Die NASA taucht ab und forscht an der Bioenergie

Das Tor zum Weltraum ist geöffnet, der Mond erkundet und nun wendet sich die NASA höheren, bzw. tieferen Zielen zu. In den dunklen Abgründen der Meere sucht sie nach einer ganz besonderen Sorte von grünen Männchen.

Ich meine das gar nicht so flax, wie es sich vielleicht anhört, sondern bin reichlich überrascht über die vielfältigen Forschungsbereiche der bekannten Weltraumbehörde. Auch beim Besuch der Seite habe ich zuerst gedacht, ich sei auf der Homepage für den neuen Star Wars Film gelandet, so abenteuerlich ist die Seite aufgebaut. In den USA werden einige Dinge wirklich etwas anders angegangen als hierzulande. Die Leidenschaft für die Bioenergie scheint jedoch in den entsprechenden Kreisen ähnlich zu sein.

Die technologisch sicher sehr gut präparierte NASA hat eine eigene Methode entwickelt, um grüne Algen als Biomasseproduzent zu nutzen. Dabei wird die bescheidene, aber sehr effektive Eigenschaft der Wasserpflanzen genutzt, nicht zur Sonne fliegen zu müssen, sondern die von der Sonne gesendeten Strahlen direkt auf der Erde in Bioenergie umzuwandeln.

Das Verfahren funktioniert mit Hilfe eines osmotischen Tanks in dem sich die Algen befinden. Der Tank mit der semipermeablen Membran wird mit geeignetem Abwasser befüllt, welches durch die Algengesellschaft gereinigt wird und nebenbei (wahrscheinlich mit einem Aufbereitungsverfahren) auch Pflanzenöl  entsteht. Der genaue Aufbau wird auf dem International Algae Congress am 1. und 2.12 in Hamburg vorgestellt. Das Prinzip erinnert mich an Verfahren eines neuseeländischen Unternehmens, bei dem  ebenfalls die Kombination aus Algenzucht und Abwasserreinigung angestrebt wird. Über den groben Aufbau habe ich vor kurzem in einem Artikel berichtet.

Das Motto der NASA ist „das Leben hier zu verbessern, das Leben nach draußen auszudehnen und Leben da draußen zu finden“. Die potentiellen Möglichkeiten der Bioenergie können den ersten Teil der Maxime erfüllen und bei den letzteren sehr nützlich sein. Ich persönlich finde solche Ideen und Visionen meist sehr anziehend, auch wenn ich zugeben muss, dass die Ziele dieses Mottos schon ziemlich hoch gesteckt sind.

Die Behörde hat einen Jahresetat von 18 Milliarden US $ und selbst wenn nur ein kleiner Teil dieser monatären Energie in die Entwicklung der Bioenergie fließt, dann bin ich gespannt, was wir da in naher Zukunft noch zu sehen bekommen werden. Es muss ja kein gewaltiges zweites Apollo Projekt daraus werden, aber über den Mut und den visionären Geist dieses Projekts würde ich mich in der Bioenergie schon freuen. Die Entwicklungen der NASA im Bereich der Bioenergie zielen wahrscheinlich zum Hauptteil auf eine sich reproduzierende Biokraftstoffquelle im Weltraum mit paralleler Abwasserreinigung ab, wobei der Nutzen der Technologie auch auf der Erde sehr hoch sein kann.

Die Tiefen der Meere, unendliche Weiten die noch nie ein Mensch zuvor….

About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

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