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Es ist Wochenende, das erste Wochenende nach der Bundestagswahl. Ein günstiger Moment die  nach einem Monat durchschnittlich 32 täglichen Leser des Biomasse-Nutzungs-Blog ein bisschen aus der Reserve zu locken und zu Kommentaren zu motivieren. Dafür ein Blick auf die Entwicklung der regenerativen Energien in Deutschland nach der Bundestagstwahl. Ein Thema bei dem es eher um persönliche Meinung und Zukunftsvisionen als um harte Fakten geht. An dieser Stelle auch vielen Dank für eure regelmäßigen Besuche! Viel Spaß beim Diskutieren.

Die neue Regierung aus Union und FDP ist in den Koalitionsverhandlungen und für Forscher und Unternehmer im Bereich der Biomasse-Nutzung  und im Umweltsektor allgemein wird es spannend, wie sich die Koalition in Bezug auf Bionenergie und der stofflichen Nutzung positionieren wird. Es  beginnt auch ein wenig das Zittern, ob eine Renaissance der Atomenergie eingeläutet oder kritischer formuliert eine Abkehr vom Atomausstieg stattfinden wird. Dadurch könnten Innovations-Impulse von der Bionergie abgezogen werden und bremsende Signale für Investoren gesetzt werden. Auf der anderen Seite hat der zukünftige Aussenminister (?) Westerwelle während des Wahlkampfes öfter davon gesprochen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich anzuheben, um dadurch den Mittelstand und innovative Umweltprodukte nachhaltig zu fördern. Bloße Wahlversprechen? Wenn nicht, in welche Ressorts, Branchen und Technologien fließen die höheren Fördermittel? Für Anlagenbetreiber werden die nächsten Wochen noch etwas sorgenvoller, da die Stellungnahme der neuen Umweltministerin zum EEG noch abzuwarten ist und eventuelle Änderungen der Einspeisevergütungen bevorstehen. Bezogen auf die Einspeisevergütung gab es z.B.  beim Thema „Anlagen-Splitting“ aber auch schon unter der letzten Regierung einige Überraschungen für Anlagenbetreiber.

Wichtig ist aus meiner Sicht für die nächsten Jahre, dass ein vernünftiger Weg aus der Wirtschaftskrise formuliert wird, der ökologisch und sozial nachhaltig ist, dabei den Klimawandel im Fokus behält und die Energie- und Rohstoffwende weiterhin engagiert und wirtschaftlich fundiert angeht.  Hoffentlich wird auch die gewachsene Fraktion der Grünen ihren Einfluss nutzen und für steigende Substanz ökologischer Ideen sorgen. Die drei Säulen von „Nachhaltigem Handeln“ wurden  von der Enquete-Kommission  (1998) als das ideale Zusammenspiel von sozialen – ökologischen – wirtschaftlichen Faktoren definiert. Das sich der Weg unter den neuen Machtverhältnissen etwas verschieben wird, dessen bin ich mir sicher, ob er für die Biomasse-Branche mittelfristig betrachtet nachhaltiger, zielstrebiger, schneller, ökologischer… sein wird, darauf bin ich gespannt. Die Möglichkeiten und die Verantwortung die ich als Befürworter und Vertreter der regenerativen Energien, vor allem der Bioenergie, habe und trage, haben sich für mich nicht stark verändert. Meine Meinung zum Politikwechsel ist ziemlich gemäßigt und eher weit gefasst. Wenn ihr da eine andere Perspektive habt oder ihr andere Erfahrungen mit Politikwechseln auf Bundesebene gemacht habt, dann würde mich eure Meinung an dieser Stelle sehr interessieren…