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In den vergangenen Tagen gab es einen starken Kälteeinbruch und auch im Zentrum Berlins kam es zu dem seltenen Phänomen liegenbleibenden Schnees. Je niedriger die Temperatur, desto höher der Wärmebedarf und desto wichtiger der Anteil der Bioenergie am Primärenergieverbrauch. Heute möchte ich deshalb das Projekt „KWK Modellstadt Berlin“ vorstellen.

Kraft-Wärme-Kopplung allgemein

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) liefert einen bedeutender Beitrag zur effizienten Nutzung von Energiequellen. Bei der Verstromung von fossilen (Erdöl und Erdgas) und regenerativen Energiequellen werden nicht nur die elektrische Energie, sondern auch die entstehende Wärmeenergie (als Prozess- und Raumwärme) genutzt.

Dadurch steigt der Wirkungsgrad bei der Energieerzeugung und es wird, verglichen mit einem Szenario ohne Wärmenutzung, für jede bereitgestellte Kilowattstunde weniger CO2 freigesetzt. Es entsteht somit sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Perspektive eine Win-Win-Situation.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Berlin

Das Land Berlin hat sich in einem Landesenergieplan 2006 – 2010 die Reduzierung des CO2 Ausstoßes um 25% vorgenommen. Um dieses erste Entwicklungsziel bis zum Jahr 2010 (Vergleichsjahr 1990) zu erreichen, wird die Kraft-Wärme-Kopplung als eine der Schlüsseltechnologien betrachtet. In diesem Zusammenhang wurde auch die Initiative „KWK Modellregion Berlin“ gegründet.

Die Stromeinspeisung mit KWK Technologie ist im Bundesland Berlin aktuell am höchsten und entspricht 1400 kWh/ pro Jahr und Einwohner. Das mittlerweile größte Fernwärmenetz Westeuropas (1.500 km Länge) ermöglicht der Stadt Berlin die produzierte Wärme sehr präzise an die Verbraucher zu verteilen.

Die Umsetzung von Projekten zur Kraft-Wärme-Kopplung wird verfahrenstechnisch z.B. über Blockheizkraftwerke (BHKW) realisiert. Von diesen BHKW hat Berlin ca. 2.800 installiert, die über unterschiedliche Leistungsspektren verfügen. Für Städte ist meiner Meinung nach die Kombination aus BHKW und Nahwärmenetzen eine sehr gelungene und effiziente Versorgungsstruktur, da die Strom- und Wärmeproduktion dezentral stattfinden kann und die Zulieferwege relativ kurz bleiben. Die von der Berliner Energieagentur gegründete Initiative zur KWK Modellregion Berlin freut mich deshalb sehr.

Was bietet die KWK-Initiative für Chancen in Berlin?

Die beteiligten Partner können vor allem im Bereich der Aufklärung, Beratung und finanziellen Förderung (siehe Linksammlung) sehr hilfreich sein. Das Netzwerk ermöglicht einen schnellen Zugang zu Informationen und gibt Auskunft über die Märkte der Kraft-Wärme-kopplung.Wer ein eigenes BHKW installieren möchte, kann sehr schnell einen passenden Berater finden. Für die unteren Leistungsspektren (bis 300 kWh) sind auch KWK-Anlagen über Mikrogasturbinen möglich, welche z.B. vom Berliner Unternehmen Greenvironment angeboten werden.

Für Biogasanlagenbetreiber und Rohstoffzulieferer in Brandenburg bietet die Initiative mittelfristig eine weitere Absatzmöglichkeit, da das aufbereitete Biogas ins Erdgasnetz von Berlin eingespeist werden kann. So wird auch auf diesem Gebiet eine bessere Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg ermöglicht. Der ebenfalls in Berlin ansässige Bundesverband für Kraft-Wärme-Kopplung kann zusätzlich kontaktiert werden.

Ich bin gespannt, welche Reduktionsergebnisse für CO2 im nächsten Jahr vorgelegt werden. Die Reduktion von CO2 (bezogen auf das Jahr 1990) ist in Berlin-Brandenburg und Deutschland zwar allgemein etwas leichter als in anderen europäischen Staaten (auf Grund der starken Umweltauflagen nach der Wiedervereinigung), aber  dafür sind die Ziele auch entsprechend ergeizig.

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