Bioenergie in Hessen – interessanter Film auf DVD erschienen | kostenfrei erhältlich

Heute möchte ich einen Film empfehlen, der auf sehr anschauliche Art und Weise einen interessanten Einblick in die Vielfalt der Bioenergie in Hessen bietet. Durch die Vorstellung von 9 erfolgreich laufenden Bioenergie-Projekten in Hessen gewinnt man als Zuschauer ein gutes Gespür für die verschiedensten Ansätze und Geschäftsideen, welche die Bioenergiebranche einer Region eröffnen kann. Der Film kann kostenlos auf DVD bestellt werden.

Durch sorgfältig ausgewählte Bilder zu den vorgestellten Bioenergie-Projekten und Interviewausschnitte mit den Anlagenbetreibern ist der Film sowohl für Bioenergie-Quereinsteiger als auch für Fachleute eine absolute Bereicherung.

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Film Bioenergie Michael Schlag

DVD kostenfrei bestellbar

9 Bioenergie-Projekte in Hessen

Der Film „Das geht – Bioenergie aus Hessen“ wurde vom Agraringenieur und Freien Journalisten Michael Schlag realisiert, vom Witzhausen Institut für Abfall, Umwelt und Energie produziert und vom BMELV, der FNR  und dem Umweltministerium in Hessen finanziert.

Hier gibt es den Trailer zum Film.

Die langjährige Erfahrung des Filmemachers im Bereich der Bioenergie und des Journalismus tragen sicher dazu bei, dass der Film eine breite und gut strukturierte Auswahl an ganz verschiedenen Bioenergie-Projekten in nur 45 Minuten zusammenbringt. So werden bei der bunten Auswahl sowohl Projekte zur gasförmigen, flüssigen und holzartigen Bioenergie vorgestellt. So umfassen die Projekte folgende Themen:

  • Betrieb einer Biogasanlage
  • Einspeisung von Bioerdgas
  • Herstellung von Pflanzenöl
  • Anbau und Nutzung der Holzenergie
  • Energetische Nutzung von Bioabfällen
  • Anbau und Verarbeitung von Miscanthus

Für mich als Berliner sind solche Bilder und Erfahrungsberichte besonders spannend und sie geben einen guten Einblick in die Praxis der Bioenergieerzeugung. Bemerkenswert sind die zahlreichen regionalen Kreisläufe die sich bei der Ausgestaltung der vorgestellten Projekte ergeben haben und die dazu beitragen, dass ein Großteil der Wertschöpfungskette in der Region gehalten werden kann.

Ein inspirierender Film, der viele Ebenen der aktuellen Bioenergie-Lage in Hessen beleuchtet und zum Weiterdenken anregt.

Der Film kann auf DVD unter der folgenden Adresse bestellt werden:

Witzhausen-Institut

Werner-Eisenberg-Weg 1

37213 Witzenhausen

Für die Bestellung senden Sie bitte einen adressierten und frankierten (1.45 €) Rückumschlag (DIN A4) an die genannte Adresse.

Bioenergie in Hessen

Hessen ist mit 42%igem Waldanteil an der Gesamtfläche das waldreichste Bundesland Deutschlands. Die Bioenergie wird im Film als die Erneuerbare Energie mit dem größten Potential für das Bundesland in der Mitte Deutschlands bezeichnet.

In Hessen sind außerdem 2 Regionen beim FNR-Wettbewerb für Bioenergie-Regionen in Deutschland ausgezeichnet worden und zählen somit zu den 25 regionalen Netzwerken, die bei diesem Bundeswettbewerb ausgezeichnet wurden. Die Bioenergie-Regionen in Hessen sind:

Außerdem ist in Hessen die Hessische Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe (EZG) tätig, welche im Jahr 1994 gegründet wurde.

Feedback als Bioenergie-Beobachter

Natürlich möchte ich auch noch ein paar Anregungen für Verbesserungen für (hoffentlich viele) weitere Filme dieser Art geben. Deshalb hier in Stichpunkten einige Ideen:

  • Ein kleiner Abschnitt über die aktuelle Lage und Geschichte der Energiewirtschaft in Hessen oder einige Worte zu rechtlichen Besonderheiten oder Rahmenbedingungen des Standorts Hessen würden noch einen tieferen Einstieg ermöglichen.
  • Auch einige einleitende Worte zu den Wirtschaftsstandorten an denen die Bioenergie-Projekt entstehen und wachsen konnten, wären für „Nicht-Hessen“ interessant.
  • Ein kleiner Ausblick über weitere geplante Bioenergie-Projekte und Partnerschaften in Hessen.
  • Ein DVD-Punkt „Bonus“ der zusätzlich zum Film noch längere Ausschnitte der Interviews mit den Anlagenbetreibern zeigt.
  • Ausgehend vom ersten Film eine Filmreihe erstellen, über „Bioenergie in Berlin-Brandenburg“, „Bioenergie in Bayern“, „Bioenergie in Niedersachsen“ etc.

Natürlich wäre der Film durch viele dieser Anregungen noch länger geworden und die Produktionskosten wären weiter gestiegen. Ich hätte mir jedenfalls auch einen 90-Minüter in dieser Art angeschaut.

Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, die diesen sehr interessanten Film zur Bioenergie erst möglich gemacht haben! Einen besonders herzlicher Dank an Michael Schlag für die Zusendung des Films und die tolle filmische Vorstellung der Bioenergie-Projekte in Hessen![/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

One Comment

  1. Michael Schlag 20. Oktober 2011 at 12:22

    Making of „Bioenergie aus Hessen“

    Konzept

    Bioenergie im Film darzustellen ist ein dankbares Thema: viel Natur und Landschaft, viel Technik, viel Bewegung. Natürliche Rohstoffe, die sich über Ernte, Transport und Bearbeitung immer weiter bis zum fertigen Produkt entwickeln und optisch verändern. Engagierte Landwirte, Forstwirte und Anlagenbetreiber als Gesprächspartner. Und so lautete der Auftrag: Ich sollte anhand von neun Beispielen „Best Practice“ der Bioenergie im Bundesland Hessen darstellen, immer fachlich fundiert, dabei für jeden verständlich, auch für den Schulunterricht geeignet. Die Drehorte wurden vom Auftraggeber vorgegeben.
    Mein Konzept hatte im Grunde einen sehr einfachen Ansatz: Zeigen wir doch einmal ganz genau wie es funktioniert. Wie werden die Rohstoffe gewonnen, wie entstehen Biogas, Biomethan, Rapsöl, Holzpellets oder Holzhackschnitzel, und wie werden die verschiedenen Formen von Bioenergie optimal verwendet? Die Zuschauer erfahren die Produktion ganz aus der Nähe, mit Bildern, die die meisten wahrscheinlich noch nicht gesehen haben und natürlich werden auch die handelnden Personen vorgestellt. Der Film soll den Betrachter mitnehmen ins Geschehen, deshalb entstanden die meisten Aufnahmen, auch die Interviews, mit aus der Hand geführter Reporterkamera.

    Dreharbeiten

    Das Projekt wurde mit sehr geringem technischen Aufwand realisiert. Gedreht wurde mit einer Kamera Sony HVR-Z1, fast immer mit natürlichem Licht, Tonaufnahmen mit Funkmikrofon Sony URX-P1. Geschnitten wurde mit Pinnacle Studio 11 Plus auf einem Prozessor Intel QuadCore 2,83 und Grafikkarte Geforce GTX 260. Die Luftbilder entstanden aus einem offenen Ultraleichtflieger.
    Der wesentliche Aufwand für den Film war nicht die Filmtechnik, sondern die eingesetzte Zeit für Recherchen, für Drehtage und vor allem für den Bildschnitt und das Texten. Erste Drehtage waren der 28. Juli 2010 (Kompostierung Wetterau) und der 9. August 2010 (Miscanthus Brensbach, Rapsernte Großenlüder). Letzte Drehtage waren der 1. Mai 2011 (Luftaufnahmen Homberg/Efze) und der 5. Mai 2011 (Rapsblüte Großenlüder). Dazwischen lagen zwei Maisernten für zwei Biogasanlagen, Buchenwälder, Miscanthus und Pappeln in ihren verschiedenen Wachstumsphasen, Ernte und Verwertung von Energieholz, Herstellen und Ausliefern von Pellets, kommunale Sammlung von Bioabfällen mit Biogasproduktion und jeweils ein Tag pro Anlage für technische Detailaufnahmen. Alle Drehorte wurden mindestens zwei Mal zu verschiedenen Jahreszeiten besucht, um den Themen mehr Bildvariation zu geben. Etwa Pappeln einmal voll belaubt im August, einmal kahl im tiefen Schnee. Miscanthus satt grün im August, braun im November, gelb und trocken im März. Raps einmal in leuchtender gelber Blüte und als schwarzes Korn bei der Ernte. Am Ende standen 7500 Kilometer im Fahrtenbuch.

    Menschen und Maschinen

    Bioenergie ist im Grunde ein technisches Thema. Aber Menschen interessieren sich nun einmal vorrangig für das, was andere Menschen tun und erzählen. Und es sollte ja kein reiner Fachfilm werden, sondern eine Darstellung, die für jeden verständlich ist. Also wurde jedes einzelne Thema an Personen gebunden, die erklären, was sie gerade hier tun und warum. Ein Beispiel aus dem ersten Kapitel „Bioenergie Lempetal“: Man will zeigen, wie es im Innern des Fermenters zugeht, aber wie komme ich von außen nach innen? Man begleitet den Betreiber auf seinem Kontrollgang aus verschiedenen Blickwinkeln. Elmar Möcklinghoff musste vier Mal die Leiter heraufkommen, am Fermenter vorbeigehen, Scheiben wischen, Licht an, in das Bullauge sehen. Anschließend noch einmal alle Handgriffe in Nahaufnahme. (Vielen Dank für die Geduld!) Und weil beim zweiten Besuch bei der Bioenergie Lempetal besseres Wetter war, wurden einige Aufnahmen bei besserem Sonnenlicht wiederholt. Aus den einzelnen Szenen dann eine flüssige Sequenz mit Ton zu schneiden, dauerte einen weiteren Tag, und wenn es geglückt ist, dann mag der Zuschauer das Gefühl haben, er sei dabei gewesen und habe selbst schon einmal in den Fermenter einer Biogasanlage geschaut.

    Tempo, Tempo

    Bioenergie zu filmen gehört nicht wirklich zu den gefährlichen Berufen. Trotzdem ist Vorsicht angesagt. Für die Aufnahmen gilt: immer möglichst nah, möglichst viele Aufnahmewinkel und Kamerapositionen, Totale nicht vergessen. Man lernt Klettern dabei, meine schnellste Zeit auf den Fermenter in Homberg/Efze war eine Minute und 14 Sekunden (mit Kamera). Hier ist alles unfallgesichert, kann gar nichts passieren. Kritischer ist die Maisernte. Sie können drehen, was und soviel Sie wollen, aber halten Sie nie den Lohnunternehmer auf, der hat überhaupt keine Zeit. Aber Sie brauchen die Bilder: fahrender Häcksler vom parallel fahrenden Schlepper aus und umgekehrt, Schneidwerk von oben, fahrender Hänger während des Beladens mit Häckselgut, Frontblick vom Häcksler bei der Fahrt durch den Mais. Die Bilder aus dem Innern der Fahrerkabinen spiegeln aber je nach Sonnenstand in den Scheiben und das Glas ist meist staubig. Deshalb muss man raus aus der Kabine, dabei eine Hand an der Kamera, eine Hand frei zum Festhalten. Die Rapsernte ist dagegen reine Erholung. Der Mähdrescher bewegt sich langsam, mäht, drischt und häckselt dabei Stroh, hier hat man alle Zeit der Welt.

    Der Filmschnitt

    Um die großen Informationsmengen verarbeiten zu können, habe ich den Film in sehr schnellem Takt geschnitten, viele Passagen mit Szenenlängen von nur zwei Sekunden. Das funktioniert, solange jedes Bild mit Text erklärt und eingeordnet wird. Ein Trick dabei: Ich beginne den Text immer eine drittel Sekunde nach dem Erscheinen des Bildes. In diesem kurzen Moment des Bildes ohne Text (aber mit Geräusch) entsteht beim Zuschauer Neugier – was sehe ich dort? Jetzt muss der Text mit genau zum Bild passenden Stichwort einsetzen, Auge und Ohr werden synchron angesprochen. Mit diesem kleinen Spannungsbogen kann der Zuschauer einer hohen Informationsdichte und schnellem Bildwechsel gut folgen. Es klappt jedes Mal – man muss die Methode nur noch den ganzen Film durchhalten, insgesamt 2700 Sekunden. Dabei soll die Bildfolge ihren Ablauf und ihre Logik behalten und der Text grammatisch stimmen. Funktioniert es nicht beim ersten Versuch, und das ist die Regel, dann schreibe, spreche und montiere ich den Text neu, und wenn nötig noch ein drittes Mal. Erst wenn die Informationen von Audio- und Videospur genau parallel laufen, ist die Sequenz fertig. 1400 Stunden dauerte die Arbeit an dem Film, drei Viertel davon entfielen auf Schnitt und Text. Zwischen die streng angelegten Informationsteile kommen zur Entspannung regelmäßig Szenen von acht bis zwölf Sekunden am Stück, etwa als langsamer Schwenk mit Text oder nur mit Musik.

    Ein Film, ein Autor

    Meine Arbeitsweise als Filmautor ist recht effizient, sie vereint sechs Tätigkeiten, die bei aufwendigeren Produktionen auch sechs verschiedene Personen verlangen: Drehbuchautor – Regisseur – Kameramann – Texter – Sprecher – Cutter. Spielt sich das alles in demselben Kopf ab, arbeiten manchmal tatsächlich alle sechs Funktionen zugleich. Die Aufnahme für die letzte Szene von „Biogas Homberg“ – ein langsamer Schwenk über die frisch angelegten Silomais-Vorräte zum Fermenter als Schlussbild – entstand als letzte Aufnahme dieses Kapitels kurz vor dem Verlassen der Anlage. Und noch während das Bild im Kamera-Display lief, formulierte sich in meinem Hinterkopf der Text dazu und mit dem Ausschalten der Kamera war gleichzeitig auch der Schnitt gemacht. Diese erste intuitive Fassung blieb dann unverändert bis zum Schluss – und wenn es so funktioniert, ist das für den Filmautor das pure Glück.

    Michael Schlag
    Oberkleener Straße 4
    35510 Butzbach-Ebersgöns
    Tel. 06447-1021
    mi.schlag@web.de

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