Forschungspreis für Gasturbinen geht an TU-Berlin

Grundlagenforschung und technologische Innovationen sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Beides hilft ungenutzte Potentiale zu nutzen, Prozesse effizienter zu gestalten und den CO2 Ausstoß zu verringern. An die TU-Berlin wurde einer der renommiertesten europäischen Forschungspreise für die Verbesserung der Antriebstechnologie Gasturbine verliehen.

Forschungspreis des ERC

Prof. Christian Oliver Paschereit vom Lehrstuhl für experimentale Strömungsmechanik wurde mit dem über 3.1 Millionen Euro dotierten Forschungspreis „Advanced Grant 2009“ vom European Research Council geehrt. Dieser Preis ermöglicht ihm, seine Forschung im Bereich der Verbrennungsprozesse von Gasturbinen zu verstärken. Das Komitee gab ihm die Fördermittel, weil es von dem interdisziplinären Nutzen der Gasturbinenentwicklung überzeugt ist. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigem Erfolg, zu dem sicher viel  Disziplin, Geduld und Kreativität nötig waren!

Gasturbinentechnologie

Die Gasturbine und ihre Bedeutung für die Bioenergie habe ich in den letzten Wochen schon häufiger angesprochen. Die Technologie ist weit entwickelt und in Bezug auf ihre Mechanik und Strömungseigenschaften nur in kleinen Schritten zu verbessern.

Das Projekt GREENEST von Prof. Paschereit sieht jedoch drei grundlegende Entwicklungspotentiale:

  1. Eindüsen von Wasserdampf um den Ressourcenverbrauch zu verringern und die Gasturbine bis zu 15% (!) effizienter laufen zu lassen.
  2. Erweiterung des Brennstoffspektrums für Gasturbinen durch die Verwendung von wasserstoffreichen Brennstoffe aus biologischen Ressourcen oder der Kohlevergasung (Pyrolyse)
  3. Reduzierung der Emissionen bei der Verbrennung

Das hört sich alles sehr vielversprechend an und das es dazu noch in Berlin stattfinden soll (wahrscheinlich mit der Siemenstechnologie im Rücken) freut mich als Berliner natürlich besonders. Aus der kurzen Mitteilung ist nicht erkenntlich, wo genau die 15% Effizienzsteigerung gewonnen werden sollen und ob es tatsächlich um den Gesamtwirkungsgrad geht.

Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei reinen Gasturbinen aktuell bei ca. 44% liegt und eine Steigerung um 15% durch ein Projekt kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Wahrscheinlich werden einzelne Phasen (z.B. die Verbrennung) um 15% verbessert, was schon ein großer Erfolg wäre. Jede Verbesserung des Wirkungsgrads steht für eingespartes C02 und geringere betriebswirtschaftliche Kosten beim Betreiber.

Gasturbine Mikrogasturbine KWK BHKW Biogas

Für die dezentrale Nutzung der Bioenergie ist vor allem die Verbrennung von Biogas und Biomethan in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung geeignet. Ein wichtige Technologie bilden hierbei die verschiedenen Arten von Blockheizkraftwerken.

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

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