Biogaskongress 2009 in Weimar resümiert über den Stand der Biogastechnologie

Die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FnR) und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) haben in Weimar den Biogaskonkress des Jahres 2009 veranstaltet. Eingeladen waren Fachleute aus Industrie, Wissenschaft und Politik, die gemeinsam über die wichtigen Entwicklungen der vergangenen Jahre und die Potentiale der Zukunft resümierten und diskutierten.

Dabei wurden aus verfahrenstechnischer Sicht vor allem 4 Entwicklungslinien hervorgehoben, welche die Biogastechnologie in den letzten Jahren stark verbessert haben. Dazu zählen auf der Seite der Gasproduktion im Fermenter die Weiterentwicklung (Steuerung, Energieverbrauch und Wirkungsweise) der Rührwerkstechnik und die stetig steigende Gasausbeute  aus den Inputstoffen. Auf der anschließenden Seite des Verstromungsprozesses wurde die Zunahme der BHKW-Wirkungsgrade und die effektivere Wärmenutzung besonders herausgestellt. Die Entwicklungen haben demnach vor allem innerhalb der Verfahrenstechnik von Biogasanlagen stattgefunden. Die technologischen Entwicklungsfelder für die kommenden Jahre werden in der Erschließung von effizienteren Energieanbausystemen, ertragssteigernden Fruchtfolgen und dem gezielten Einsatz von Enzymen und Spurenstoffen im Fermenter gesehen. Die Brennstoffzellen-Technologie wird ihre Pilotphase erweitern und die Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität wird eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

In der Mediathek des FnR wird ab Anfang nächsten Jahres ein Band zum Download bereit stehen, der die Erkenntnisse des Kongresses zusammengefasst darstellt.

Abschließend möchte ich noch einige eigene Ergänzungen aufzählen, welche ich als Potentiale sehe. Die politischen und  infrastrukturellen Rahmenbedingungen hin zu einer dezentralen Energiewirtschaft (Nahwärmenetze, Wärmehandel und Planungskonzepte für Wärmeverbraucher), ein Zertifizierungssystem für nachhaltig angebaute NawaRo’s und eine weiterentwickelte Logistik bei der Verteilung der Inputstoffe (NawaRo’s, Lebensmittelreste, Abfall, Klärschlamm) bieten ebenfalls Potentiale für die Verbreitung der Biogastechnologie. Auch die Steuerungs- und Messtechnik (MSR) bietet Entwicklungspotentiale um die Prozessstabilität im Fermenter noch zu erhöhen.

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

6 Comments

  1. RonKir 4. Januar 2010 at 12:20

    Regenerative Energien haben natürlich auch ihre Schwachstellen und sind nicht DIE Lösung für alle Probleme die durch die Verwendung von fossilen Energien entstehen. Sie sind im Moment noch relativ teuer, benötigen Investitionen in neue Infrastrukturen und der Erfahrungsschatz ist nicht so groß wie bei fossilen Energieträgern. Sowohl die Bioenergie, Windenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie haben ihre argumentativen Downswings. So hat sich z.B. die Branche der Biokraftstoffe in den letzten Jahren sehr intensiv mit ihren Schwächen auseinandersetzen müssen und viel daraus gelernt. Diesen noch relativ jungen Zeitraum bei der technologischen Nutzung von regenerativen Energien (Wasserkraft und Biomasse nehmen noch eine Sonderstellung ein) sehe ich deshalb eher als Chance und Potential der ganzen Branche. In die fossilen Energieträger sind in den letzten Jahrzehnten einige Billiarden Euro an Forschungs- und Entwicklungsgelder weltweit investiert worden. Diese Billiarden sind auch ein Grund, warum ich gegen die schlagartige Eindämmung der fossilen Energieparks bin. Aber wenn die Erneuerbaren nur mit einem kleinen Teil dieser umfassenden Investitionssummen versorgt werden, dann werden sie in Zukunft eine deutlich modernere und effektivere Energieversorgung ermöglichen. Mir passiert es manchmal, dass ich die Nachteile der regenerativen Energiequellen zu stark bewerte, bis ich mich dann dem notwendigen Vergleich mit den fossilen Energieträgern (z.B. Emissionen, globale Verteilung, Endlichkeit) erinnere und plötzlich stehen die Erneuerbaren auch im Moment schon wieder relativ gut da.
    Aber es stimmt, dass Diskussionen über Probleme der Erneuerbaren Energien auf genauso offene Weise geführt werden müssen, wie das Berichten über ihre großen Potentiale! In meiner Wahrnehmung ist das auch absolut der Fall. Schöne Grüße

  2. Vadim Schulz 2. Januar 2010 at 22:56

    Ich finde, dass man versucht immer nur an positiven Aspekten von Biogas und überhaupt von vielen Erneuerbaren Energien und Produkten hinzuweisen. Dabei vergiss man sehr schnell, dass es auch negativen Seiten hat und in manchen Dingen mehr schadet als nutzt.

    Ich finde man müsste genau hier Ansetzten und nicht die Pläne schmieden ohne einige Tatsachen wegzulassen bzw. nicht berücksichtigen.

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