Fruchtfirma plant Kooperation in Ghana für die Erzeugung von Biogas aus Obstabfällen

Auf BiomassMuse erscheinen gelegentlich Artikel über theoretische Möglichkeiten und laufende Projekte für die Kooperation zwischen Ländern mit großem Bioenergie-Potential und Ländern die zu den Technologieführern bei der Erzeugung der Bioenergie gehören. Deutschland hat sich das Label des Weltmarktführers bei der gasförmigen Bioenergie (Biogas und Biomethan) hart erarbeitet und verfügt mit seiner schnell gewachsenen Biogaslandschaft über langjährige Erfahrungen beim Ausbau der dezentralen Bioenergie. Gerne unterstütz BiomassMuse deshalb ein bisher noch seltenes Projekt, bei dem ein deutsches und ein britisches Unternehmen den Sprung wagen und in ein Biogasprojekt in Ghana investieren möchten.

Bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen europäischen und afrikanischen Staaten schwingen leider immer auch Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit mit, weshalb ich es umso mutiger und erfreulicher finde, wenn sich trotzdem wirtschaftliche Kooperationen zwischen beiden Kontinenten bilden. Wenn alle beteiligten Akteure aus den bisherigen Erfahrungen der Vergangenheit gelernt haben und sich gemeinsam für die Bergung des riesigen bioenergetischen Potentials Afrikas einsetzen, dann können zahlreiche Win-Win-Situationen entstehen.

Der folgende Text stammt aus einer am 13. Juli 2012 erschienen Pressemittelung der EnD-I AG mit Sitz in Halle an der Saale.

Die EnD-I AG und die britische Fruchtfirma Blue Skies Holding Ltd werden gemeinsam den Bau einer Biogasanlage in dem afrikanischen Land Ghana prüfen. Darüber verständigten sich der Vorstandsvorsitzende der EnD-I AG, Karl-Heinz Pasch, und der Chairman der Blue Skies, Anthony Pile. Die Partner werden zunächst ein belastbares Anlagenkonzept und einen detaillierten Businessplan erstellen.

Der Kontakt mit Blue Skies entstand durch ein Projekt, dass die EnD-I AG mit Unterstützung der Deutschen Investitions-und Entwicklungsgesellschaft (DEG) in der Zeit von August 2010 bis Dezember 2011 in Ghana durchführte. Dabei wurden die Möglichkeiten untersucht, aus biogenen Abfällen Energie zu gewinnen. Die DEG beabsichtigt wiederum die geplante Machbarkeitsstudie zur Überprüfung des Projektansatzes aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit zu finanzieren.

Blue Skies stellt seit 15 Jahren Fruchtprodukte  und -säfte her. Mit 2.000 Mitarbeitern in Ghana, Ägypten, Brasilien und Süd-Afrika verarbeitet Blue Skies Früchte wie Ananas, Mangos, Kiwis und Trauben direkt vor Ort, um den Frischegrad ihrer Produkte zu erhöhen. Die bei diesem Prozess entstehenden Abfälle werden bisher kompostiert, könnten jedoch mittels der Biogastechnik als Rohstoffe für Strom- und Wärme-/Kälteerzeugung dienen.

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Foto Projektteam für Biogas in Ghana

Projektteam bespricht das Projekt zur Gewinnung von Biogas aus Obstabfällen in Ghana

„Wir könnten durch das geplante Konzept unsere organischen Abfallmengen besser verwerten und unseren eigenen Energiebedarf in Form von Strom, Wärme und Kühlung anteilig decken. Wir hoffen, mit diesem innovativen Modell ein Pilotprojekt zu schaffen, das aus dem Problem der Abfallentsorgung die Möglichkeit der Stromerzeugung schafft. Eine absolute Win-win-Situation für Ghana!“, sagt Blue-Skies-Holding-Chef Anthony Blue.

„Das Projekt zeigt die vielen Möglichkeiten und die Flexibilität, die mit der Produktion von Biogas entstehen“, ergänzt der EnD-I-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Pasch. „Zudem sind wir froh, mit unserem Know-how praktische und technologische Hilfe leisten zu können.“

Blue-Skies-Chef und Gründer Anthony Pile und sein Kollege Simon Derrick, zuständig für das Nachhaltigkeitsmanagement von Blue Skies, waren bereits im April nach Deutschland gekommen. Beim Besuch der Biogasanlage Odendorf bei Bonn, an der EnD-I mit 74 Prozent beteiligt ist, informierten sie sich über den technischen Stand einer modernen Biogasanlage. Im Anschluss wurden Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit festgelegt, die nun zu der Vereinbarung zur Durchführung der Machbarkeitsstudie führen. Die Arbeiten sollen bereits im September 2012 begonnen werden.

Die EnD-I AG ist führender ökologischer Energieerzeuger auf der Basis „Grüner Gase“ wie Biogas, Deponie-, Gruben-, und Klärgas sowie Solarenergie. Die EnD-I AG wurde im Jahr 2000 in Halle (Saale) gegründet und realisierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 15 Mio. €.

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2 Comments

  1. RonKir 9. August 2012 at 11:29

    Hallo Herr Bah,

    vielen Dank für Ihr Interesse an der Bioenergie und den erneuerbaren Energien allgemein. Es würde mich sehr freuen, wenn sich weitere Bioenergie-Projekte in Westafrika aufbauen lassen und enge Partnerschaften mit Unternehmen und der Bevölkerung vor Ort entwickeln. Klasse, dass Sie sich als Ansprechpartner für Guinea anbieten!

    Haben Sie bei Ihrer Weiterbildung im Bereich der erneuerbaren Energien ein Spezialgebiet, beziehungsweise welche erneuerbare Energieform hat Ihrer Einschätzung nach ein großes Potential in Guinea?

    Ich möchte Ihnen noch empfehlen, sich mit Dr. Akuma Saningong vom Biomassenetzwerk „BiomassTec“ in Verbindung zu setzen, da dieser sich ebenfalls für die Nutzung der Bioenergie über die Grenzen Europas hinaus einsetzt.

    Beste Grüße aus Berlin.

  2. Bah,Djbril 9. August 2012 at 11:11

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es hat mich gefreut und begeistert, über das regenerative Energien Projekt (Biomasse) in Ghana zu lesen. Es würde mich freuen, wenn ähnlich interessante Projekte auch in Guinea Conakry unternommen werden. Dafür würde ich gerne für sie den Wegweiser in diesem Land sein. Wie sie vielleicht wissen, hat auch Guinea Conakry ein grosses Potential für erneuerbare Energien.
    Ich bin Elektroingenieur und seit 6 Monate befinde ich mich in einer Umschulung als Fachberater für Regenerative Energien und Wärmepumpe bei WBS.

    Djibril Bah
    Hahnesteg 4
    30459 Hannover
    0179 9619553

    Mit Freundlichen Gruss

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