Zuwachs in der Biomethanproduktion – 3 neue Anlagen im September

Erfreuliche Nachrichten aus dem Bereich der Biomethanproduktion. Im September sind in Deutschland drei neue Biomethananlagen ans Netz gegangen und Speisen aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz ein. Die Standorte und Einspeisemengen sind:

1. Wüsting bei Oldenburg / Niedersachsen: auf Mais und Gülle basierend werden hier 700 Kubikmeter Biomethan/h produziert

2. Könnern / Sachsen-Anhalt: 1500 Kubikmeter Biomethan/h werden produziert und ins Erdgasnetz eingespeist

3. Niederndodeleben / Sachsen-Anhalt: 650 Kubikmeter Biomethan/h können eingespeist werden und werden aus Silomais und Zuckerrübenschnitzel gewonnen

Damit kommen fast 3000 Kubikmeter Biomethan/h zur deutschlandweiten Produktion hinzu. In den Biogasparks wird zuerst Rohbiogas produziert und anschließend mit Hilfe von Aufbereitungstechniken zu Erdgasqualität aufgewertet. Es werden die festen Bestandteile des Biogases entfernt und das Gas wird getrocknet. Außerdem werden unerwünschte Spurenstoffe (hauptsächlich Entschwefelung)  entfernt und durch eine CO2-Abscheidung wird eine prozentuale Methananreicherung erzeugt. Es entsteht ein Gas, welches zu 96% aus CO2-neutralem Biomethan besteht und ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Biomethan kann neben der Verstromung außerdem als Kraftstoff verwendet werden. Bisher existiert eine öffentliche Pilot-Tankstelle in Jameln. Auch in einigen Typen von Brennstoffzellen kann Biomethan verwendet. Die Nutzungsmöglichkeiten für Brennstoffzellen wachsen ständig und bei anhaltender Forschung und Entwicklung könnten in Zukunft wirtschaftlich  und ökologisch tragfähige Automobile mit dieser Technologie angetrieben werden.

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

2 Comments

  1. RonKir 25. Februar 2010 at 19:08

    Biogas ausschließlich aus organischen Abfällen zu gewinnen und zu verstromen kann den riesigen Energiebedarf in Deutschland sicher nicht decken. Es ist aber wahrscheinlich die nachhaltigste und effektivste Möglichkeit. Zum Glück kann Biogas oder Bioenergie ja auch aus anderen, in der Menge viel bedeutenderen, Quellen gewonnen werden. Vor allem aus nachwachsenden Rohstoffen wie Miscanthus, Mais, Zuckerrüben oder Algen können große Mengen an Biogas gewonnen werden. Ich möchte ja keine einseitige Werbung für Biogas machen, aber Bioenergie ist zusammen mit der Wasserkraft aktuell die einzige regenerative Energieform, die gut gespeichert werden kann. Meiner Meinung nach nehmen sich die regenerativen Energien nicht viel in ihrem Potential (alles eine Frage der Förderung) und bezogen auf die gesamte Energiemenge (inklusive Wärmeenergie) ist die Bioenergie sogar führend noch weit vor Solar- und Windenergie. Das Bioenergie manchmal als eher unbedeutendes und unpopuläres Anhängsel zu Energie aus Wind und Solar gesehen wird unterschätzt sie deutlich. Die Erneuerbaren müssen als Team antreten!

  2. erzone 25. Februar 2010 at 12:40

    Biogas ist eine sinnolle Möglichkeit den biologischen Abfall effizient zu nutzen. Jedoch leistet diese Art der Energiegewinnung nur einen minimalen Anteil zu den Alternativen Energien. Für einen Bauer sicher eine gute Einkommensquelle, für die Masse aber nicht umsetzbar.

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