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Die Stimmung in Kopenhagen ist leider deutlich destruktiver geworden. Einige reden schon von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass der Klimagipfel scheitern könnte und ohne ein zielstrebiges Abkommen endet. Viele hoffen auf das Eintreffen der Regierungschefs und einstimmigere Machtworte von deren Seite. Die Wahrnehmungen sind ganz unterschiedlich und individuell verschieden. Den vorletzten Artikel der Reihe möchte ich deshalb nutzen, um über die individuellen Möglichkeiten der Biomasse-Nutzung zu sprechen, um einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Moralapostel sind meist so beliebt, wie eine kaputte Heizung im Winter. Trotzdem beginnt der Beitrag zum Klimaschutz im eigenen Alltag und nicht unbedingt auf der politischen Bühne. Es gibt  Vorwürfe gegen Al Gore, der wahrscheinlich einer der meistgereisten Menschen der letzten Jahre ist und bei den Flügen zu seinen Vorträgen viel CO2 freigesetzt hat. Ich finde diese Argumentation nicht ganz fair, da wohl kaum jemand soviele positive Impulse setzen kann, wie einer der Urväter des Klimaschutzes durch einen persönlichen Vortrag. Andere finden aber, dass er mit diesem individuellen Verhalten seine Glaubwürdigkeit verspielt.

Neulich war ich Teil einer Quiz-Runde und eine Frage lautete, was eigentlich „IPCC“ bedeutet. Als Einziger in der Gruppe hatte ich mit international panel of climate change eine annähernd richtige Antwort (die korrekte Antwort lautet „Intergovernmental Panel on Climate Change„). Meine Antwort war nicht ganz korrekt, aber es gab einen Punkt für unsere Gruppe und eine anschließende Debatte, was eigentlich jeder von uns in seinem Alltag tut, um das Klima zu schützen.

Da habe ich gemerkt, dass ich wahrscheinlich derjenige der Gruppe war, der sich am meisten mit dem theoretischen und politischen Background der Klimaschutzdebatten beschäftigt, aber Andere viel aktivere Veränderungen im eigenen Lebenstill vornehmen. So fahren Einige weniger mit dem Auto und mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, haben den Stromanbieter (trotz höherer Strompreise) gewechselt oder schalten am Abend alle Steckdosen und somit auch die Stand-By-Modi aus. Das sind alles Anpassungen, die in die Richtung eines bewussteren Umgangs mit dem eigenen Energieverbauch gehen.

Es findet also eine Art Wandel unseres Energiebewusstseins statt. Es gibt viele sehr kreative Maßnahmen, die man durchführen kann. Einige Dinge kosten Geld und Andere helfen einem sogar noch Geld zu sparen.

  • Was ist mir an konkreten Maßnahmen in Bezug auf Biomasse-Nutzung eingefallen? Aktiv auf Tankstellen achten, die Biokraftstoffe (E5, E85, Biodiesel) anbieten und die Preisentwicklung für diese Kraftstoffe im Auge behalten. Die Biokraftstoffe unterlagen gerade im Jahr 2009 starken Preisschwankungen und auch für 2010 wird eine starke Preisveränderung, dieses Mal zum Günstigeren hin, erwartet. Außerdem wird  für das kommende Jahr die Einführung vom Kraftstoff E10 gerechnet.

Preisentwicklung Bioethanol

  • Wieviel Energie enthalten eigentlich unsere Lebensmittel und wieviel Energie gehen bei den verschiedenen Wertschöpfungsketten verloren. Also ein Art Sankey-Diagramm (Energieflussdiagramm, siehe Abbildung), aber nicht für Kraftwerke oder die Energiewirtschaft eines Landes, sondern für den eigenen Verbrauch und Haushalt. Diese Art der Selbstreflexionen kann man natürlich auch übertreiben, aber bis zu einem gewissen Grad kann es auch viel Spaß machen und man lernt eine Menge über sich. Wahrscheinlich gehört eine Art individuelle Energiebilanz auch zum Repertoire eines Ernährungs-Beraters .Sankey DiagrammBeispiel für ein Sankey-Diagramm
  • Auch beim täglichen Einkauf kann man eine weitere Entwicklung beobachten. So gibt es ein neues Symbol (Verbreitung nimmt zu), welches anzeigt, ob die verwendete Verpackung biologisch abbaubar ist. Und neben preislichen Überlegungen und Genießerpunkten für eine Ware kann man dieses Kriterium in seine Kaufentscheidung einfließen lassen.
  • Kompostierbar

Die meisten individuellen Potentiale für Verhaltensanpassungen gehen in die Richtung eines energiebewussteren Konsums. Es gibt viele verschiedene Hieroglyphen und Zeichen, die über die Inhaltsstoffe, Verpackungseigenschaften und Arbeitsbedingungen unter denen ein Produkt hergestellt wurde informieren. Es sind zwar viele Symbole und ich möchte beim Einkauf nicht ohne Ende Entscheidungen treffen müssen, aber die eigene Macht und Verantwortung als Konsument darf man nicht unterschätzen. Wieviel man tut, hängt sicher auch vom Geldbeutel und der Freude am Klimaschutz oder Management-Aufgaben ab.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten mit Hilfe eines anderen Umgangs mit Biomasse auf der individuellen Ebene etwas für den Klimaschutz zu unternehmen. Wenn ihr weitere gute oder verrückte Ideen zum Klimaschutz habt, dann schreibt diese doch in einem Kommentar.

Photos and graphics thanks to jean-louis zimmermann, carmen-ev, european-bioplastics