Lebens und verleitet zur Entdeckung der magischen Lebenswelten auf Zellebene und die Welt der Mikroorganismen.  Weiterhin ist die Beschaffenheit der Energie, welche immer neue Formen und Gestalten annimmt, aber nie verschwindet, sehr faszinierend. Einige Wissenschaftler betrachten das Leben sogar ganz profan als Vorgang zur Transformation von Energie – die Biosphäre als Energiewandler.

Und als letzter Punkt fasziniert mich die Kreativität mit denen wir Menschen diese Energiequellen anzapfen, dabei innovative Verfahrenstechniken entwickeln und uns teilweise von der Natur inspirieren lassen (siehe auch Artikel über Bionik und Bioenergie). Dass Wissenschaftler und Unternehmer dabei regelmäßig zwischen Hybris und demütigem Staunen schwanken ist mal mehr und mal weniger schön zu beobachten, aber in der Regel meistens spannend.

Deshalb hier 5 Vorteile der Bioenergie:

1. Speicherbar und wetterunabhängig

Die Bioenergie ist im Gegensatz zu Wind- und (direkter) Solarenergie in materieller Form vorhanden und kann in Form von Maissilage oder schon veredeltem Biogas gespeichert und transportiert werden. Somit ist sie in einer Energiewirtschaft für die Deckung der Grund- und Spitzenlast geeignet. Unabhängig von der aktuellen Sonnenverfügbarkeit oder der Windlage speichern Pflanzen die über das Jahr gesammelte Energie in Form von Ölen, Zuckern oder Zellulose. Diese Substanzen sind durch die Unterstützung von Mikroorganismen und deren Biochemie wieder aufschließbar (Artikel über Zellulose-Ethanol).

2. Schafft regionale Arbeitsplätze

Ein großer Teil der Wertschöpfungskette der Bioenergie kann innerhalb der nationalen Grenzen eines Landes stattfinden, wodurch sie die regionale Wirtschaft stärken kann. Glieder der Bioenergiekette sind:

  • Anbau und Ernte der nachwachsenden Rohstoffe (Landwirtschaft)
  • Aufbereitung, Handel und Transport der NawaRo´s
  • Planung, Herstellung und Installation der Land- und Verfahrenstechnik (z.B. Biogasanlagen)
  • Produktion der Bionergie
  • Wartungsarbeiten an der Verfahrenstechnik
  • Nutzung der Bioenergie

Die Bioenergie ist damit auch unter sozialen Aspekten betrachtet nachhaltig in eine Gesellschaft integriert.

3. Unabhängigkeit vom Erdöl und Kreislaufwirtschaft

Erdöl, aber auch Erdgas, sind zwei fossile Rohstoffe die global immer stärker nachgefragt werden. Vor allem die großen Volkswirtschaften China, Indien und Brasilien haben ein starkes Wirtschaftswachstum um die 9% und einen schnell wachsenden Energiebedarf.

Unabhängig davon wieviel Rohstofffelder für Erdöl und Erdgas noch erschlossen werden, werden die Nachfrage und der Preis für diese Alleskönner vermutlich steigen. Alternativen sind nötig sowohl für den Strom- und Wärmebedarf, aber auch für Kraftstoffe zur Mobilität. Von der stofflichen Nutzung von Erdölderivaten soll hier gar nicht gesprochen werden. Gewonnene Bioenergie und Kohlenstoffverbindungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Ackerpflanzen und Algen (Artikel über Algen und Bioenergie) können diese Lücke schließen.

Bioenergie kann nicht nur aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, sondern auch aus Lebensmittelresten, Abfällen und Abwasser. Das sind alles Stoffströme, die weltweit in großer Menge vorhanden sind und deren Umnutzung und Verwendung als Bioenergie einen deutlichen Gewinn für eine Gesellschaft und die Umwelt bedeuten.

4. Klimaschutz und dezentrale Energiewirtschaft

Auf Grund der kurzfristig geschlossenen CO2 Kreisläufe innerhalb eines Pflanzenlebens nimmt der CO2 Anteil in der Atmosphäre nicht zu, bleibt konstant oder kann mittelfristig durch eine effektivere Energieversorgung sogar abnehmen. Durch die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen kann die relative Reduktion des Treibhausgases beschleunigt werden und die Erderwärmung eingedämmt werden.

Eine dezentrale Energiewirtschaft bedeutet, dass die Energie an dem Ort verbraucht wird, wo sie auch gewonnen wurde und keine energieintensiven und teilweise globalen Transporte nötig sind. Die Vorkommen der großen Erdöl und -gaslagerstätten sind auf einige wenige Orte konzentriert. Von dort müssen sie aufwendig an die Nachfrageorte verteilt werden. Biomasse wächst fast überall und kann direkt in Bioenergie umgewandelt werden.

Geschlossene Kreisläufe ohne umfangreiche und weitläufig notwendige Infrastrukturen die mit Energieverlusten und Materialverbrauch verbunden sind, ermöglichen ein effektiveres und umweltfreudlicheres Umgehen mit vorhandenen Rohstoffen.

5. Technologisch anspruchsvoll

Immer dort wo große Ströme sich treffen, bildet sich ein noch breiterer Strom, dass gilt nicht nur für die Wasserwirtschaft. Schnittmengen von Biologie und Technik (Biotechnologie) führen zu Zukunftsmärkten. Deutschland ist eine relativ innovationsorientierte und exportlastige Volkswirtschaft, deren Stärke auch die Entwicklung neuer Produkte und Konzepte ist. Märkte und Technologien, die teilweise umstritten aber auch vielversprechend sind (grüne Gentechnik, Nanotechnologie), beeinflussen auch die Bioenergie und stehen für unvorhersehbare Potentiale, die ein mittelfristiges Wirtschaftswachstum sichern können.

Welche Vorteile der Bioenergie wurden vergessen und sollten unbedingt ergänzt werden?