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Gestern habe ich über ein Phänomen berichtet, dass mir innerhalb der Biomassebranche aufgefallen ist. Nämlich die aktuelle Tendenz zur Partnerschaft von Unternehmen die unterschiedliche Perspektiven auf die Biomasse-Nutzung haben.

Ob der gezielte Zusammenschluss von forschunglastigen und praxisorientierten Unternehmen oder die Verbindung von traditionellen Unternehmen mit gefestigtem Netzwerk, mit innovativen, aber kleinen Think Tanks. Und auch branchenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Energiekonzernen mit sanitären Versorgern.

Energie- und Umwelttechnologien bieten viele Ansätze zu Gemeinschaftsprojekten Buisness-to-Buisness (B2B). Ein Link zum gestrigem Artikel der zur unternehmerischen Zusammenarbeit einleitet.

Mögliche Folgen der Zusammenarbeit

Dass die verstärkte Tendenz zur Zusammenarbeit bestimmte Folgen für den Biomassemarkt hat, steht für mich außer Frage. Welche Dimensionen diese Marktentwicklung annimmt, ist eine spannende Frage, die sicher unterschiedlich beantwortet werden kann. Für mich sind folgende Veränderungen sehr wahrscheinlich.

  1. Es entstehen Synergieeffekte durch Branchen und Technologien die zusammenarbeiten und sich der Erfindung des Rades nicht von 2 Seiten doppelt nähern müssen. Dadurch ist ein Innovationsschub zu erwarten und die Frequenz neuer Produkte und Konzepte der Biomasse-Nutzung wird wahrscheinlich weiter erhöht. Technologien und Produkte die unser Leben nachhaltiger oder auch bequemer werden lassen (Kreislaufwirtschaft) und uns mehr im Einklang mit unserer Umwelt leben lassen. Auch große Veränderungen und neue Arten des gesellschaftlichen Lebens könnten erdacht werden. Man darf vielleicht nicht gleich den Autotank erwarten in den man seine organischen Abfälle wirft, dann zur Arbeit fährt, wo das Auto überschüssige Energie in den Arbeitsplatz einspeist…aber Platz für Utopien entsteht durch besonders mutige Zusammenarbeiten jede Menge.
  2. Internationalisierung. Die globale Verteilung von spezifischen Pflanzen, Technologien und Forschungsstationen führt zu einem notwendigen internationalen Austausch, bei dem in einer Art Schmelztiegel verschiedene Konzepte der Biomasse-Nutzung (gerade bei den Biokraftstoffen der 1., 2. und 3. Generation) verglichen werden können. Die Anpassung von Produkten an bestimmte Märkte könnte dadurch verbessert (beschleunigt) werden.
  3. Entstehen völlig neuer Märkte. Also abgesehen von innovativen Technologien und Produkten, erhöht sich durch die beiden ersten Punkte natürlich auch die Chance auf völlig neue, noch nicht vorhersehbare geopolitische Märkte.

Vielfältigkeit der Biomasse-Märkte

In der folgenden Grafik habe ich einen kleinen und sehr vereinfachten Auschnitt zu den verschiedenen Biomassemärkten (oder Märkten die von der Biomasse-Nutzung stark beeinflusst sind) aufgestellt. Dadurch kann die große Menge an Schnittstellen für potentielle Zusammenarbeiten leichter überblickt werden. Gerade bei den aufgelisteten Wissenschaften gibt es aber auch ethische Fragen, die einer gesellschaftlichen Nutzung vorausgehen oder diese begleiten sollten.

Übersicht von Biomassemärkten und Branchen

Für mich ist unternehmerische Zusammenarbeit trotz aller oder vielleicht genau wegen der vielen Reibungsflächen ein sehr fruchtbares Phänomen. Ob das als logische Konsequenz gleich bedeutet, dass man all diese Schnittstellen auch für eine Zusammenarbeit nutzen sollte, steht noch auf einem anderen Blatt. Darüber nachzudenken kann aber nicht schaden. Unternehmerische Zusammenarbeit von sehr unterschiedlichen Bereichen ist ein manchmal riskantes, aber auch chancenreiches Unterfangen für die Biomasse-Nutzung als Ganzes.

Besonders fruchtbare Märkte für Kooperationen

Zum Abschluss möchte ich eine Liste von Teilmärkten aufstellen, die besonders stark von Zusammenarbeiten profitieren können. Ich möchte daran erinnern, dass das meine subjektive Wahrnehmung und nicht das Ergebnis einer umfassenden Marktanalyse ist. Aus einer anderen Perspektiven mögen weitere Punkte hinzukommen.

Die genannten Märkte haben aber in meinen Augen ein besonders vielversprechendes Wachstumspotential und relativ geringe Markthemmnisse (die konkreten Argumente werde ich später aufzählen oder sehr gerne durch gemeinsame Diskussionen in Kommentaren). Die Branchen sind:

  1. Algenzucht
  2. Verbreitung von Biokunststoffe (PLA, PHB, Zellulose)
  3. Erweiterte Infrastruktur für organische Abfälle (Kreislaufwirtschaft)
  4. Biogasaufbereitung zu Erdgasqualität mit anschließender Netzeinspeisung
  5. Konzepte zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
  6. Verstromungstechnologien für dezentrale Bioenergie
  7. Entwicklungen und Anwendungen der Enzymtechnologie (Entwicklung preiswerter Aufschlussverfahren von Biomasse)

Etwas erschöpft vom Durchwühlen der Gehirnwindungen werde ich mir nun einen Kaffee gönnen. Hoffentlich war etwas Inspirierendes für sie dabei…wenn ja, dann Verarbeiten sie es doch in einem Kommentar. Schöne Grüße aus Berlin-Friedrichshain…