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Pig CityDie Verbesserung der Kreislaufwirtschaft ist aus vielen Perspektiven betrachtet eine lohnenswerte Entwicklung innerhalb betrieblicher Prozesse. Die verschiedenen Branchen der Biomasse-Nutzung bieten sich an, eine Vorreiterrolle auf diesem Feld zu übernehmen, da stoffliche und energetische Nutzungsarten gut miteinander kombiniert werden können. Für das innovative Konzept zur Kombination von Tierhaltung, Biogasgewinnung und Gemüseanbau wurde nun ein dänisches Team ausgezeichnet.

Die konkreten Standbeine des Konzepts sind die Schweinhaltung, der Anbau von Tomaten und die Biogasproduktion. Die Innovationskraft entsteht durch die Konzentration und Verbindung von diesen, bisher räumlich getrennten ,Wirtschaftszweigen an einem Ort. Dadurch kann die Intensität der Kreislaufwirtschaft erhöht werden und es entstehen Synergien innerhalb der Arbeitsschritte.

Vorteile des Konzepts

  • Gülle der Schweine wird als Phosphat und Stickstoffdünger für die Tomaten genutzt
  • Verringerung der üblichen Ammoniakkontamination der Böden
  • Verkürzung der Lieferwege von benötigten Ressourcen (Nährstoffe, Strom, Wärme) führt zur Erhöhung des energetischen Gesamtwirkungsgrads der Anlage
  • CO2 neutrale und geruchsfreie Schweinehaltung
  • Verminderung von Zoonosen

Nahrungsmittelproduktion, Tierhaltung, integrierte Abfall- und Wasserwirtschaft, Stromerzeugung und Wärmenutzung rücken durch dieses Konzept nicht nur räumlich, sondern auch bezogen auf Stoff- und Energieflüsse noch näher zusammen. Durch die Erhöhung der Synergieeffekte und dadurch gewonnene Ressourcen kann der  Lebensraum pro Tier erhöht werden und eine ökologischere Tierhaltung wird gefördert ohne die Wirtschaftlichkeit des Betriebs zu gefährden.

Für viele Vegetarier hat wahrscheinlich auch diese Art der Fleischproduktion eine unmoralische Komponente, aber aus ökologischer und ökonomischer Sicht zeigt das Konzept viele positive Chancen. Deshalb wurde die Idee von „Pig City“ von Sören Hansen (Schweinefarmer) und Nee Rentz Petersen (Architekt) mit einem Preis des dänischen Finanzinstituts Realdania ausgezeichnet.

Die Vorteile einer engen Verzahnung von verschiedenen Wirtschaftszweigen habe ich persönlich erlebt, als ich auf einer ökologisch geführten Station des NABU gearbeitet habe. Dort wurden die verschiedenen Stoff- und Energiekreisläufe einer Tierwirtschaft mit dem Naturschutz, dem Tourismus und der Umweltbildung verbunden.

Meine Gratulation zur Realisierung des Pig City Projekts, welches die Vereinigung von ökonomischen und ökologischen Zielen anstrebt. Für weitere Fragen zum Projekt ist hier die Kontaktadresse vom Projektmanager Leopold Willeberg, klw@cowi.dk

Eine Pdf-Datei zu „Pig City“ gibt es hier.

Graphic thanks to cowi