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Algen und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Wasserpflanzen begegnen einem zunehmend in unterschiedlichen Brachen. Es existieren verschiedene Ansätze zur Nutzung der Mikro- und Makroalgen. Diese reichen von der energetischen Nutzung für die Produktion von Biokraftstoffen (Zellulose-Ethanol), über die Verwendung als Rohstoff für Materialien wie Biokunststoffe, die Anwendung einiger Arten in der Medizin (Spirulina, Chlorella), bis hin zur Nutzung als Lebensmittel oder Kosmetikbestandteil.  Ein Forschungsprojekt mit einer weiteren Möglichkeit die schnellwachsenden und vergleichsweise anspruchslosen Organismen zu nutzen, werde ich heute vorstellen.

Forschungsprojekt zur Algennutzung an der TU-Berlin

So werden an der TU-Berlin die Stoffwechselprozesse einiger Algenarten genau erforscht und die Möglichkeiten der Algen für den Einsatz in der Gewässersanierung untersucht. Dr. Bunke vom Institut für Biotechnologie an der TU Berlin konzentriert sich mit seinem Team vor allem auf die Fähigkeit einiger Arten, Halb- und Schwermetalle in herausragender Menge in ihrer Zelloberfläche zu binden.

Bisher existieren nur Anlagen im Labormaßstab, um quantitative Aussagen darüber treffen zu können, wie gut bestimmte Metalle und andere schwer abbaubare oder giftige Verbindungen gebunden werden. Einige Versuchsreihen sollen bei genaueren Kenntnissen in die nächste Phase übergehen und als Beta-Anlagen realisiert werden. Im Anschluss könnten industrielle Anlagen gebaut werden, um mit Hilfe der Algen große Stoffströme zu bewerkstelligen.

Das Verfahren soll nicht bei der Bindung und somit Abscheidung der Metalle aus dem Wasserstrom enden, sondern die Metalle sollen im Idealfall anschließend wieder freigesetzt und nutzbar gemacht werden. Eine Möglichkeit dies zu tun, wird aktuell in der flexiblen Einstellung des pH-Wertes erprobt.

Die sich daraus ergebenden Anwendungsmöglichkeiten liegen also auf zwei Gebieten. Zum einen in der Gewässersanierung, um Abwasser zu reinigen und zum anderen in der Rückgewinnung von seltenen und kostbaren Rohstoffen (z.B. Gold, Titan). Für weniger wertvolle Metalle könnte das fertige Verfahren als Klärtechnologie in Kläranlagen integriert werden und hätte das Potential als eine Art des Urban Mining einen Beitrag zum Recycling zu liefern.

Ein interessanter Forschungsansatz, deren praktische Anwendung verschiedene gesellschaftliche Bedürfnisse auf einmal erfüllen kann. Einen ähnlich komplexen Ansatz, der Algenzucht und Klärtechnologie verbindet gibt es in einem verlinkten Artikel HIER.

Ein Link zur Internetseite des Instituts an der TU Berlin gibt es hier.