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Heizkosten Deutschland Die Energiewende wird in der Diskussion oft nur auf den Stromsektor reduziert und Technologien wie die Photovoltaik bekommen viel Aufmerksamkeit in den Medien. Man kann dem Wachstum der Photovoltaik nur zum Erfolg gratulieren. Allerdings gibt es weitere Sektoren, in denen noch viel zu tun ist, um den Erfordernissen an eine nachhaltige Energiewirtschaft wirklich gerecht zu werden. Dazu gehört die Pelletheizung.

Vor allem im Wärmemarkt – gern als „schlafender Riese“ bezeichnet – gibt es noch einen weiten Weg zu gehen. Technologien wie die Pelletheizung legen in absoluten Zahlen beständig zu, aber sind noch lange nicht dort angekommen, wo sie sein könnten.

Der Bestand an Pelletheizungen wächst

Für 2012 geht das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) in seiner aktuellen Prognose von einem Bestand von 180.000 Pelletheizungen in Deutschland aus, die meisten davon in Bayern – diese regionale Verteilung ist auch einer der Gründe für die etwas höheren Pelletpreise im Norden Deutschlands. Stimmt die Entwicklungsprognose, wäre das ein ordentlicher Zuwachs von 25.000 weiteren Pelletheizungen im Vergleich zu 2011. Von 2010 bis 2011 und von 2009 bis 2010 sind pro Jahr jeweils knapp 15.000 Pelletheizungen in Betrieb genommen worden. Festbrennstoffheizungen inklusive Pelletheizung haben damit allerdings immer noch einen vergleichsweise geringen Anteil am Wärmemarkt.

Pelletheizungen sind kostenintensiver als fossile Systeme wie die Gas- oder Ölheizung in der Anschaffung, soviel ist richtig. Auf der anderen Seite ist der Brennstoffpreis deutlich niedriger als im Falle von Gas oder vor allem Öl oder Strom. Über die Betriebsdauer hinweg fällt die Anschaffung also nicht mehr so stark ins Gewicht. Bislang kann man davon ausgehen, dass die Preissteigerung bei den Brennstoffen Gas und besonders Öl stärker ausfällt als bei Pellets. Derzeit kostet eine Kilowattstunde Pelletwärme nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pelletverbandes (DEPV) circa 4,66 Cent.

Auch abseits von den Kosten haben Pelletheizungen Alleinstellungsmerkmale: der Brennstoff ist regional verfügbar, nicht von Knappheit und unsicheren Importländern abhängig und Herstellung und Verbrennung erfolgen relativ CO2-arm. Die Pelletheizung ist also nicht nur ein Fall für Überzeugungstäter!

Im Neubau entfiel laut BDEW in den letzten Jahren beständig ein Anteil zwischen 5 und 7 Prozent auf Biomasseheizungen insgesamt. Auch im Bestand ist noch viel Raum nach oben. Im Bestandsbau gibt es mehrere Programme, die etwas Schwung in das Heizen mit Holz bringen sollen.

Das Marktanreizprogramm fördert Pelletheizung im Bestandsbau

Zu den bekanntesten Programmen zählt das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier wurden ab dem 15. August 2012 die Förderkonditionen verbessert.

Kurz zusammengefasst beträgt die Mindestförderung für Pelletkessel mit Pufferspeicher (min. 30l/kW): 2.900 Euro bis 3.600 Euro, während Pelletkessel ohne Puffer zwischen 2.400 Euro und 3.600 Euro erhalten. Pelletöfen mit Wassertasche bekommen 1.400 Euro – 3.600 Euro Mindestförderung – jeweils abhängig vom Leistungsbereich des Wärmeerzeugers.

Zuzüglich zur Basisförderung gibt es Boni – so werden zum Beispiel die Kosten  einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung mit 500 Euro bezuschusst.

Weitere Boni wie die Innovationsförderung oder der Effizienzbonus kommen noch hinzu. Übrigens erhält man auch für bestimmte Hackschnitzelkessel und Scheitholzvergaser pauschal 1400 Euro, wenn der Kessel förderfähig ist und der Pufferspeicher genügend Volumen aufweist.

Angesichts dieser neuen Förderkonditionen kann es sich durchaus lohnen, die Technik der Pelletheizung noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen wenn ein Heizungstausch ansteht oder im Neubau noch das Heizsystem fehlt.

Thorben Frahm, Online Redakteur bei Heizungsfinder.de, Solaranlagen-Portal.com & Daemmen-und-Sanieren.de.