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Wie installiert man ein ökologisch nachhaltiges und doch betriebswirtschaftlich lohnendes Konzept für den Energiepflanzenbau? So dass sich die Kosten für den Anbau (Aussaat, Düngung, Schädlingsbekämpfung, Ernte) lohnen und dieser trotz der schwankenden Preise für die jeweiligen Rohstoffe der Biogasanlagen kalkulierbar bleibt. Hier die optimalen Parameter zu finden, die sich in der Summe von denen beim Nahrungsmittel-Anbau unterscheiden, ist nicht ganz leicht und es fehlt die jahrzehntelange Erfahrung aus dem Nahrungsmittelanbau.

Neuen Schwung und mehr Flexibilität bringt nun eine weitere vielversprechende Protagonisten, welche aus dem Lager der Nahrungsmittel-Kulturen heraus nun die Bühne der Energiepflanzen betritt: die Zuckerrübe.

 

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Zu Einstimmung ein paar Angaben zur aktuellen Situation. Mais ist die bedeutenste Ackerpflanze die als Energiefrucht in Deutschland Verwendung findet. Allein 300.000 Hektar Ackerfläche werden jährlich mit Mais bebaut, der als Maissilage in Biogasanlagen in Energie umgewandelt wird (= 80% aller zur Biogaserzeugung eingesetzen NawaRo’s bildet der Mais). Pro Hektar fallen dabei ungefähr 12-16 t TS an, wobei aus 1 t Maissilage ca. 200 m3 Biogas gewonnen werden kann. Besonders beliebt ist der Mais für den Energiepflanzenbau, weil er zu den C4-Pflanzen zählt und deshalb eine sehr effektive Form der Photosynthese betreibt und hohe Flächenerträge erzielt.

Die Trockensubstanz-Erträge von Mais sind höher als bei allen anderen in Deutschland angebauten Ackerpflanzen und trotzdem sollte Mais nicht in einer Monokultur, sondern innerhalb einer nachhaltigen Fruchtfolge angebaut werden. Hier kommt die Zuckerrübe auf den Plan.

Sie ist eine Frucht, welche den Landwirten vertraut ist und welche voll mechanisiert angebaut werden kann. Die Zuckerrübe hat verglichen mit dem bisherigen Energiepflanzen-Liebling Mais einige Vorteile. Sie ist zu großen Teilen aus kurzkettigen Kohlenhydraten (eben Zucker) aufgebaut, welche im Fermenter schnell abgebaut werden können. Dadurch verringert sich der Zeitraum bis zur  vollständigen Umsetzung gegenüber dem Mais von 90 auf 15 Tage. Dadurch kann die Raumbelastung der Biogasanlage deutlich erhöht werden. Der Biogasertrag ist bezogen auf die t/TS (Trockensubstanz) zwar geringer (111 Kubikmeter/t), aber durch die schnelle Umsatzgeschwindigkeit kann trotzdem mehr Gas pro Fermentervolumen gebildet werden. Außerdem ist der Ligningehalt der Zuckerrübe deutlich geringer und sie puffert die entstehenden Säuren besser ab. Beides führt zu einem stabileren Fermentationsprozess und somit einer konstanteren Gasproduktion. Die Meinungen darüber welche Pflanze besser als Energiepflanze geeignet ist gehen auseinander, genau wie die Zahlen über Hektar-Erträge oder Methangehalte. Vielleicht ist eine vernünftige Kombination beider Kulturen mittelfristig die ideale Anbauform.

Bild von Zuckerrübe als Energierübe

Zuckerrüben und Futterrüben zukünftig auch Energierüben?

Weitere interessante Energiepflanzen, an deren Potential aktuell verstärkt geforscht wird, sind Sudangras/ Miscanthus und Jatropha. Abhängig von den Bodenkennzahlen, der hydrologischen Situation und der klimatischen Region sind Anpassungen in den Anbautechnologien und den Fruchtfolgen vorzunehmen.