0 Flares Twitter 0 Facebook 0 Google+ 0 Email -- 0 Flares ×

Die letzten  2 Jahre waren keine guten Jahre für die Entwicklung der Biokraftstoffe. Einige Vertreter der Branche würden sich wahrscheinlich noch deutlicher ausdrücken. Eine Besserung ist in Sicht.

Der Ausbau der am Anfang bejubelten Alternative zu Kraftstoffen auf Erdölbasis hat viele Rückschläge hinnehmen müssen. So haben die Diskussionen um die Nutzung von Ackerflächen für Biokraftstoffquellen (z.B. Raps, Zuckerrohr) zu einem ersten Einbruch geführt. Sowohl Bioethanol, als auch Biodiesel waren von der Argumentation (Tank-oder-Teller) betroffen.

Dann kam die Abholzung von Regenwäldern, wodurch der eigentlich ökologische Vorteil der  innovativen Energiequelle stark geschwächt wurde. Die Abholzung von Regenwäldern für den kurzfristige, aber lukrativen Anbau von Zuckerrohr und Ölpalmen führte zur Endwaldung ganzer Regionen.

Das nächste große Problem waren die aufkommenden Bedenken durch den Anbau von Raps (Rapsmethylester ist eine mögliche Substanz für Biodiesel). Durch die übetriebene Düngung mit Stickstoff wurden beim Anbau große Mengen N2O gebildet und in die Atmosphäre freigesetzt. Distickstoffmonoxid („Lachgas„) ist in seiner Ökobilanz jedoch um ein Vielfaches treibhausintensiver (klimaschädlicher) als CO2.

Und als wenn das nicht alles schon genug für die Branche gewesen wäre, kam dann auch noch die politische Katastrophe und eine hohe Besteuerung von biologischen Reinkraftstoffen. Dadurch ist auch noch der finanzielle Marktanreiz weggefallen.

Also alles in allem zwei Jahre die sicher nicht zum goldenen Zeitalter der Biokraftstoffe zählen. Aber die Vertreter der Branche haben nicht aufgegeben und sich jedem Vorwurf gestellt. Es wurden ein paar unschöne Diskussionen geführt, harte Wahrheiten akzeptiert und  geduldig an Lösungen (Nachhaltigkeitsverordnung, passende Landwirtschaftssysteme) gearbeitet. Mit der Ankündigung des Koalititionsvertrags für eine Rücknahme der hohen Besteuerung auf Biokraftstoffe sind die schweren Zeiten hoffentlich erstmal durchgestanden.

Symbolisch passend zu diesem Comeback hat die Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagment Biodiesel e.V. (AGQM) einen schönen Upgrade seiner Internetseite ins Leben gerufen. Es wird umfassend und übersichtlich über Biodiesel und die Verbandsarbeit berichtet.

Nach einer so toughen Rallye in den letzten Jahren kommt die Branche in meinen Augen deutlich gestärkt und moralisch gereinigt aus der Kurve!