Biomasse

Die Anwendungsmöglichkeiten von Biomasse sind vielfältig und nehmen ständig zu. Die folgende Grafik gibt einen knappen Überblick über das breite Spektrum und unterteilt in die stoffliche und energetische Nutzung.
Noch vor einigen Jahren gab es im Bereich der deutschen und europäischen Landwirtschaft eine Situation der konstanten Überproduktion. Viele landwirtschaftliche Erzeugnisse konnten auf Grund von hohen Subventionen in so großen Mengen produziert werden, das sie der Markt nicht mehr abnehmen konnte. Diese Produktionsweise führte unter Anderem zu traurigen Bildern wie den “Butterbergen” und “Milchseen”, aber auch zu einer gesicherten Versorgung der EU-Bürger. Eine vorschnelle und einseitige Verurteilung dieser hyperproduktiven Landwirtschaft in den letzten Jahrzenten ist sicherlich verkehrt, da in erster Linie die fehlende Verteilungsbereitschaft oder -kapazität und nicht die starke Produktion als Ursache zu nennen sind.
Ein Umdenken der Kunden und ein Wandel der landwirtschaftlichen Produktionsketten haben an diesem Punkt zu einer deutlichen Abnahme dieses Konflikts geführt. Neue Erkenntnisse und innovative Produkte führen zu erweiterten Märkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse und beleben die wirtschaftliche Lage an vielen Stellen. Die neuen oder wiederentdeckten Verwendungsmöglichkeiten und Potentiale von Biomasse reichen von Produkten in der Kosmetik- und Textilbranche, über verpackungstechnische und medizinische Anwendungsgebiete bis hin zur bautechnischen und energetischen Verwendungen.
Dennoch darf im Eifer der wachsenden Märkte nicht vergessen werden, dass die Sicherung von Nahrungsmitteln an erster Stelle stehen sollte und die Produktion von Energiepflanzen, bzw. alternative stoffliche Nutzungen von Biomasse nachgeordnet wird. Besonders in den finanziell besser gestellten Regionen sollte das nicht vergessen werden und die Verantwortung die mit einer starken Marktposition einhergeht ernst genommen werden. Den Spaß und die Freude im kreativen Umgang mit Biomasse sollte man sich dabei trotz zum Teil hitzigen und notwendigen Diskussionen über Klimawandel, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung aber nicht nehmen lassen.
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