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Energiekonzept, Bioenergie, erneuerbare energie, 2010,  Nachwachsende Rohstoffe, PotentialeIn der vergangenen Woche wurde am 7.9.2010 der Entwurf des Energiekonzepts vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) veröffentlicht. In dem Konzept werden 9 Punkte vorgestellt für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung. Mit dem Konzept wird ein Ausblick in die Zukunft der konventionellen und regenerativen Energiequellen in Deutschland (und teilweise Europa) gegeben. Dieses Konzept habe ich in Bezug auf seine Aussagen zur Bioenergie und nachwachsenden Rohstoffen betrachtet.

Bioenergie bietet die Möglichkeit sehr breit und somit flexibel in einer Energiewirtschaft eingesetzt zu werden. Biomasse kann sowohl in Strom, Wärme/ Kälte oder auch Kraftstoff umgewandelt werden. Sie ist eine gut speicherbare Energieform und kann somit die fluktuierende Stromerzeugung aus Sonne und Wind gut ausgleichen.

Angesprochene Entwicklungspotentiale, Maßnahmen und Hemmnisse für die Bioenergie

1. Mittelfristige Entwicklungspotentiale der Bioenergie die im Entwurf des Energiekonzepts angesprochen werden:

  • Einsatz von Rest- und Abfallstoffen
  • Nutzung landwirtschaftlicher Koppelprodukte
  • verbesserte Bewirtschaftungsformen
  • Effizienterer Einsatz der nachwachsenden Rohstoffe zur Wärmeerzeugung (Siehe Artikel Wärmenutzung)
  • Gezielter Einsatz zum Lastmanagement bei der Energieversorgung in Kombination mit anderen erneuerbaren Energieträgern

2. Das Energiekonzept sieht folgende Aspekte, um den Ausbau der Bioenergie weiterhin stark zu fördern:

  • Weiterentwicklung des Nationalen Biomasseaktionsplans
  • Erhöhung der Importquote von Biomasse, welche jedoch die Nachhaltigkeitsanforderungen (LINK) erfüllen muss
  • Ausdehnung der Nachhaltigkeitskriterien auf alle Biomasseformen
  • Starten einer Förderinitiative zur Unterstützung der schnelleren Marktreife von Biokraftstoffen der 2.Generation vor allem für Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben.
  • Umstellung des Biokraftstoffquotensystems auf CO2-Vermeidungsquoten wird vorgezogen
  • Ausdehnung des Einsatzes von Biokraftstoffen auf den Bahnverkehr und die Binnenschiffahrt
  • Aufforderung der Automobil und Kraftstoffindustrie die technischen Voraussetzungen anzustreben, welche für die Beimischung von Biokraftstoffen über die bisher realisierten sieben (Benzin), bzw. zehn (Diesel) Prozent nötig sind
  • Erhalt der steuerlichen Begünstigung für die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz (keine Befristung mehr)

Aktuelle Nachrichten zum Thema Biokraftstoffe gibt es hier.

3. Als Herausforderungen und Grenzen für die Entwicklung Bioenergie werden folgende Aspekte angesprochen:

  • Verteilung der Biomasse und Bioenergie (Fehlallokationen)
  • Verhinderung, bzw. Verringerung von Nutzungskonkurrenzen für Biomasse
  • Konflikte mit dem Naturschutz

Fazit zum geplanten Energiekonzepts 2010

Es kommen die wichtigsten Themen der Bioenergie vor. Leider ist der Inhalt wenig konkret und kaum mit neuen Zahlen hinterlegt, aber das kann von einem allgemeinen Energiekonzept wahrscheinlich auch nicht erwartet werden.

Besonders gut gefallen haben mir die Aussagen zur stärkeren Kombination der erneuerbaren Energien. Es wurde ein Konzept erstellt, bei dem sich die Stärken und Schwächen der einzelnen Erneuerbaren ergänzen, bzw. ausgleichen. So soll beispielsweise die Flexibilität der Bioenergie genutzt werden, um die Schwankungen der Sonnen- und Windenergie (im Strombereich) abzufedern. An dieser Stelle ist die direkte Verstromung von Biogas oder die verzögerte Verstromung durch Einspeisung des aufbereiteten Gases als Biomethan zu nennen (siehe auch Artikel Biomethan). Gerade in Starkwind- oder Schwachwindzeiten ist diese Flexibilität, welche die Erneuerbaren dadurch erhalten, ein großer Gewinn für die gesamte Energiewirtschaft.

Auch das Thema Biokraftstoffe der 2.Generation wurde, bezogen auf die Länge eines 40-seitigen Energiekonzepts, relativ ausführlich besprochen.

Was mir am Entwurf des Energiekonzept noch nicht so gut gefällt, ist dass gleichzeitige Fehlen von einigen Sätze zur Einspeisung von Biomethan. Die Integration dieser vielversprechenden Art der Bioenergie steht im Moment vor einigen Problemen (siehe Artikel) und ich hätte mir ein paar stärkende Sätze gewünscht, welche einige Hemmnisse offen ansprechen und Lösungsansätze nennen.

Bioenergie Nachwachsende Rohstoffe Rapsfeld WindenergieAllgemein ist es aber ein Energiekonzept, das in meinen Augen den harmonischen und wirtschaftlich nachhaltigen Übergang von der fossilen in die erneuerbare Energiewirtschaft unterstützt. Sicher könnte dieser Übergang stärker forciert werden, aber die kurzfristigen wirtschaftlichen Kosten für einen beschleunigten Umstieg sind schwer zu beurteilen.

Die Bioenergie und ihre ständige Weiterentwicklung (Stichworte: Algentechnologien, BKS 2.Generation) haben einen festen Standpunkt im Energiekonzept und die Potentiale aller erneuerbaren Energieträger werden gut kombiniert.

Hier ist der Link zum vollständigen Entwurf des Energiekonzepts.

Was ist eure Meinung zum Konzept-Entwurf und was kann noch verbessert werden?