Hersteller und Anbieter von Mini-Biogasanlagen bis 75 kW

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“, sagt der Volksmund. Unter dieser Perspektive betrachtet, möchte ich Sie mit der folgenden Auflistung verschiedener Hersteller und Anbieter von Mini-Biogasanlagen in Deutschland etwas quälen. Die Auswahl der geeigneten 75 kW-Anlage zählt sicherlich zu den schwierigsten Entscheidung, die Sie bei Ihrem „Projekt Mini-Biogasanlage“ zu treffen haben. Da ich bisher keine Übersicht mit verschiedenen Anbietern von Komplettanlagen oder Teilkomponenten für Mini-Biogasanlagen gefunden habe, habe ich im Folgenden eine Liste erstellt, die einen Marktüberblick über die vorhandenen Hersteller bietet. Dabei sind die Anbieter über das gesamte Bundesgebiet verteilt.

In einem früheren Artikel ist bereits einigen Fragen zur Wirtschaftlichkeit einer 75 kW Anlage, bzw. zum Bau und Betrieb einer Mini-Biogasanlage nachgegangen worden. Dieser Artikel knüpft an diese grundlegenden Überlegungen an und bietet Ihnen einen Einstieg in die Marktrecherche zur Auswahl Ihrer optimalen Mini-Biogasanlage.

Welche Hersteller und Anbieter von Mini-Biogasanlagen bis 75 kW gibt es?

Das Marktsegment für Kleinstbiogasanlagen war bisher eher unbedeutend in der Biogaslandschaft Deutschlands. Erst mit dem neuen Anlagentyp der 75 kW Mini-Biogasanlage im EEG 2012 und dem historisch höchsten Fördersatz für Biogasanlagen ist diese Leistungsklasse verstärkt in den Fokus der Hersteller und Anbieter von Biogastechnologie gelangt.

Die folgenden Unternehmen bieten Komplettanlagen oder Komponenten zum Bau einer Mini-Biogasanlage an.

Mit einigen Herstellern der vorgestellten Mini-Biogasanlagen stehe ich in regelmäßigem Austausch über die noch bestehenden Probleme, aber auch über die Lösungen und Stärken der verschiedenen Konzepte. Gerne berate ich Sie zu den bisherigen Erfahrungen mit den Anlagen zwischen 30 – 75 kW oder unterstütze Sie bei der Planung für Ihre eigene Mini-Biogasanlage. Allen hier vorgestellten Anbietern bin ich dankbar für nähere Informationen zu ihrem Produkt. Vielen Dank.

Nun aber zu dem wachsenden Angebot an Mini-Biogasanlagen. Los gehts.

AgriKomp | Güllewerk als Mini-Biogasanlage

Der Anbieter AgriKomp aus dem fränkischen Merkendorf bietet in der Leistungsklasse der Mini-Biogasanlagen den Bau eines sogenannten „Güllewerks“ an. Dieses wird mit einem 50 kW BHKW ausgerüstet. Der Fermenter entspricht einem Röhrenfermenter, welcher bereits ab 10 m3 Gülle/ Tag betrieben werden kann.

MT-Energie | Mini-Biogasanlage MT-Farm

Der Hersteller und Anbieter von Biogasanlagen MT-Energie aus Zeven ist sicher das erfahrenste und mit rund 600 Mitarbeitern auch größte Unternehmen das aktuell Mini-Biogasanlagen anbietet. Für detaillierte Informationen bietet der Hersteller einer Mini-Biogasanlage eine eigene Informationsbroschüre für die MT-Farm Biogasanlage mit 75 kW an.

Eine Besonderheit der MT-Farm ist, dass die Mini-Biogasanlage für die ausschließliche Vergärung von Gülle ausgelegt ist. Die Mindestmengen von 80 Prozent Gülle-Einsatz die vom EEG 2012 vorgeschrieben sind, werden aus betriebswirtschaftlichen Gründen (Wegfall zusätzlicher Substratlager) auf 100 Prozent erweitert.

Anlagenkonzept Mini-Biogasanlage des Herstellers MT-Energie

Fließschema einer Mini-Biogasanlage des Herstellers MT-Energie

Biogas-Ost | Clever-Ferm-System Mini-Biogasanlage

Die Biogas-Ost Unternehmensgruppe aus dem thüringischen Gehaus bietet mit dem „Clever-Ferm-System“ Mini-Biogasanlagen zwischen 30 -100 kW an. Landwirte, Gärtnereien oder Entsorger von Bioabfällen profitieren von dem einzigartigen Angebot einer Mini-Biogasanlage mit Holzfermenter.

Der Holzfermenter ist eine preiswerte und klimafreundliche Alternative zu Stahl und Beton und ist vor allem für den Betrieb einer Mini-Biogasanlage interessant.

BioConstruct | Mini-Biogasanlage BioCompact 75 kW

„Haben Sie 150 Kühe oder 2.000 Mastschweine? Dann sollten Sie die neueste Entwicklung in Sachen Biogasanlagen kennen.“
Mit diesem Slogan wirbt die BioConstruct GmbH aus dem niedersächsischen Melle für ihre Mini-Biogasanlage BioCompact. Um zu erfahren, ob der eigene Tierhaltungsbetrieb zum Bau einer solchen Kleinstbiogasanlage geeignet ist, wird auf der Internetseite ein eigenes Formular angeboten.

Ökobit | Mini-Biogasanlage SYSTEM FLEX

Die Ökobit GmbH aus Föhren in Rheinland-Pfalz bietet mit SYSTEM FLEX  und SYSTEM KORN zwei Bauweisen für Mini-Biogasanlagen. Dabei ist die Kompaktanlage SYSTEM FLEX, für die 75 kW Anlage nach EEG 2012 geeignet, da der Einsatz von 80 Prozent Gülle möglich sein muss. Die Anlage kann zur Vergärung von 4.000 m3 Gülle im Jahr genutzt werden und ist in einer Bauzeit von nur 4 Wochen betriebsbereit.

Schmack Biogas | EUCOlino Kompaktbiogasanlage

Die mittlerweile zur Viessmann Group gehörende Schmack Biogas GmbH verfügt über langjährige Erfahrungen (Gründung 1995) innerhalb des Biogasanlagenbaus und hat nun auch eine Mini-Biogasanlage in ihr Sortiment aufgenommen.

Die EUCOlino wird als Kompaktanlage vertrieben und ist in Bezug auf die Leistung und die einzusetzenden Substrate sehr flexibel zu betreiben. Außerdem können weitere patentierte Technologien oder die Hochleistungsbakterien (METHANOS) des Anbieters auch bei der Mini-Biogasanlage bis 75 kW eingesetzt werden.

bwe biogas-weser-ems | bwe Hofkraftwerk Mini-Biogasanlage

Die bwe biogas-weser-ems GmbH & Co. KG  aus dem niedersächsischen Friesoythe bietet mit dem „bwe Hofkraftwerk“ speziell für die 75 kW-Klasse eine Komplettlösung von der Planung über den Bau und die Inbetriebnahme bis hin zur Wartung an.

Die bwe-Hofkraftwerke werden mit einem  Fermenter (1.300 m³ Gärvolumen) und einem Endlager (2.800 m³) als „Behälter in Behälter-System“ in Vorortbeton errichtet und sind komplett gasdicht abgedeckt. Hierdurch wird ein flexibler Einsatz von Inputstoffen ermöglicht.

Das BHKW (Gasottomotor) sowie die Steuerung  und Pumptechnik werden in 2 Containern platzsparend untergebracht. Ein Feststoffdosierer zur Fütterung von Mist und nachwachsenden Rohstoffen ergänzt das System. Zusätzlich wird eine Lösung für 100 %-igen Gülleeinsatz angeboten.

Ein unverbindliches Angebot inkl. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird jederzeit gerne erstellt.

KGBA | Enbea Bots Mini-Biogasanlagen ab 40 kW

Die KGBH GmbH aus Herford in Nordrhein-Westfalen bietet verschiedene Komplettpakete für Mini-Biogasanlagen an. Dabei kann der Betreiber zwischen den Leistungsstufen 40 kW, 50 kW, 60 kW, 70 kW oder 80 kW wählen, um den neuen EEG-Anlagentyp bis 75 kW zu realisieren.

Der Arbeitseinsatz für den Betrieb einer Mini-Biogasanlage mit 60 kW liegt dem Anbieter zu Folge bei nur 4-6 Stunden pro Woche. Dieser Zeitaufwand wird für die wöchentliche Fermenterbefüllung benötigt.

Mini-Biogasanlage von Conviotec und Consentis

In einer Kooperation zwischen dem Entwickler Conviotec GmbH (Flensburg) und dem Herstellungs- und Vertriebspartner Consentis GmbH (Wietmarschen) wird eine Mini-Biogasanlage angeboten, die ausschließlich mit Gülle betrieben werden soll.

Das Besondere an der Conviotec-Biogasanlage ist, dass Sie in einer Container-Bauweise angeboten wird. Der Container funktioniert als Mehrkammerfermenter.

Hier finden Sie einen Film der Conviotec, welcher einen Einblick in den Aufbau der Mini-Biogasanlage des Herstellers bietet.

Biogas Nord | Mini-Biogasanlage 75kW BiNoMiniMax

Das Unternehmen Biogas Nord AG aus Bielefeld verfügt über internationale Erfahrungen im Bau von Biogasanlagen. Nach eigenen Angaben hat das Team von 180 Angestellten bisher über 300 Projekte realisiert.

Auf der Internetseite der Biogas Nord wird die Mini-Biogasanlage BiNoMiniMax detailiert vorgestellt. Dem Anbieter zur Folge kann die neue Mini-Biogasanlage mit Rinder- und Schweinegülle betrieben werden.

Mineralit Kleinbiogasanlage

Die Mini-Biogasanlagen der Mineralit GmbH aus Laage in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht direkt auf das EEG 2012 zugeschnitten, sondern entsprechen vielmehr dem ausgewählten Leistungsspektrum des Unternehmens. Mineralit bietet im Bioenergiebereich Kleinbiogasanlagen zwischen 50 – 300 kW an. Die Bauweise des Anbieters entspricht jeweils einem modularen Baukastensystem.

An dieser Stelle möchte ich zu bedenken geben, dass in der Beschreibung der Biogasanlagen der Mineralit GmbH ausdrücklich erwähnt wird, dass „das Prozessverfahren so aufgebaut ist, dass landwirtschaftliche Reststoffe (Gülle, Jauche, Festmist) nicht benötigt werden. Das bedeutet hoffentlich nicht, dass Reststoffe nicht trotzdem verwendet werden können. In diesem Fall wären die Kleinstbiogasanlagen von Mineralit nämlich nicht für den Bau einer Mini-Biogasanlage nach EEG 2012 geeignet. Zu Gunsten der Vollständigkeit habe ich die Kleinbiogasanlage des Anbieters erst mal aufgenommen.

Energieraum e3 |Mini-Biogasanlage EVA 75

Die Energieraum GmbH liegt im niedersächsischen Oldenburg und bietet die Mini-Biogasanlage EVA 75 an. Detailliertere Angaben zur angebotenen 75 kW Anlage sind leider aktuell noch nicht im Internet zu finden, aber auf Anfrage beim Hersteller sicher zu erfahren.

Bio4gas Kleinstbiogasanlagen bis 75 kW

Die Bio4gas Express GmbH aus Landsberg am Lech in Bayern bietet sowohl Fermenter, als auch Blockheizkraftwerke (BHKW) in den Größenordnungen an, die für eine Mini-Biogasanlage nach EEG 2012 benötigt werden.

Weitere Angaben finden Sie auf der Internetseite des Anbieters.

Sauter Biogas GmbH | Mini-Biogasanlage SB-Mini

Der Name Sauter ist in der deutschen Biokraftstoffbranche den Meisten ein Begriff. Meines Wissens gibt es aber keine familiären Verbindungen zwischen der Sauter Biogas GmbH und Claus Sauter dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden der Verbio AG.

Der Anbieter von Mini-Biogasanlagen aus dem sächsischen Klipphausen bietet die 75 kW-Anlage „SB-Mini“ an. Hier finden sie eine Beschreibung des Sauter-Biogas-Systems.

„Das Herzstück des Sauter-Biogas-Systems ist die Beregnung des Fermenterinhaltes anstatt des sonst üblichen Rührens.“

Außerdem hat die FNR am 19.01.2012 in einer Pressemittelung bekanntgegeben, dass die Sauter Biogas GmbH und das Agrartechnische-Institut Potsdam-Bornim (ATB) ein gemeinsames Forschungsprojekt zur besseren Steuerung des Biogasprozesses durchführen. Im Biogastechnikum des ATB habe  ich selbst ein Praktikum absolvieren können und dabei einiges über den Hydrolyse-Prozess der Biogasproduktion lernen können.

Energie-Anlagen Röhring | 75 kW Anlage UDR-MonoTube

Die Firma Energie-Anlagen Röhring GmbH aus Vreden bietet ihren Kunden eine 75 kW Mini-Biogasanlage an. Die Kompakt-Biogasanlage „UDR-MonoTube“ basiert auf der langjährigen Erfahrung des Unternehmens in der Fermenterkonstruktion.

Vorteile der Anlage sind eine kurze Bauzeit, geringer Platzbedarf und die Möglichkeit zur thermophilen Betriebsweise mit thermischer Desinfektion.

Corntec GmbH | Mini-Biogasanlage „Kleinvieh“ mit 75 kW

Der Anbieter CornTec aus dem niedersächsichen Twist hat sich auf einen besonderen Typ von Mini-Biogasanlage spezialisiert. Die angebotene Anlage „Kleinvieh“ hat sämtliche technische Komponenten für eine 75 kW Anlage in einem 40 Fuß Standardcontainer integriert, so dass der Betrieb dieser Anlage auch bei beengten Hofverhältnissen möglich ist.

Fazit zu Anbietern und Herstellern von Mini-Biogasanlagen

Alle Hersteller und Anbieter von Mini-Biogasanlagen bis 75 kW die ich finden konnte, sind in diesem Artikel aufgelistet. Sollte ich einen Anbieter übersehen haben, bin ich Ihnen dankbar, wenn Sie in einem Kommentar auf diesen hinweisen.

Neben etablierten Unternehmen im Biogasanlagenbau versuchen auch relativ junge Unternehmen in dem Marktbereich der Kleinstbiogasanlagen Fuß zu fassen. Auf Anbieterseite für Mini-Biogasanlagen hat sich ein bunter Markt entwickelt, der eine Mischung aus Innovation, Erfahrung und regionaler Verbundenheit darstellt.

Mich wundert, dass große Anlagenhersteller wie Envitec, WELtec oder Haase bisher keine Ambitionen gezeigt haben, in den Markt für Mini-Biogasanlagen einzusteigen. Ich vermute, dass für Unternehmen dieser Größe das Marktsegment der Mini-Biogasanlagen nicht interessant genug ist, beziehungsweise dass die Unternehmen mehr wirtschaftlichen Erfolg auf dem internationalen Markt für Großanlagen sehen oder ihren Fokus auf die Aufbereitung von Biomethan richten. Eine Marktsituation, über welche vor allem die jungen Unternehmen wahrscheinlich nicht enttäuscht sind.

Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass auch einige Hersteller und Anbieter von BHKW noch interessante Produkte auf den Markt bringen werden, die speziell für die 75 kW Mini-Biogasanlagen entwickelt wurden.

Sollten Sie weitere Fragen zu den einzelnen Herstellern und Anbietern der Mini-Biogasanlagen haben (Serviceangebot, Erfahrung, Kosten etc.), dann sprechen Sie diese direkt an oder bitten Sie darum, dass man Ihnen ein unverbindliches Angebot zukommen lässt.

Kontaktieren Sie mindestens drei oder vier Anbieter und beschreiben Sie diesen Ihren konkreten Fall. Auf diesem Wege können Sie die verschiedenen Aussagen vergleichen und mit dem Anbieter zusammenarbeiten, der Ihnen am sympathischsten, vertrauenswürdigsten oder einfach am preisgünstigsten ist. Ein guter Mix aus allen diesen Eigenschaften ist sicher nicht verkehrt.

Besonders den Umfang an angebotenen Serviceleistungen der verschiedenen Hersteller und Anbieter sollten Sie beachten. Neben routinemäßigen Wartungen sollte eine Mini-Biogasanlage möglichst das ganze Jahr über in Betrieb sein um einen soliden Gewinn zu erwirtschaften. Bei Problemen mit dem Betrieb der Anlage sollte Ihnen deshalb schnell und kostengünstig geholfen werden können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß bei den nächsten Etappen Ihres Projekts und Abenteuers Mini-Biogasanlage.

Wenn Sie möchten, kann ich Sie gerne bei der Planung Ihrer eigenen Mini-Biogasanlage beraten. Viele der aktuell gegangenen Wege, sowie deren Vorteile und Nachteile kenne ich mittlerweile gut und ich stehe in regelmäßigem Austausch mit Anbietern, Betreibern und Verbänden.

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About the Author:

Ron "BiomassMuse" Kirchner ist Umweltingenieur, Fachjournalist und WebDesigner. Eine für BiomassMuse nützliche Mischung, da diese einen unabhängigen Schreibstil unterstützt. Aus der Hauptstadt schreibt er über den Einsatz der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt. Außerdem engagiert er sich gemeinsam mit anderen Energiebloggern für das Gelingen einer bürgernahen und ganzheitlichen Energiewende.

14 Comments

  1. DerHanseate 23. November 2015 at 13:33

    Guten Tag Herr Kirchner, ich wollte gerne in Erfahrung bringen, ob man diese Anlage auch für Unternehmen nutzen könnte? Die Menge sind ungefähr 400 Kg am Tag unterschiedlichster Artikel: Obst, Joghurt, Milch,Fleisch aber auch Käse etc. Könnte das funktionieren?
    Mit freundlichen Grüßen

  2. Ron Kirchner 5. September 2013 at 17:21

    Hallo Herr Gößwein, 7 Pferde sind leider deutlich zu wenig selbst für den Betrieb einer sogenannten Mini-Biogasanlage. Für den Betrieb einer Anlage mit 75 kW braucht man etwa 500 GVE. Mit 7 Pferden ist der wirtschaftliche Betrieb einer Biogasanlage meiner Einschätzung nach nicht möglich. Vielleicht können Sie den Pferdemist aber für eine absolute Kleinstanlage (max 5 kW) im Batch-Verfahren nutzen. Die würde dann zwar keinen Biostrom ins Netz einspeisen (EEG-Vergütung), könnte aber einen Anteil zur dezentralen Energieversorgung beisteuern.

  3. Roland Gößwein 3. September 2013 at 11:13

    Hallo Herr Kirchner, eine Minibiogasanlage müsste doch etwas für private Pferdhalter sein, oder? Wir haben derzeit 7 Pferde am Hof. Kann mit deren Mist eine Minnibiogasanlage betrieben werden? Wie hoch wären, größenordnungsmäßig, die Kosten?
    MfG
    Gößwein

  4. Steffen Rosenbaum 26. März 2013 at 14:55

    Die STEROS GmbH in Templin baut völlig neuartige Biogascontainer mit einem integriertem patentiertem Hydrolyseverfahren. Kürzere Verweilzeiten und ein sehr schwefelwasserstoff armes Biogas sind das Ergebnis.
    Die Anlage eignet sich für Gülleanlagen ebenso wie für Abfallvergärungsanlagen. Komunale Reststoffe sowie Speisereste können verwertet werden. Durch den Einbau in Standard Container sind die Anlagen Kompakt und leicht erweiterbar. Eine Autarke Baureihe für den Betrieb an entlegenen Orten ist lieferbar!

    Funktionsweise

    Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einem
    Annahmebereich, einer Hydrolyseeinheit, einem
    Fermenter, einem Rezyklatbehälter sowie
    einer Separationsvorrichtung.
    Über einen Vorbehälter mit
    integrierter Zerkleinerungseinheit, wird die kontinuierliche Fütterung der Feststoffe realisiert.
    Anschließend gelangen diese mit dem Flüssigkeitsstrom
    in den Hydrolysebehälter. Im Hydrolysebehälter
    laufen die ersten beiden Phasen
    des Vergärungsprozesses (Hydrolyse und
    Versäuerungsphase) ab. Durch räumliche Trennung
    der Phasen erreichen wir eine effizienteren Substratausnutzung
    sowie eine Erhöhung der Gasausbeute. Dieses patentierte Verfahren erzeugt ein hochreinen Gases (mit sehr
    geringen Schwefelwasserstoffanteilen). Das
    Verfahren ist in den Biogascontainer integriert,
    sodass eine Gasverwertung ohne aufwendige
    Entschwefelung möglich ist. Das schwefelwasserstoffarme
    Gas wird zunächst in einem
    Gasspeicherkissen aufbewahrt und kann anschließend
    verdichtet und weiter verwertet
    werden.

    Modular und Flexibel

    Das produzierte Biogas wird in externen Gasspeicherkissen
    aufbewahrt. Deren Größen können individuell den
    Standortgegebenheiten angepasst werden. Unterschiedliche
    Gasverwertungswege sind möglich und können
    durch den Anlagenbetreiber selbst gewählt werden. Die
    Anlage ist außerdem modular um eine beliebige Anzahl
    zusätzlicher Container erweiterbar und kann somit universell
    auf jeden Energiebedarf und Substratanfall angepasst werden.

    Energie-Autarkie

    Die Biogasanlage nutzt zur Deckung des Eigenenergiebedarfes
    erneuerbare Energiequellen z.B. Photovoltaik,
    Solarthermie oder Windkraft. Ein Energiespeicher sorgt
    für die Energiebereitstellung auch während schlechter
    Witterungsbedingungen. Optional kann auf die regenerative
    Energiegewinnung verzichtet und auf Strom aus dem
    örtlichen Stromnetz zurückgegriffen werden. Das ermöglicht den Einsatz genau dort, wo Substrate anfallen. Verringert enorm die Transportkosten und bringt Energie auch in entlegenste Gebiete.

    Nutzung

    Durch den sehr geringen Anteil an Schwefelwasserstoff ist das produzierte Gas hervorragend Geeignet für die weitere Verarbeitung. Verdichtet ist es gut im Gastank transportabel, kann in bestehende Netze eingespeist werden, oder als veredeltes CNG als Kraftstoff für Fahrzeuge genutzt werden.
    Auch das Betreiben eines BHKW zur Strom und Wärmeerzeugung ist natürlich möglich.

    Standortvorteile

    Für das betreiben unserer Biogascontainer ist keine aufwendige
    Infrastruktur notwendig. Eine gerade Fläche reicht aus um eine Anlage zu installieren. Da die Container auch übereinander gestellt werden können ist der Platzbedarf gering. Die Anlagen sind schnell versetzbar und können bei Bedarf schnell dort wieder aufgebaut werden, wo sie gewinnbringend betrieben werden können.

    Service und Schulung

    Um einen sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten,
    bieten wir allen Käufern eine Schulung sowie eine Überwachung der Prozessbiologie an.

  5. Ron Kirchner 8. Dezember 2012 at 11:08

    Die Großvieheinheiten sollten für eine 75 kW Anlage über 150 liegen. Die Spanne die von verschiedenen Anlagenherstellern genannt wird unterscheidet sich dabei stark und so habe ich Zahlen zwischen 300 GVE und 600 GVE gehört. Wer Gülle von 150 GVE einfährt, sollte den Bau einer Mini-Biogasanlage nicht gleich abhaken, da man auch eine Mini-BGA unter 75 kW betreiben kann. In diesen Fällen kommt es besonders darauf an, im Vorfeld ein umfassendes Konzept zu erstellen.

  6. Josef Simon 8. Dezember 2012 at 08:09

    Gute Übersicht welche Anbieter am Markt vertreten sind. Für alle Interessierten am einer reinen Gülle Biogasanlage empfehle ich die die Frage an die Anbieter ab welcher GVE Tieranzahl und Jahres Gülle Menge…Sind die anlagen für normale Bauern oder erst für Großbauern ab 150 GVE?

  7. RonKir 26. März 2012 at 11:22

    Hallo Herr Bock,

    den Energie-Bloggern entgeht Nichts :-) aber in diesem Fall nehme ich diesen Hinweis gerne aus dem Artikel.

    Viel Erfolg bei den aktuellen Projekten zu Mini-Biogasanlagen.

  8. Thomas Bock 26. März 2012 at 10:30

    Sehr geehrte damen und Herren,
    wir haben unseren Schreibfehler korrigiert (KWK auf kWh) wäre toll, wenn Sie hierauf nicht mehr verweisen würden!
    Schönen Dank

    Thomas Bock

  9. RonKir 21. März 2012 at 00:22

    Vielen Dank für die Ergänzung. Das bestätigt auch die Informationen und Erfahrungen von Anlagenherstellern die ich bisher gehört habe. Die reinen Gülleanlagen dürften im Segement für Mini-BGA diejenigen sein, die sich am schnellsten rechnen werden und für die der wenigste Aufwand betrieben werden muss.

    Dennoch würde ich die Anlagen die auch auf NawaRos zurückgreifen nicht zu voreilig abschreiben. Vielmehr hoffe ich, dass Anlagenhersteller und Projektplaner entsprechende Konzepte entwickeln werden, um auch einen 20-prozentigen Anteil an Mais, Zuckerrübe etc. wirtschaftlich zu gestalten. Vielleicht sind das zu Beginn nur Einzelfälle, aber kluge Partnerschaften und eine gute Standortkenntnis dürften auch hier interessante und erfolgreichen Konzepte für Mini-Biogasanlagen hervorbringen.

    Wir brauchen Mini-Biogasanlagen für eine dezentrale und erneuerbare Energieversorgung.

  10. Martin Dotzauer 13. März 2012 at 14:42

    Es sei noch drauf hingewiesen, dass oft nur die reinen Gülleanlagen wirtschaftlich zu betreiben sein dürften, weil diese anders als die „80/20“-Anlagen kein gasdichtes Gärrestlager für 150 Tage Verweilzeit errichten müssen (§6 Abs.4 EEG 2012). Kleinanlagen die zusätzlich NawaRo einsetzen, müssen damit deutlich mehr Fermentervolumen einkalkulieren und sind so investiv deutlich teurer. Das ist bei einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unbedingt zu beachtet, wenn entsprechende Angebote eingeholt werden.

  11. Alfred van den Berg 17. Februar 2012 at 12:56

    Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, damit Sie die Anbieterliste für 75-KW Anlagenbauern vervollständigen können. Gern stellen wir Ihnen unser innovatives UDR-Festbett-System näher vor.

    Das UDR-Repower-System ist zur Ertüchtigung bestehender biologisch nicht optimal laufenden Anlagen geeignet.

    Gern informiere ich Sie über unsere Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten für Landwirtschaft, kommunale Kläranlagen und industrielle anaerobe Abwasserbehandlung.

    Ich freue mich auf Ihre mail.
    Mit freundlichen Grüßen

    Alfred van den Berg
    Geschäftsführer
    Energie-Anlagen Röring GmbH

  12. RonKir 16. Januar 2012 at 11:28

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass wenn man als Landwirt die entsprechenden Güllemengen zur Verfügung hat, der Betrieb einer reinen Gülleanlage am günstigsten und unkompliziertesten ist. Dabei ist es auch erstmal unwichtig, ob die Gülle ausschließlich von meinem eigenen Hof stammt oder ob ich mit benachbarten Landwirten Partnerschaften bilde.

    Wie du schon sagtest, ist aber durchaus zu beachten, dass der Transportweg der Gülle möglichst kurz ist und im Idealfall komplett aus der eigenen Tierhaltung kommt.

    Bei reinen Gülleanlagen spart man sich auch die Kosten, die für entsprechende Zusatzlager für NawaRo’s (Mais, GPS etc.) anfallen würden. Wenn das 80/20 Verhältnis eingegangen werden muss, weil Gülle als alleiniges Substrat nicht ausreichend vorhanden ist, dann hat der Einsatz von NawaRo’s auch einige Vorteile. Diese Vorteile liegen aber nicht im Kostenbereich, sondern eher in der Betriebsweise der Anlage. So können die NawaRo’s eine stabilisierende Wirkung auf den Gärprozess ausüben und außerdem den Energiegehalt des Substrats erhöhen.

    Allgemein glaube ich, dass es für den erfolgreichen Bau und Betrieb einer Mini-Biogasanlage„>Betrieb einer Mini-Biogasanlage vor allem auf gute regionale Partnerschaften ankommt. Kreativität und Eigeninitiative für Win-Win-Partnerschaften im Tauschhandel von Gülle, Wärme, Strom und Gärrest sind in jedem Fall ein großes PLUS. Diese Engagement hat auch den Vorteil, dass es weitere Wertschöpfungsprozesse in die Region zieht und den Aufbau einer echten dezentralen Energieversorgung und Kreislauwirtschaft unterstützt.

    Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Anlagenbauer, Eigeninitiative, gute Kenntnis der Energieflüsse in der eigenen Gemeinde und Neugierde und Freude an der Biogastechnologie sind wichtige Punkte, die den erfolgreichen Betrieb und das „Projekt Mini-Biogasanlage“ stark positiv beeinflussen können.

    Ich bin gespannt, wie sich die Landschaft der Mini-Biogasanlagen in den nächsten Monaten entwickeln wird.

    Vielen Dank für deinen Kommentar!

  13. Josef Simon 16. Januar 2012 at 10:53

    Es gibt einige Biogasanlagen-Anbieter in der 75 KW Klasse, aber Vorsicht einige rechnen mit der 80/20 Regelung. Und sie sagen gib ein paar Tonnen Mais , Gerste , GPS mit rein. Geht mit dem EEG. Aber die Kosten für den Energiemais werden steigen genauso wie die Preise für Pachtland.

    Diese Gülleveredelungsanlagen bzw. Gülle Biogasanlagen sind ja gedacht als ein Nebenverdienst zum Hofbetrieb. Wenn jemand Energiewirt werden will muß er in eine Anlage ab 600 kw investieren oder größer um die ein oder zwei Megawatt, aber woher soll für eine so große Anlagen die Biomasse kommen?

    Substratkosten und Transport, diese Punkte dürfen in der Rechnung nicht fehlen!
    Deshalb eine reine Gülle evtl. mit meinen Mist und Futterresten, dass muß reichen meiner Meinung. Dann passt die Biogasanlage auch zum Hof des Landwirts!

    Namen will ich keine nennen und keine Eigenwerbung betreiben.

    mit sonnigen Grüßen aus München Olching Sepp

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