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Ich wünsche allen Freunden und Interessenten der Biomasse-Nutzung einen tollen Start ins neue Jahr. Mögen sie viele Inspirationen überraschen, tolle Kunden und Geschäftspartner treffen und viel Freude bei ihrer Arbeit entwickeln.

„Neues Jahr, neues Glück“ sagt der Volksmund. Der Beginn eines neuen Jahres bietet sich deshalb an, auch mal einen Blick in die nahe Zukunft zu werfen. Es ist nicht leicht Prognosen für eine komplette Branche für das kommende Jahr zu geben  – besonders wenn es sich um einen so lebendigen und umfangreichen Markt wie den der Biomasse handelt, trotzdem möchte ich einige konkrete Aussagen darüber wagen, wo sich die Biomasse-Nutzung im folgenden Jahr vermutlich stärker verändern wird. Einige Entwicklungen sind direkt absehbar und stehen kurz vor der Umsetzung, während Andere auf einer Mischung aus Fakten und Intuitionen basieren.

Einige Entwicklungen die ich für wahrscheinlich und wichtig halte:

  1. Biokraftstoffe: Gleich zu Beginn des Jahres sind einige Gesetzes-Novellen vorgesehen und werden von den Betroffenen auch heiß erwartet. So wurde im Koalitionsvertrag der Bundesregierung eine Gesetzesänderung für die Besteuerung von reinen Biokraftstoffen angekündigt. Mit dem heutigen Tag wird nicht nur der Anteil an Biokraftstoffen von 5,25 auf 6,25% erhöht (z.B. Biodiesel hinzugefügt zu Normaldiesel), sondern es soll auch die Besteuerung für Biodiesel wieder reduziert werden, was den Markt für diesen Biokraftstoff deutlich beleben wird. Außerdem wird der Kraftstoff E10 (Bioethanolbeimischung von 10%) eingeführt, was zu einer weiteren Erhöhung des Biokraftstoffanteils am Gesamtmarkt führen wird. Etwas problematischer dürfte die Umsetzung der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe sein, die heute in Kraft tritt, deren Zertifizierungssysteme aber in gewisser Weise noch in einer Testphase stecken.
  2. Bundeswaldgesetz: Eine weitere wichtige Gesetzesänderung für die Biomasse-Nutzung wird für das Bundeswaldgesetz erwartet. So sollen die Landnutzungssysteme der Kurzumtriebsplantage und des Agroforestry in Zukunft juristisch spezieller betrachtet und nicht mehr streng zum Wald gezählt werden. Dadurch könnten landwirtschaftliche Nutzflächen leichter für diese Art der Biomasse-Herstellung verwendet werden.
  3. Flächenhandel: Weiterhin ist eine zunehmende Verknappung von nutzbaren Flächen für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Hölzern) zu erwarten. Daraus wird eine stärkere Internationalisierung von landwirtschaftlichen Pachtflächen entstehen. Bezogen auf Deutschland sind an dieser Stelle z.B. die Kooperationen zwischen polnischen Landwirten und Betreibern von bioenergetischen Anlagen (Biogasanlagen, BMHKW) in Deutschland zu nennen.
  4. Internationalisierung: Auch auf der Ebene der Unternehmen der Biomasse-Branche wird diese Phase anhalten und sowohl Anlagenbauer, als auch Biomasseproduzenten werden sich internationaler orientieren, wodurch die internationalen Biomasse-Märkte besser organisiert werden.
  5. Biowärme: Das Konzept der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und damit einhergehend die Technologie der Blockheizkraftwerke (BHKWs) werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen und mit verbesserten Wirkungsgraden für eine Verbreitung und das Repowering der bestehenden Anlagen sorgen.
  6. Biomethan: Die Einspeisemengen von Biomethan ins Erdgasnetz werden stark zunehmen und die begleitenden Technologien (Gasaufbereitung, Einspeisetechnologien) voraussichtlich ein gutes Jahr erleben.
  7. Rohstoffquellen: Bei den Rohstoffquellen für die verschiedenen Arten von Biomasse-Nutzung werden vor allem Algen, schnellwachsende Hölzer und verschiedene Süßgräser (Miscanthus, Sudangras) einen stärkeren Ausbau erfahren.

Außerdem werden wir uns auch wieder auf viele spannende Messen (z.B. die Grüne Woche gleich zu Beginn!), innovative Produkte und Zusammenarbeiten freuen dürfen. Über die wichtigsten Entwicklungen möchte ich auch im Jahr 2010 wieder auf dieser Seite informieren.

Wenn sie spezielle Erwartungen für die Veränderungen auf den Biomasse-Märkten und angrenzenden Branchen haben oder sich konkrete Veränderungen wünschen, dann schreiben sie diese doch in einem Kommentar.

Danke an Alle die sich in Verbänden, Unternehmen, Betrieben, wissenschaftlichen Institutionen oder auf anderen Wegen für die Weiterentwicklung der Biomasse-Nutzung einsetzen.  Alles Gute und eine schönen Start ins neue Jahr!