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Bioethanol ist in Brasilien ein weit verbreiteter und beliebter Biokraftstoff, da er billiger als das pure Benzin auf Erölbasis ist. Die Hälfte aller Automobile in Brasilien funktioniert dabei aktuell mit Motoren, die  einen Mischtreibstoff aus Bioethanol und Benzin verwenden. Das Bioethanol wird dabei aus Zuckerrohr gewonnen, welches speziell dafür gezüchtet ist und nicht für die Nahrungsmittelproduktion geeignet ist. Der verbleibende Fasernrest des Zuckerrohrs (Bagasse), der ehemals als Abfall betrachtet wurde, wird dann in Biomassekraftwerken durch Verbrennung in elektrische Energie und Wärme umgewandelt. Die gewonnene elek. Energie und Wärme wird dann für die Ethanolproduktion genutzt. Ethanolfabrik und Biomassekraftwerk bilden eine Produktionseinheit, bei der Strom, Wärme und Biokraftstoffe gleichzeitig erzeugt werden. Dadurch sind Anlagen möglich, die eine Gesamtleistung von 25 – 75 MW haben. Die größte Anlage in Europa hat aktuell eine Leistung von 25 KW elek. und 37 KW Fernwärme und steht in Wien.

Wenn die Verwendung von Bioethanol unter den Gesichtspunkten der CO2-Produktion betrachtet wird, dann werden nach dem brasilianischen Physiker José Goldemberg 90% an CO2-Emissionen eingespart, was in Klimawandel-Überleguungen als großer Erfolg zu bewerten ist. Andere Aspekte der Bioethanol-Verwendung müssen kritischer betrachtet werden. So verringert der Anbau von einjährigen Monokulturen die Biodiversität und führt bei einer kompletten Nutzung der Kulturpflanze (z.B. Zuckerrohr) zu einer schnellen Auslaugung des Bodens. Das führt in einigen Regionen dazu, daß Regenwald abgeholzt wird, um Anbaufläche zu gewinnen und ähnliche Mechanismen einzusezten scheinen wie bei der Rinderzucht der vergangenen Jahre. Es wird spannend, wie die brasilianische Bevölkerung und Politik mit dem neuen Indutriezweig umgehen und ihre Marktstellung ausbauen wird.