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Die Potentiale um Klärgas und Deponiegas energetisch zu nutzen, werden in Deutschland schon gut ausgeschöpft. Um eine weitere Technologie hin zu mehr Kreislaufwirtschaft auf diesem Gebiet zu entwickeln, haben sich gestern eine israelische (Applied Clean Tech) und eine us-amerikanische (Qteros) Firma zusammengeschlossen. Dabei soll nicht nur das entstehende Klärgas (Biogas), sondern vor allem das energetische Potential des zurückbleibenden Klärschlamms genutzt werden.

Die organischen Bestandteile des Abwassers werden dafür extra herausgefiltert und dann als Rohstoff zur Produktion von Bioethanol verwendet. Das Besondere an der angestrebten Methode ist die Erzeugung des Ethanols mit Hilfe eines entdeckten Mikroorganismus, der Cellulose direkt in Ethanol umwandeln kann. Ein bisherige Prozess der Ethanolproduktion bestand aus mehreren Stufen und basierte auf  der Verwendung von mehreren Enzymen.

Durch eine neue Technologie in diesem Bereich können Kreisläufe geschlossen werden und eine effizientere Verwendung von Abfällen ist möglich. Durch die Abnahme an Klärschlamm verringert sich der Energieeinsatz für Transport und Entsorgung der Reste aus Kläranlagen. Bei dem Verfahren könnten die Biogas- und Bioethanol-Gewinnung aus Abwasser in einem optimierten Mix parallel stattfinden. Aus dem gewonnenen Ethnaol können Anteile an Biokraftstoffen hergestellt werden, welche Kraftstoffe aus fossilen Energieträgern substituieren können. Bisher wird in Deutschland Bioethanol meist  als E5-Variante verkauft, was für Normalbenzin mit 5%-Bioethanolanteil steht. Diese Form des Benzins kann auch von jedem klassischen Benziner verwendet werden. Es gibt auch die E85-Variante, bei der 85% Bioethanol im Kraftstoff enthalten sind, für dessen Verwendung jedoch eine Modifikation des Motors notwendig ist. Diese Form des Kraftstoffs ist in Brasilien weit verbreitet, in Deutschland jedoch aktuell noch eine Randerscheinung. Die Verbreitung von Biokraftstoffen in Deutschland hat durch ungünstige Steuerentwicklungen in diesem Jahr stark gelitten. Bleibt abzuwarten, ob eine  politische Trendwende im Bereich der Biokraftstoffe erzielt werden kann, da die vergangenen Entwicklungen selbst von vielen Energieberatern der letzten Regierung als unglücklich gesehen werden.

Artikel basiert auf einer Nachricht von Martin LaMonica (greentech).