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Die Zugeständnisse der neuen Bundesregierung zum Thema „Anlagen-Splitting“ (für Biogasanlagen) lassen die bestehenden Großanlagen deutlich optimistischer in die Zukunft schauen.

„Anlagensplitting“

Kaum war der Koalitionsvertrag Anfang letzte Woche schriftliche manifestiert, werden die Betreiber der 2 aktuell größten Biogasanlagen (weltweit) die Sektflaschen geöffnet haben. Zumindest hätten sie allen Grund dazu, denn jetzt bekommen sie schließlich doch noch die höhere Einspeisevergütung für ihre Großanlagen zugesprochen, welche bei der bisherigen Interpretation des Anlagenbegriffs nicht vorgesehen war. Bisher hatten die Anlagen betriebswirtschaftliche Probleme, weil sie als 1 große  Anlage mit  entsprechend großer Leistung betrachtet wurden und dadurch eine geringere Förderung pro kWh bekommen hatten. Neu gebaute Anlagen dieser Größenordnung werden wahrscheinlich nicht von dieser rückwirkenden politischen Entscheidung (die auf Bestandsschutz basiert) profitieren können und der Anlagenbegriff ist über festgelegte Abstände zwischen einzelnen Fermentations-Modulen konkretisiert worden.

Die Großanlagen, welche von dem Betreiber NAWARO AG in Auftrag gegeben und von der EnviTec Biogas AG gebaut wurden, sind Folgende.

Biogaspark Penkun:

– 78 Millionen Euro Investitionsvolumen

– 15 Hektar benötigte Fläche

– 40 Module (Fermenter) zu je 500 kW (= 20 MW)

– Strom für 40.000 Haushalte

– geschätzter Jahresertrag der Anlage 25 – 30 Millionen Euro

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Biogaspark Güstrow:

– 100 Millionen Euro Investitionsvolumen

– Flächenbedarf von 20 Hektar mit 20 Fermentern

– Substrat aus Mais, Getreide und Grasschnitt

– 50 km Einzugsradius für die benötigten nachwachsende Rohstoffe

– Produktionsmenge von 46 Millionen m3 Bioerdgas pro Jahr

– Jährliche Energiemenge von 160 Millionen kWh Strom und 180 Millionen kWh Wärme

Fotos von den Großanlagen können im Bildarchiv der NAWARO AG angeschaut werden.

Neue Technologien

Die Anlage in Güstrow verfügt mit der Druckwasserwäsche über eine Technologie, bei der Biogas zu Erdgas aufbereitet werden kann. Dadurch wird es möglich die bestehende Infrastruktur des Erdgasnetzes zu nutzen und produziertes Biogas besser transportieren zu können. Der Vorteil von Strom aus Biogas gegenüber anderen regenerativen Energien (Photovoltaik, Windenergie) ist, dass er über das Medium Biogas gespeichert (!) werden kann und dadurch sowohl für die Grundlast-Versorgung, als auch für die Spitzenlast verwendet werden kann. Bisher konnte das Biogas jedoch nicht tranpsortiert werden und musste direkt vor Ort verstromt werden. Durch Erdgasaufbereitungsanlagen wird dieses Problem behoben.

Eine dazu notwendige Gaseinspeisungsanlage wurde in Güstrow in Betrieb genommen. Eine weitere Gaseinspeisungsanlage hat die NAWARO AG in Brandenburg geplant. Diese soll in Zusammenarbeit mit dem bewährten Partner EnviTec Biogas AG nächstes Jahr ans Netz gehen.

Morgen werde ich einen weiterführenden Artikel zum Thema Großanlagen in der Biogasproduktion schreiben. Dieser wird einige Erläuterungen und mein persönliches Fazit zu Risiken und Chancen solch industrieller Großprojekte enthalten.