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In der Politik ist immer viel von erneuerbarer Energie die Rede. Der Begriff „Biogas“ ist vielen Menschen geläufig. Doch wie genau sieht die Herstellung und Verwendung von Biogas aus?

In Zeiten von knappen Energierohstoffen und des Klimawandels stehen regenerative Energiequellen im Fokus. Das Biogas hat sich als eine sehr gute Alternative der natürlichen Energiegewinnung bewährt. Durch die Erzeugung von Biogas wird die umweltbelastende Produktion von Kunstdüngern reduziert. Bioabfälle und Reststoffe können sinnvoll wiederverwendet werden. Wie und zu welchem Zweck wird das Biogas eigentlich hergestellt?

Vom Exkrement zum Energielieferant

Zur Herstellung von Biogas werden Exkremente von Nutztieren (Schwein, Kühe, Schafe), mit Pflanzen vermischt. Hier können Sonnenblumen, Weizen und Mais zum Einsatz kommen. Das Ganze wird in der entsprechenden Gärungsanlage zu einer Art Gülle aufbereitet. In diesem Gemisch wimmeln nun Millionen von Bakterien. Diese zersetzen langsam das Gülle/Pflanzengemisch. Durch diesen Prozess entsteht das Methangas. Es ist entzündbar und kann entsprechende Motoren antreiben. Diese Motoren setzen wiederum Dynamos in Bewegung welche letztendlich Strom erzeugen. Dieser Prozess sollte bei gleichbleibenden Temperaturen und ohne Licht- und Sauerstoffzufuhr erfolgen. Außerdem müssen die Nutztiere regelmäßig auf Arznei- und Desinfektionsmittel hin untersucht werden. Befinden sich nämlich Rückstände dieser Substanzen im Körper, kann dies die Erzeugung des Biogases stören. Biogas besteht aus Kohlendioxid, Methan, Stickstoff, Sauer- und Wasserstoff, Wasserdampf und Schwefelwasserstoff. Die Verwertbarkeit des Biogases erhöht sich, wenn es entfeuchtet oder entschwefelt wird.

Biogas: Eine gute Alternative für die Energiegewinnung

Das Biogas kann generell seine Verwendung durch Verbrennung oder Verstromung vor Ort finden. Meist wird es als brennbares Gas zum Motorenantrieb für die Dynamos verwendet. Dies erzeugt elektrische Energie. Gleichzeitig wird dabei eine nutzbare Abwärme von ungefähr 85-90°C produziert. Die Biogastechnik wird ebenfalls benötigt, um die Fracht organischer Substanzen zu verringern (bei der Abwasserreinigung oder der Vorbehandlung zur Deponierung). Bei der Geruchsreduzierung von landwirtschaftlichen Düngemitteln (Mist, Gülle), spielt die Biogastechnik ebenfalls eine Rolle. Die reine Wärmeerzeugung hingegen (Heizung oder Herd) ist in Europa allerdings nebensächlich. In Indien hingegen wird sie gerade dafür hauptsächlich genutzt. Bei uns verbraucht der Betrieb einer Gärungsanlage (Pumpen, Zerkleinerer), schon bis zu 20 Prozent der erzeugten Energie. Für die Heizung des Fermenters werden bis zu 40 Prozent benötigt. Deshalb ist eine reine Wärmeerzeugung durch Biogas bei uns nicht sinnvoll.

Biogas hat sich aufgrund seiner Eigenschaften als gute Alternative zur Energiegewinnung bewährt. Der natürliche Kreislauf bleibt gewahrt und die Umwelt wird weniger belastet. Die Energiegewinnung in der Zukunft beschäftigt Gesellschaft und Politiker. Mit dem Biogas ist man jedenfalls auf dem richtigen Weg.

Herzlichen Dank für diesen Gastbeitrag zur Herstellung und Verwendung von Biogas an Mario Kupzik, Inhaber der Seite Web-gas.info.