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Die Idee von Kurzumtriebsplantagen (KUP) und der gezielte Anbau von schnellwachsenden Baumarten wie Pappel, Weide und zunehmend Robinie sind nicht neu und existieren in verschiedenen Stadien seit den 1970igern. Die Chancen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die knapper und teurer werdenden Rohstoffressourcen (vor allem Erdöl) bei weltweit zunehmender Nachfrage geben dem Konzept viele neue Impulse.

Hier eine kurze filmische Einführung zu den Möglichkeiten der KUP in Form eines Interviews mit Christine Knust auf agrarheute.com.

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Die bisher gemachten Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass die Realisierung von Kurzumtriebsplantagen häufig dann gestoppt hat, wenn der Übergang von wissenschaftlichen Projekten zur großflächigen praktischen Anwendung durch Land- und Forstwirte kommen sollte. Das lag an den bisher sehr geringen finanziellen Anreizen und der problematischen rechtlichen Situation von Kurzumtriebsplantagen. Beide Schwachpunkte sind aktuell einem Wandel unterzogen und führen zum Auftrieb der KUP.

In dieser Situation setzt das neu gegründete Netzwerk unter der Leitung des ttz Bremerhaven an. Das am 1.12.2009 gestartete Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die effektive Nutzung von Holz durch KUP zu fördern und Investitionen in diesem Bereich anzuregen. Das große Interesse von Unternehmen und Institutionen an dem Netzwerk mitzuwirken zeigt, wie wichtig das Thema aktuell genommen wird. Die verbundenen Förderprogramme spielen natürlich auch eine Rolle. Laut den Projektkoordinatoren liegen im Moment schon über 50 Anfragen zur Teilnahme vor, wobei die beginnende Kerngruppe auf eine Anzahl von nur 20 Partnerunternehmen begrenzt werden soll.

Konkrete Ziele und Funktionen des Netzwerks sind die folgenden:

  • Verknüpfung von regionalen und überregionalen Marktpartner entlang der Wertschöpfungskette
  • Markt- und Rechtsbarrieren sollen gelöst werden
  • Informationsfluß zwischen Markt, Forschung und Politik  soll verbessert werden
  • Verbesserung der Wirtschaftslage der Netzwerkpartner durch die Stärkung von Synergieeffekten und Fördermittel

Somit werden die Vorteile genutzt, welche entstehen, wenn viele kleine Einheiten zu einer größeren zusammengefaßt werden und dadurch eine Bündelung der Kräfte möglich wird.

Die bestehenden Potentiale für Anbauflächen für Kurzumtriebsplantagen werden in Deutschland als sehr hoch eingeschätzt. So wird mit einer Steigerung der verwendeten Anbaufläche von aktuell ca. 1.200 Hektar auf bis zu 500.000 oder sogar 1 Millionen Hektar gerechnet (ein Wachstumsfaktor von über 500), sobald die Barrieren überwunden sind.

Weide Kurzumtrieb

Photos: Thanks AndrewH.UK, Gary Lennon