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Der letzte Artikel hat über die Vorteile berichtet, welche bei der Kombination von Biomasse als Energiequelle und einem Blockheizkraftwerk als dezentrale Verstromungstechnologie entstehen. Heute soll eine Auswahl der aktuell auf dem Markt angebotenen Typen und Hersteller von BHKW vorgestellt werden. Das Leistungsspektrum der Blockheizkraftwerke schwankt dabei von 4 kW (klassisches Mikro-BHKW), über 50 kW (Mini-BHKW) bis hin zu größeren BHKW-Modulen um 1 MW.

Hersteller und Typen von BHKW-Modulen zum Vergleich

Im folgenden eine Tabelle, welche wesentliche Parameter von Blockheizkraftwerken der verschiedenen Leistungsklassen zeigt. Die vorgestellten dezentralen Kraftwerke können mit Biogas oder flüssigem Pflanzenöl betrieben werden und greifen bei der Verbrennungstechnik auf oszillierende Motoren oder rotierende Gasturbinen zurück. Vor allem die Mini-BHKW sind auch für den Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern geeignet.

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Als weitere BHKW-Technologie zu Gasturbinen und Motoren gibt es mittlerweile Ansätze von BHKW auf Brennstoffzellenbasis. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr leise laufen, können aber leider aktuell noch nicht wirtschaftlich rentabel betrieben werden.

Kosten eines BHKW zur effizienten Erzeugung von Bioenergie

Bei den Kosten ist die Angabe eines Vergleichswertes nicht ganz einfach, da sich bei der Installation eines BHKW verschiedene Kostenpunkte ergeben. Hier ein Überblick:

  • die Planung inklusive Genehmigungsverfahren (bei entsprechender Größe sogar nach BImSchG)
  • das Modul selbst
  • die Montage
  • die Betriebskosten
  • die Wartung.

Als Durchschnittswert kann angenommen werden, dass pro installiertem Kilowatt ein Aufwand von etwa 750 € entsteht. Mit zunehmender Größe/ Leistung des Blockheizkraftwerks fallen die relativen Kosten pro installierter Leistung von anfänglich 1000 €/ kW auf unter 500 €/ kW (ab 1 MW). Die gleiche Tendenz gilt für den Anstieg des Wirkungsgrads. Mit zunehmender Größe des BHKW steigt auch der Wirkungsgrad.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass jede Kilowattstunde Energie (Strom, wie Wärme) die mit dem BHKW gewonnen wird vom Bund gefördert werden kann (KWK-Bonus) und beim Einsatz der Bioenergie noch der Nawaro-Bonus hinzukommt. Bei einem guten Planungskonzept und „dem Glück“ einen hohen Anteil der Wärmeabnahme vor Ort nutzen zu können, hat die Anschaffung eines BHKW viele Vorteile.

Die Anschaffung einer kleinen Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (Mikro-BHKW und Mini-BHKW) wird seit Anfang des Jahres leider nicht mehr finanziell unterstützt, weil die Fördertöpfe ausgeschöpft sind (siehe Artikel). Diese sind als effiziente Mini-Kraftwerke zur kombinierten Produktion von Strom und Wärme für den Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern ideal geeignet.

Welcher BHKW-Typ der Geeignete für die angestrebte Energieversorgung ist, hängt auch davon ab, ob es wärme-, strom- oder netzgeführt betrieben werden soll.

Einsatz von Blockheizkraftwerken in Großstädten

Zum Abschluss möchte ich noch auf die besonders großen Potentiale der Kraft-Wärme-Kopplung in Großstädten mit den zahlreichen und dicht gebauten Mehrfamilienhäusern aufmerksam machen.

Da durchschnittlich 50% des Energieverbrauchs eines Haushalts auf den Heizbedarf entfallen, gibt es in Großstädten in der Regel auch keine größeren Probleme ein gutes Wärmenutzungskonzept, selbst für größere Blockheizkraftwerke, aufzustellen. Die durch das BHWK gewonnene Wärme kann zu einem großen Anteil auch direkt verwendet werden, was die Ökobilanz stark verbessert. Durch diese sehr effiziente Nutzung des Primärenergieträgers Biomasse kann sowohl das Klima, als auch der Geldbeutel geschont werden.

In Berlin gibt es aktuell 2 größere Projekte zur Anhebung der Kraft-Wärme-Kopplung. Über beide Projekte habe ich schon berichtet und möchte an dieser Stelle an sie erinnern. Die Initiative „KWK Modellstadt Berlin“.

Die Initiative der Berliner-Energie-Agentur befindet sich aktuell in ihrem letzten Jahr und greift auf das größte Fernwärmenetz Westeuropas zurück. Im zweiten Projekt hat sich die Berliner GASAG AG und die spanische EHE S.L. für das Jahr 2010 zum Ziel gesetzt 500 Einfamilienhäuser mit dem Mikro-BHKW „Whispergen“ (siehe Tabelle) auszustatten.

Ich bin gespannt, welche Erfolge das Team aus regenerativer Bioenergie und Blockheizkraftwerken bei der dezentralen Energieversorgung zukünftig noch feiern wird.