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	<title>Biomasse-Nutzung &#187; 06. Politik und Klimaschutz</title>
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		<title>Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 05:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-verband-botschafter/" title="Permanent link to Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Verbreiten-der-Nachricht-über-Bioenergie-Verbände-Deutschland.jpg" width="320" height="313" alt="Bild zu Bioenergie-Kampage mit Ghettoblaster Fahrad " /></a>
</p><p>Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song mit dem immer gleichen Refrain über die Gefahren der Bioenergie, auch ein paar helle Melodien beizumischen. Bioenergie ist nicht der Ursprung allen Übels in unserer Welt, wie man beim aktuellen Lesen ausgewählter Medien leider schnell glauben könnte. Gut, dass es noch die Bioenergie-Verbände gibt!</p>
<p><em>Dieser Artikel ist der fünfte Artikel innerhalb einer kleinen <a title="Bioenergie Kampagne für Biogas Biokraftstoffe Holz" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">Bioenergie-Kampagne</a> zur Stärkung der Nachfrage nach Biogas, Biokraftstoffen und holzartiger Biomasse.</em></p>
<h2>17 Verbände werben um ihre Mitgestaltung der Bioenergie</h2>
<p>Deutschland ist ein Land der Verbände. Viele Mitbürger und Fachleute organisieren sich in Verbänden, um ihre Interessen und Vorstellungen von der Entwicklung der Gesellschaft zu bündeln.</p>
<p>In Deutschland findet man ein buntes Spektrum an Verbänden, die mit ihrer eigenen Perspektive auf die Welt der Bioenergie schauen. Verbände sind die Interessenvertretungen der Bioenergiebranche, die sich im Moment auf vielen Schauplätzen rechtfertigen und verteidigen müssen.</p>
<p>Hier eine Auswahl an Verbänden, die sich mit der Weiterentwicklung der Bioenergie in Deutschland und teilweise Europa auseinandersetzen.</p>
<ul>
<li>Bundesverband BioEnergie (BBE)</li>
<li>Biogasrat e.V.</li>
<li>Bundesverband Pflanzenöle (BVP)</li>
<li>Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA)</li>
<li>Bundesverband Hydrothermale Carbonisierung (HTC)</li>
<li>Bundesverband Brennholzhandel und –produktion (BBB)</li>
<li>Bundesverband Dezentraler Ölmühlen und Pflanzenöltechnik BDOel</li>
<li>Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE)</li>
<li>Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK)</li>
<li>Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe (BBK)</li>
<li>Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe)</li>
<li>Deutscher Bauernverband (DBV)</li>
<li>Deutscher Energieholz- und Pelletverband (DEPV)</li>
<li>Fachverband Biogas</li>
<li>Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</li>
<li>Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)</li>
<li>Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID)</li>
</ul>
<p>In einem weiteren <a title="Auflistung und Übersicht Biomasse Verbände" href="http://www.biomasse-nutzung.de/11-bedeutende-verbande-der-biomasse-nutzung-in-deutschland/">Artikel zu Biomasse-Verbänden</a> finden sie die Links zu den einzelnen Verbänden und deren Standorte. Suchen sie sich den Verein oder die Verbände heraus, die ihren Interessen, ihrer Mentalität oder ihrem Wohnsitz am nächsten sind.</p>
<p>Wenn sie Lust dazu haben oder die Verantwortung verspüren, mehr zur Entwicklung einer regenerativen Energielandschaft von Morgen beizutragen, dann erkundigen sie sich bei den Verbänden, auf welche Art das möglich ist. Für jedes Talent und für jeden Zeitaufwand gibt es Möglichkeiten, um das Bioenergieboot für die Fahrt auf den Ozeanen der Energiewirtschaft weiter vorzubereiten – viel Pathos, aber es stimmt!</p>
<h2>Aktiv zur Energiewende beitragen und in einem Bioenergie-Verband engagieren</h2>
<p>Die Vorstellung von der grünen Energiewende lässt sich wunderbar in Gedanken träumen oder man kann stundenlang über eine Welt post-oil philosophieren. Ändern tut sich dadurch aber erst mal nur wenig und wir greifen weiter auf die etablierten fossilen Energieträger zurück und wir HEIZEN den Klimawandel im wörtlichen Sinne wahrscheinlich weiter an.</p>
<p>In der Eingangshalle der Humboldt-Universität zu Berlin hat mich ein Zitat von Karl-Marx immer geradezu provoziert.</p>
<div id="attachment_6044" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px">
	<img class="size-full wp-image-6044" title="Handeln im Bioenergie Verband Karl Marx Zitat Humbolt Universität" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Handeln-im-Bioenergie-Verband-Karl-Marx-Zitat-Humbolt-Universität.jpg" alt="Foto Humbold Universität Karl Marx" width="340" height="206" />
	<p class="wp-caption-text">Handeln sie als Bioenergie-Botschafter in einem Verband</p>
</div>
<p>Jetzt mag man über die Ideen von Karl-Marx denken was man möchte und man kann auch sehr unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob philosophieren nicht sogar der Anfang allen bewussten Handelns ist. Fakt ist aber, dass wir die erneuerbare Energiewende nur dann schaffen, wenn wir als Bürger mit Aktionen oder als Verbraucher mit bewussten Handlungsanpassungen auch dazu beitragen.</p>
<p>Vor allem die Biokraftstoffbranche als Vertreter der flüssigen Bioenergie hat aktuell stark unter der politischen Unentschlossenheit zu leiden und muss mit dem Einsetzen für die Fortsetzung der Steuerbegünstigung für Bioreinkraftstoffe (im Koalitionsvertrag festgeschrieben!) und der ILUC-Debatte teilweise um ihr Überleben kämpfen.</p>
<p>Die Bundesregierung hat mit dem zügigen und fast schon fluchtartigen Atomausstieg einen mutigen, aber auch schwierigen Weg geebnet, auf dem wir die Energiewende nun auch gemeinsam gehen sollten.</p>
<p>Zum Abschluss des Artikels möchte ich mich für den etwas belehrenden und moralisierenden Ton entschuldigen, mit dem ich sie in den 10 Artikeln der kleinen Bioenergie-Kampagne immer wieder konfrontiere. Danke, dass sie das durchhalten! Bei ihnen als den Lesern des Bioenergie-Blogs sind diese auffordernden Worte eigentlich am wenigsten nötig, aber wahrscheinlich auch am fruchtbarsten.</p>
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		<title>Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 05:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RonKir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biokraftstoff-kongress-bioenergie/" title="Permanent link to Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Biokraftstoff-Kongress-Kraftstoffe-der-Zukunft.jpg" width="420" height="279" alt="Bild Biokraftstoff-Kongress Kraftstoffe der Zukunft" /></a>
</p><p>Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden <a title="Internetseite Biokraftstoff-Kongress" href="http://event.bioenergie.de/" target="_blank">Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“</a> versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche weiterhin stellt.</p>
<h2>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss gepfiffen werden“</h2>
<p>Der diesjährige Biokraftstoff-Kongress fand erneut auf dem Gelände des Berliner ICC statt und wurde von 500 Teilnehmern aus 26 Nationen besucht. Organisiert wurde die Veranstaltung wie gewohnt vom <a title="Bundesverband BioEnergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverband BioEnergie (BBE)</a> und der <a title="UFOP" href="http://www.ufop.de/" target="_blank">Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</a>.</p>
<p>Ein buntes Besucherfeld und ein breit angelegtes Themenspektrum bei der Auswahl der Referenten haben zu einem interessanten Dialog auf dem 2-tägigen Biokraftstoff-Kongress geführt, bei dem alle drei Bioenergiezweige (Biogas, Biokraftstoffe und holzartige Biomasse) elegant miteinander verwoben wurden.<br />
Insofern verdeutlicht schon die Auswahl der Themen, dass die Bioenergiebranche bei allen Tendenzen zu einer weiteren Aufsplitterung immer auch eine gemeinsame Basis behalten wird. Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden in Zukunft noch viel häufiger flexibel ineinander überwechseln (Gasification, Liquified BioGas etc.).</p>
<p>Vor dem Hintergrund des Fukushima-Unglücks in Japan im vergangen Jahr und dem daraus resultierenden Beschluss zur Energiewende in Deutschland, wurden die Erneuerbaren Energien eigentlich schon als ein „Gewinner“ der schockierenden KKW-Katastrophe gesehen. Aber von diesem Optimismus ist zumindest in der Biokraftstoffbranche nicht viel zu spüren. Dafür gibt es aktuell zu viele politische Hemmnisse und sogar Rückschläge, weshalb vor allem die Biodieselbranche in Europa auf eine düstere Zukunft zusteuern könnte.</p>
<p>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss auch gepfiffen werden“ ist deshalb ein Zitat von Helmut Lamp (Vorsitzender des BBE), welcher damit die Politik zu einem entschlosseneren Handeln auffordert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung soll doch bitte mindestens die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen zur Entspannung der aktuellen Biokraftstoffsituation umsetzen.</p>
<p>Statt dem Verzetteln mit verwaltungstechnischen Fragen, müssen die Maßnahmen zur Wiederbelebung des Bioreinkraftstoffmarkts in Angriff genommen werden, mahnte auch Dr. Klaus Kliem (Vorsitzender der UFOP).</p>
<p>Versöhnlich zeigte sich Herrn Clemens Neumann (Abteilungsleiter beim BMELV) und betonte, dass Biokraftstoffe eine tragende Säule innerhalb der Dekarbonisierungsstrategie der Bundesregierung bilden, man dabei aber bitte nicht vergessen darf, dass es immer auch andere Interessen (Artenschutz, Flächennutzung etc.) gibt, die beim Ausbau der Bioenergie berücksichtigt werden müssen.</p>
<h2>Evolution der Energiewirtschaft = Evolution der fossilen Energieunternehmen?</h2>
<p>Auf dem Biokraftstoff-Kongress waren auch Vertreter der großen Mineralölunternehmen Shell und Total  anwesend, die ihre eigene Bioenergie-Strategie und die bisherigen Erfahrungen mit der Biokraftstoff-Produktion vorgestellt haben. Somit waren auf dem Biokraftstoff-Kongress auch 2 der 10 umsatzstärksten Unternehmen der Welt vertreten. Ist das nun gut oder schlecht für die noch vergleichsweise kleine Biokraftstoff-Branche?</p>
<p>Meiner Meinung nach ist das ein zweischneidiges Schwert, denn nach dem Ausstieg beim <a title="BtL Biokraftstoff Choren in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">BtL-Project von Choren in Deutschland</a> ist Shell in den USA und in Brasilien weiterhin in mehrere innovative Biokraftstoff-Projekte involviert (Codexis, Virent, Raizen).</p>
<p>Somit fließt ein Teil der Petrodollar auch in die Entwicklung von neuen Biokraftstoffkonzepten. Positiver formuliert finden somit also eine Partnerschaft und hoffentlich eine fließende Evolution von den fossilen zu den erneuerbaren Energieträgern statt. So könnten beispielsweise die Erkenntnisse des zweiten Hauptverfahrens (Fischer-Tropsch) bei der fossilen <a title="GtL Shell Pearl" href="http://www.biomasse-nutzung.de/btl-kraftstoff-pearl-biomass-liquid/">GtL-Herstellung von Shell Pearl</a> in Katar auch für die Entwicklung von Biomass-to-Liquid (BtL) verwendet werden. <a title="Biokraftstoffe der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-biokraftstoffe-2-generation/">Biokraftstoffe der nächsten Generation</a> profitieren also auch von den riesigen Investitionen der Mineralölunternehmen.</p>
<p>Wie lange diese Evolution von fossilen zu regenerativen Energieträgern letztlich dauern wird, dass werden die etablierten Mineralölunternehmen in jedem Fall entscheidend mit beeinflussen.</p>
<h2>Eine unbequeme Wahrheit über Energieprodukte</h2>
<p>Die direkte Konkurrenz mit den fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe leider noch nicht für sich entscheiden. Die Klimabilanz von Biokraftstoffen ist in der Mehrheit zwar deutlich besser als bei den fossilen Kollegen, aber dieser Aspekt zählt leider noch zu wenig beim Verbraucher.</p>
<p>Damit sind wir bei einer „unbequemen Wahrheit“, wie es Elmar Baumann (Geschäftsführer des <a title="Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie VDB" href="http://www.biokraftstoffverband.de/" target="_blank">VDB</a>) auf dem Biokraftstoff-Kongress genannt hat. Mit dieser etwas enttäuschenden, aber realistischen Einschätzung werden im Moment noch fast alle erneuerbaren Energieträger konfrontiert.</p>
<p>Der Preis von Energieprodukten ist immer noch das entscheidend Marktzugangskriterium. Verbraucher entscheiden sich bei der Auswahl ihrer Energieprodukte (Strom, Wärme, Gas, Kraftstoffe) in der überwiegenden Mehrheit ganz einfach auf Grund des niedrigsten Preises.</p>
<p>Bis zu dem Zeitpunkt, an dem externe Kosten (Umweltschäden) oder die Klimabilanz (der CO2-Handel entwickelt sich schon) eines Energieprodukts nicht wirklich in seine Preisfestsetzung einfließen, werden es Biokraftstoffe sehr schwer haben, überhaupt vom Verbraucher nachgefragt zu werden. Marktakzeptanz von Kraftstoffen regelt sich über den Preis. That’s it!</p>
<p>Eine schwer zu schluckende Pille für alle erneuerbaren Energien.</p>
<p>Eine Ausnahme bilden hier die festen Bioenergieträger (<a title="Niedrige Heizkosten mit Holzpellets und Hackschnitzeln" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/">Pellets, Hackschnitzel</a> etc.) welche schon heute mit einem Preisvorteil von etwa 40 Prozent gegenüber Heizöl oder Heizgas punkten können.</p>
<p>Der Anteil an EE-Strom soll bis 2050 auf 60 Prozent steigen und wir müssen Möglichkeiten finden, um die Erneuerbaren möglichst kosteneffizient in den Energiemarkt zu integrieren.</p>
<div id="attachment_6062" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px">
	<img class="size-full wp-image-6062" title="Diskussion Biokraftstoff-Kongress BBE UFOP" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Diskussion-Biokraftstoff-Kongress-BBE-UFOP1.jpg" alt="Diskussion beim Biokraftstoff-Kongress vom Bundesverband Bioenergie" width="420" height="284" />
	<p class="wp-caption-text">Die Biokraftstoffbranche hat sich auf dem Kongress auch den kritischsten Themen gestellt</p>
</div>
<h2>ILUC-Debatte: zerstört sich Europa seine Option für nachwachsendes Öl?</h2>
<p>Eine schwierige Frage, die sich mir vor allem während der zahlreichen ILUC-Präsentationen (<a title="ILUC-Debatte Biokraftstoffe Faktor" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">Indirect Land Use Change) für Biokraftstoffe</a> gestellt hat.</p>
<p>Dieses problematische Thema wurde auch auf dem Biokraftstoff-Kongress nicht ausgeblendet, sondern im Gegenteil sehr intensiv und vielschichtig diskutiert. Seit der Veröffentlichung der IFPRI-Studie zum Thema ILUC geht in der Biokraftstoffbranche ein schwer greifbares  Gespenst um, welches damit droht, einen Großteil der Branche, inklusive der Arbeitsplätze und getätigten Investitionen zu vernichten oder zumindest um viele Jahre zurückzuwerfen.</p>
<p>Ich kann die ILUC-Erkenntnisse die auf dem Kongress präsentiert wurden leider nicht in einem kleinen Abschnitt zusammenfassen, weil selbst viele von den Vortragenden, die sich intensiv mit ILUC beschäftigen (Pro- und Contra-Akteure), zu gleichen Teilen verunsichert wirkten. ILUC ist ein unglaublich komplexes und abstraktes Thema. Die Auswirkungen eines ILUC-Faktors, bei dem man beispielsweise pauschal 40 g CO2/ km auf die Klimabilanz aller Biokraftstoffe aufschlagen würde, wären dramatisch und in letzter Konsequenz könnte sogar die komplette Biodieselbranche in Europa zusammenbrechen.</p>
<p>ILUC war sicher das Thema, welches auf dem Biokraftstoff-Kongress für das größte Unbehagen gesorgt hat.</p>
<p>Die übertriebene Reduzierung der Vorteile von einer sicheren, nachwachsenden Menge an Öl innerhalb Europas auf die reine Klimabilanz ist doch sehr traurig und eindimensional. Und damit drücke ich mich noch ziemlich vorsichtig aus. Besonders wenn man den doch sehr fragwürdigen Modellansatz bedenkt. Immerhin gesteht die IFPRI-Studie ein, dass sie 25 Ungenauigkeiten aufweist.</p>
<p>Die EU-Politik bemüht sich so sehr um den Klimaschutz, dass sie sich bei der Auswahl ihrer Mittel lieber selbst geißelt, als wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor zu leisten. Biokraftstoffe können ab sofort eine CO2-Reduzierung von mindestens 35 Prozent gegenüber den fossilen Kraftstoffen erreichen. Das ist uns aber zu wenig und wir möchten gleich 60 Prozent CO2-Einsparung für Biokraftstoffe bis 2018 (EU-Richtlinie) sicherstellen. Möglicherweise wird das darin resultieren, dass wir im Verkehrssektor mittelfristig gar keine nennenswerten CO2-Einsparungen erreichen.</p>
<p>Und wenn wir diese ILUC-Büchse der Pandora für Biokraftstoffe schon öffnen möchten, dann sollten wir es konsequenterweise für jegliche Form der Landnutzung tun. Denn wenn wir diesen nur logischen Folgeschritt auslassen, dann werden genau die gleichen wertvollen Flächen in Indonesien einfach der Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetik zum Opfer fallen. Und jetzt mit Diskutieren anzufangen, ob man für ein Shampoo Regenwald abholzen darf, aber für ein Biokraftstoff nicht, finden wir glaube ich alle ziemlich absurd &#8211; oder?</p>
<p>Ich beneide die politischen Entscheidungsträger nicht, denn wahrscheinlich können sie bei der ILUC-Problematik und den vielschichtigen Interessen kein wirklich befriedigendes Ergebnis erreichen.</p>
<p>In dem Blogartikel „<a title="Blogartikel von Karsten Wiedemann zu ILUC" href="http://www.ee-blog.de/2012/01/biokraftstoffe-wenn-die-guillotine-fallt/" target="_blank">Wenn die Guillotine fällt</a>“ von Karsten Wiedemann (Bioenergie-Redakteur neue energie) fasst er die ILUC-Problematik, wie er sie auf dem Kongress erlebt hat, sehr ausgewogen zusammen.</p>
<h2>Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden zunehmend verschmelzen</h2>
<p>Wie auf diesem Blog demonstriert, kann die Bioenergie bekanntlich in die 3 Säulen der gasförmigen, flüssigen und holzartigen Bioenergie unterteilt werden. Die Vorträge auf dem Kongress haben gezeigt, dass sich diese 3 Bioenergiesektoren mittelfristig immer mehr vereinen lassen und die strikte Trennung entfallen kann.</p>
<p>Dieses langsame Verschwimmen der Bioenergieträger demonstriert genau die Flexibilität, welche eine Kerneigenschaft und ein großer Vorteil der erneuerbaren Bioenergie ist. So kann feste Biomasse in ein Gas und bei Belieben anschließend auch noch in eine Flüssigkeit verwandelt werden.</p>
<p>Die Technologie der Biomasse-Vergasung als Grundlage für die Herstellung von Biokraftstoffen wird wohl noch einige Jahre F&amp;E benötigen, bis sie in großem Maßstab genutzt werden kann. Im österreichischen Güssing gibt es aber bereits erfolgreiche Gasification-Versuche im Technikums-Maßstab zur Herstellung von Syngas.</p>
<p>In Ulm wird die Biomasse-Vergasung bereits seit dem Ende des vergangenen Jahres im <a title="Holzgas-Kraftwerk Ulm Biomasse-Vergasung" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,797058,00.html" target="_blank">ersten deutschen Holzgas-Kraftwerk</a> angewendet und versorgt auf diesem Wege 20.000 Menschen mit Wärme.</p>
<p>Ein weiteres interessantes Konzept, dem ich auf dem Biokraftstoff-Kongress begegnet bin, ist die Herstellung von Liquified BioGas, welches man in Anlehnung an die fossilen Kraftstoffe auch LBG nennt. Wie der Name schon vermuten lässt, ist LBG eine verflüssigte Form des Biomethans und kann in diesem Zustand neue Transportwege erschließen ohne auf Erdgasleitungen angewiesen zu sein.</p>
<h2>Nachhaltigkeitszertifizierung für Bioenergie startet durch</h2>
<p>Die Aufbruchsstimmung im Bereich der Biokraftstoffe ist ganz eindeutig im Umfeld der Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse für die Herstellung von Biokraftstoffen zu finden.</p>
<p>Somit ist das aktuelle Hoch (Nachhaltigkeitszertifizierung) und das aktuelle Tief (ILUC-Debatte) eng miteinander verbunden und innerhalb der verschiedenen Biokraftstoff-Akteure werden Interessenkonflikte sicher nicht ausbleiben.</p>
<p>Denn was bringt es der Biokraftstoffbranche mittelfristig, wenn man zwar die höchsten Nachhaltigkeitsstandards aller landwirtschaftlichen Produkte aufweisen kann, es aber gleichzeitig keine EU-Nachfrage nach diesen idealen Biokraftstoffen gibt, weil kaum ein Biokraftstoff die eventuell kommenden Standards (ILUC) erfüllen kann. Und außerhalb Europas kann man Biokraftstoffe auch ohne Nachhaltigkeitszertifikat verwenden.</p>
<p>Aktuell sind jedenfalls 7 Zertifizierungssysteme erfolgreich akkreditiert und es wird erwartet, dass in diesem Jahr etwa 20 weitere Systeme hinzukommen werden.</p>
<h2>Die Realität erkennen und trotzdem optimistisch bleiben</h2>
<p>Der Journalist Jacob Schlandt (Berliner Zeitung) war auf dem Biokraftstoffkongress einer der Moderatoren und hat bei der vom ihm moderierten Session die kühne Frage gestellt, was sich die Podiumsteilnehmer für eine Situation der Biokraftstoffbranche 2020 wünschen würden, wenn sie fern ab der Realität einfach mal „frei träumen“ dürfen.</p>
<p>Leider hat sich keiner der anwesenden Branchenvertreter zu einer kleinen Vision hinreißen lassen. Mich hat das ein bisschen enttäuscht, aber diese Einstellung basiert sicher auf den harten Erfahrungen, welche die Biokraftstoffbranche und ihre Interessenvertreter in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue machen mussten.</p>
<p>In der Realpolitik sind glaube ich alle Branchenvertreter nun sehr sattelfest und abgehärtet. Ich finde es wird Zeit, mal wieder etwas positive Energie und Vision in die Welt der Biokraftstoffe zu spülen. Wie der Kongress nämlich auch gezeigt hat, gibt es die bei allen Wolken auch.</p>
<p>Im nächsten Jahr gibt es dann den 10 Biokraftstoff-Kongress, der mit dem 15-jährigen Bestehen des BBE zusammenfällt. Hoffentlich wird es abgesehen von dem Jubiläum noch viele Gründe mehr zum Feiern geben.</p>
<p>Vielen Dank an den BBE und die UFOP, dass sie mich als Bioenergie-Blogger zu der Veranstaltung der Bioenergie-Gemeinschaft eingeladen haben!</p>
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		<title>Umrüstung des eigenen PKW auf Bioreinkraftstoffe schützt Klima und spart Geld</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 05:34:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man muss sicher keinen Ferrari oder Rennwagen fahren, um einen Bioreinkraftstoff wie E85 tanken zu können. Der Einsatz ist aber mittlerweile auch in diesen Hochleistungsautos möglich. Das Kraftstoffangebot an deutschen Tanksäulen hat sich in den vergangen Jahren stark verändert und erscheint manchmal wie ein richtiges Tohuwabohu. Mit dem vorliegenden Artikel innerhalb der Bioenergie-Kampagne „10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie“ möchte ich für 3 dieser Bioreinkraftstoffe (E85, B100, [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/umrustung-des-eigenen-pkw-auf-bioreinkraftstoffe-schutzt-klima-und-spart-geld/" title="Permanent link to Umrüstung des eigenen PKW auf Bioreinkraftstoffe schützt Klima und spart Geld"><img class="post_image alignnone frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Ferrari-Umrüstung-auf-Bioreinkraftstoff-E85.jpg" width="499" height="187" alt="Bild mit Ferrari der auf E85 Biokraftstoff umgerüstet ist" /></a>
</p><p>Man muss sicher keinen Ferrari oder Rennwagen fahren, um einen Bioreinkraftstoff wie E85 tanken zu können. Der Einsatz ist aber mittlerweile auch in diesen Hochleistungsautos möglich. Das Kraftstoffangebot an deutschen Tanksäulen hat sich in den vergangen Jahren stark verändert und erscheint manchmal wie ein richtiges Tohuwabohu. Mit dem vorliegenden Artikel innerhalb der Bioenergie-Kampagne „<a title="Bioenergie Kampagne" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie</a>“ möchte ich für 3 dieser Bioreinkraftstoffe (E85, B100, Biomethan) etwas Werbung machen. Rückblickend betrachtet, hätten sich viele Bioenergie-Enthusiasten auch etwas mehr Aufklärung oder gutes Produkt-Marketing bei der <a title="Einführung E10 in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/ ">E10-Einführung</a> im vergangenen Jahr gewünscht.</p>
<h2>Bioreinkraftstoffe unterstützen Klimaschutz im Verkehrssektor</h2>
<p>Biokraftstoffe sind die einzige Kraftstoffalternative, welche wir schon heute nutzen können, um den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid im Verkehrssektor deutlich zu reduzieren und somit aktiv zur Energiewende und zum Klimaschutz beizutragen.</p>
<p>Über die gesamte Nutzungskette betrachtet, fällt der Ausstoß des Treibhausgases Nr. 1 beim Einsatz von Biokraftstoffen um etwa 30 – 50 Prozent geringer aus als bei den fossilen Kollegen. In den kommenden Jahren werden diese Werte entsprechend den Anforderungen der Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe sogar noch höher ausfallen müssen (60% bis 2018).</p>
<p>Ich hätte an dieser Stelle gerne Emissionswerte der verschiedenen Kraftstoffe pro gefahrenen Kilometer zum Vergleich präsentiert. Zu diesem komplexen Thema ist es allerdings aktuell noch sehr schwierig eindeutige Angaben einer möglichst neutralen Quelle (Bundesministerien, ADAC etc.) zu finden. Die wenig anschaulichen Prozentangaben müssen deshalb leider genügen, um sie von der klimaschützenden Qualität der Bioreinkraftstoffe zu überzeugen.</p>
<p>Mittelfristig wird mit Sicherheit auch der Einsatz von mit EE-Strom betankten Elektrofahrzeugen einen großen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor leisten. Bei allen Anstrengungen werden aber bis zum Jahr 2020 „nur“ etwa 1 Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zugelassen sein, was bei 42 Millionen PKW einen Marktanteil von etwa 2,5 Prozent ausmachen wird.  Einen ambitionierten Klimaschutz stelle ich mir anders vor.</p>
<h2>Umrüstung auf Bioreinkraftstoff E85 rentiert sich bereits nach 1,5 Jahren</h2>
<p>Verbrennungsmotoren sind nicht so klimafreundlich wie Elektroantriebe die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dafür haben Verbrennungsmotoren und Biokraftstoffe den Charme, dass sie schon heute beim Autohändler, beziehungsweise an der Tankstelle verfügbar sind.<br />
Man kann mit der Umrüstung des eigenen PKWs auf Bioreinkraftstoffe außerdem Geld sparen.</p>
<p>Vor allem für Fahrzeugflotten von Unternehmen und Speditionen kann sich die Beschäftigung mit dem Thema Umrüstung auf Bioreinkraftstoffe schnell rechnen. Den Aussagen des Biogasrat zur Folge hat die Fahrzeugflotte des Bundestages mittlerweile auf den Biokraftstoff Biomethan umgestellt. Hierbei ist Biomethan ein neuer Vertreter unter den Bioreinkraftstoffen, der bisher noch wenig im Bewusstsein der Autofahrer vertreten ist.</p>
<p>Wie viel Geld man sparen kann und wie lange es dauert, bis sich die Umrüstung des eigenen Wagens auf den neuen Bioreinkraftstoff amortisieren, zeigt dieser <a title="Amortisationsrechner Bioreinkraftstoffe E85" href="http://www.amortisationsrechner.de/" target="_blank">Amortisationsrechner</a>. Der Rechner ermöglicht den Vergleich von verschiedenen Alternativkraftstoffen (Autogas, Ethanol, Erdgas, Pflanzenöl) mit Benzin.</p>
<p>Bei einem aktuellen Preis von etwa 1,08 Euro pro Liter rentiert sich die Umrüstung des Motors auf E85 bereits nach etwa anderthalb Jahren. Die Umrüstung in einer Werkstatt ist schnell erledigt und kostet etwa 600 Euro. Wenn sie direkt in einen Neuwagen investieren, der E85 tauglich ist, dann sparen sie natürlich bereits ab der ersten Tankfüllung.</p>
<p>Eine empfehlenswerte Internetseite für Informationen rund um den Bioreinkraftstoff E85 ist <a title="Bioreinkraftstoff E85 Umrüstung Fahrzeug Bioethanol" href="http://e85.biz/" target="_blank">E85.biz</a>.</p>
<h2>Biokraftstoffe an der Tankstelle selber mischen?!</h2>
<p>Sie können auch ohne Umrüstung ihres PKW das Klima schützen und Geld sparen. Die CO2- und Euro-Ersparnis ist in diesem Fall zwar nicht so groß, aber sie haben auch einen geringeren persönlichen Aufwand.</p>
<p>Wie ist das möglich?</p>
<p>Einige Anbieter (z.B. Mercedes) garantieren meines Wissens, dass alle ihre Modelle auch Kraftstoffmischung bis E20 problemlos vertragen. Von mehreren Autofahrern im Kreise der Bioenergie-Akteure habe ich bereits gehört, dass sie sich ihren Ethanolanteil an der Tankstelle seit Jahren selber mischen und bisher keine Probleme damit hatten.</p>
<p>Das Tankprozedere sieht hierbei folgendermaßen aus:</p>
<ol>
<li>Sie füllen den Tank ihres Benziners zu 4/5 mit E10.</li>
<li>Sie geben dem Tankwart ein Zeichen, dass er diesen Zwischenbetrag speichert und ihre Zapfsäule wieder auf Null stellt.</li>
<li>Sie füllen den verbleibenden Rest ihres Tanks mit E85.</li>
<li>Sie bezahlen beide Tankmengen.</li>
<li>Sie fahren mit einer klimaschonenderen Tankmischung zwischen E15 und E22 davon.</li>
</ol>
<p>Hier finden sie einen kleinen Erfahrungsaustausch zum <a title="Biokraftstoff Verhältniss selber mischen" href="http://www.ethanol-tanken.com/index.php?dat=6&amp;action=show_theme&amp;id=1376&amp;topic=4&amp;s_name=Probleme%20und%20Risiken&amp;sub_topic_id=2" target="_blank">Tanken von Bioreinkraftstoffen</a> mit weitaus höheren Verhältnissen bis hin zu 50-50-Mischungen.</p>
<p>Ich habe bisher von keinem Fall gehört, in dem die 80-20-Tankfüllung zu Problemen geführt hat, aber Garantien für dieses kreative Tankverhalten kann ich leider nicht geben.</p>
<p>Wer dieses kleine Abenteuer an der Zapfsäule ausprobieren möchte, sollte sich bitte vorher bei seinem Autohersteller oder im Netz informieren, um die Risiken für das eigene Modell besser abzuschätzen. Pro Liter E85 sparen sie aktuell etwa 40 Cent.</p>
<h2>FlexFuel zur Überwindung des großen Nachteils von Bioreinkraftstoffen</h2>
<p>Wo ist der Haken? Eine Frage die man sich nach dem bisher Geschriebenen stellen kann. Hört sich doch alles ganz gut an. Ich kann Geld sparen und zusätzlich einen kleinen Beitrag leisten, um meinen Kindern und Enkeln ein weniger turbulentes Klima zu  hinterlassen. Also auf geht’s!?</p>
<p>Ganz so einfach ist es nicht und es gibt einen wichtigen Schwachpunkt, den man nicht vergessen sollte.</p>
<p>Der wichtigste Kritikpunkt für die Umrüstung auf Biokraftstoffe ist aktuell sicher die geringe Dichte von Tankstellen, die Bioreinkraftstoffe (B100, E85) anbieten. Es sollte deshalb berücksichtigt werden, dass die Umstellung des Motors auf einen Bioreinkraftstoff neben den genannten Vorteilen leider auch Einbußen in Bezug auf die Flexibilität beim Tanken bedeutet.</p>
<p>So ist als Konsequenz auf die Besteuerung von Biokraftstoffen im Jahr 2006 die Anzahl der Tankstellen mit einer B100-Zapfsäule von bundesweit 1.900 auf aktuell unter 200 zurückgegangen. Die Anzahl von Tankstellen die E85 anbieten, liegt den Angaben von <a title="Tankstellen Netz Bioethanol E85 Deutschland " href="http://www.ethanol-tanken.com/" target="_blank">Ethanol-tanken.com</a> bei aktuell 330. Auf der Internetseite finden sie auch nützliche Angaben zu E85-Tankstellen in ihrer Nähe oder den Kosten für eine Umrüstung ihres PKW.</p>
<p>Wer vor allem zwischen Großstädten pendelt, hat aber auch bei dem relativ dünnen Tankstellennetz die Bioreinkraftstoffe anbieten keine Probleme. Außerdem helfen entsprechende Smartphone-Apps oder Internetseiten darüber zu informieren wo sich die nächstgelegene E85-Tankstelle befindet.</p>
<p>Wenn sie mit dem Gedanken spielen einen Neuwagen zu kaufen, dann sollten sie sich trotzdem darüber informieren, welche Möglichkeiten für einen FlexFuel-Motor der Hersteller anbietet. In Brasilien werden seit Jahrzehnten mit FlexFuel-Fahrzeuge eingesetzt, um flexibel zwischen den Kraftstoffen wählen zu können, welche die Tankstelle anbietet. FlexFuel-Motoren gibt es als Benziner- oder Diesel-Variante.</p>
<p>Hier finden sie die Internetseite der <a title="FlexFuel Initiative für Bioreinkraftstoffe " href="http://www.ethanol-statt-benzin.de/mid347_Ueber-FFV.html" target="_blank">Flex-Fuel Initiative Deutschland</a>.</p>
<p><strong>Außerdem soll die Steuerbegünstigung für Bioreinkraftstoffe zum Ende des Jahres 2012 auslaufen!</strong> Bioenergie-Verbände wie der BBE setzen sich aktuell für die Fortsetzung der <a title="Steuerbegünstigung von Bioreinkraftstoffen über 2012" href="http://www.bioenergie.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1024:bbe-aktuell-022012-steuerbeguenstigung-biogener-reinkraftstoffe-auch-nach-2012-sicherstellen&amp;catid=14:branchennews&amp;Itemid=26" target="_blank">Unterstützung der Bioreinkraftstoffe</a> ein und ich gehe davon aus, dass die Verlängerung auch erreicht werden kann. Immerhin ist im Koaltionsvertrag schriftlich festgehalten, dass der Bioreinkraftstoffmarkt wiederbelebt werden soll.</p>
<p>Bevor an dieser Stelle keine definitive Fortsetzung der Steuerbegünstigung entschieden ist, sollte aber mit der Umrüstung des PKW noch gewartet werden.</p>
<h2>Fazit zu Bioreinkraftstoffen</h2>
<p>Energie-Projekte die mit größeren Investitionen und finanziellen Gewinnmöglichkeiten verbunden sind, haben natürlich auch ihre Risiken. Früher wurden uns diese Risiken von zentralen Energieversorgern abgenommen. Bei dezentralen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien werden diese Risiken nun von den dezentralen Anlagenbetreibern übernommen.</p>
<p>Bei der flüssigen Bioenergie, beziehungsweise dem Tanken von Bioreinkraftstoffen sind diese Risiken oder Unannehmlichkeiten (Tankstellennetz) aber nicht viel größer als bei jedem anderen Autokauf auch. Gerade beim Kauf eines Neuwagens lohnt sich deshalb die Prüfung der Bioreinkraftstoff-Variante. Bei der Umrüstung sollte außerdem die Anpassung des Tankverhaltens nicht unterschätzt werden.</p>
<p>Abschließend sind hier nochmal die Vorteile aufgelistet, auf die sie sich beim Tanken von Bioreinkraftstoffen freuen können:</p>
<ul>
<li>Sie sparen Geld</li>
<li>Sie schützen das Klima</li>
<li>Sie stärken die Bioenergie und tragen dazu bei, dass die Wertschöpfungsketten der Energieversorgung mehr in die Regionen Deutschlands verlagert werden</li>
</ul>
<p>Welche Erfahrungen haben sie mit Bioreinkraftstoffen gesammelt? Welche Gründe haben sie, dass sie ihren PKW nicht auf Bioreinkraftstoffe umrüsten?</p>
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		<title>Ökogas – die neue Freiheit bei der Auswahl des Gasanbieters</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 05:34:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit der Liberalisierung des deutschen Strommarkts (1998) und des deutschen Gasmarkts (2006) erleben wir aktuell eine Marktphase, in der wir nicht mehr nur auf einen Energieversorger angewiesen sind, sondern in der wir aus einem immer breiter werdenden Spektrum von Energieanbietern auswählen können. Der Umgang mit dieser neuen Freiheit bei der Auswahl von Energieprodukten ist für die meisten von uns noch etwas ungewohnt. Während wir im Strombereich häufiger mit dem Gedanken [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/okogas/" title="Permanent link to Ökogas – die neue Freiheit bei der Auswahl des Gasanbieters"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Gasleitungen-für-Tarife-von-Ökogas.jpg" width="380" height="254" alt="Foto mit Rohleitungen für Ökogas" /></a>
</p><p>Mit der Liberalisierung des deutschen Strommarkts (1998) und des deutschen Gasmarkts (2006) erleben wir aktuell eine Marktphase, in der wir nicht mehr nur auf einen Energieversorger angewiesen sind, sondern in der wir aus einem immer breiter werdenden Spektrum von Energieanbietern auswählen können. Der Umgang mit dieser neuen Freiheit bei der Auswahl von Energieprodukten ist für die meisten von uns noch etwas ungewohnt. Während wir im Strombereich häufiger mit dem Gedanken spielen einen preisgünstigeren oder umweltfreundlicheren Anbieter auszuwählen oder den Anbieter sogar schon öfter gewechselt haben, ist das im Gasbereich noch eher selten. Ökogas ist ein neues Energieprodukt, welches ich ihnen in diesem Artikel empfehlen möchte.</p>
<p>Dies ist der zweite Artikel innerhalb der Artikelreihe &#8220;<a title="Stärkung der Bioenergie durch Anstieg der Nachfrage" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie</a>&#8221; zur Stärkung der Bioenergie.</p>
<h2>Ökogas – die klimaschützende Alternative unter den Gastarifen</h2>
<p>Ich bin in Bezug auf den Wechsel meines Strom- oder Gasanbieters eher der „beständige Typ“. Eigentlich wechsele ich meine Anbieter immer nur dann, wenn ich auch die Wohnung wechsele. Der Wechsel des Gasanbieters beim Umzug ist sicher der Moment, bei dem die Chancen für einen parallelen Wechsel des Gasanbieters am besten stehen. Das gilt vor allem dann, wenn wir mehrere hundert Kilometer weit wegziehen oder innerhalb einer Großstadt die 4-Wände wechseln.</p>
<p>Einige von ihnen sind an dieser Stelle wahrscheinlich deutlich mutiger und ich habe sogar Freunde, für die scheint die Suche nach dem besten (meist günstigsten) Gasanbieter fast schon ein Sport zu sein – ein Projekt, das sie als Chance begreifen und als Herausforderung annehmen. Klar wenn man sonst nichts zu tun hat, mag man hier sagen. Aber Moment, man muss nicht unbedingt zu einem Anbieter von einem hochwertigen Ökoprodukt wechseln, sondern kann auch einfach einen Gasanbieter wählen, bei dem man mehrere Hundert Euro im Jahr spart.</p>
<p>Ich möchte hier aber für den Mercedes/ BMW/ Jaguar (wählen sie ihren Favoriten) unter den Gasprodukten sprechen. Und das ist Ökogas! Ökogas ist nicht zwangsweise teurer (abhängig vom aktuellen Anbieter), ist aber in Bezug auf seine Qualität häufig ein Luxusprodukt mit hohen Umweltstandards.</p>
<p><strong>Was ist Ökogas?</strong></p>
<p>Ökogas hat noch nicht den Bekanntheitsgrad einer der oben genannten Luxuskarosserien erreicht, ist aber dabei, etwas Boden gut zu machen und die Aufmerksamkeit für sich zu erhöhen. Ein unsichtbares Gas ist einfach nicht so schön anzuschauen, wie ein Porsche 911.<br />
Hier finden sie einen Artikel, welcher der Bezeichnung „<a title="Was ist Ökogas? Welche Anbieter für Ökogas gibt es?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-okogas-bioerdgas-tarife/">Ökogas</a>“ etwas tiefer auf den Zahn fühlt. Kurz gesagt ist „ein Ökogas“ ein Gas, welches eine neutrale CO2-Bilanz aufweist, sogar aufweisen muss. Hierbei wird das meiste Ökogas aktuell durch die Aufbereitung von Biogas zu <a title="Ökogas ist Bioerdgas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/ ">Bioerdgas</a> gewonnen.</p>
<h2>Biomethan beim Anlagenbetreiber – Ökogas beim Verbraucher</h2>
<p>Die Gasanbieter vermarkten das Ökogas auch unter dem Namen „Klimatarif“. Für Kritiker klingt das vielleicht wie eine Übertreibung, aber ich finde den Namen in Ordnung und jeder kennt die Redensart „Der Name ist Programm“ (lat. Nomen est Omen).</p>
<p>Ökostrom hat mittlerweile einen hohen Grad der Akzeptanz bei den Verbrauchern erreicht und seine Mengen sind in den vergangenen Jahren stärker angestiegen, als von vielen erwartet wurde. Mittlerweile nehmen die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 20 Prozent an der Stromversorgung in Deutschland ein, wobei ein Anteil von 30 Prozent am Bruttostromverbrauch bis 2020 gesetzlich festgeschrieben ist.</p>
<p>Auf dem Gasmarkt sieht es mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien hingegen noch ähnlich dürftig aus, wie auf dem Wärmemarkt (siehe auch <a title="Anbieter von Holzenergie Hackschnitzeln und Pellets" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/">Artikel zur Holzenergie</a>). Hinzu kommt, dass der Gasmarkt und der Wärmemarkt eng miteinander verbunden sind, da 50 Prozent der Haushalte in Deutschland mit Gas beheizt werden.</p>
<p>Die folgende Grafik der <a title="Agentur für Erneuerbare Energien " href=" http://www.unendlich-viel-energie.de/" target="_blank">Agentur für Erneuerbare Energien</a> zeigt, dass die Bioenergie den größten Anteil am erneuerbaren Wärmemarkt beisteuert, aber dass das Team der Erneuerbaren im Vergleich mit den fossilen Energieträgern nur einen Anteil von knapp 10 Prozent in diesem Energiesegment erreicht.</p>
<div id="attachment_5942" class="wp-caption aligncenter" style="width: 480px">
	<img class="size-full wp-image-5942" title="Wärme durch Bioenergie und Ökogas" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Wärme-durch-Bioenergie-und-Ökogas.jpg" alt="Grafik Diagramm Anteil Bioenergie an erneuerbarer Wärme " width="480" height="353" />
	<p class="wp-caption-text">Wärme- und Gasmarkt haben noch viel Platz für erneuerbare Energieträger wie Ökogas</p>
</div>
<p>Konkrete Mengenangaben darüber, welchen Anteil Ökogas am aktuellen Gasmarkt einnimmt, habe ich leider nicht finden können. Wahrscheinlich sind die Mengen verschwindend gering. Hat jemand von ihnen einige aktuelle Zahlen zur Hand?</p>
<p>Um die Energiewende erfolgreich voranzutreiben, ist im Gas- und Wärmemarkt noch viel Platz nach oben für den Einsatz der speicherbaren, gasförmigen Bioenergie!</p>
<p>Wenn sie einen individuellen Beitrag zur Energiewende beisteuern möchten, dann können sie sich mit einem ersten Schritt über verschiedene Ökogas-Tarife informieren. Hier finden sie den <a title="Auflistung und Übersicht von Ökogas Tarifen" href="http://www.gas-magazin.de/biogas-tarife/" target="_blank">Gasrechner des Gas-Magazins</a>, um die in ihrer Region vorhandenen Gasanbieter vergleichen zu können. Das ausschließliche Anzeigen von Ökogas-Tarifen kann eingestellt werden. Der Online-Rechner ist Partner des TÜV geprüften Verivox-Netzwerks, welches einen problemlosen Wechsel des Gastarifs, beziehungsweise Gasanbieters garantiert.</p>
<p>Zu den garantierten Leistungen beim Tarifwechsel zählen:</p>
<ul>
<li>Keine Wechselgebühren</li>
<li>Unterbrechungsfreie Versorgung</li>
<li>Kein neuer Gaszähler</li>
</ul>
<p>Aus deutscher Sicht wird in diesem Jahr noch interessant, wie sich die Debatte um die Einführung eines EEGasG entwickelt. Die beiden großen Biogasverbände (der Fachverband Biogas und der Biogasrat e.V.) vertreten zu dieser Gesetzesidee ganz unterschiedliche Auffassungen. Der Fachverband Biogas und die Viessmann Group haben die <a title="Becker Büttner Held entwirft EEGasG" href="http://www.beckerbuettnerheld.de/de/gas/gas.html" target="_blank">Kanzlei Becker Büttner Held</a> aus Berlin damit beauftragt, einen Entwurf für ein EEGasG zu entwickeln, welches die <a title="Mehr Ökogas durch Biomethanziele der Bundesregierung " href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-ansatze-zur-erhohung-der-biomethaneinspeisung/">Erreichung der Biomethanziele</a> der Bundesregierung bis 2020 und 2030, sowie die Einspeisung von Power to Gas unterstützt.</p>
<p>Vielen Dank für ihr Interesse an der gasförmigen Bioenergie und viel Erfolg bei der neuen Freiheit beim Gas-Shopping.</p>
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		<title>Heizen mit fester Biomasse wie Hackschnitzeln oder Holzpellets</title>
		<link>http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 05:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/" title="Permanent link to Heizen mit fester Biomasse wie Hackschnitzeln oder Holzpellets"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Heizen-mit-Hackschnitzeln-und-Holzpellets-Preise-Kosten.png" width="550" height="313" alt="Preise und Kosten von Hackschnitzeln Pellets Heizöl Erdgas 2012" /></a>
</p><p>Wir haben einen vergleichsweise warmer Winter in Deutschland, aber auch für die ganz Hartgesottenen unter uns ist der Heizbedarf höher als während der hellen Jahreszeit. Die holzartigen Bioenergieträger bieten im Wärmemarkt eine regenerative Alternative zu den fossilen Klassikern. Dabei verspricht das Heizen mit Hackschnitzeln oder Holzpellets im nicht nur ein besonders kuscheliges Wärmeerlebnis, sondern ist meistens sogar deutlich günstiger als der Einsatz von Heizöl oder Erdgas. Der erste Artikel in der <a title="Nachfrage der Bioenergie steigern Übersicht Tipps " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">Artikelreihe zur Stärkung der Bioenergie</a> wirbt für den stärkeren Einsatz der erneuerbaren Holzenergie. Lassen sie uns als Verbraucher die Nachfrage nach Bioenergieträgern direkt steigern.</p>
<h2>Preise für Hackschnitzel und Holzpellets</h2>
<p>Der feste Bioenergieträger Holz ist der aktuell einzige Bioenergieträger der es unter ökonomischen Gesichtspunkten mit den fossilen Energieträgern aufnehmen kann. Dabei schaffen es Hackschnitzel, Holzpellets oder Scheitholz sogar die Preise für Heizöl und Erdgas deutlich zu unterbieten. Zusätzlich steigt der Heizöl- und Erdgaspreis aktuell um etwa 5 Prozent pro Jahr, während die Preise für Holzpellets nur um 3 Prozent steigen. Die Preisdifferenz wird sich mittelfristig also wahrscheinlich noch positiver entwickeln.</p>
<p>Die Grafik zu Beginn des Artikels stammt vom <a title="Carmen e.v. zu Heizkosten von Hackschnitzel Pellets" href="http://www.carmen-ev.de/" target="_blank">C.A.R.M.E.N. e.V.</a> und veranschaulicht eindrucksvoll den Preisvorteil, den das Heizen mit holzartigen Festbrennstoffen aktuell bietet.</p>
<p>In einem früheren Artikel habe ich <a title="Vergleich von Heizkosten Hackschnitzel und Pellets" href="http://www.biomasse-nutzung.de/holzpellets-oder-hackschnitzel-als-energietrager/">Holzpellets und Hackschnitzel als regenerative Energieträger</a> direkt verglichen und einige Vor- und Nachteile beider Energieträger aufgelistet.</p>
<h2>Mit Hackschnitzeln oder Pellets die Betriebskosten senken und zum Klimaschutz beitragen</h2>
<p>In Kombination mit einer guten Wärmeisolierung ist das Heizen mit Pellets und Hackschnitzeln vor allem für Einfamilienhäuser eine interessante Möglichkeit um die Energiekosten zu senken und aktiv zum Klimaschutz beizutragen.</p>
<p>Erneuerbare Wärme wird oft als schlafender Riese bezeichnet, weil sie im Vergleich mit dem erneuerbaren Strommarkt bisher eine viel kleinere Rolle spielt. So werden aktuell nur etwa 10 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs in Deutschland aus Erneuerbaren Energien gedeckt. Der Großteil des Wärmeverbrauchs wird also weiterhin mit Kohle, Heizöl und Erdgas gesichert.</p>
<p>Die Briten machen es vor und <a title="Förderung der erneuerbaren Wärme in Großbritannien" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">fördern die erneuerbare Wärme</a> seit Ende 2011 intensiver als es in Deutschland mit dem aktuellen EEWärmeG möglich ist. Vor allem für die Bioenergie ist der Wärmemarkt eine große Entwicklungschance.</p>
<div id="attachment_5926" class="wp-caption aligncenter" style="width: 350px">
	<img class="size-full wp-image-5926" title="Heizen mit Hackschnitzeln oder Holzpellets" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Heizen-mit-Hackschnitzeln-oder-Holzpellets.jpg" alt="Bild zum Artikel Heizen mit Hackschnitzel und Pellets" width="350" height="234" />
	<p class="wp-caption-text">Holzenergie: Kosten sparen, Klimaschutz unterstützen und gemütliche Wärme genießen</p>
</div>
<h2>Was kann ich tun, um meinen Bioenergie-Anteil beim Heizen zu erhöhen?</h2>
<p>Eine gute Frage, die nach pragmatischen Vorschlägen verlangt. Hier einige Anregungen:</p>
<p><strong>1. Informieren Sie sich über Anbieter und Preise für Hackschnitzel oder Holzpellets in ihrer Region.</strong></p>
<p>Das <a title="Heizkosten von Pellets und Hackschnitzeln auf Pelletshome" href="http://www.pelletshome.com/" target="_blank">Internetportal Pelletshome</a> informiert über die Pelletsbranche in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier finden sie umfassende Angaben zu aktuellen Preisentwicklungen und Anbietern von Pellets und Pelletsheizungen. Ein übersichtliches und gut gepflegtes Portal, dass ich gerne weiterempfehle.</p>
<p><strong>2. Wenn sie in einem Eigenheim wohnen, dann können sie sich über die Möglichkeiten zur Installation eines Kamins oder Pellet-Ofens informieren.</strong></p>
<p>Hier finden sie den Link zur Internetseite von <a title="Heizen mit Holzpellets und Hackschnitzeln auf Brennholz Deutschland" href="http://www.brennholz-deutschland.de/" target="_blank">Brennholz Deutschland</a>, auf der sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten zum Heizen mit Holz informieren können. Außerdem bietet die Seite eine umfassende Datenbank mit Lieferanten für Pellets, Holzbriketts oder Hackschnitzeln.</p>
<p><strong>3. Fragen sie bei ihrem Wärmeanbieter nach, ob er Ökotarife anbietet die auf dem  Einsatz von erneuerbaren Energien basieren.</strong></p>
<p>Abschließend noch ein Kurzfilm des Deutschen Pelletinstituts (DEPI), der einen anschaulichen Einblick in das europäische Qualitätssiegel für Pellets „ENplus“ bietet.<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/tX_1DVpVeow" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Helfen sie mit, dass wir auch im Wärmebereich den Anteil der Erneuerbaren Energien deutlich anheben.</p>
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		<title>10 Entwicklungen welche die Bioenergie 2012 prägen werden</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 10:35:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[04. Wirtschaft und Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
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		<category><![CDATA[2012]]></category>
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		<description><![CDATA[Das neue Jahr hat begonnen. Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012! Hoffentlich wird es ein fruchtbares Jahr für die Weiterentwicklung der Bioenergie. Ein aufregendes Jahr wird es ganz bestimmt. Einen kleinen Ausblick darauf, was uns Bioenergie-Akteure in dem noch jungen Jahr erwartet, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt. Dabei konzentriert ich mich in der Prognose vor allem auf Deutschland, beziehe aber auch internationale Trends mit ein. [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/10-entwicklungen-welche-die-bioenergie-2012-pragen-werden/" title="Permanent link to 10 Entwicklungen welche die Bioenergie 2012 prägen werden"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Prognose-zu-Silvester-2012.jpg" width="350" height="234" alt="Silvester als Bild zur Entwicklung der Bioenergie 2012" /></a>
</p><p>Das neue Jahr hat begonnen. Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012! Hoffentlich wird es ein fruchtbares Jahr für die Weiterentwicklung der Bioenergie. Ein aufregendes Jahr wird es ganz bestimmt. Einen kleinen Ausblick darauf, was uns Bioenergie-Akteure in dem noch jungen Jahr erwartet, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt. Dabei konzentriert ich mich in der Prognose vor allem auf Deutschland, beziehe aber auch internationale Trends mit ein.</p>
<p>Im Folgenden habe ich 10 Entwicklungen und Trends aufgelistet, die meiner Meinung nach wichtige Knotenpunkte für die Branchen der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Jahr 2012 bilden werden. Sicher werden uns viele noch unerwartete Entwicklungen und Innovationen mehr überraschen, wobei die folgenden 10 Punkte mit Sicherheit für besonders laute Töne sorgen werden.</p>
<h2>1.    Inkrafttreten des EEG 2012 verändert die Biogaslandschaft</h2>
<p>Am 1. Januar 2012 war es soweit und die im letzten Jahr verabschiedete Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ist in Kraft getreten.<br />
Der veränderte gesetzliche Rahmen zur Förderung der Erneuerbaren Energien in Deutschland wird auch die Bioenergiebranche nachhaltig verändern. Die gasförmigen und festen Bioenergieträger haben neue Einspeisesätze erhalten, wodurch eine Verschiebung bei der Auswahl der Anlagentypen, Anlagengrößen und Anlagensubstrate (mehr Abfall- und Nebenprodukte) stattfinden wird. Die Förderung flüssiger Bioenergieträger wurde im EEG 2012 leider komplett gestrichen.</p>
<p>Uns erwarten effizientere Anlagenkonzepte mit einer höheren Ausnutzung der entstehenden Wärme und die Einführung einer umstrittenen Maisdeckelung als Reaktion auf die Kritik von Biogasanlagen-Anwohnern vor allem im Norden Deutschlands.</p>
<p>Ziel der EEG-Novelle ist auch eine Beschleunigung der Marktintegration der Erneuerbaren Energien in das bestehende Energiesystem. Hoffen wir, dass die sicherlich auftretenden Startkomplikationen schnell überwunden werden können und die Emanzipation der Erneuerbaren voranschreitet.</p>
<p>Hier finden Sie weitere <a title="EEG-Novelle 2012 Auswirkungen auf die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">Informationen zur EEG Novelle 2012</a> und den Auswirkungen auf die Bioenergiebranche.</p>
<h2>2.    Mini-Biogasanlagen und Biomethan-Projekte werden für Zuwachs in der Biogasbranche sorgen</h2>
<p>Der Entwicklung der gasförmigen Bioenergie in Deutschland und der Zuwachs an Biogasanlagen waren in den vergangenen 3 Jahren enorm erfolgreich. Mit den Änderungen im EEG 2012 wird diese Wachstums-Rally wohl erst mal aufhören oder doch zumindest stark verlangsamt werden.</p>
<p>Trotzdem gibt es Zugpferde innerhalb der Biogasbranche, welche auch in diesem Jahr zu einem Wachstum der Branche beitragen werden. Vielleicht wird sich die produzierte Gesamtleistung an elektrischem Strom aus Biogas (aktuell etwa 2.800 MW) nicht deutlich erhöhen, aber die Anzahl an Biogasanlagen wird weiter steigen.</p>
<p>Folgende 3 Kernthemen werden für Aufträge bei den Anlagenherstellern und Planungsbüros sorgen:</p>
<ul>
<li>Planung und Realisierung von <a title="Mini-Biogasanlagen bis 75 kW nach EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlagen bis 75 kW</a></li>
<li>Ausbau von Biogasanlagen zu Bioerdgasanlagen (<a title="Informationen zu Bioerdgas und Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan</a> ins Erdgasnetz)</li>
<li>Repowering bestehender Biogasanlagen mit verbesserter Anlagentechnik. In dieser Maßnahme liegt das größte Potential, um den Anteil der gasförmigen Bioenergie an der Stromproduktion zu erhöhen, ohne die Anlagenanzahl deutlich steigern zu müssen. Eine gute Beschreibung der Situation in Niedersachen finden Sie in einem<a title="Bioenergie in Niedersachsen Artikel auf Top Agrar" href="http://www.topagrar.com/news/Energie-News-Biogas-Repowering-wird-der-Trend-der-Zukunft-619106.html"> Artikel auf Top Agrar</a>.</li>
</ul>
<p>Als problematisch sehe ich die <a title="Problematische Einstufung von Gülle als Abfall in Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Einstufung von Gülle als Abfall</a> beim Einsatz in Biogasanlagen. Diese Neubeurteilung von Gülle könnte den Ausbau der neu eingeführten Mini-Biogasanlagen lähmen. Hier sind zügige, aber vernünftige Lösungen erforderlich.</p>
<h2>3.    Luftfahrt wird dem Absatz von Biokraftstoffen neue Impulse verleihen</h2>
<p>Besonders wichtig für den Erfolg der Bioenergie ist ihr wirtschaftlicher Einsatz. Als gutes Beispiel möchte ich hier die Verwendung von Biokraftstoffen nennen. Nur wenn der Verbrauch von Biokraftstoffen weiter steigt, werden auch weitere Produktionsanlagen gebaut. Die Preise für Biokraftstoffe werden weiter fallen und das Interesse der Verbraucher als Reaktion steigen. Als Folge davon werden Investitionen in Forschung und Entwicklung von Biokraftstoffen zunehmen.</p>
<p>Diese Spirale ist unabhängig davon, ob wir unser Augenmerk auf Biokraftstoffe der ersten, zweiten oder dritten Generation lenken. Der Einsatz und Verbrauch von Biokraftstoffen ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Nur auf diesem Wege werden wir mittelfristig immer bessere Biokraftstoffe entwickeln können.</p>
<p>Deshalb freut es mich, bei allem zusätzlichen Druck der erst mal auf die Airlines zukommt, dass die europäische Luftfahrt ab diesem Jahr <a title="Luftfahrt wird in EU-Emissionshandel ETS aufgenommen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">in den EU-Emissionshandel aufgenommen</a> wurde. Die Kosten pro Tonne Flugbenzin werden dann direkt von der Menge an ausgestoßenem Kohlenstoffdioxid beeinflusst.</p>
<p>Bei der Suche nach Alternativen um die entstehende Kostensteigerung abzufedern und den CO2-Ausstoß zu senken, wird von den Fluglinien vor allem der Einsatz von Biokraftstoffen in Betracht gezogen. Die <a title="Biokraftstoffe für Flugzeuge in der zivilen Luftfahrt " href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">ersten Testflüge mit Biokraftstoffen</a> in der zivilen Luftfahrt wurden 2011 erfolgreich und weltweit absolviert.</p>
<p>Diese Partnerschaft und Win-Win-Situation zwischen ziviler Luftfahrt und Biokraftstoffbranche wird beiden Seiten noch viel Freude bereiten.</p>
<div id="attachment_5807" class="wp-caption aligncenter" style="width: 300px">
	<img class=" wp-image-5807" title="Maya Kalendar endet 2012 für Bioenergie Artikel" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Maya-Kalendar-endet-2012-für-Bioenergie-Artikel.jpg" alt="Comic Maya-Kalendar 2012 für Bioenergie Prognose Artikel" width="300" height="356" />
	<p class="wp-caption-text">„2012 wird kein Untergangs-, sondern ein weiteres Aufbruchsjahr für die Bioenergie“</p>
</div>
<h2>4.    Börsengänge unterstützen größere Produktionsanlagen für Biokraftstoffe der nächsten Generation</h2>
<p>Wir haben 2011 Börsengänge von US-amerikanischen Unternehmen im Biokraftstoffmarkt erlebt. So haben die Renewable Energy Group, KIOR und Solazyme den Gang an die Börse gewagt und sind den Biokraftstoff-Unternehmen Gevo, Amyris und Codexis gefolgt. Die Investitionsmöglichkeiten für die Entwicklung bioenergetischer Produkte können dadurch deutlich erweitert werden.</p>
<p>2012 werden weitere Unternehmen folgen, um eine direkte finanzielle Unterstützung des Biokraftstoffmarkts durch Bioenergie-Enthusiasten oder interessierte Investoren zu ermöglichen. Die heißesten Kandidaten für Börsengänge sind die US-Unternehmen Genomatica, Elevance, Fulcrum und Mascoma.</p>
<p>Auch die Entwicklung von Biokraftstoffen der nächsten Generation wird durch die Börsengänge der Biokraftstoffunternehmen zügig vorangetrieben und es können mehrere kostspielige Verfahren und Technologien parallel entwickelt werden.</p>
<p>So werden uns eventuell schon 2012 gasförmige Biokraftstoffe beeindrucken, welche durch die Vergasung von Biomasse (Syngas, <a title="Was ist die Hydrothermale Karbonisierung - HTC?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hydrothermale-karbonisierung-ein-magischer-weg-zur-bioenergie/">HTC</a>) hergestellt werden. Außerdem werden Bioethanol-Hersteller ihren Fokus auf energiereichere Moleküle wie beispielsweise Butanol erweitern. In jedem Fall werden weitere kommerzielle Anlagen für die Herstellung von Biokraftstoffen der nächsten Generation gebaut werden.</p>
<p>Aus deutscher Sicht waren Biokraftstoffe der zweiten Generation im Jahr 2011 eher ein tragisches Thema und mit der <a title="Choren Industries GmbH" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Choren Industries GmBH </a>musste einer der größte Hoffnungsträger für die Herstellung von Biokraftstoffen der Folgegeneration Insolvenz anmelden. Bioerdgas möchte ich bei dieser Einschätzung für 2011 ausnehmen, weil Bioerdgas teilweise aus sehr innovativen Substraten hergestellt werden kann und unter den BKS der nächsten Generation eine wichtige Rolle einnehmen kann.</p>
<p>Ich bin gespannt, wie sich die Demonstrationsanlage der Süd-Chemie AG für die Herstellung von Cellulose-Ethanol in Straubing entwickeln wird. Ich drücke die Daumen, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr wird, bei dem die Ingenieure und Wissenschaftler viele Hemmnisse auf dem Weg zu noch besseren Biokraftstoffen beseitigen können.</p>
<h2>5.    Novelle vom KWKG und EEWärmeG sowie ein neues EEGasG stärken rechtlichen Rahmen der Bioenergie</h2>
<p>Aus deutscher Sicht werden im Jahr 2012 vor allem 3 Gesetze, bzw. Gesetzesänderungen, die Aufmerksamkeit der Bioenergie-Akteure auf sich ziehen:</p>
<p>•    Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG-Novelle)<br />
•    Novelle des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG-Novelle)<br />
•    Gesetzesvorlage für ein Erneuerbares-Energien-Gas-Gesetz (EEGasG)</p>
<p>Alle 3 Gesetze können dazu beitragen, dass die Rahmenbedingungen für den Einsatz der Bioenergie weiter verbessert werden. Nutzen Sie Ihre Stimme und teilen Sie Ihre Erfahrungen den verschiedenen Verbänden der Bioenergie mit oder wenden Sie sich direkt an die Bundestagsabgeordneten, beziehungsweise deren Büros.</p>
<p>Das KWG-Gesetz fördert die Effizienztechnologie der Kraft-Wärme-Kopplung, das EEWärmeG stärkt den Einsatz von erneuerbarer Wärme und das geplante EEGasG unterstützt erneuerbares Gas (<a title="Anbieter von Ökogas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-okogas-bioerdgas-tarife/">„Ökogas“</a>) als Energieträger. Für Maßnahmen zur stärkeren Förderung von Erneuerbarer Wärme können wir uns von der <a title="Renewable Heat Incentive für erneuerbare Wärme" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">Renewable Heat Incentive (RHI)</a> unserer britischen Partner inspirieren und beraten lassen.</p>
<p>Über konkrete Änderungen wird der Bioenergie Blog berichten.</p>
<h2>6.    Handel mit Biomasse wird sich verändern</h2>
<p>Viele Entwicklungen wurden im vergangenen Jahr eingeleitet, die den Handel mit den verschiedenen Bioenergieträgern verändern werden. Aufbauend auf diese Infrastruktur wird der Handel internationaler, nachhaltiger und qualitätsorientierter werden.</p>
<p>So wurde in Rotterdam die <a title="Eröffnung der ersten Biomasse-Börse in Rotterdam" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomasse-borse-rotterdam-handel/">erste Biomasse-Börse Europas</a> eröffnet. Insgesamt stellt Europa einen wichtigen Motor für die Verbesserung des internationalen Biomasse-Handels dar. Das ist nicht weiter überraschend wenn man bedenkt, wie dichtbesiedelt der Kontinent ist und welche Potentiale in internationalen</p>
<p>Deshalb freut es mich besonders, dass Europa auch die Speerspitze bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitszertifizierung für Biomasse bildet. Das Engagement für einen nachhaltigen Anbau, Handel und Einsatz des wertvollen Guts „Biomasse“ zeigt, dass sich Europa seiner großen Verantwortung bei der Durchführung der eigenen Energiewende bewusst ist.</p>
<h2>7.    Asien und Brasilien bringen Schwung in internationale Bioenergieszene</h2>
<p>In einem interessanten Artikel des Biofuels Digest vom 1. Januar 2012 orakelt Jim Lane über die <a title="Artikel von Jim Lane über Entwicklung der Biokraftstoff-Branche 2012" href="http://biofuelsdigest.com/bdigest/2012/01/01/top-10-biofuels-predictions-for-2012/" target="_blank">Entwicklungen der Biokraftstoffbranche im Jahr 2012</a>.</p>
<p>Im Artikel formuliert Lane, dass er nach einer 2-jährigen Führungsrolle Brasiliens, beim internationalen Interesse für das Bilden von Partnerschaften, nun verstärkt Asien in den Fokus der Bioenergie-Gemeinschaft gelangen sieht. Dabei nennt der Redakteur des meistgelesenen Biokraftstoff Blogs der Welt folgende regionale Schwerpunkte:</p>
<p>•    Palmöl und Palmöl-Abfälle in Indonesien und Malaysia<br />
•    Maniok in Thailand und Vietnam<br />
•    Zuckerrohr in Indien<br />
•    Holzabfälle und tierische Nebenprodukte in China<br />
•    Algen in „Algstralia“ (also Australien)</p>
<p>Auch der Bioenergie-Blog BiomassMuse wird Brasilien und Asien in diesem Jahr etwas genauer unter die Lupe nehmen.</p>
<h2>8.    Algen, Algen und nochmals Algen</h2>
<p>Das Vorzeigesymbol für die innovative Kraft der Bioenergie ist schon seit vielen Jahren die Algensparte. Kaum ein anderer Bioenergieträger verspricht mittelfristig einen so großen Beitrag für den Aufbau einer Energieversorgung post-oil zu leisten, wie die Energiegewinnung aus  Mikro- und Makroalgen. Bakterien und Pilze mögen schnellere Wachstumsraten aufweisen, gehören aber nicht zu den Biomasse-PRODUZENTEN innerhalb der Biosphäre.</p>
<p>Ob die Bioenergie der 3. Generation (Algen) tatsächlich die Bioenergie der 2. Generation (Cellulose-Ethanol, BtL etc.) überholen wird, wie einige Fachleute vermuten, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird das noch nicht 2012 passieren.</p>
<p>Aktuell befinden sich gasförmige, flüssige oder feste Bioenergieträger aus Algen noch in der Entwicklung und haben nur einen sehr begrenzten Zugang zu wirtschaftlichen Anwendungen (siehe <a title="Algenenergie in Flugzeugen der zivilen Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">Algentreibstoffe für die zivile Luftfahrt</a>).</p>
<p>Bei aller Euphorie für den Ausbau der Algenenergie muss eine sorgfältige wissenschaftliche Beobachtung zu den Auswirkungen dieses Energieträgers auf unseren Planeten seine Nutzung begleiten.</p>
<p>In Deutschland werden vor allem diese <a title="Unternehmen und Institute zu Algen und Algenforschung" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-unternehmen-und-instituten-der-algennutzung/">Unternehmen und Institute im Bereich der Algenenergie</a>, sowie der <a title="Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg für Energie aus Algen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/">Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</a> den Puls der Branche bestimmen.</p>
<h2>9.    Programm zur Förderung von Mini-KWK wird wieder aufgenommen</h2>
<p>Nach einigem Hin und Her rund um das Förderprogramm für Mini-KWK-Anlagen soll es im Jahr 2012 nun wieder neu aufgenommen werden. Das ist eine tolle Nachricht für den Ausbau der dezentralen Bioenergie!</p>
<p>Die Förderung der kleinen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung wurde 2010 vorübergehend ausgesetzt, weil die Nachfrage so groß ausgefallen war, dass die eingereichten Anträge die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel schnell überstiegen haben. Die Bankenkrise hatte eine Aufstockung der Fördermittel nicht zugelassen und so wurde <a title="Stop des Mini-KWK-Programms 2010" href="http://www.biomasse-nutzung.de/fordergelder-mini-kwk-anlagen-gestoppt/">das Mini-KWK-Programm kurzfristig komplett gestrichen</a>. Nun soll das Mini-KWK-Förderprogramm also wiederkommen.</p>
<p>Zur konzeptionellen Neugestaltung des Programms gibt es auch <a title="Kritik am neuen Mini-KWK-Programm 2012" href="http://www.bhkw-forum.info/nachrichten/6326/2011-12-21-details-zum-neuen-mini-kwk-impulsprogramm/" target="_blank">Kritik</a>, aber die Wiederaufnahme setzt immerhin ein erstes positives Signal, dass man die moderne Effizienztechnologie auf der Seite der Politik nicht vergessen hat.</p>
<p>Sollte das Mini-KWK-Programm ab dem 1.4.2012 wieder in Kraft treten, kann es eine gute Ergänzung zu den neuen Mini-Biogasanlagen bilden. Allerdings wird diskutiert, dass im neuen Programm nur KWK-Anlagen bis 20 kW förderfähig sind, wodurch viele BHKW der Mini-Biogasanlagen (bis 75 kW) nicht in den Förderbereich des Programms fallen würden.</p>
<p>In einem solchen Fall kann die Entwicklung der Bioenergie nur indirekt durch einen höheren dezentralen Absatz profitieren. So kann das Mini-KWK-Programm einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz liefern, um private Endverbraucher zu motivieren, das Biogas oder Biomethan direkt zu beziehen und auf diesem Wege noch effizienter in Eigenregie in Strom und Wärme umwandeln.</p>
<p>Als Bioenergie-Enthusiast würde ich jedoch eine Erhöhung der aktuell geplanten Gesamtfördersumme von 20 Millionen € und die Erhöhung der Leistungsgrenze auf 50 kW sehr begrüßen.</p>
<h2>10.    Nutzung holzartiger Bioenergie weltweit wird weiter zunehmen</h2>
<p>Nicht alle Bioenergiemärkte wachsen gleichermaßen. So findet man beim Ausbau der folgenden Bioenergieträger sehr unterschiedliche Dynamiken abhängig von den Standortbedingungen des Verbraucherlands:</p>
<p>•    Biogas<br />
•    Biomethan<br />
•    Bioethanol<br />
•    Biodiesel<br />
•    Holzpellets<br />
•    Hackschnitzel</p>
<p>Dabei sollte unbedingt unterschieden werden zwischen der Produktion und dem Verbrauch der jeweils gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie. Ein gutes Beispiel hierzu ist die erstmalige <a title="Abnahme der Biodieselproduktion in der EU" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-produktion-herstellung-eu/">Abnahme der Biodieselproduktion in Europa</a>, ohne das der EU-Verbrauch von Biodiesel gesunken ist. Vielmehr haben Biodiesel-Importe nach Europa die inländische Produktion ersetzt.</p>
<p>Die Nutzung von fester Biomasse hat im Vergleich mit anderen Bioenergieträgern einen entscheidenden Vorteil. Das Heizen mit Hackschnitzeln oder Holzpellets ist günstiger als das Heizen mit dem fossilen Energieträger Erdöl. Und das gilt „out of the box“ ohne Subventionen schon heute! Bei einem weiteren <a title="Entwicklung der Bioenergie hängt vom Erdölpreis ab" href="http://www.biomasse-nutzung.de/branche-der-bioenergie-profitiert-vom-ansteigen-des-olpreises-uber-100-us-barrel/">Anstieg des Erdölpreises</a> wird sich dieser wirtschaftliche Vorteil wahrscheinlich noch verstärken, da fast alle Bioenergieträger mit dem Preis für das ebenfalls sehr flexibel einsetzbare Erdöl konkurrieren.</p>
<p>Angeführt von den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland, Belgien und Schweden nimmt das europäische Interesse an holzartiger Bioenergie zu und trägt gleichzeitig zum Anstieg von Holzimporten aus Nordamerika bei. Dieser Trend wird sich vermutlich auch 2012 fortsetzen.</p>
<p>Weltweit sind vor allem China, Indien, Japan und Brasilien auf den Zug der Energiegewinnung aus fester Biomasse aufgesprungen. In China sollen bis zum Jahr 2015 sogar 500 – 700 neue Biomassekraftwerke in Betrieb genommen werden und die Erzeugungskapazität im Vergleich zu 2010 um ganze 160% wachsen.</p>
<h2>Bioenergie 2012 – was wollen wir erreichen?</h2>
<p>Für die Recherche zu diesem Artikel habe ich auch auf Artikel in der internationalen Blogosphäre und Fachpresse zurückgegriffen. Die Inhalte veröffentlichter Jahresrückblicke 2011 und Prognosen für 2012 zu Biogas, Biokraftstoffen und holzartiger Biomasse weltweit sind eine wichtige Inspirationsquelle. Einige interessante Quellen möchte ich allen Bioenergie-Enthusiasten oder Bioenergie-Akteuren empfehlen:</p>
<ul>
<li><a title="Prognose zur Entwicklung der Bioenergie 2012" href="http://biomassmagazine.com/articles/5988/biomass-2012-international-growth-and-domestic-obstacles" target="_blank">Biomass 2012 – International growth and domestic obstacles</a></li>
<li><a title="Entwicklung der Biomasse und Bioenergie Branche 2012" href="http://www.renewableenergyworld.com/rea/news/article/2011/12/biomass-industry-outlook-2012-cautiously-optimistic" target="_blank">Biomass Industry Outlook 2012 – cautiously optimistic</a></li>
<li><a title="Biokraftstoffe im Jahr 2012 - Jahresrückblick" href="http://biofuelsdigest.com/bdigest/2011/12/27/the-11-top-biofuels-trends-of-2011/" target="_blank">The 11 top biofuels trends of 2011</a></li>
</ul>
<p>Was können wir innerhalb der Bioenergie-Branche erreichen. Welche Potentiale können wir freisetzen und welchen negativen Entwicklungen müssen wir gegensteuern?</p>
<p>Ich freue mich auf das kommende Jahr mit spannenden Entwicklungen im Bioenergie-Bereich. Viel Erfolg und Spaß bei der Mitgestaltung der Branche.</p>
<p>Was erwarten Sie oder wünschen Sie sich von 2012?</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 05:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
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		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Biokraftstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Holz]]></category>
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		<category><![CDATA[COACH Bioenergy]]></category>
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		<description><![CDATA[Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/" title="Permanent link to COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergy-für-Bioenergie-in-Europa.jpg" width="380" height="257" alt="Bild zum Artikel COACH Bioenergy für Stärkung der Bioenergie in Europa" /></a>
</p><p>Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die <a title="Bioenergie aus fester Biomasse in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Eurobserver-Barometer-Bioenergie-in-Europa.pdf">Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa</a> zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, mit welch unterschiedlicher Dynamik und Präsenz die Bioenergie in die eigene Energiewende eingebaut wird. Ich habe die Bioenergie-Konferenz besucht und möchte darüber berichten.</p>
<h2>Eine vielfältige Bioenergie für ein vielfältiges Europa</h2>
<p>Auf das Engagement der Engländer, einen großen Beitrag zur Stärkung der Bioenergie zu leisten, wurde schon in dem <a title="RHI für Bioenergie und Biowärme in England und Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">Artikel zur Renewable Heat Incentive (RHI)</a> eingegangen. Auch die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme des größten Biomasseheizkraftwerks der Welt (750 MW!) auf der größten Insel Europas spricht eine deutliche Sprache.</p>
<p>Auch das im September gestartete transnationale <a title="Forschungsprojekt zur Bioenergie aus Algen in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">Forschungsprojekt EnAlgae</a>, welches die Gewinnung der Bioenergie aus Algen untersucht, hat seinen Fokus auf 7 Staaten im Nordwesten Europas gerichtet.</p>
<p>Das COACH BioEnergy Projekt konzentriert sich hingegen vor allem auf die Staaten Mittel- und Osteuropas und trägt zur Weiterentwicklung der Bioenergie vor Ort bei.</p>
<p>Jedes Land zeigt abhängig von den eigenen Standortvorteilen besondere Stärken in Bezug auf den Einsatz der Bioenergie. Sich den eigenen Potentialen für die Nutzung von Biogas, Biokraftstoffen oder fester Biomasse bewusst  zu werden, wird durch den Austausch und Vergleich mit anderen Ländern erleichtert und beschleunigt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-5708" title="COACH Bioenergie Partner Länder" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergie-Partner-Länder.png" alt="Partnerländer des COACH BioEnergy Projekts" width="430" height="430" /></p>
<h2>COACH BioEnergy Projekt gehört zum Central Europe Programme</h2>
<p>Das <a title="COACH BioEnergy Projekt für Bioenergie in Europa" href="http://www.coach-bioenergy.eu/" target="_blank">COACH BioEnergy Projekt</a> wird von der Europäischen Union gefördert und gehört zum <a title="Central Europe Programm unterstützt Bioenergie in Europa" href="http://www.central2013.eu/index.php" target="_blank">„Central Europe“ Programm</a>. Das Central Europe Programme wird zwischen 2007 – 2013 mit 231 Millionen € aus dem European Regional Development Funds (ERDF) finanziert.</p>
<p>Die Organisation des EU-Projekts, an dem 18 Institute, Universitäten und Verbände aus 7 Ländern teilnehmen, übernimmt das <a title="Fraunhofer Institute für Bioenergie in Europa" href="http://www.moez.fraunhofer.de/de/projekte/laufende_Projekte/coachbioenergy.html" target="_blank">Fraunhofer Institut MOEZ</a> in Leipzig unter der Projektleitung von Annamaria Riemer.</p>
<p>Das Ziel von COACH BioEnergy ist die Aufnahme und Erforschung zukunftsorientierter  Projekte und Technologien für die Bioenergie in den Partnerländern. Dabei werden die gewonnenen Erkenntnisse zur Bioenergie über ein Beratungsnetzwerk gesammelt und auf der Internetseite des Projekts kostenfrei zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Dabei deckt das COACH BioEnergy Projekt folgende Wertschöpfungsschritte der Bioenergie in Europa ab:</p>
<ul>
<li>Biomasseanbau in der Land- und Forstwirtschaft</li>
<li>Vorbehandlung, Transport und Veredelung der Energiepflanzen</li>
<li>Technologien und Verfahren zur energetischen Umwandlung der Biomasse</li>
</ul>
<h2>Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts in Berlin</h2>
<p>Die COACH Bioenergy Abschlusskonferenz fand am 1.Dezember im Fraunhofer-Forum in Berlin statt. Die Konferenz wurde von Teilnehmern aus allen Partnerländern besucht und bei dieser die Ergebnisse einzelner Länder vorgestellt.</p>
<p>Maud Skäringer von der Europäischen Kommission hat in ihrem Vortrag einen interessanten Ein- und Ausblick in die europäische Förderpolitik gegeben. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem nächsten Förderzeitraum folgenden Förderinstrumente der EU:</p>
<ul>
<li>European Regional Development Fund (ERDF)</li>
<li>European Social Fund (ESF)</li>
<li>Cohesion Policy Programm</li>
<li>European Strategic Energy Technology Plan (SET Plan)</li>
</ul>
<p>Die kommende Förderphase wird die Jahre 2014 – 2020 umspannen.</p>
<p>In Zahlen betrachtet investiert die Europäische Union in den Jahren 2007 – 2013 eine Summe von 9.3 Milliarden € in die Erforschung und Förderung der Erneuerbaren Energien. Von dieser Summe fließen 1.8 Milliarden in die Bioenergie.</p>
<p>Dabei wies Frau Skäringer darauf hin, dass Energie ein vergleichsweise neues Thema ist, welches mit so gewaltigen Summen gefördert wird. Um die globale Führungsposition der „Low Carbon Economy“ Europas weiter auszubauen, werden im kommenden Förderzeitraum vermutlich nochmal 40% mehr Gelder (etwa 17 Milliarden €) investiert.</p>
<h2>10% Biokraftstoffe  bis 2013 aus dem Stand möglich</h2>
<p>Ein besonderer Moment bei der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz war für mich der Vortrag von Helmut Lamp, dem Vorstandsvorsitzenden des <a title="Bundesverband Bioenergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverbands Bioenergie (BBE)</a>. Als Bioenergie-Enthusiast war ich sehr gespannt auf meinen ersten Live-Auftritt des BBE-Vertreters. Im Anschluss hatte ich dann sogar noch das Vergnügen, Herr Lamp persönlich kennenzulernen.</p>
<p>Man merkt Herr Lamp seine Leidenschaft für die kontrovers diskutierte Bioenergie-Branche auch noch nach 13 Jahren BBE-Erfahrung deutlich an. Dabei schafft er es auf spannende Art und Weise die Welt der Bioenergie lebendig werden zu lassen.</p>
<p>Sein Vortrag war eine gelungene Mischung aus Interpretation der aktuellen Bioenergie-Entwicklungen und einem historischen Erfahrungsbericht. So hat er in seiner Präsentation sehr anschaulich die Auswirkungen der EEG Novelle 2012 mit den großen Zusammenhängen der Energiewende verbunden.</p>
<p>Dabei hat Herr Lamp in seinem Vortrag Mut zur Prognose und Lust zur Vision gezeigt. Mit seiner unterhaltsamen Vortragsweise ist er sowohl mahnend auf Konflikte und Hemmnisse der Bioenergie-Rahmenbedingungen eingegangen, ohne dabei die Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen, vor dem Fachpublikum auch differenziert, humorvoll und motivierend auf die großen Potentiale der Bioenergie hinzuweisen.</p>
<p>Genug der persönlichen Lobrede für den Bioenergie-Vortrag von Herr Lamp und zurück zu einigen Statements seiner Präsentation auf der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz.</p>
<p>So könnte die Biokraftstoffquote mit den vorhandenen Produktionskapazitäten, der vorhandenen Tankstelleninfrastruktur und dem aktuellen Fuhrpark in Deutschland aus dem Stand auf 10% angehoben werden. Und dieser Wert ist bis 2013 oder sogar schon 2012 realisierbar. Aktuell haben Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol) einen Anteil von 6,25 % am Kraftstoffmarkt in Deutschland.</p>
<p>Der schlafende Riese für die Entwicklung der Bioenergie und die Einsparung von Treibhausgasen ist der Wärmesektor. Das gilt besonders unter den Begleitumständen, dass pro Jahr etwa 160.000 neue Wohnungen gebaut werden, die von Anfang an mit erneuerbarer Wärme aus Biomasse versorgt werden können. In den vergangenen 30 Jahren ist der Markt für EE-Wärmeanlagen stattdessen um 30% eingebrochen. An dieser Stelle müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen (EWärmeG, KWK-Gesetz etc.) geändert werden.</p>
<p>Der Einschätzung von Herr Lamp, als Vertreter des BBE, zur Folge, liegen die größten Potentiale der Bioenergie vor allem im Wärme- und Kraftstoffmarkt. Für die Erzeugung von Strom ist die Windenergie häufig sogar besser geeignet.</p>
<p>Als die wichtigsten EU-Importländer für Biomasse sieht Lamp nicht die Länder Südamerikas, sondern mittelfristig vor allem die Staaten östlich von Europa. Die Chancen für ausgewogene Partnerschaften des „Geben und Nehmens“ sind hierbei besonders groß. So könnten vorhandene Technologien und Know-How gegen Rohstoffe getauscht werden. Die <a title="ILUC-Debatte zu Biokraftstoffen Bioethanol Biodiesel" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC-Debatte für Biokraftstoffe</a> hält Herr Lamp weitgehend für absurd, wollte aber in dieser Veranstaltung nicht näher darauf eingehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5709" title="Bioenergie Verbrauch Deutschland Polen Tschechien Ungarn" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Verbrauch-Deutschland-Polen-Tschechien-Ungarn.png" alt="Bioenergie in Polen Tschechien und Ungarn" width="575" height="383" /></p>
<h2>Bioenergie in Mittel- und Osteuropa</h2>
<p>Die Grafik zeigt, wie unterschiedlich der Gesamtenergieverbrauch von 4 ausgewählten Partnerländern des COACH Bioenergy Projekt ist. Dabei ist interessant ist, dass alle Länder etwa 10 % ihres Energiebedarfs durch den Einsatz von biogenen Energieträgern decken und sich in der relativen Bedeutung der Bioenergie sehr ähnlich sind. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des UKERC hat gezeigt, dass die <a title="Report zum Potential der Bioenergie Download" href="http://www.biomasse-nutzung.de/ukerc-biomasse-bioenergie-bericht-download/">Bioenergie mittelfristig sogar 20 % des globalen Primärenergiebedarfs </a>decken kann.</p>
<p>Welche Unterschiede gibt es in der Zusammensetzung der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie in den betrachteten Ländern?</p>
<p>In mehreren Vorträgen wurde den Projektpartnern die Bioenergie-Situation im eigenen Land vorgestellt. Die Vorträge wurden auf Englisch gehalten und ich möchte einen kleinen Einblick in die vorgetragenen Ergebnisse geben. Die Präsentationen und weitere Informationen zur Bioenergie in Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn können sicher bei den einzelnen Referenten angefragt werden.</p>
<h2>Bioenergie in Deutschland beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 82 Millionen</li>
<li>Fläche: 357.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010):  2.490 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 5.7 %</li>
</ul>
<p>Christiane Hennig vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) in Leipzig hat in ihrem Vortrag die Herausforderungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bioenergie in Deutschland vorgestellt.</p>
<p>Hierbei hat Deutschland seine Ziele für die Gewinnung von Strom (EEG, BioStr-NachV), Wärme (MAP, EEWärmeG) und Kraftstoffen (BImSchG) aus Biomasse gesetzlich fixiert.</p>
<p>Für weitere Fragen können Sie Frau Hennig unter folgender Email-Adresse erreichen: christiane.hennig[at]dbfz.de</p>
<h2>Bioenergie in Polen beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 38 Millionen</li>
<li>Fläche: 313.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 354 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 4.8 %</li>
</ul>
<p>Magdalena Rogulska vom Institut for Fuels and Renewable Energy (IPiEO) in Warschau hat den Stand der Bioenergie in Polen vorgestellt.</p>
<p>Aktuell ist die Bioenergie in folgende Erneuerbare-Energien-Landschaft in Polen eingebettet: 48 % Wind Energie, 31 % feste Biomasse, 12 % Biogas und 9 % Wasserkraft.</p>
<p>Dabei müssen die Inhalte der EU-Richtlinie RED 2009/28/ EU noch in polnisches Recht übernommen werden, um die weitere Errichtung von bioenergetischen Anlagen zu unterstützen. Ende 2010 waren in Polen 70 Biogasanlagen in Betrieb.</p>
<p>In Polen stehen den Angaben von Frau Rogulska zur Folge etwa 1.5 Millionen Hektar für den gezielten Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Die Hauptimportländer für Biomasse sind weiterhin Weißrussland, die Ukraine und Russland.</p>
<p>Für die kommenden Jahre ist außerdem die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der Upscale von Lignocellulose-Anlagen geplant. Mit der Förderung von Lignocellulose-Ethanol intensiviert Polen sein Engagement bei der Herstellung von <a title="Vorteile und Pros von Biokraftstoffen der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der nächsten Generation</a>.</p>
<p>Für weitere Informationen zur Bioenergie in Polen können Sie Frau Rogulska unter folgender Email-Adresse erreichen: mrogulska[at]ipieo.pl</p>
<h2>Bioenergie in Tschechien beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10.5 Millionen</li>
<li>Fläche: 79.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 146 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.4 %</li>
</ul>
<p>Jan Kolonicny vom Energy Research Center der Technischen Universität von Ostrava (VSB) hat über die Bioenergie in Tschechien berichtet.</p>
<p>Die Bioenergie hat in Tschechien einen tollen Stand und man muss fast schon davon sprechen, dass Biogas, Biokraftstoffe und feste Biomasse mit einem 85%-Anteil den Markt der Erneuerbaren Energien dominieren.</p>
<p>Der wichtigste bioenergetische Rohstoff in Tschechien sind Holzhackschnitzel. Außerdem kommen innovative Rohstoffe wie beispielsweise Abfälle aus der Papier &amp; Zellstoffindustrie (Schwarzlauge) zum Einsatz.</p>
<p>Die gasförmige Bioenergie war im Jahr 2010 mit 150 Biogasanlagen oder 25 MW Leistung in Tschechien vertreten. Neue Gesetze für die Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung und die Aufbereitung von <a title="Was ist Bioerdgas? " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Bioerdgas</a> gelten ab 2013.</p>
<p>Für die Herstellung von Biokraftstoffen (Biodiesel und Bioethanol) werden aktuell nur die Hälfte der vorhandenen Produktionskapazität genutzt und es wird eine vergleichsweise geringe Quote von 3.4 % am Gesamtkraftstoffmarkt erreicht. Die Slowakei hat mit einem 8.6 %-igen Biokraftstoffanteil die aktuell höchste Biokraftstoff-Quote in der gesamten EU.</p>
<p>Für nähere Informationen zur Bioenergie in Tschechien können Sie Herrn Kolonicny unter folgender Email-Adresse erreichen:  <em>jan</em><em>.</em><em>kolonicny[at]</em>vsb.cz</p>
<h2>Bioenergie in Ungarn beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10 Millionen</li>
<li>Fläche: 93.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2009): 98 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.1 %</li>
</ul>
<p>Der Stand der Bioenergie in Ungarn wurde von Ada Amon vom ENERGIEKLUB Climate Policy and Applied Communications in Budapest vorgestellt.</p>
<p>Demnach sind die Zukunftsaussichten für die energetische Nutzung von Biomasse in Ungarn nicht so günstig wie in den zuvor vorgestellten Ländern. Aktuell hat die Bioenergie allerdings noch einen 74%-igen Anteil (40 PJ) innerhalb der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Solar und Wind haben dafür ein größeres Ausbaupotential, wobei Frau Amon darauf hinweist, dass die Situation für die Erneuerbaren Energien in Ungarn insgesamt noch stark ausbaufähig ist. So sind im gesamten ungarischen Parlament nur 2 Parlamentarier mit den Erneuerbaren Energien betraut.</p>
<p>Die Genehmigung von bioenergetischen Anlagen ist sehr aufwendig und allein für die Errichtung einer Biogasanlage in Ungarn ist die Autorisierung von über 30 Behörden notwendig. Neben den zu komplexen Genehmigungsverfahren nennt Frau Amon die fehlende gesetzliche Sicherheit als Hauptgrund für eine schnellere Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Soviel zur Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts. Vielen Dank für die interessante Veranstaltung zur Bioenergie in Mittel- und Osteuropa an alle Referenten und Organisatoren.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Parlamentarischer Abend des Biogasrat mit offener Debatte zur Biogaspolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 05:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[12. Wärmenutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
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		<description><![CDATA[In vorherigen Artikeln wurde verstärkt an eine konstruktivere Bioenergie-Debatte appelliert. Mit welchen Argumenten wird eigentlich im Bundestag über die Entwicklung der Bioenergie diskutiert? Der vom Biogasrat e.V. veranstaltete und in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts abgehaltene Parlamentarische Abend, hat einen spannenden Einblick in die Politik des Biogases und die Positionen der Bundestagsparteien ermöglicht. Dabei treffen teilweise sehr unterschiedliche Ziele und Wege zum Ausbau der gasförmigen Bioenergie aufeinander. Die Gestaltung der zukünftigen Biogaslandschaft [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biogasrat-biogas-politik/" title="Permanent link to Parlamentarischer Abend des Biogasrat mit offener Debatte zur Biogaspolitik"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Parlamentarischer-Abend-des-Biogasrat-Biogas-Politik.jpg" width="400" height="267" alt="Bild mit Bundestagsabgeordneten zum Parlamentarischen Abend des Biogasrat über Biogas Politik" /></a>
</p><p>In vorherigen Artikeln wurde verstärkt an eine<a title="Bioenergie Debatte " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/"> konstruktivere Bioenergie-Debatte</a> appelliert. Mit welchen Argumenten wird eigentlich im Bundestag über die Entwicklung der Bioenergie diskutiert? Der vom Biogasrat e.V. veranstaltete und in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts abgehaltene Parlamentarische Abend, hat einen spannenden Einblick in die Politik des Biogases und die Positionen der Bundestagsparteien ermöglicht. Dabei treffen teilweise sehr unterschiedliche Ziele und Wege zum Ausbau der gasförmigen Bioenergie aufeinander.</p>
<p>Die Gestaltung der zukünftigen Biogaslandschaft ist ein wichtiges Anliegen für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Dass dieses Thema auch für einige Konflikte zwischen den betroffenen Interessenverbänden sorgt, hat der Parlamentarische Abend des Biogasrats gezeigt, welcher am 30.11.2011 stattgefunden hat.</p>
<p>Das Podium war mit jeweils einem Vertreter der 5 Bundestagsparteien sehr interessant und ausgewogen besetzt, so dass die möglichen Auswirkungen des EEG 2012 und die zukünftige Gestaltung des Biomethanmarkts leidenschaftlich diskutiert werden konnten.</p>
<p>Die Suche nach den geeignetsten politischen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau einer nachhaltigen, gerechten und bezahlbaren Biogaslandschaft läuft auf Hochtouren. Dabei gab es auch eine überraschende Bekanntgabe bezüglich den 75 kW Biogasanlagen, welche im Podium heftig diskutiert wurde.</p>
<h2>Welche Position vertritt der Biogasrat?</h2>
<p>Der Biogasrat vertritt hauptsächlich die Interessen der „großen Biogasanlagen“, hat aber bei der Veranstaltung auch bewiesen, dass er sich vor allem für die Biogasbranche als Ganzes einsetzt. Teilweise gab es in der Vergangenheit die Kritik, dass die parallele Existenz des Fachverbands Biogas und des Biogasrat e.V. einen Keil in die Biogaslandschaft treiben könnte. Diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt und gerade bei den Verhandlungen zum EEG 2012 gab es auch Meinungsverschiedenheiten (Stichwort Marktprämie) über die Gestaltung des weiteren Ausbaus der Biogaslandschaft.</p>
<p>Mich hat der Abend überzeugt, dass sich der Biogasrat vor allem eine starke, aber gemeinsame Biogaslandschaft für Deutschland und vielleicht sogar Europa wünscht.</p>
<p>„Der Neue“ unter den Biogasverbänden wurde im Jahr 2009 gegründet und seine Position ist im weiten Feld der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie noch nicht jedem ein Begriff. Hoffentlich hilft Ihnen der Artikel auch dabei, die Arbeit des Biogasrats und seine Bedeutung für die Bioenergie noch besser einzuordnen.</p>
<p>Für eine detaillierte Beschreibung der <a title="Biogasrat veranstaltet Parlamentarischen Abend" href="http://www.biogasrat.de/" target="_blank">Aufgaben und Ziele des Biogasrat e.V.</a> besuchen Sie bitte seine Internetseite.</p>
<h2>„Entscheidend ist, dass der Winkel stimmt“</h2>
<p>Diese Worte verwendete Reinhard Schultz (Geschäftsführer des Biogasrats) während seiner Einführung in den Parlamentarischen Abend. Damit zielt er auf die Erreichung der Einspeisequoten für Biomethan bis 2020 und 2030 ab, welche von der Politik vorgegeben sind.</p>
<p>Es geht demnach nicht in erster Linie darum, dass die genauen Einspeisequoten von 6 Mrd. m<sup>3</sup>, beziehungsweise 10 Mrd. m<sup>3</sup> pro Jahr unbedingt erreicht werden. Vielmehr müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die <a title="Einspeisung von Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hemmnisse-und-losungswege-bei-der-integration-von-biomethan/">Hemmnisse zur Einspeisung von Biomethan</a> schnellstmöglich abzubauen und dem flexibel einsetzbaren Biomethan zu einem echten Durchbruch zu verhelfen.</p>
<p>Hier können Sie sich über die Vorteile von <a title="Vorteile von Bioerdgas und Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Biomethan oder Bioerdgas</a> informieren.</p>
<p>Weiterhin mahnte Herr Schultz, dass vor allem die Finanzierung der größeren Biogasanlagen noch immer von Banken übernommen wird. Diese sind nur dann bereit ihr Geld zu investieren und den weiteren Ausbau der Biogasbranche zu unterstützen, wenn die Rahmenbedingungen der Politik gesichert sind und die vorgegebenen Ziele mit Nachdruck verfolgt werden.</p>
<p>Ein weiteres wichtiges Thema des Parlamentarischen Abends war die Frage, wie wichtig die Wärmegewinnung und -nutzung aus Biogas sein sollte. Über die zukünftige Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gab es sehr unterschiedliche Meinungen. Für mich als starken Verfechter der <a title="KWK und BHKW für Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/blockheizkraftwerke-als-effizienteste-moglichkeit-zur-dezentralen-gewinnung-von-bioenergie/">Kraft-Wärme-Kopplung im Bioenergiesektor</a> und darüber hinaus, war das sehr interessant zu beobachten.</p>
<p>Herr Schultz formulierte es so, dass die KWK-Technologie vor allem in Wärmesenken verwendet werden muss. Der Einsatz von Biomethan im Gebäudebestand, zur Einsparung von Treibhausgasen (THG), sollte aber auch ohne KWK-Pflicht möglich sein. Hierbei betonte er die Notwendigkeit einer Novelle des EEWärmeG.</p>
<p>Die größten Potentiale für die CO<sub>2</sub>-Reduktion und den Klimaschutz liegen dem Geschäftsführer des Biogasrats zur Folge im Einsatz von Biomethan im Kraftstoffbereich. Die Politik gehe an dieser Stelle mit gutem Beispiel voran, was die Umrüstung der Fahrzeugflotte des Bundestags zeigt, die mittlerweile mit 100%-igem Biomethan betrieben wird!</p>
<p>Eine interessante Nachricht, die mich sehr gefreut hat. Lesen Sie hierzu auch den Artikel zur <a title="Initiative Erdgasmobilität für mehr Bioerdgas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/initiative-erdgasmobilitat-bioerdgas/">Initiative Erdgasmobilität</a>, welche sich für die Stärkung von Bioerdgas als Biokraftstoff einsetzt.</p>
<p>Auf dem Parlamentarischen Abend wurden vor dem Diskussionspodium noch weitere Fachvorträge gehalten. Auf diese Vorträge werde ich im weiteren Artikel jedoch nicht eingehen, um den Artikel nicht noch länger zu gestalten, als er ohnehin schon ist. Stattdessen liegt der Fokus des auf den Statements der Volksvertreter.</p>
<p>Allerdings möchte ich die Sprecher und Themen kurz nennen und darauf hinweisen, dass die gehaltenen Präsentationen auf der Internetseite des Biogasrats zum Download bereit stehen.</p>
<ul>
<li>Die Rolle von Biogas/ Biomethan im Energiemix der Zukunft | Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMELV</li>
<li>Wachstumsmarkt Biogas – Chancen für den ländlichen Raum | Holger Gassner, RWE Innogy GmbH</li>
<li>Biomethan – zu schade zum Heizen? | Dr. Roland Kahn, Vorstand der Haase Energietechnik AG &amp; Co. KG</li>
</ul>
<h2>Vertreter aus der Politik zu Gast beim Biogasrat</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Folgenden habe ich einige Statements der Diskussionsrunde der Parlamentarier aufgelistet.</p>
<p>Allgemein kann ich berichten, dass alle anwesenden politischen Vertreter die Bioenergie befürwortet haben, wobei die Leidenschaft für den Ausbau und die gewünschte Intensität der Nutzung des Biogases zum Teil weit auseinander liegen. Es wurde bestätigt, dass die Freuden und Ängste um die Potentiale der Biogastechnologie auch stark mit den regionalen Möglichkeiten der verschiedenen Wahlkreise zusammenhängen.</p>
<p>Hier ein Einblick in die 5 Statements.</p>
<h2>Bioenergie darf bestehende Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum nicht verdrängen</h2>
<p><a title="Johannes Röhring zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.johannes-roering.de/" target="_blank"><strong>Johannes Röring, MdB | CDU/CSU</strong></a></p>
<p>Auch wenn sich Herr Röring in seinem Statement als Befürworter des Biogases zeigt, konzentrierte er sich in dieser Runde vor allem auf  die Darstellung seiner kritischen Punkte. So sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden, um den langfristigen Erfolg der gasförmigen Bioenergie nicht zu gefährden.</p>
<p>Die energetische Nutzung von Biomasse muss eine Wertschöpfung für den ländlichen Raum garantieren! Dabei darf die energetische Veredlung von Biomasse nicht die bestehenden Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum (z.B. die Nahrungsmittelproduktion) verdrängen. Als optimale Lösung für diesen Konflikt schlägt er eine verstärkte Kaskadennutzung der Biomasse vor. Die Bioenergie ist ein wichtiger, aber eben nicht der einzige Bestandteil der Landwirtschaft.</p>
<p>Für das Erreichen der Bioenergie-Ziele der Bundesregierung sind etwa 1 Millionen zusätzliche Hektar an Land- oder sogar Ackerfläche nötig. Den Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe zur Folge werden aktuell bereits knapp 2 Millionen Hektar für den Anbau von Energiepflanzen in Deutschland genutzt. 800.000 Hektar werden für Nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz in Biogasanlagen verwendet. Die von Frau Aigner angesprochenen 3 Millionen Hektar sieht Herr Röring nicht unproblematisch.</p>
<p>Der Vertreter der Regierungskoalition schließt mit einem harmonischen Plädoyer darüber, dass er davon ausgeht, dass das <a title="EEG 2012 für die Biogasbranche" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG 2012</a> zu einer Befriedung der verschiedenen Interessen führen wird. Wir sollten der EEG-Novelle die Chance geben, sich nach dem 1.1.2012 zu entfalten. Die Kritik zum neuen EEG sollte die Erfahrungen und Reaktionen aus der Praxis abwarten.</p>
<p>Er schloss mit der offen Frage „wie wollen wir unsere wertvollen Flächen nutzen und wie intensiv nutzen wir dabei die Bioenergie?“. Die Landwirte brauchen klare Signale!</p>
<h2>Langfristige Sicherung der Arbeitsplätze im Bereich Biogas</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Wilhelm Priesmeier zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.wilhelm-priesmeier.de/" target="_blank"><strong>Dr. Wilhelm Priesmeier, MdB | SPD</strong></a></p>
<p>Dr. Priesmeier warnt vor einer Überschätzung des Biogasmarktes und gibt zu bedenken, dass auch im Biogasmarkt bald ein Sättigungseffekt eintreten könnte. Prognosen über das weitere Wachstum des Biogasmarkts gegenüber ist er kritisch eingestellt.</p>
<p>„Der Biogasmarkt ist ein Markt der geschaffen wurde und nicht von sich aus vorlag“. Über die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen (z.B. Anlagenbau) im Biogassektor müsse deshalb rechtzeitig nachgedacht werden.</p>
<p>Als Lösungsansatz spricht der agrarpolitische Sprecher seiner Fraktion die Bedeutung der Hochertragslandwirtschaft an. Die Entwicklungen von innovativen landwirtschaftlichen Verfahren wie dem „Precision Farming“ ermöglicht eine weitere Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Davon kann auch der Energiepflanzenanbau profitieren.</p>
<p>Wenn ich das Statement von Herr Priesmeier richtig verstanden habe, dann ist er eher für die Anwendung ordnungspolitischer Maßnahmen zur Lenkung der weiteren Entwicklung der Biogaslandschaft. In diesem Punkt unterscheidet er sich deutlich von dem folgenden Volksvertreter von der FDP.</p>
<h2>Marktgesteuerte Instrumente statt innovationshemmende ordnungsrechtliche Maßnahmen</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Michael Kauch zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.michael-kauch.de/" target="_blank"><strong>Michael Kauch, MdB | FDP</strong></a></p>
<p>Ich hatte das Gefühl, dass vor allem die Anwesenheit von Michael Kauch dafür verantwortlich gewesen ist, dass die Diskussion beim Parlamentarischen Abend des Biogasrats teilweise ziemlich leidenschaftlich wurde. Unabhängig von den konkreten Statements der 5 Parlamentarier hat mir diese Grundstimmung sehr gut gefallen, weil das Gespräch dadurch offener wurde und auch vorliegende Unterschiede der Volksvertreter stärker zur Sprache kamen.</p>
<p>Was auch den Biogasrat gefreut haben dürfte, war die Einschätzung von Michael Kauch, dass die industriellen Biogasanlagen auf dem Land noch schneller wachsen müssten. Herr Kauch machte sehr deutlich, dass wenn wir die Energiewende möchten, dann müssen wir den Ausbau von Biogasanlagen auf dem Land weiter beschleunigen.</p>
<p>„Energiewende ist jetzt!“</p>
<p>Hinter dieser Aussage steht auch die Sorge, dass die Sicherheit der Energieversorgung gefährdet ist, wenn wir die Erneuerbaren Energien nicht schneller in unser Energiesystem integrieren. Mehr russisches Erdgas oder mehr dezentrale Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Wir müssen uns entscheiden!</p>
<p>Als bestes Mittel für einen erfolgreichen Ausbau des Biogases sieht der umwelt- und energiepolitische Sprecher der FDP hierbei marktgesteuerte Instrumente (z.B. die Marktprämie im EEG). Dabei sollte die Politik nicht entscheiden, wofür Biogas verwendet wird und vor allem auf Anreize statt auf Zwang setzen. Der Meinung des Vertreters der Liberalen zu Folge sollten wir den Verbrauchern und Unternehmen mehr Freiheiten für die Nutzung des Biogases lassen.</p>
<p>Die Nachricht, die für einen Großteil des Publikums eine größere Überraschung gewesen sein dürfte war, dass auf Regierungsseite aktuell diskutiert wird, die Einspeiseprämie für die neuen <a title="Mini-Biogasanlagen im EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlagen</a> noch zu reduzieren. Diese ist aktuell auf einen pauschalen Wert von 25 cent/ kWh festgesetzt und soll eventuell auf einen Wert unterhalb von 20 cent/ kWh gedrückt werden.</p>
<p>Die Kritik zu diesen Überlegungen wurde vor allem von Herr Krischer aus der Opposition sehr deutlich geäußert.  Als Grund für die aktuellen Überlegungen hat Herr Kauch einen verbesserten Verbraucherschutz genannt. Demnach würden die Mini-Biogasanlagen mit  25 cent/ kWh ab 2012 eine höhere Förderung erhalten, als vergleichbare Energiegewinnungsanlagen im Bereich der Photovoltaik. Dieses Ungleichgewicht von etwa 5 cent/ kWh  soll eventuell noch korrigiert werden.</p>
<p>Meiner Meinung nach darf man bei diesen Überlegungen aber auch nicht vergessen, dass die Biogasbranche auch auf Grund von solchen Zusagen für die Mini-Biogasanlagen im EEG 2012 bereit war, ihren Druck auf den Gesetzesentwurf zu reduzieren. Eine nachträgliche Änderung dieses Status Quo würde die ursprünglich ausgehandelte Lage ins Ungleichgewicht bringen. Die Biogasbranche hat sich schon nach Bekanntgabe des neuen EEG 2012 als einer der größten Verlierer der EEG-Novelle gesehen. Im Nachhinein noch einen der stärkenden Punkte abzuschwächen, halte ich für unangemessen und man sollte damit bis zur nächsten EEG-Novelle warten!</p>
<p>In einem Gespräch im Anschluss an die Podiums-Diskussion habe ich von einem Projektingenieur der PlanET Biogastechnik erfahren, dass die meisten Anfragen für die Errichtung einer Mini-Biogasanlage (90 von 100) schon mit dem aktuellen Fördersatz kaum realisierbar sind. Eine weitere Kürzung würde den Mini-Biogasanlagen möglicherweise den finalen Schlag versetzen, bevor sie überhaupt die Biogasbühne betreten haben.</p>
<h2>Die Marktprämie ist kein guter Anreiz und wird vor allem zu Mitnahmeeffekten führen</h2>
<p><a title="Oliver Krischer zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.oliver-krischer.eu/" target="_blank"><strong>Oliver Krischer, MdB | Bündnis 90/Die Grünen </strong></a></p>
<p>Für Herr Krischer liegen die Stärken vom Biogas vor allem in seinem flexiblen Einsatz beim Spitzenlastverbrauch. So sollte Biogas nicht in erster Linie als Grundlast-Energiequelle verwendet werden, sondern viel stärker auf die gute Speicherbarkeit dieser erneuerbaren Energiequelle gesetzt werden.</p>
<p>Die Einführung der <a title="Flexibilitätsprämie für Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/direktvermarktung-marktpramie-flexibilitatspramie-biogasanlage/">Flexibilitätsprämie für Biogasanlagen</a> wird der Sprecher der Grünen für Energie- und Ressourceneffizienz deshalb wahrscheinlich befürwortet haben. Diese Vermutung wurde aber nicht direkt in seinem Statement bestätigt, was aber auch an der begrenzten Redezeit gelegen haben mag.</p>
<p>Die im EEG 2012 eingeführte Marktprämie sieht Herr Krischer hingegen sehr kritisch und geht davon aus, dass diese „kaum Anreizeffekte schaffen, sondern sie vor allem zu Mitnahmeeffekten führen wird“.</p>
<p>Als Politiker der aktuellen Opposition kritisierte der Vertreter der Grünen außerdem vehement die aktuellen Überlegungen zur Kürzung der Vergütung für den neuen Biogasanlagen-Typus bis 75 kW (siehe Abschnitt Herr Kauch).</p>
<p>Herr Krischer erwartet weiterhin, dass der Ausbau von Biogas- und Photovoltaikanlagen mit dem neuen EEG ab 2012 erstmals stark zurückgehen wird. Dann verbleibt nur noch ein intensiver Ausbau der Windenergie. Die Windenergie ist aber nicht genug, um die Anteile an den Erneuerbaren Energien zu erreichen, die von der Politik gewünscht werden. Im schlimmsten Fall „bleiben wir mit der Energiewende am Anfang stecken.“</p>
<h2>Bioenergie ist vor allem für die Spitzenlast geeignet</h2>
<p><a title="Tilo Krummer zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.tilo-kummer.de/" target="_blank"><strong>Tilo Kummer, MdL Thüringen | DIE LINKE</strong></a></p>
<p>Genau wir Herr Krischer sieht auch Herr Kummer die Stärken der Biogastechnologie vor allem in der Spitzenlast und nicht so sehr im Grundlastverbrauch. Der Flächenverbrauch für den Anbau von Energiepflanzen ist bezogen auf den Grad der Energiegewinnung größer als bei der Solar- und Windenergie.</p>
<p>Deshalb sollte vor allem die Nutzung von Reststoffen für die Biogasproduktion so schnell wie möglich ausgebaut werden. Um die Akzeptanz für die Biogasgewinnung zu erhöhen, sollte außerdem die Gärrestabdeckung (Geruchsbelästigung) gesetzlich eingefordert werden.</p>
<p>Besonders zu beachten sei zukünftig die Nährstoffbilanz der Biogaserzeugung. So neigen sich die Vorräte und Lagerstätten für Phosphor und Kalium mindestens in Deutschland zügig dem Ende entgegen. Deshalb ist ein weiterer Anschub der Kreislaufwirtschaft wichtig, um die Nährstoffe nicht langfristig der Landwirtschaft zu entziehen.</p>
<p>Herr Kummer argumentierte außerdem gegen die Einstufung von <a title="Einstufung von Gülle als Abfall für Biogasanlagen " href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Gülle als Abfall beim Einsatz in Biogasanlagen</a>.</p>
<h2>Der Weg des geringsten Widerstands sollte beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht gewählt werden</h2>
<p>Die Abschnitte zu den Aussagen der Parlamentarier können nicht ihre komplette Position zur Weiterentwicklung der Biogaslandschaft darstellen. Dafür ist das Thema einfach zu komplex und war der Zeitrahmen zu knapp. Einen interessanten Einblick in die verschiedenen Perspektiven der Parlamentarier zur Weiterentwicklung der gasförmigen Bioenergie bieten die Auszüge aber durchaus. Man kann gut erkennen, dass sich jeder der anwesenden Volksvertreter für einen Ausbau der Bioenergie einsetzt, wobei sich die Gründe, Schwerpunkte sowie die Ziele stark unterscheiden.</p>
<p>Bei der Umsetzung der politischen Rahmenbedingungen, der Auswahl der Mittel zur Förderung der Biogasbranche und der Geschwindigkeit  des Ausbaus können Konflikte deshalb nicht verhindert werden.</p>
<p>Aber es wird diskutiert und die Debatte ist konstruktiv!</p>
<p>Herr Schultz, welcher die Veranstaltung des Biogasrat e.V. moderierte, beendete die Podiumsdiskussion mit dem Appell, dass beim Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht der Weg des geringsten Widerstands gewählt werden dürfe. Die Ziele der Bundesregierung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2050 (80% EE im Elektrizitätsbereich) können nur erreicht werden, wenn der Ausbau der Erneuerbaren aktiv vorangetrieben wird. Vor dem Hintergrund des erfolgreich beschlossenen deutschen Atomausstiegs müssen die Erneuerbaren Energien sogar noch schneller an Bedeutung gewinnen.</p>
<h2>Welche politischen Rahmenbedingungen zum Thema Biogas unterstützen Sie?</h2>
<p>Diskutieren Sie die Argumente und Positionen der einzelnen Parlamentarier und stellen Sie die Debatte um die Nutzung und Weiterentwicklung der Bioenergie auf eine noch breitere Basis. Helfen Sie mit, um die <a title="Entstehung einer Bioenergie Gemeinschaft" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/">Bioenergie Gemeinschaft</a> weiter zu entwickeln und zu stärken. Vielen Dank.</p>
<p>Vielen Dank auch an den Biogasrat, die Volksvertreter und die Referenten für die spannende Veranstaltung zur gasförmigen Bioenergie, die viel Platz für offene Worte und konstruktive Kritik gelassen hat.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bioenergie – Wo soll die Reise hingehen?</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 05:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich eine Meinung über die Chancen und  Risiken der erneuerbaren Bioenergie gemacht hat. Die Scheinwerfen der Pro-und-Contra-Seiten blenden nicht mehr so stark wie am Anfang und man erkennt ein halbwegs klares Bild von der aktuellen Bioenergie-Debatte. Wie nutzt man seine gewonnene Erfahrung, wenn man auf die eine oder andere Weise vom Traum der Bioenergie angesteckt ist? Welchen Weg wählt man, wenn [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/" title="Permanent link to Bioenergie – Wo soll die Reise hingehen?"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Vater-und-Sohn-Reise-mit-Traktor-Bioenergie.jpg" width="350" height="232" alt="Bild zur Entwicklung der Bioenergie-Debatte" /></a>
</p><p>Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich eine Meinung über die Chancen und  Risiken der erneuerbaren Bioenergie gemacht hat. Die Scheinwerfen der Pro-und-Contra-Seiten blenden nicht mehr so stark wie am Anfang und man erkennt ein halbwegs klares Bild von der aktuellen Bioenergie-Debatte. Wie nutzt man seine gewonnene Erfahrung, wenn man auf die eine oder andere Weise vom Traum der Bioenergie angesteckt ist? Welchen Weg wählt man, wenn man die weitere Entwicklung der Bioenergie aktiv beeinflussen möchte?</p>
<h2>Pro – Contra – Prontra –Conpro???</h2>
<p>Bei meiner Suche nach der „richtigsten“ Einstellung bezüglich der Anwendung der Bioenergie bin ich leider keiner wirklich eindeutigen Wahrheit begegnet. Sowohl im Pro- als auch im Contra-Bioenergie-Lager sind teilweise ziemlich destruktive Argumente im Umlauf.</p>
<p>Mal mehr und mal weniger versteckt, schimmern die Interessen einer der betroffenen Industrien oder einer Umweltbewegung hindurch. Während die schärfsten Anhänger der Contra-Seite alle möglichen verallgemeinernden Schläge in Richtung Bioenergie abfeuert, ist die Pro-Seite emsig damit beschäftigt die entstandenen Wunden wieder zu nähen. Eine zeit- und energieraubende Beschäftigung für beide Seiten.</p>
<p>Die differenziertesten, versöhnlichsten und auch überzeugendsten Argumente zur aktuellen Bioenergie-Debatte habe ich abseits der beiden Hauptlager vernommen. Diese abwägenden Stimmen von Bioenergie-Akteuren sind zwar in der Regel deutlich leiser und kaum hörbar in der Presse, aber wenn man auf sie trifft, dann klingen sie um einiges vernünftiger als der lautstarke Schlagabtausch der Hardliner.</p>
<h2>Verwirrung und Wut sind schlechte Berater</h2>
<p>Man hat zahlreiche Perspektiven, Studien und Argumente zu <a title="Tank-oder-Teller Argument der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/">Tank-oder-Teller</a>, Regenwaldabholzung, <a title="ILUC innerhalb der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC</a> etc. gehört und weiß um die potentiellen Auswirkungen für die Bioenergiebranche, wenn die Würfel eher Contra Bioenergie fallen sollten.</p>
<p>Man hat verschiedene Schauplätze zum Thema besucht, auf denen mit verschiedenen Argumenten und Tricks versucht wird, sich einen politischen oder wirtschaftlichen Vorteil herauszuschlagen.</p>
<p>Die Teilnahme an der Schlacht der Argumente hat einen zeitweise komplett verwirrt und vorübergehend sehr wütend gemacht – nur wirklich inspiriert oder konstruktiv vorangebracht hat sie einen leider nicht. Warum lassen sich Klimaschutz und Umweltschutz so leicht gegeneinander ausspielen? Ein gordischer Knoten an dem alle möglichen Interessenparteien wild herumziehen, wobei die <a title="Moral und Ethik in der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wie-durfen-wir-biomasse-nutzen-%E2%80%93-die-ethische-dimension-der-bioenergie/">moralische Dimension der Bioenergie</a> ordentlich Feuer in die Debatte bringt.</p>
<p>Man erinnert sich dunkel an den Traum von einer Bioenergie den man vor diesem Spießroutenlauf hatte. „Bioenergie als ein wichtiger Beitrag zu einer dezentralen, gerechter verteilten Energiewirtschaft, welche den menschlichen C02-Ausstoß senkt und seine Unabhängigkeit vom endlichen Erdöl erhöht.“</p>
<p>Was ist von diesem Traum geblieben, wenn man die hitzigen Debatten weltweit beobachtet?</p>
<p>Ich weiß nicht, ob irgendjemand diesen aktuellen Status Quo der festgefahrenen Bioenergie-Debatte noch für sinnvoll hält, beziehungsweise an nützliche Ergebnisse dieser Streitgespräche glaubt. Müssen beide Seiten tatsächlich so lange weiterhin aufeinander einschlagen, bis eine der beiden Seiten erschöpft zusammenbricht? Ich glaube es ist Zeit für die Eröffnung der Friedensgespräche und einen respektvolleren Umgang mit den Argumenten der Pro- und Contra-Seite!</p>
<p>Meine Hochachtung vor Bioenergie-Akteuren wie Elmar Baumann (Geschäftsführer des VDB) oder Helmut Lamp (Vorstandsvorsitzender des BBE), die seit vielen Jahren immer wieder bereit stehen, um auch den frechsten Kritikern die Stirn zu bieten, dabei meist geduldig und tolerant in der Verteidigung der Bioenergiebranche bleiben und außerdem  ein offenes Ohr für die Probleme und Umweltrisiken der Bioenergie behalten.</p>
<h2>„Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“</h2>
<p>Was ist, wenn man seine Energie vor allem dafür nutzt, mit Taten zu überzeugen, anstatt sich auf Gebietskämpfe mit den hochmotivierten Kritikern einzulassen. Kritik an der Bioenergie ist wichtig, aber es gibt auch Formen der Kritik die nicht zielführend, sondern nur vergiftend sind.</p>
<p>Diese medialen Arenen erst mal hinter sich zu lassen und sich mit etwas mehr emotionaler Distanz ein Bild von der Situation zu machen, kann sehr heilsam sein. Im Idealfall kann man etwas Konstruktives dazu beitragen, die Spannungen zwischen der Pro-und-Contra-Seite etwas zu lösen und am Aufbau einer selbstkritischen und noch stärker gemeinsam agierenden <a title="Bioenergie Gemeinschaft zum Traum der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/">Bioenergie-Gemeinschaft</a> mitzuwirken.</p>
<p>Also kehren wir den übereifrigen Propagandaschlagzeilen den Rücken, frei nach dem Brecht-Zitat: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“</p>
<p>Man atmet tief durch, streckt sich und klopft sich im Davongehen den Sand von den ausgetrockneten und ermatteten Kommunikationsorganen. Die Rauchschwaden der Schlachtfelder auf denen die Diskussions-Kämpfe um die Bioenergie weitergehen, werden kleiner und verschwinden am Horizont.</p>
<p>Willkommen zurück in einer Welt in der es weniger um den Rausch einer hitzigen Diskussion und mehr um die konstruktive Gestaltung einer alternativen Energiewirtschaft geht.</p>
<div id="attachment_5542" class="wp-caption aligncenter" style="width: 280px">
	<a rel="attachment wp-att-5542" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/auto-mit-biokraftstoff-bioethanol-biodiesel/"><img class="size-full wp-image-5542" title="Auto mit Biokraftstoff Bioethanol Biodiesel" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Auto-mit-Biokraftstoff-Bioethanol-Biodiesel.jpg" alt="Grünes Autos fährt im Schritt des Bioenergie-Traums" width="280" height="279" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Wie sieht Ihr Traum von der Entwicklung der Bioenergie aus?</p>
</div>
<h2>Welche Position zur Entwicklung der Bioenergie möchte ich einnehmen?</h2>
<p>Das ist die entscheidende Frage.</p>
<p>Egal ob man sich mit der gasförmigen, flüssigen oder festen Bioenergie beschäftigt, muss man sich irgendwann entscheiden, wie man der Weiterentwicklung seiner Branche am meisten hilft.</p>
<p>Die Bioenergie hat zweifelsohne verschiedene Dimensionen und unterschiedlich stark involvierte Akteure. Von geschäftlichem Investitionsinteresse im Markt der Erneuerbaren Energien, über die technische Faszination beim Betrieb einer Biogasanlage bis hin zu einem Traum von einer Bioenergie, welche die Welt zu einem besseren Ort machen kann.</p>
<p>Die Bioenergie Enthusiasten sind wahrscheinlich bereit sich mit ihrer ganzen Kraft für die Bioenergie einzusetzen. Wenn das bedeutet, dass sie sich dabei auf ein kräftezehrendes und wenig erfüllendes Diskussionstheater mit teilweise sehr vernichtenden Kritikern einlassen müssen, dann werden sie sich auch dieser Aufgabe stellen. Die Enthusiasten, zu denen ich mich auch zähle, sollten aber aufpassen, dass der Traum von der Bioenergie während der Kämpfe unter der Gürtellinie nicht verloren geht und sie rechtzeitig den Absprung schaffen.</p>
<p>Was kann ich also tun, um die Bioenergie Branche konstruktiv weiterzuentwickeln?</p>
<p>Einige konkrete Ansätze dafür, wie man sich auch abseits der hitzigen Bioenergie-Debatte für die langfristige Stärkung der Branche einsetzen kann, werde ich in einem der nächsten Artikel vorstellen.</p>
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		<title>Bioenergie-Enthusiasten dieser Welt, vereinigt Euch!</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 05:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/" title="Permanent link to Bioenergie-Enthusiasten dieser Welt, vereinigt Euch!"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bild-Bioenergie-Enthusiasten-vereinigt-euch.jpg" width="315" height="285" alt="Bild zur Bioenergie Gemeinschaft für Biogas und Biokraftstoffe" /></a>
</p><p>Keine Angst, ich möchte mit diesem aus dem „Kommunistischen Manifest“ entliehenen und etwas provokanten Titel nicht zur Weltrevolution aufrufen. Ich möchte aber den Wert einer noch besser abgestimmten Gemeinschaft im Bereich der Bioenergie betonen. Die Bioenergie umfasst bekanntlich ein breit gefächertes Themenspektrum und verbindet viele verschiedene Menschen und Wirtschaftszweige. Leider liegen Biogas, Biokraftstoffe und die holzartige Biomasse in ihren Anwendungsbereichen teilweise so weit auseinander, dass das Bewusstsein für die gemeinsamen bioenergetischen Wurzeln etwas verloren gegangen ist. Für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung der Bioenergiebranche ist aber eine starke und gemeinsame Stimme der Bioenergie-Akteure nicht nur nützlich sondern aktuell sogar notwendig.</p>
<h2>Dezentral Ja – aber trotzdem gemeinsam!</h2>
<p>Besonders in unserer informationslastigen Medienwelt ist eine gemeinsame Stimme wichtig, wenn man eine Idee in der Öffentlichkeit präsentieren, stärken und notfalls auch verteidigen möchte. Ich weiß, das gefällt nicht jedem und auch ich finde die zahlreichen Informationskanäle gelegentlich ziemlich anstrengend. Noch anstrengender finde ich allerdings die aktuell sehr emotional geführten Debatten, welche die Bioenergie als einseitiges Übel darstellen.</p>
<ul>
<li>„Die Bioenergie ist für die Vernichtung von Regenwäldern verantwortlich.“</li>
<li>„Die Bioenergie sorgt für die Preisexplosion bei Nahrungsmitteln und schürt Hungerkatastrophen“</li>
<li>„Bioenergie beschleunigt den Klimawandel anstatt ihn zu bremsen.“</li>
<li>„Bioenergie sorgt für die Abnahme der Artenvielfalt“</li>
<li>Etc.</li>
</ul>
<p>Solche und ähnliche Headlines begegnen einem in regelmäßigen Abständen in den verschiedensten Medien. Und glauben Sie mir, diese Diskussionen werden nicht nur von einigen überschwänglichen Umweltaktivisten geführt, sondern bilden aktuell einen der Hauptströme in der öffentlich geführten Bioenergie-Debatte.</p>
<p>Ich glaube mittlerweile hat es jeder verstanden &#8211; oder? Bioenergie ist nicht nur ein wunderbarer Traum von einer heilen Welt, sondern hat natürlich auch Risiken. Das dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Der Spielplatz der Energiewirtschaft ist eben nicht Disneyland auf dem rosa Luftballons verteilt werden. Das ist schade, aber es ist so. Trotzdem ist die aktuell geführte Debatte an einem sehr destruktiven, fast schon hysterischen Punkt angelangt. Das stört mich und ist wenig hilfreich um die aktuellen Probleme konstruktiv zu lösen. Die<a title="Vorteile der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-starken-der-bioenergie/"> Bioenergie hat auch viele Vorteile</a>, an welche man in einigen Veröffentlichungen aber leider gar nicht mehr erinnert wird.</p>
<p>Soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die Vertreter der Bioenergiebranche besser vernetzt wären und somit rechtzeitig und angemessen mit einer <span style="text-decoration: underline;">gemeinsamen</span> Stimme (!) auf einige Vorwürfe hätten reagieren können. Die Bioenergiebranche ist häufig noch zu zersplittert und denkt zu stark in verschiedenen Interessenlagern. Finde ich zumindest. Das ist auch verständlich wenn man bedenkt, wie unterschiedlich gasförmige, flüssige und feste Bioenergieträger teilweise sind.</p>
<p>Wenn es aber so weit kommen sollte, dass die Bioenergie auf Grund von stark übertriebenen Fehlinformationen gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert wird, dann gehen Biogas, Biokraftstoffe und feste Biomasse wahrscheinlich gemeinsam unter oder werden zumindest an Bedeutung verlieren. Zwar beziehen sich viele der angeführten Kritikpunkte im Moment noch auf die Biokraftstoffe der ersten Generation, aber der Imageverlust für alle Bioenergieträger ist nicht zu übersehen.</p>
<p>Seit ihrer Entstehung ist die Bioenergie vor allem eine dezentrale Energieform, was sie glaube ich auch so anziehend und erfolgreich gemacht hat. Aber wenn sich diese dezentral agierenden Bioenergie-Enthusiasten nicht stärker verbinden und in den Medien gemeinsam auftreten, wird es diese stark subventionierte und politisch geförderte Energieform mittelfristig sehr schwer haben. Das Warten auf Peak-Oil ergibt hier wenig Sinn.</p>
<p>Die Debatte um ILUC (siehe <a title="ILUC Debatte und Artikel" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">Artikel ILUC</a>) und somit auch die Zukunft der Biokraftstoffe wird in den höchsten Gremien der Europäischen Union und in renommierten wissenschaftlichen Instituten weltweit geführt. Wir müssen den gesellschaftlichen Konsens zur Bioenergie, aber auch unsere Verantwortung als aktive Bioenergie-Akteure und Befürworter ernst nehmen.</p>
<h2>Angriff ist die beste Verteidigung?!</h2>
<p>Dieser Artikel verwendet leider schon bewusst militärische Begriffe, die ich in anderen Artikel nicht verwenden würde. Wer den Biomasse Blog regelmäßig liest (z.B. den Newsletter des Blogs), der weiß auch, dass ich sonst eher harmonische und sanfte Töne anstimme. Das ist mir persönlich einfach wichtiger. Aber es gibt auch Momente, in denen man für seinen Glauben und seine Träume etwas stärker, beziehungsweise aggressiver einstehen muss. Und der positive Glauben an die Bioenergie wird zumindest in den großen Medien kaum noch vertreten, wodurch der Traum, den viele Bioenergie-Ethusiasten teilen, leider stark zu leiden hat. Die Negativschlagzeilen dominieren die öffentliche Debatte. Zumindest ist das meine Wahrnehmung.</p>
<p>Die alte Weisheit „Bad news are good news“ gilt für die meisten Schlagzeilen und leider auch für das aktuelle Nachrichtenspektrum zur Bioenergie. Das Berichten über Nachhaltigkeitszertifizierungssysteme für Biomasse, Fortschritte bei der Einführung von Biokraftstoffen der 2. Generation oder der verspäteten Einführung von E10 sind leider nicht so spannend wie Berichte über gerodete Regenwälder in exotischen Ländern.</p>
<p>Regenwaldabholzung will sicher kaum jemand, aber Biokraftstoffe sind allen mir bekannten, seriösen Quellen zu Folge bei weitem nicht die Hauptschuldigen für diese traurigen Fehlentwicklung! Zu glauben, dass die übertriebene Verdammung von Biokraftstoffen die Welt zu einem besseren Ort macht, ist zwar legitim, aber letztlich genauso naiv und einseitig wie der Glaube, dass Biokraftstoffe gar keine Probleme hätten.</p>
<p>Zumindest das berufliche Leben von vielen Bioenergie-Enthusiasten ist auch eng mit der Weiterentwicklung der Bioenergiebranche verbunden. Wir müssen viel stärker für die positiven Potentiale der Bioenergie eintreten, wenn wir möchten, dass die bunte Familie der Bioenergie ein wichtiger Bestandteil im Energiemix von Morgen sein wird! Auch wenn das aktuelle Sorgenkind vor allem die Biokraftstoffe der ersten Generation sind, so berühren die geführten Debatten auch das Biogas (und <a title="Was ist Bioerdgas?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Bioerdgas</a>) sowie die holzartige Biomasse.</p>
<h2>Erste Anzeichen für eine stärkere Online-Vernetzung der Bioenergie-Gemeinschaft</h2>
<p>Der letzte Abschnitt war etwas dunkel und leider auch moralisierend. Ich wollte dieses Thema aber unbedingt mal ansprechen, weil es mich in den letzten Wochen sehr bewegt hat. Immerhin soll der Blog ja auch eine persönliche Perspektiveauf die Bioenergiebranche bieten.</p>
<p>Glücklicherweise gibt es aber auch sehr positive Entwicklungen in Bezug auf die öffentliche Debatte zur Bioenergie.</p>
<p>So gibt es erfreuliche Anzeichen für einen stärkeren gemeinsamen Auftritt der Bioenergie-Gemeinschaft im Internet. Die Möglichkeiten des Internets sind vorhanden und wir sollten diese auch nutzen! Neben Risiken und Ängsten die häufig mit diesem schwer greifbaren Kommunikations-Medium verbunden werden, bietet das Internet eben auch viele Chancen und Potentiale um sich vergleichsweise einfach zu verbinden und abzustimmen.</p>
<p>In den letzten Monaten lässt sich eine sehr schöne Entwicklung erkennen, für die ich als Blogger sehr dankbar bin. Viele der großen <a title="Auflistung von Instituten und Verbänden der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/11-bedeutende-verbande-der-biomasse-nutzung-in-deutschland/">Institute und Verbände der Biomassebranche</a> in Deutschland (DBFZ, FNR, Fachverband Biogas, Biogasrat, VDB, BDBe etc.) beteiligen sich zunehmend an der Online-Debatte zur Bioenergie. Es sind lauter und lebhafter werdende Stimmen verschiedenster Bioenergie-Akteure im Internet zu hören. Spannende Gespräche zu Biogas und Biokraftstoffen in einer übers Internet diskutierenden &#8220;Bewegung&#8221;.</p>
<p>Außerdem werden gehaltenen Vorträge und Präsentationen kostenfrei für ein breites Fachpublikum bereitgestellt, wodurch eine intensive Auseinandersetzung mit vorhandenen Erkenntnissen möglich wird. Dabei werden zunehmend auch die aktuellsten Ereignisse sehr zeitnah veröffentlicht, wofür die Veröffentlichung der FNR zum <a title="Energiepflanzen Symposium stärkt Gemeinschaft" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energiepflanzen-forschung-symposium-energiepflanzengemeinschaft/">Energiepflanzen-Symposium</a> ein schönes Beispiel ist.</p>
<p>Hier zum Beispiel eine Auflistung von Verbänden und Instituten aus der Bioenergie-Gemeinschaft die mittlerweile bei Twitter vertreten sind. Gleichzeitig finden Sie die Namen der einzelnen Vertreter mit denen diese ihre Tweets (Kurznachrichten) versenden.</p>
<ul>
<li>Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) | @BDBeBerlin</li>
<li>Biogasrat e.V. | @Biogasrat</li>
<li>Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE) | @bEEmerkenswert</li>
<li>Deutscher Bauernverband | @Bauern_Verband</li>
<li>Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) | @DBFZ_de</li>
<li>European Association for the Renewable Ethanol Industry | @ePURE_ethanol</li>
<li>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) | @FNR_de</li>
<li>Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) | @OVIDverband</li>
<li>Verband der Deutschen Biokraftstoffwirtschaft (VDB) | @Biokraftstoff</li>
</ul>
<p>Ich bin ebenfalls bei Twitter vertreten und sie finden mich unter dem Twitter-Account <a title="BiomassMuse bei Twitter" href="http://twitter.com/biomassmuse" target="_blank">@BiomassMuse</a></p>
<p>Die Diskussionen entwickeln aber auch bei LinkedIn, Xing oder Facebook ihre eigenen Perspektiven auf die Bioenergie. Als nächster Schritt wäre eine stärkere öffentliche Interaktion miteinander wichtig, um zu zeigen, dass beispielsweise Biokraftstoffe und Biogas auch für ihre gemeinsamen Wurzeln eintreten, wenn es drauf ankommt. Die vorhandene Verbindung von gasförmiger, flüssiger und fester Bioenergie ist vielen Energieverbrauchern nämlich gar nicht präsent.</p>
<p>ReTweeten Sie die Nachrichten von verwandten Bioenergie-Akteuren, leiten sie nützliche Informationen oder Nachrichten von Kollegen weiter. Ergänzen Sie die harte Arbeit hinter den Kulissen mit einem starken Eintritt für die Bioenergie vor den &#8220;Augen der Öffentlichkeit&#8221;. Zeigen Sie, dass die Erzeugung und Nutzung von Bioenergie nicht nur aus dunklen Bildern besteht, sondern auch viele helle Farben bereit hält und vielen Menschen, Regionen und Ländern eine sehr schöne Perspektive bietet.</p>
<div id="attachment_5395" class="wp-caption aligncenter" style="width: 309px">
	<a rel="attachment wp-att-5395" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/bild-zu-bioenergie-gemeinschaft/"><img class="size-full wp-image-5395" title="Bild zu Bioenergie Gemeinschaft" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bild-zu-Bioenergie-Gemeinschaft.jpg" alt="Bild zu Artikel über Bioenergie Gemeinschaft" width="309" height="309" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Unterstützen Sie die Bioenergie-Gemeinschaft mit positiven Erfahrungen und Nachrichten!</p>
</div>
<h2>Stärkere mediale Vernetzung der Bioenergie-Befürworter ist wichtig!</h2>
<p>Hoffentlich deutlich erkennbar, möchte ich hier <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> zu einer „Weltrevolution“ aufrufen, sondern aktiv die Bildung einer stärkeren GEMEINSAMEN Präsenz der verschiedenen Bioenergie-Gestalter unterstützen und dazu auffordern die notwendige kritische Debatte zur Bioenergie GEMEINSAM durchzustehen und konstruktiv zu lösen. Ein sicherlich sehr offener Appell, der auch viel darüber aussagt, wer der Mensch hinter dem Bioenergie Blogger ist.</p>
<p>Gerade im Bereich der Bioenergie geht es nicht nur um neue Verfahrenstechniken und innovative Anbausysteme, sondern es geht auch um die Idee aktiv zum Klimaschutz beizutragen und eine Gesellschaft post-oil vorzubereiten. Die Bioenergie gehört zu den Erneuerbaren Energien und sollte das damit verbundene Engagement auch etwas selbstbewusster zeigen dürfen. Themen wie die Fortschritte der Nachhaltigkeitszertifizierung oder die intensiven Anstrengungen zur Einführung der Bioenergie der zweiten und dritten Generation sind bemerkenswerte Entwicklungen und habe ich für fossile Energieträger (abgesehen von CCS) bisher so nicht beobachten können.</p>
<p>Aktuell ist es so, dass man sich mit der Befürwortung der Bioenergie in einigen Diskussionsforen fast schon schämen muss. Klimaschutz und Umweltschutz werden auf diese Weise gegeneinander ausgespielt und eine wirkliche Vorbereitung auf eine Welt ohne Öl wird verhindert.</p>
<h2>Beteiligen Sie sich an der Bioenergie-Debatte!</h2>
<p>Warum ist eine reichhaltige Online-Debatte zur Bioenergie sehr wichtig? Hier einige Anregungen:</p>
<ul>
<li>Informationen in Echtzeit helfen dabei rechtzeitig und angemessen auf Kritik reagieren zu können. So kann viel Zeit und Kraft für konstruktive Diskussionen zur Beseitigung der aktuellen Probleme gewonnen werden, anstatt immer gleich in eine Verteidigungsposition gedrückt zu werden.</li>
<li>Schaffung eines Gegenpols zu den Argumenten der undifferenzierten Kritiker der Bioenergie. Denn häufig setzt sich nicht die Seite durch, die am selbstkritischsten überlegt, sondern einfach die Seite die am lautesten und provokantesten schreit.</li>
<li>Die Online-Debatte ist ein wichtiger Beitrag um politische Entscheidungsträger zu erreichen und über bestimmte Missverständnissen zu Biomasse zu berichten oder zumindest auch Positivbeispiele zu berichten. Berichten Sie beispielsweise über die <a title="Initiative Erdgasmobilität unterstützt Bioerdgas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/initiative-erdgasmobilitat-bioerdgas/">Initiative für Erdgasmobilität</a>, welche auch das Bioerdgas als klimafreundlichen Biokraftstoff unterstützt.</li>
<li>Das Aufstehen gegen teilweise sehr ungerechtfertigte und undifferenzierte Kritik ist wichtig. Ich möchte aber betonen! Nicht alle Kritik ist ungerechtfertigt und einige Aspekte beim Anbau der Energiepflanzen und ihrer Verarbeitung müssen weiter entwickelt werden. Es gibt aber auch viele Diskussionen (z.B. ILUC oder ansteigende Nahrungsmittelpreise wegen Biokraftstoffen etc.), die nicht auf so einseitige und dramatische Weise geführt werden dürfen.</li>
<li>Nicht zuletzt macht der Austausch mit anderen Bioenergie-Enthusiasten weltweit Spaß und bringt einen auf neue Ideen. Außerdem kostet es kein Geld sondern nur etwas Zeit, welche aber beispielsweise bei 15 min pro Tag sicher gut investiert ist.</li>
</ul>
<p>Sind Sie ebenfalls bei Twitter aktiv und interessieren sich für die Bioenergie oder Sie sind sogar in einem ihrer Zweige tätig, dann folgen (#ff) Sie doch den der obengenannten Bioenergie-Vertretern. Das kann ich zumindest wärmstens empfehlen.</p>
<p>Sie können Ihren Twitternamen auch in einem Kommentar nennen und Gleichgesinnte ermuntern mit Ihnen in Kontakt zu treten.</p>
<p>Nehmen Sie an der Debatte &#8220;Pro-Bioenergie&#8221; teil und nutzen Sie Ihre Stimme! Berichten Sie, dass Bioenergie zwar Risiken mit sich bringt, was aber bei jedem Energiesystem der Fall ist. Bioenergie ist nicht per se schlecht, sondern wird häufig auch einfach schlecht geredet. Steuern Sie gegen und werden Sie aktiv!</p>
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