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Die Bezeichnung EnAlgae ist eine Zusammenführung von „Energetic Algae“. EnAlgae steht somit für das inhaltliche Programm des kürzlich geschlossenen Projekts zur Erforschung und Markteinführung von Energie aus Algen in Nordwesteuropa. EnAlgae wird für den Zeitrahmen von 4 Jahren (2011-2015) mit insgesamt 14.4 Millionen Euro über das INTERREG IVB North West Europe (NWE) Programm gefördert. Welche Rahmenbedingungen zeichnet das Projekt aus?
Algen gelten schon seit langem als ein wichtiger Hoffnungsträger für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Bioenergie und sind als Rohstoff für die Biogas- und Biokraftstoffherstellung im Gespräch. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch vom „Feedstock der 3.Generation“ gesprochen. Bereits 1933 schaffte es Hans Gaffron als erster Wissenschaftler mit Hilfe der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii den Biowasserstoff herzustellen.

Seit diesen Anfängen wurden in der Algenforschung und –kultivierung zahlreiche Fortschritte gemacht. Weltweit gibt es erste Anlagen zum großtechnischen Anbau von Mikro- und Makroalgen und zur Gewinnung von Energie aus Algen.

Stärken und Ziele von EnAlgae

Die hohe Bevölkerungsdichte und der ausgeprägte Industrialisierungsgrad im Nordwesten Europas bedeuten Vor- und Nachteile. So bieten ein dichtes Netzwerk an Forschungsinstituten und hochqualifiziertes Personal auf der einen und ein hoher Energiebedarf auf der anderen Seite Chancen und Konflikte für die Weiterentwicklung der Länder Nordwesteuropas.

Ein wesentlicher Ansatz des EnAlgae Projekts ist es, die verfügbaren Vorteile der Region zu nutzen und die Nachteile abzuschwächen. Das Projekt zur energetischen Nutzung von Algen hat hauptsächlich 3 Ziele:

  • Gewinnung eines besseren Verständnisses für die Algenkultivierung
  • Erzeugung von regenerativer Bioenergie
  • Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen (THG)

Die 19 Teilprojekte in den 7 Mitgliedsstaaten umfassen die Stadien Produktentwicklung, Betrieb von Pilotprojekten und die Unterstützung der Markteinführung. Dabei sollen vor allem die Synergien im Bereich Know-How und Finanzen genutzt werden, die durch eine Bündelung verschiedener Institute auf engem Raum vorhanden sind.

Ein weiterer Vorteil liegt in der besseren Koordination der unterschiedlichen Ansätze der Algenforschung. Doppelte Forschungsarbeit an identischen Themen soll verhindert werden. Außerdem wird durch eine gezielte Rücksprache im Bereich der Algenkultivierung eine bessere Positionierung Europas im internationalen Wettbewerb mit Ländern wie den USA, China oder Australien erreicht.

Das Vorhandensein von 9 Pilotanlagen zur Algenkultivierung innerhalb der EnAlgae Partner ist eine weitere Stärke. Diese Konstellation erlaubt eine breite Erforschung der Wasserpflanzen unter verschiedensten Bedingungen an mehreren Standorten gleichzeitig.

EnAlgae Teilnehmer aus Deutschland

In Deutschland gibt es verschiedene Standorte an denen die Kultivierung von Algen getestet oder in größerem Maßstab bereits durchgeführt wird. Die größte und bekannteste Algenfarm in Deutschland oder sogar Europa ist sicherlich Algomed in Klötze. An dem Standort in Sachsen-Anhalt werden Mikroalgen (Chlorella, Aphanizomeon, Spirulina) für Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel angebaut. Sehen Sie hierzu auch den Artikel zur Algenkultivierung in Deutschland.

Aus deutscher Sicht sind drei Einrichtungen direkt an EnAlgae beteiligt.

Weitere Informationen zu EnAlgae finden Sie auf den Internetseiten der deutschen Partner des Algenprojekts für Nordwesteuropa. Der unterlegte Link in der Aufzählung führt direkt zu den Pressemitteilungen.

Mich wundert, dass der vergleichsweise starke Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg nicht mit einem Standpunkt in Deutschland vertreten ist. Vielleicht bin ich an dieser Stelle aber auch zu lokalpatriotisch.

Ich bin gespannt, welche Organismen und Forschungsschwerpunkte sich konkret ergeben werden und hoffe, dass EnAlgae der energetischen Nutzung von Algen in Europa zu einem Durchbruch verhelfen wird.

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