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Biogasanlagen sind äußerst komplexe Anlagen, die einen rund um die Uhr beschäftigen können. Wenn man sehr perfektionistisch veranlagt ist, dann findet man ständig Punkte, an denen die Anlage oder der Anlagenbetrieb noch verbessert werden kann. Wie kann man seine eigene Biogasanlage verbessern?

Die Perspektive des Biogasanlagenbetreibers

Meist schaut man mit einer bestimmten Perspektive auf die eigene Anlage. Je nach Ausbildung oder thematischem Interesse hat man einen speziellen Fokus und Biogasanlage. Folgende wichtige Punkte, die über den theoretischen und praktischen Erfolg einer Biogasanlage entscheiden, gibt es:

  1. biochemische Prozesse – der Biotechnologe
  2. ökonomisch Bilanzierung und Stromgestehungskosten – der Betriebswirt
  3. landwirtschaftliche Kenntnisse über Energiepflanzen – der Biologe und Landwirt
  4. juristische Einschränkungen und Fördermöglichkeiten – der Jurist
  5. elektrotechnische Steuerung der Anlage (inklusive Softwareeinsatz) – der Ingenieur

Je nachdem, in welchem Bereich das eigenes Fachwissen und Interesse angesiedelt ist, wird man die Biogasanlage vor allem in dieser Richtung optimieren. Um Optimierungspotentiale besser zu erkennen, kann es nützlich sein, sich die einzelnen Ansatzmöglichkeiten für Verbesserungen erstmal bewusst zu machen.

Damit auch keine Langeweile beim Anlagenbetrieb aufkommt, hier einige Anregungen die man beim Anlagenbetrieb im Hinterkopf haben sollte. Wenn euch noch andere Dinge einfallen, dann schreibt diese doch einfach in einem Kommentar.

In einem späteren Artikel vom 09.08.2011 werden außerdem 10 Tipps zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage gegeben. Im folgenden die 16 Optimierungsparameter allgemeinerer Art:

16 Optimierungsparameter

  1. Möglichst hohe Biogasausbeute pro Tonne/ Inputmaterial
  2. Möglichst hohe Biogasausbeute pro Zeiteinheit
  3. Möglichst hohe Raumbelastung
  4. Möglichst hohen Methangehalt (also Qualität des Biogases)
  5. Möglichst stabilen (konstant laufenden) Vergärungsprozess
  6. Möglichst preiswertes Inputmaterial
  7. Möglichst geringe Preisvolatilität der Inputstoffe
  8. Möglichst geringen Energieverbrauch im Betrieb (Pumpe, Rührwerk, Fermenterheizung…)
  9. Möglichst hohe Qualität des Gärrests (Wirtschaftsdünger)
  10. Möglichst optimale Bedingungen im Fermenter (pH, Temperatur, Wassergehalt, Viskosität…)
  11. Möglichst geringe Wartungskosten (Technik und MSR Einsatz)
  12. Möglichst hohe Effizienz bei Gasverbrennung (Wirkungsgrad, KWK)
  13. Möglichst hohen Satz an Einspeisevergütungen (EEG) und Förderung aus anderen Töpfen
  14. Möglichst geringe Ausfallzeiten (Wartung, Reperatur, Reinigung)
  15. Möglichst geringe Emissionen
  16. Möglichst wenig Personalaufwand

Einige Parameter können parallel verbessert werden und andere haben eine negative Rückkopplung und schließen sich gegenseitig aus. Einige sind leicht zu beeinflussen, andere kosten viel Zeit für Recherchen, haben einen großen Kapitalaufwand oder ein hohes Risiko. Da Biogasanlagen so komplex sind, haben sie auch ein so großes Potential für Verbesserungen. Abhängig davon, in wieviele Wertschöpfungsketten des Prozesses (eigener Anbau oder Fremdeinkauf der Rohstoffe) man als Anlagenbetreiber involviert ist, liegen einem bestimmte Punkte besonders am Herzen.

In einem späteren Artikel werde ich konkreter auf Maßnahmen und Methoden eingehen, welche die einzelnen Punkte hemmen oder fördern können. Hier gibt es einige Vorteile von der Bioenergie.