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	<title>Biomasse-Nutzung &#187; 01. Berlin-Brandenburg</title>
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		<title>Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 05:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-verband-botschafter/" title="Permanent link to Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Verbreiten-der-Nachricht-über-Bioenergie-Verbände-Deutschland.jpg" width="320" height="313" alt="Bild zu Bioenergie-Kampage mit Ghettoblaster Fahrad " /></a>
</p><p>Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song mit dem immer gleichen Refrain über die Gefahren der Bioenergie, auch ein paar helle Melodien beizumischen. Bioenergie ist nicht der Ursprung allen Übels in unserer Welt, wie man beim aktuellen Lesen ausgewählter Medien leider schnell glauben könnte. Gut, dass es noch die Bioenergie-Verbände gibt!</p>
<p><em>Dieser Artikel ist der fünfte Artikel innerhalb einer kleinen <a title="Bioenergie Kampagne für Biogas Biokraftstoffe Holz" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">Bioenergie-Kampagne</a> zur Stärkung der Nachfrage nach Biogas, Biokraftstoffen und holzartiger Biomasse.</em></p>
<h2>17 Verbände werben um ihre Mitgestaltung der Bioenergie</h2>
<p>Deutschland ist ein Land der Verbände. Viele Mitbürger und Fachleute organisieren sich in Verbänden, um ihre Interessen und Vorstellungen von der Entwicklung der Gesellschaft zu bündeln.</p>
<p>In Deutschland findet man ein buntes Spektrum an Verbänden, die mit ihrer eigenen Perspektive auf die Welt der Bioenergie schauen. Verbände sind die Interessenvertretungen der Bioenergiebranche, die sich im Moment auf vielen Schauplätzen rechtfertigen und verteidigen müssen.</p>
<p>Hier eine Auswahl an Verbänden, die sich mit der Weiterentwicklung der Bioenergie in Deutschland und teilweise Europa auseinandersetzen.</p>
<ul>
<li>Bundesverband BioEnergie (BBE)</li>
<li>Biogasrat e.V.</li>
<li>Bundesverband Pflanzenöle (BVP)</li>
<li>Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA)</li>
<li>Bundesverband Hydrothermale Carbonisierung (HTC)</li>
<li>Bundesverband Brennholzhandel und –produktion (BBB)</li>
<li>Bundesverband Dezentraler Ölmühlen und Pflanzenöltechnik BDOel</li>
<li>Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE)</li>
<li>Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK)</li>
<li>Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe (BBK)</li>
<li>Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe)</li>
<li>Deutscher Bauernverband (DBV)</li>
<li>Deutscher Energieholz- und Pelletverband (DEPV)</li>
<li>Fachverband Biogas</li>
<li>Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</li>
<li>Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)</li>
<li>Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID)</li>
</ul>
<p>In einem weiteren <a title="Auflistung und Übersicht Biomasse Verbände" href="http://www.biomasse-nutzung.de/11-bedeutende-verbande-der-biomasse-nutzung-in-deutschland/">Artikel zu Biomasse-Verbänden</a> finden sie die Links zu den einzelnen Verbänden und deren Standorte. Suchen sie sich den Verein oder die Verbände heraus, die ihren Interessen, ihrer Mentalität oder ihrem Wohnsitz am nächsten sind.</p>
<p>Wenn sie Lust dazu haben oder die Verantwortung verspüren, mehr zur Entwicklung einer regenerativen Energielandschaft von Morgen beizutragen, dann erkundigen sie sich bei den Verbänden, auf welche Art das möglich ist. Für jedes Talent und für jeden Zeitaufwand gibt es Möglichkeiten, um das Bioenergieboot für die Fahrt auf den Ozeanen der Energiewirtschaft weiter vorzubereiten – viel Pathos, aber es stimmt!</p>
<h2>Aktiv zur Energiewende beitragen und in einem Bioenergie-Verband engagieren</h2>
<p>Die Vorstellung von der grünen Energiewende lässt sich wunderbar in Gedanken träumen oder man kann stundenlang über eine Welt post-oil philosophieren. Ändern tut sich dadurch aber erst mal nur wenig und wir greifen weiter auf die etablierten fossilen Energieträger zurück und wir HEIZEN den Klimawandel im wörtlichen Sinne wahrscheinlich weiter an.</p>
<p>In der Eingangshalle der Humboldt-Universität zu Berlin hat mich ein Zitat von Karl-Marx immer geradezu provoziert.</p>
<div id="attachment_6044" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px">
	<img class="size-full wp-image-6044" title="Handeln im Bioenergie Verband Karl Marx Zitat Humbolt Universität" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Handeln-im-Bioenergie-Verband-Karl-Marx-Zitat-Humbolt-Universität.jpg" alt="Foto Humbold Universität Karl Marx" width="340" height="206" />
	<p class="wp-caption-text">Handeln sie als Bioenergie-Botschafter in einem Verband</p>
</div>
<p>Jetzt mag man über die Ideen von Karl-Marx denken was man möchte und man kann auch sehr unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob philosophieren nicht sogar der Anfang allen bewussten Handelns ist. Fakt ist aber, dass wir die erneuerbare Energiewende nur dann schaffen, wenn wir als Bürger mit Aktionen oder als Verbraucher mit bewussten Handlungsanpassungen auch dazu beitragen.</p>
<p>Vor allem die Biokraftstoffbranche als Vertreter der flüssigen Bioenergie hat aktuell stark unter der politischen Unentschlossenheit zu leiden und muss mit dem Einsetzen für die Fortsetzung der Steuerbegünstigung für Bioreinkraftstoffe (im Koalitionsvertrag festgeschrieben!) und der ILUC-Debatte teilweise um ihr Überleben kämpfen.</p>
<p>Die Bundesregierung hat mit dem zügigen und fast schon fluchtartigen Atomausstieg einen mutigen, aber auch schwierigen Weg geebnet, auf dem wir die Energiewende nun auch gemeinsam gehen sollten.</p>
<p>Zum Abschluss des Artikels möchte ich mich für den etwas belehrenden und moralisierenden Ton entschuldigen, mit dem ich sie in den 10 Artikeln der kleinen Bioenergie-Kampagne immer wieder konfrontiere. Danke, dass sie das durchhalten! Bei ihnen als den Lesern des Bioenergie-Blogs sind diese auffordernden Worte eigentlich am wenigsten nötig, aber wahrscheinlich auch am fruchtbarsten.</p>
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		<title>Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 05:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RonKir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biokraftstoff-kongress-bioenergie/" title="Permanent link to Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Biokraftstoff-Kongress-Kraftstoffe-der-Zukunft.jpg" width="420" height="279" alt="Bild Biokraftstoff-Kongress Kraftstoffe der Zukunft" /></a>
</p><p>Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden <a title="Internetseite Biokraftstoff-Kongress" href="http://event.bioenergie.de/" target="_blank">Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“</a> versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche weiterhin stellt.</p>
<h2>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss gepfiffen werden“</h2>
<p>Der diesjährige Biokraftstoff-Kongress fand erneut auf dem Gelände des Berliner ICC statt und wurde von 500 Teilnehmern aus 26 Nationen besucht. Organisiert wurde die Veranstaltung wie gewohnt vom <a title="Bundesverband BioEnergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverband BioEnergie (BBE)</a> und der <a title="UFOP" href="http://www.ufop.de/" target="_blank">Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</a>.</p>
<p>Ein buntes Besucherfeld und ein breit angelegtes Themenspektrum bei der Auswahl der Referenten haben zu einem interessanten Dialog auf dem 2-tägigen Biokraftstoff-Kongress geführt, bei dem alle drei Bioenergiezweige (Biogas, Biokraftstoffe und holzartige Biomasse) elegant miteinander verwoben wurden.<br />
Insofern verdeutlicht schon die Auswahl der Themen, dass die Bioenergiebranche bei allen Tendenzen zu einer weiteren Aufsplitterung immer auch eine gemeinsame Basis behalten wird. Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden in Zukunft noch viel häufiger flexibel ineinander überwechseln (Gasification, Liquified BioGas etc.).</p>
<p>Vor dem Hintergrund des Fukushima-Unglücks in Japan im vergangen Jahr und dem daraus resultierenden Beschluss zur Energiewende in Deutschland, wurden die Erneuerbaren Energien eigentlich schon als ein „Gewinner“ der schockierenden KKW-Katastrophe gesehen. Aber von diesem Optimismus ist zumindest in der Biokraftstoffbranche nicht viel zu spüren. Dafür gibt es aktuell zu viele politische Hemmnisse und sogar Rückschläge, weshalb vor allem die Biodieselbranche in Europa auf eine düstere Zukunft zusteuern könnte.</p>
<p>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss auch gepfiffen werden“ ist deshalb ein Zitat von Helmut Lamp (Vorsitzender des BBE), welcher damit die Politik zu einem entschlosseneren Handeln auffordert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung soll doch bitte mindestens die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen zur Entspannung der aktuellen Biokraftstoffsituation umsetzen.</p>
<p>Statt dem Verzetteln mit verwaltungstechnischen Fragen, müssen die Maßnahmen zur Wiederbelebung des Bioreinkraftstoffmarkts in Angriff genommen werden, mahnte auch Dr. Klaus Kliem (Vorsitzender der UFOP).</p>
<p>Versöhnlich zeigte sich Herrn Clemens Neumann (Abteilungsleiter beim BMELV) und betonte, dass Biokraftstoffe eine tragende Säule innerhalb der Dekarbonisierungsstrategie der Bundesregierung bilden, man dabei aber bitte nicht vergessen darf, dass es immer auch andere Interessen (Artenschutz, Flächennutzung etc.) gibt, die beim Ausbau der Bioenergie berücksichtigt werden müssen.</p>
<h2>Evolution der Energiewirtschaft = Evolution der fossilen Energieunternehmen?</h2>
<p>Auf dem Biokraftstoff-Kongress waren auch Vertreter der großen Mineralölunternehmen Shell und Total  anwesend, die ihre eigene Bioenergie-Strategie und die bisherigen Erfahrungen mit der Biokraftstoff-Produktion vorgestellt haben. Somit waren auf dem Biokraftstoff-Kongress auch 2 der 10 umsatzstärksten Unternehmen der Welt vertreten. Ist das nun gut oder schlecht für die noch vergleichsweise kleine Biokraftstoff-Branche?</p>
<p>Meiner Meinung nach ist das ein zweischneidiges Schwert, denn nach dem Ausstieg beim <a title="BtL Biokraftstoff Choren in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">BtL-Project von Choren in Deutschland</a> ist Shell in den USA und in Brasilien weiterhin in mehrere innovative Biokraftstoff-Projekte involviert (Codexis, Virent, Raizen).</p>
<p>Somit fließt ein Teil der Petrodollar auch in die Entwicklung von neuen Biokraftstoffkonzepten. Positiver formuliert finden somit also eine Partnerschaft und hoffentlich eine fließende Evolution von den fossilen zu den erneuerbaren Energieträgern statt. So könnten beispielsweise die Erkenntnisse des zweiten Hauptverfahrens (Fischer-Tropsch) bei der fossilen <a title="GtL Shell Pearl" href="http://www.biomasse-nutzung.de/btl-kraftstoff-pearl-biomass-liquid/">GtL-Herstellung von Shell Pearl</a> in Katar auch für die Entwicklung von Biomass-to-Liquid (BtL) verwendet werden. <a title="Biokraftstoffe der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-biokraftstoffe-2-generation/">Biokraftstoffe der nächsten Generation</a> profitieren also auch von den riesigen Investitionen der Mineralölunternehmen.</p>
<p>Wie lange diese Evolution von fossilen zu regenerativen Energieträgern letztlich dauern wird, dass werden die etablierten Mineralölunternehmen in jedem Fall entscheidend mit beeinflussen.</p>
<h2>Eine unbequeme Wahrheit über Energieprodukte</h2>
<p>Die direkte Konkurrenz mit den fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe leider noch nicht für sich entscheiden. Die Klimabilanz von Biokraftstoffen ist in der Mehrheit zwar deutlich besser als bei den fossilen Kollegen, aber dieser Aspekt zählt leider noch zu wenig beim Verbraucher.</p>
<p>Damit sind wir bei einer „unbequemen Wahrheit“, wie es Elmar Baumann (Geschäftsführer des <a title="Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie VDB" href="http://www.biokraftstoffverband.de/" target="_blank">VDB</a>) auf dem Biokraftstoff-Kongress genannt hat. Mit dieser etwas enttäuschenden, aber realistischen Einschätzung werden im Moment noch fast alle erneuerbaren Energieträger konfrontiert.</p>
<p>Der Preis von Energieprodukten ist immer noch das entscheidend Marktzugangskriterium. Verbraucher entscheiden sich bei der Auswahl ihrer Energieprodukte (Strom, Wärme, Gas, Kraftstoffe) in der überwiegenden Mehrheit ganz einfach auf Grund des niedrigsten Preises.</p>
<p>Bis zu dem Zeitpunkt, an dem externe Kosten (Umweltschäden) oder die Klimabilanz (der CO2-Handel entwickelt sich schon) eines Energieprodukts nicht wirklich in seine Preisfestsetzung einfließen, werden es Biokraftstoffe sehr schwer haben, überhaupt vom Verbraucher nachgefragt zu werden. Marktakzeptanz von Kraftstoffen regelt sich über den Preis. That’s it!</p>
<p>Eine schwer zu schluckende Pille für alle erneuerbaren Energien.</p>
<p>Eine Ausnahme bilden hier die festen Bioenergieträger (<a title="Niedrige Heizkosten mit Holzpellets und Hackschnitzeln" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/">Pellets, Hackschnitzel</a> etc.) welche schon heute mit einem Preisvorteil von etwa 40 Prozent gegenüber Heizöl oder Heizgas punkten können.</p>
<p>Der Anteil an EE-Strom soll bis 2050 auf 60 Prozent steigen und wir müssen Möglichkeiten finden, um die Erneuerbaren möglichst kosteneffizient in den Energiemarkt zu integrieren.</p>
<div id="attachment_6062" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px">
	<img class="size-full wp-image-6062" title="Diskussion Biokraftstoff-Kongress BBE UFOP" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Diskussion-Biokraftstoff-Kongress-BBE-UFOP1.jpg" alt="Diskussion beim Biokraftstoff-Kongress vom Bundesverband Bioenergie" width="420" height="284" />
	<p class="wp-caption-text">Die Biokraftstoffbranche hat sich auf dem Kongress auch den kritischsten Themen gestellt</p>
</div>
<h2>ILUC-Debatte: zerstört sich Europa seine Option für nachwachsendes Öl?</h2>
<p>Eine schwierige Frage, die sich mir vor allem während der zahlreichen ILUC-Präsentationen (<a title="ILUC-Debatte Biokraftstoffe Faktor" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">Indirect Land Use Change) für Biokraftstoffe</a> gestellt hat.</p>
<p>Dieses problematische Thema wurde auch auf dem Biokraftstoff-Kongress nicht ausgeblendet, sondern im Gegenteil sehr intensiv und vielschichtig diskutiert. Seit der Veröffentlichung der IFPRI-Studie zum Thema ILUC geht in der Biokraftstoffbranche ein schwer greifbares  Gespenst um, welches damit droht, einen Großteil der Branche, inklusive der Arbeitsplätze und getätigten Investitionen zu vernichten oder zumindest um viele Jahre zurückzuwerfen.</p>
<p>Ich kann die ILUC-Erkenntnisse die auf dem Kongress präsentiert wurden leider nicht in einem kleinen Abschnitt zusammenfassen, weil selbst viele von den Vortragenden, die sich intensiv mit ILUC beschäftigen (Pro- und Contra-Akteure), zu gleichen Teilen verunsichert wirkten. ILUC ist ein unglaublich komplexes und abstraktes Thema. Die Auswirkungen eines ILUC-Faktors, bei dem man beispielsweise pauschal 40 g CO2/ km auf die Klimabilanz aller Biokraftstoffe aufschlagen würde, wären dramatisch und in letzter Konsequenz könnte sogar die komplette Biodieselbranche in Europa zusammenbrechen.</p>
<p>ILUC war sicher das Thema, welches auf dem Biokraftstoff-Kongress für das größte Unbehagen gesorgt hat.</p>
<p>Die übertriebene Reduzierung der Vorteile von einer sicheren, nachwachsenden Menge an Öl innerhalb Europas auf die reine Klimabilanz ist doch sehr traurig und eindimensional. Und damit drücke ich mich noch ziemlich vorsichtig aus. Besonders wenn man den doch sehr fragwürdigen Modellansatz bedenkt. Immerhin gesteht die IFPRI-Studie ein, dass sie 25 Ungenauigkeiten aufweist.</p>
<p>Die EU-Politik bemüht sich so sehr um den Klimaschutz, dass sie sich bei der Auswahl ihrer Mittel lieber selbst geißelt, als wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor zu leisten. Biokraftstoffe können ab sofort eine CO2-Reduzierung von mindestens 35 Prozent gegenüber den fossilen Kraftstoffen erreichen. Das ist uns aber zu wenig und wir möchten gleich 60 Prozent CO2-Einsparung für Biokraftstoffe bis 2018 (EU-Richtlinie) sicherstellen. Möglicherweise wird das darin resultieren, dass wir im Verkehrssektor mittelfristig gar keine nennenswerten CO2-Einsparungen erreichen.</p>
<p>Und wenn wir diese ILUC-Büchse der Pandora für Biokraftstoffe schon öffnen möchten, dann sollten wir es konsequenterweise für jegliche Form der Landnutzung tun. Denn wenn wir diesen nur logischen Folgeschritt auslassen, dann werden genau die gleichen wertvollen Flächen in Indonesien einfach der Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetik zum Opfer fallen. Und jetzt mit Diskutieren anzufangen, ob man für ein Shampoo Regenwald abholzen darf, aber für ein Biokraftstoff nicht, finden wir glaube ich alle ziemlich absurd &#8211; oder?</p>
<p>Ich beneide die politischen Entscheidungsträger nicht, denn wahrscheinlich können sie bei der ILUC-Problematik und den vielschichtigen Interessen kein wirklich befriedigendes Ergebnis erreichen.</p>
<p>In dem Blogartikel „<a title="Blogartikel von Karsten Wiedemann zu ILUC" href="http://www.ee-blog.de/2012/01/biokraftstoffe-wenn-die-guillotine-fallt/" target="_blank">Wenn die Guillotine fällt</a>“ von Karsten Wiedemann (Bioenergie-Redakteur neue energie) fasst er die ILUC-Problematik, wie er sie auf dem Kongress erlebt hat, sehr ausgewogen zusammen.</p>
<h2>Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden zunehmend verschmelzen</h2>
<p>Wie auf diesem Blog demonstriert, kann die Bioenergie bekanntlich in die 3 Säulen der gasförmigen, flüssigen und holzartigen Bioenergie unterteilt werden. Die Vorträge auf dem Kongress haben gezeigt, dass sich diese 3 Bioenergiesektoren mittelfristig immer mehr vereinen lassen und die strikte Trennung entfallen kann.</p>
<p>Dieses langsame Verschwimmen der Bioenergieträger demonstriert genau die Flexibilität, welche eine Kerneigenschaft und ein großer Vorteil der erneuerbaren Bioenergie ist. So kann feste Biomasse in ein Gas und bei Belieben anschließend auch noch in eine Flüssigkeit verwandelt werden.</p>
<p>Die Technologie der Biomasse-Vergasung als Grundlage für die Herstellung von Biokraftstoffen wird wohl noch einige Jahre F&amp;E benötigen, bis sie in großem Maßstab genutzt werden kann. Im österreichischen Güssing gibt es aber bereits erfolgreiche Gasification-Versuche im Technikums-Maßstab zur Herstellung von Syngas.</p>
<p>In Ulm wird die Biomasse-Vergasung bereits seit dem Ende des vergangenen Jahres im <a title="Holzgas-Kraftwerk Ulm Biomasse-Vergasung" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,797058,00.html" target="_blank">ersten deutschen Holzgas-Kraftwerk</a> angewendet und versorgt auf diesem Wege 20.000 Menschen mit Wärme.</p>
<p>Ein weiteres interessantes Konzept, dem ich auf dem Biokraftstoff-Kongress begegnet bin, ist die Herstellung von Liquified BioGas, welches man in Anlehnung an die fossilen Kraftstoffe auch LBG nennt. Wie der Name schon vermuten lässt, ist LBG eine verflüssigte Form des Biomethans und kann in diesem Zustand neue Transportwege erschließen ohne auf Erdgasleitungen angewiesen zu sein.</p>
<h2>Nachhaltigkeitszertifizierung für Bioenergie startet durch</h2>
<p>Die Aufbruchsstimmung im Bereich der Biokraftstoffe ist ganz eindeutig im Umfeld der Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse für die Herstellung von Biokraftstoffen zu finden.</p>
<p>Somit ist das aktuelle Hoch (Nachhaltigkeitszertifizierung) und das aktuelle Tief (ILUC-Debatte) eng miteinander verbunden und innerhalb der verschiedenen Biokraftstoff-Akteure werden Interessenkonflikte sicher nicht ausbleiben.</p>
<p>Denn was bringt es der Biokraftstoffbranche mittelfristig, wenn man zwar die höchsten Nachhaltigkeitsstandards aller landwirtschaftlichen Produkte aufweisen kann, es aber gleichzeitig keine EU-Nachfrage nach diesen idealen Biokraftstoffen gibt, weil kaum ein Biokraftstoff die eventuell kommenden Standards (ILUC) erfüllen kann. Und außerhalb Europas kann man Biokraftstoffe auch ohne Nachhaltigkeitszertifikat verwenden.</p>
<p>Aktuell sind jedenfalls 7 Zertifizierungssysteme erfolgreich akkreditiert und es wird erwartet, dass in diesem Jahr etwa 20 weitere Systeme hinzukommen werden.</p>
<h2>Die Realität erkennen und trotzdem optimistisch bleiben</h2>
<p>Der Journalist Jacob Schlandt (Berliner Zeitung) war auf dem Biokraftstoffkongress einer der Moderatoren und hat bei der vom ihm moderierten Session die kühne Frage gestellt, was sich die Podiumsteilnehmer für eine Situation der Biokraftstoffbranche 2020 wünschen würden, wenn sie fern ab der Realität einfach mal „frei träumen“ dürfen.</p>
<p>Leider hat sich keiner der anwesenden Branchenvertreter zu einer kleinen Vision hinreißen lassen. Mich hat das ein bisschen enttäuscht, aber diese Einstellung basiert sicher auf den harten Erfahrungen, welche die Biokraftstoffbranche und ihre Interessenvertreter in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue machen mussten.</p>
<p>In der Realpolitik sind glaube ich alle Branchenvertreter nun sehr sattelfest und abgehärtet. Ich finde es wird Zeit, mal wieder etwas positive Energie und Vision in die Welt der Biokraftstoffe zu spülen. Wie der Kongress nämlich auch gezeigt hat, gibt es die bei allen Wolken auch.</p>
<p>Im nächsten Jahr gibt es dann den 10 Biokraftstoff-Kongress, der mit dem 15-jährigen Bestehen des BBE zusammenfällt. Hoffentlich wird es abgesehen von dem Jubiläum noch viele Gründe mehr zum Feiern geben.</p>
<p>Vielen Dank an den BBE und die UFOP, dass sie mich als Bioenergie-Blogger zu der Veranstaltung der Bioenergie-Gemeinschaft eingeladen haben!</p>
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		<title>Bioenergie Jahresrückblick 2011</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 05:18:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
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		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Medien beginnen nun wieder die großen Jahresrückblicke und ich finde, dass auch die Bioenergie einen Rückblick auf das Jahr 2011 verdient hat. Wie hat 2011 zur Weiterentwicklung der Bioenergie beigetragen, was hat das Herz eines Bioenergie-Enthusiasten höher schlagen lassen und welche Momente möchte man am liebsten schnell wieder vergessen? Aus jeder Erfahrung kann man für die Zukunft lernen und die Bioenergiebranche hat immer wieder bewiesen, dass sie flexibel [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-jahresruckblick-2011/" title="Permanent link to Bioenergie Jahresrückblick 2011"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" width="350" height="234" alt="Bioenergie Rückblick 2011 vor Kamin zu Weihnachten" /></a>
</p><p>In den Medien beginnen nun wieder die großen Jahresrückblicke und ich finde, dass auch die Bioenergie einen Rückblick auf das Jahr 2011 verdient hat. Wie hat 2011 zur Weiterentwicklung der Bioenergie beigetragen, was hat das Herz eines Bioenergie-Enthusiasten höher schlagen lassen und welche Momente möchte man am liebsten schnell wieder vergessen? Aus jeder Erfahrung kann man für die Zukunft lernen und die Bioenergiebranche hat immer wieder bewiesen, dass sie flexibel und kreativ auf die schnellen Änderungen der Energielandschaft reagieren kann. Nehmen Sie Platz, machen Sie es sich mit einem Kaffee oder Tee gemütlich und lassen Sie sich von mir an einige Entwicklungen des Bioenergie-Sektors im Jahr 2011 erinnern.</p>
<p>Viele Momente haben die Bioenergie-Gemeinschaft in den vergangen 12 Monaten bewegt, erfreut und gelegentlich sogar erschüttert. Aus der Perspektive der gesamten Bioenergie-Branche betrachtet war 2011 ein durchwachsenes Jahr, welches nicht in allen Punkten die Erwartungen der Bioenergie-Akteure erfüllen konnte, aber doch mit einige Highlights geglänzt hat.</p>
<p>Zu meinem Glück kann ich rückblickend sagen, dass die <a title="10 Punkte welche die Biomasse-Branche im Jahr 2011 verändern werden" href="http://www.biomasse-nutzung.de/10-punkte-welche-die-biomasse-branche-im-jahr-2011-verandern-werden/">10 Prognosen</a> über die Kernthemen des Bioenergie-Jahres 2011 weitgehend eingetroffen sind.</p>
<p>Was ist passiert? Bioenergie 2011 im Zeitraffer mit den folgenden Kategorien!<strong></strong></p>
<ol>
<li><strong></strong><strong>Höhepunkte und Meilensteine der Bioenergie </strong><strong></strong><strong></strong></li>
<li><strong>Rückschläge der Bioenergie</strong><strong> </strong><strong></strong></li>
<li><strong>Bioenergie in Berlin-Brandenburg</strong><em></em></li>
</ol>
<h2>Höhepunkte und Meilensteine der Bioenergie 2011</h2>
<p>Zuerst möchte ich kurz auf die wichtigsten positiven Ereignisse eingehen, welche die Entwicklung der Bioenergie über das Jahr 2011 hinaus prägen werden.</p>
<p><em><img class="aligncenter" title="Kinder Hände beim Bioenergie Rückblick 2011" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Kinder-Hände-beim-Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" alt="Positive Entwicklungen zur Bioenergie 2011" width="370" height="237" /></em></p>
<ul>
<li><strong>Einführung des Biokraftstoffgemischs E10</strong></li>
</ul>
<p>Im Juni dieses Jahres hätte ich die <a title="Probleme bei der Einführung von E10 führen zur Wiederbelebung alter Dämonen der Biokraftstoffbranche" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/">E10-Einführung (siehe Artikel)</a> wahrscheinlich noch unter der Rubrik Rückschläge einordnen müssen und habe das in einem Artikel auch getan. Zum Ende des Jahres kann die Verdoppelung des Bioethanolanteils im Super-Benzin glücklicherweise zu den genommenen Meilensteilen gezählt werden.</p>
<p>Nicht alles, einige Kritiker würden sogar sagen „gar nichts“, hat bei der Einführung des Biokraftstoffs E10 so funktioniert, wie geplant. Mit einigem Abstand betrachtet muss man wahrscheinlich eingehstehen, dass das Fehlen einer sorgfältigen Planung der Hauptgrund für die anfänglich großen Probleme war. An dieser Stelle haben die für die E10-Einführung-Verantwortlichen die Sorgen der Autofahrer unterschätzt oder nicht ernst genug genommen.</p>
<p>Ich bin sicher, dass alle Beteiligten aus diesem Hick-Hack um die Erhöhung der Bioethanolquote viel gelernt haben.</p>
<ul>
<li><strong>Verabschiedung der EEG-Novelle 2011</strong></li>
</ul>
<p>Aus deutscher Sicht ist die <a title="Verabschiedung des EEG 2012 in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">Verabschiedung der EEG-Novelle 2012</a> im Juni dieses Jahres die tiefgreifendste Gesetzesänderung. Diese Einstufung gilt mindestens für die gasförmigen Bioenergieträger, sprich die Biogasbranche. Die Novelle soll die Marktintegration der Bioenergie noch beschleunigen und dazu beitragen, dass sich die Bioenergie mittelfristig auch ohne Einspeisevergütungen im Energiemarkt gegen die fossilen Mitbewerber behaupten kann.</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle nicht tiefer auf die einzelnen Punkte der EEG-Novelle eingehen (siehe Artikel zum EEG 2012) und hoffe, dass sich die positiven Auswirkungen des „EEG 4.0“ zügig einstellen werden. Historisch betrachtet können wir mit der Entwicklung des EEG in Deutschland sehr zufrieden sein. Für einen interessanten Überblick zur <a title="Film zur Geschichte des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes" href="http://www.biomasse-nutzung.de/geschichte-des-eeg-film-eeg-novelle-2011-bioenergie/">Geschichte des EEG</a>, empfehle ich diesen Film.</p>
<ul>
<li><strong>Ökogas aus Biomasse gewinnt an Bedeutung</strong></li>
</ul>
<p>Die Bioenergie ist die Flexibelste im Team der Erneuerbaren. Zu dem bisherigen Bioenergieangebot für Strom, Kraftstoff und Wärme ist  in diesem Jahr auch der Energieträger Gas („Ökogas“) aus nachwachsenden Rohstoffen hinzugekommen.</p>
<p>Ich muss zugeben, dass ich kein großer Freund, von der inflationären Verwendung von Begriffen wie „Öko“ oder „Bio“ bin, aber irgendeinen Namen braucht das klimafreundliche Biogas, welches über das Erdgasnetz transportiert den Verbraucher mit Gas versorgt.   Bei allen Missverständnissen und falschen Erwartungen die mit der Bezeichnung „Ökogas“ einhergehen, passt der Begriff letztlich ganz gut.</p>
<p>Lesen Sie hierzu auch den Artikel über <a title="Anbieter von Ökogas aus Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-okogas-bioerdgas-tarife/">Anbieter von Ökogas</a>.</p>
<ul>
<li><strong>Erste Testflüge mit Biokraftstoffen auf fast allen Kontinenten</strong></li>
</ul>
<p>„Der letzte Tropfen Erdöl wird in einer Flugzeugturbine verbrannt“ ist ein geflügeltes Wort in der Luftfahrtbranche geworden. Diese Abhängigkeit vom Erdöl schmerzt die Branche und die Suche nach Alternativen läuft bei den Flugzeugbauern und Airlines auf Hochtouren. Auch die Notwendigkeit zur Reduktion des CO2-Ausstoßes durch die Aufnahme der europäischen <a title="EU-Emissionshandel für europäische Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">Luftfahrt in den EU-Emissionshandel ab 2012</a> ist ein wichtiger Anreiz für das Finden anderer Optionen.</p>
<p>Von diesem Engagement profitierte in diesem Jahr die Biokraftstoffbranche und es fanden Testflüge mit Biokraftstoffen auf fast allen Kontinenten statt. Darunter waren auch innovative <a title="Herstellung von Biokraftstoffen aus Algen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">Biokraftstoffe die zu einem großen Anteil auf Algen</a> basieren.</p>
<ul>
<li><strong>Wachstum des europäischen Bewusstseins von einer Bioenergie-Gemeinschaft</strong></li>
</ul>
<p>Die Kommunikationsmöglichkeiten und sozialen Netzwerke des Internets (Social Media) haben das Gefühl einer bestehenden <a title="Bioenergie und Energiepflanzen Gemeinschaft" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energiepflanzen-forschung-symposium-energiepflanzengemeinschaft/">Bioenergie-Gemeinschaft in Deutschland</a> und Europa wachsen lassen. Die Gewinnung und Nutzung von gasförmiger, flüssiger und fester Bioenergie bildet dabei eine bunte Farbpalette, wobei sich die Bioenergie-Akteure Ihres Potentials und ihrer Verantwortung für die Gestaltung eines gemeinsamen Bildes zunehmend bewusst werden.</p>
<p>Europa erkennt auch im Bereich der Bioenergie, das es über eine hervorragende Infrastruktur zur Erforschung dieses erneuerbaren Energieträgers verfügt und das wir viel stärker auf Synergien einer gemeinsamen Entwicklung setzen können.</p>
<p>Die beiden EU-Projekte <a title="EU-Bioenergie-Projekt EnAlgae" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">EnAlgae</a> und <a title="EU-Bioenergie Projekt COACH BioEnergy" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/">COACH BioEnergy</a> sind tolle Beispiele für eine stärkere europäische Kooperation im Bereich der Bioenergie.</p>
<ul>
<li><strong>Zunehmend innovativere Energiepflanzen</strong></li>
</ul>
<p>Die Diskussion über die Bedeutung eines vielfältigen Energiepflanzenspektrums wurde fortgeführt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass durch eine breitere Artenvielfalt bei Energiepflanzen auch wichtige ökologische Ziele erreicht werden können.</p>
<p>Der Einsatz dieser „neuen Energiepflanzen“ muss dabei im Vergleich mit dem Alleskönner Mais nicht zwangsläufig zu deutlichen Ertrags- oder Umsatzeinbußen führen. Günstig in die Fruchtfolge integriert, können alternative Energiepflanzen eine langfristig hohe Biogasproduktion unterstützen und nebenbei kann der <a title="Artenschutz Gewässerschutz Bodenschutz der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/tragt-der-energiepflanzenbau-zum-boden-und-gewasserschutz-bei/">Energiepflanzenanbau zum Boden-, Gewässer- und Artenschutz</a> beitragen.</p>
<p>Erfolgreiche Beispiele für den stattfindenden Perspektivenwechsel bei der Artenauswahl im Energiepflanzenanbau sind das gestiegene Interesse an <a title="Mehrjährige Pflanzen als Energiepflanzen für die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/potential-von-mehrjahrigen-pflanzen-zur-gewinnung-der-bioenergie/">mehrjährigen Pflanzen</a> für die Biogasgewinnung oder an der <a title="Camelina sativa als Energiepflanzen für Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-mit-camelina-%E2%80%93-die-vorteile-und-potentiale-einer-neuen-energiepflanze/">Camelina sativa</a> für die Biokraftstoffproduktion.</p>
<ul>
<li><strong>Eröffnung der ersten Biomasse-Börse in Europa</strong></li>
</ul>
<p>Biomasse ist ihrem Wesen nach sehr heterogen. Um den Handel mit den verschiedenen <a title="Biomasse-Ströme für die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/ubersicht-uber-verschiedene-stoffstrome-von-biomasse/">Biomasse-Strömen</a> zu erleichtern und eine konstante Qualität zu gewährleisten, hat in <a title="Biomasse Börse in Rotterdam für Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomasse-borse-rotterdam-handel/">Rotterdam die erste Biomasse-Börse Europas</a> ihre Tore geöffnet.</p>
<p>Die Tätigkeit der Biomasse-Börse wird sich zu Beginn vor allem auf den Handel mit fester Biomasse (Holzhackschnitzeln) konzentrieren und das Güterspektrum im nächsten Jahr langsam erweitern.</p>
<ul>
<li><strong>Größtes Biomasseheizkraftwerk der Welt wird eröffnet</strong></li>
</ul>
<p>Im englischen Tilbury wurde mit 750 MW das größte Biomasseheizkraftwerk der Welt eingeweiht. Diese Leistung entspricht in etwa der Versorgungskapazität eines mittleren Steinkohlekraftwerks. Ob man ein so großes Biomasseheizkraftwerk eher zu den Meilensteinen oder den Rückschritten der Bioenergie zählt, muss jeder für sich selbst entscheiden.</p>
<p>Ich als Bioenergie Enthusiast, der vor allem auf die dezentralen Versorgungspotentiale der Bioenergie setzt, hoffe, dass Biomasseheizkraftwerke dieser Größe die Ausnahmen bleiben werden.</p>
<p>Ich unterstütze aus Energieeffizienzgründen den Bau von KWK-Kraftwerken in Großstädten die mit fester Biomasse betrieben werden und ein Leistungsspektrum von etwa 100 – 200 MW bereitstellen (siehe Artikel über die <a title="Bioenergie Strategie der Vattenfall Europe AG" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kritische-betrachtung-der-engagierten-biomasse-strategie-der-vattenfall-europe-ag-fur-berlin/">Biomasse-Strategie der Vattenfall Europe AG</a>). Beim Bau von noch größeren Biomasseheizkraftwerken sollten die Nachhaltigkeitsüberlegungen schon ganz zu Beginn der Projektplanung intensiv mit einbezogen werden.</p>
<p>Die Mitverbrennung (Co-Firing) von Biomasse in Kohlekraftwerke ist für mich die nachhaltigere Variante.</p>
<ul>
<li><strong>Erdölpreis erstmals wieder über 100 US-Dollar</strong></li>
</ul>
<p>Leider oder auch zum Glück kann man sagen, dass die Entwicklung der Erneuerbaren Energien auch stark mit der Höhe des Erdölpreises korreliert. Investitionen in Bioenergie-Projekte werden mit einem steigenden Ölpreis immer rentabler und somit auch wahrscheinlicher. Deshalb begrüße ich, zumindest aus den Augen eines Bioenergie-Enthusiasten, den <a title="Bioenergie profitiert vom Erdölpreis über 100 US-Dollar" href="www.biomasse-nutzung.de/branche-der-bioenergie-profitiert-vom-ansteigen-des-olpreises-uber-100-us-barrel">Anstieg des Erdölpreises auf über 100 US-Dollar</a> pro Barrel (Brent).</p>
<p>Der Erdölpreis steigt im Jahr 2011 erstmals seit 3 Jahren wieder über die magische Grenze von 100 US-Dollar und hält diesen Marktpreis konstant über das gesamte Jahr.</p>
<p><em><img class="aligncenter size-full wp-image-5724" title="Wütende Menschen beim Bioenergie Rückblick 2011" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Wütende-Menschen-beim-Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" alt="Unzufriedene Menschen zu negativen Entwicklungen der Bioenergie" width="310" height="310" /></em></p>
<h2>Rückschläge der Bioenergie im Jahr 2011</h2>
<p>Wie in jeder Branche gehen auch bei der Bioenergie die positiven und negativen Entwicklungen Hand in Hand. Meist ist es eine Frage der eigenen Perspektive und persönlichen Interessen, ob eine Entwicklung eher als Fortschritt oder Rückschritt gesehen wird. Im Folgenden einige Punkte, die in meinen Augen ein Hemmnis für den Ausbau der Bioenergie bedeuten.</p>
<ul>
<li><strong>Verschärfung der ILUC-Debatte</strong></li>
</ul>
<p>Die Dynamik der <a title="Was ist die ILUC Debatte für Biokraftstoffe und Bioenergie?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC-Debatte</a> hat mich ziemlich überrascht – offen gesagt sogar verärgert. Die Art und Weise, wie in einigen Medien und Onlineforen die vielen Formen der Bioenergie in einen Topf geworfen werden, ist weder nützlich noch entspricht sie den Fakten. Ich fühle mich automatisch an die emotionalen Diskussionen zur Tank-und-Teller-Debatte erinnert. Hier muss die Bioenergie-Gemeinschaft noch viel stärker gemeinsam auftreten und sich öffentlich gegen undifferenzierte Vorwürfe verteidigen.</p>
<p>Die verschiedenen Verbände leisten gute Arbeit, aber auch die Unternehmen der Bioenergie und Energiewirte sollten noch stärker ihre Stimme erheben, um die Akzeptanz der Bioenergie langfristig zu sichern. Es fängt mit den Biokraftstoffen an, betrifft aber mittelfristig auch schnell die holzartige Biomasse und eventuell auch Biogas.</p>
<p>Das Aufkommen der ILUC-Debatte zeigt, dass die <a title="Moralische Fragen zur Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energie-aus-biomasse-ein-ethisches-diskussionsmodell-buch-neuerscheinung-zichy-ethik/">moralische Dimension der Bioenergie</a> nicht ausgeblendet werden kann, sondern bewusst geführt werden muss.</p>
<ul>
<li><strong>Netzausbau als langfristiges Hemmnis der Bioenergieentwicklung</strong></li>
</ul>
<p>Der  <a title="Fehlende Netzausbau bremst Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hohe-bedeutung-des-netzausbaus-fur-die-entwicklung-der-dezentralen-bioenergie/">fehlende Netzausbau</a> schlägt sich negativ auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und auch der Bioenergie nieder. Wenn wir die dezentrale Energieproduktion stärker fördern möchten, dann brauchen wir auch mehr Gas-, Strom- und Wärmenetze, um die Energie zu transportieren. Politische Entscheidungen sind dringend erforderlich, wobei die sehr kostspieligen und langfristigen Investitionsentscheidungen auch nicht überstürzt werden dürfen.</p>
<p>Vor allem für die <a title="Hemmnisse für Einspeisung von Biomethan in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-ansatze-zur-erhohung-der-biomethaneinspeisung/">Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz</a> oder den Transport der nach dem EEG 2012 geforderten Wärmemengen ist ein Ausbau der jeweiligen Netze dringend notwendig.</p>
<ul>
<li><strong>Biokraftstoffe der 2.Generation noch nicht bereit für die industrielle Produktion</strong></li>
</ul>
<p>Ein herber Rückschlag für die Biokraftstoffbranche war die <a title="Rückschlag für Biokraftstoffe der zweiten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Insolvenzanmeldung der Choren Industries GmbH</a> für ihren Produktionsstandort für Biokraftstoffe der 2.Generation im sächsischen Freiberg. Choren hat mit der Vergasung von holzartiger Biomasse und der anschließende Verflüssigung des Syngases einen BtL-Kraftstoff hergestellt, welcher zu den <a title="Vorteile der Biokraftstoffe der 2.Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der 2.Generation</a> gehört.</p>
<p>Am 17.10.2011 hat Choren bekannt gegeben, dass das erste Unternehmen der Choren-Gruppe gerettet werden konnte. Das sind gute Nachrichten und ich hoffe, dass für weitere Unternehmen ein Rettungsplan entwickelt werden kann.</p>
<ul>
<li><strong>Europäische Biodieselproduktion im Jahr 2011 erstmals gesunken</strong></li>
</ul>
<p>Erstmals in der Geschichte der Biodieselproduktion hat die <a title="Abnahme der Biodieselproduktion in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-produktion-herstellung-eu/">hergestellte Menge Biodiesel in Europa abgenommen</a>. Als Gründe werden vor allem die stark gestiegenen Importe aus Argentinien und Indonesien bei gleichzeitig kaum gestiegenem Biodiesel-Verbrauch in der EU gesehen. Da der Absatz von Biodiesel in der EU nicht gesteigert werden konnte, musste die heimische Produktion als Reaktion auf die gestiegenen Importe gedrosselt werden.</p>
<p>Bei diesem Konflikt muss sich die EU überlegen, wie sie mit den preiswerten Importen umgehen möchte. Soll die heimische Biodieselproduktion mittelfristig heruntergefahren und der Verlust der Arbeitsplätze riskiert werden oder begrenzt man die EU-Importe auf eine feste Quote und unterstützt dadurch die eigene, aber teurere Biodieselproduktion in Europa.</p>
<ul>
<li><strong>Einstufung von Gülle als Abfall gefährdet Biogaslandschaft</strong></li>
</ul>
<p>Auf Druck der EU-Kommission wird in Deutschland die <a title="Gülle in Biogasanlagen gilt als Abfall" href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Vergärung von Gülle in Biogasanlagen</a> künftig als Verwendung von „Abfall“ deklariert. Die Biogasbranche befürchtet, dass durch diese Einstufung der Gülle ein gewaltiger Verwaltungsaufwand entstehen könnte, welcher die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit von mit Gülle betriebenen Biogasanlagen reduziert.</p>
<p>Es wird aktuell nach Möglichkeiten gesucht, die Gefahren des Gülleeinsatzes auf eine vernünftige Art und Weise in den Biogasanlagenbetrieb zu integrieren. Dabei muss beachtet werden, dass die Entstehung neuer Mini-Biogasanlagen auf Güllebasis (EEG 2012) nicht durch eine abschreckende Bürokratie schon im Ansatz verhindert wird.</p>
<ul>
<li><strong>US-Ethanol-Importe nach Europa sorgen für Skandal</strong></li>
</ul>
<p>Im Bereich der Bioenergie gab es im Jahr 2011 auch einen wirtschaftlichen Skandal der internationale Wellen geschlagen hat. Dabei geht es um den Handel mit Bioethanol, der hauptsächlich aus Mais gewonnen wird, zwischen den USA und der EU. Der Streit darum, dass stark subventionierte US-amerikanische Ethanol-Importe die heimische Bioethanolproduktion in der EU gefährden, hat Ende 2010 begonnen.</p>
<p>Die European Renewable Ethanol Association (ePURE) ist von diesem Zustand alles andere als begeistert und fürchtet um den Absatz des in Europa produzierten Ethanols. Dieser Konflikt ist noch nicht beigelegt und hat im Gegenteil in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufgenommen.</p>
<h2>Bioenergie in der Region Berlin-Brandenburg</h2>
<p>Als Blogger aus Berlin, der sein Studium in Brandenburg absolviert hat, habe ich natürlich ein besonderes Herz für diese Region und möchte gern an einige Meilensteine der Bioenergie in Berlin-Brandenburg erinnern. Die Entwicklungen sind auch im internationalen Vergleich sehr innovativ und sowohl im Bereich der Forschung, als auch in der wirtschaftlichen Anwendung vorne mit dabei.</p>
<p>Unterstrichen wird dieses Engagement durch die Vergabe des <a title="Leitstern für Erneuerbare Energien 2010 an Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/brandenburg-ist-gewinner-des-leitsterns-2010-fur-die-forderung-der-erneuerbaren-energien/">Leitsterns 2010 für Erneuerbare Energien</a> an das Bundesland Brandenburg.</p>
<ul>
<li><strong>Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</strong></li>
</ul>
<p>Die Region Berlin-Brandenburg entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsmotor für die Weiterentwicklung der Bioenergie aus Algen. Im Internet habe ich schon erste Fachleute vernommen, die mittlerweile davon ausgehen, dass die Bioenergie der 3.Generation (Algen) sogar die Bioenergie der 2.Generation (Cellulose-Ethanol, BtL etc.) überholen und den Markteintritt schneller erreichen könnte.</p>
<p>In diesem Fall ist der <a title="Algencluster für Bioenergie in Berlin Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/">Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</a> bestens aufgestellt.</p>
<ul>
<li><strong>Vattenfall startet Umbau des ersten Biomasseheizkraftwerks in Berlin</strong></li>
</ul>
<p>Die Vattenfall Europe AG hat die ambitionierteste Bioenergie-Strategie der großen Energieversorger in Europa. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf die Bioenergie aus fester Biomasse und die Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken. Der Umbau für das <a title="Vattenfall baut Biomasseheizkraftwerk in Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vattenfall-startet-umbau-fur-erstes-biomasseheizkraftwerk-in-berlin/">erste Biomasseheizkraftwerk in Berlin</a> hat in diesem Jahr begonnen.</p>
<ul>
<li><strong>Baubeginn der modernsten Biogasanlage für Bioabfälle in Berlin</strong></li>
</ul>
<p>Die gasförmige Bioenergie ist ohne die zügige Weiterentwicklung der Biomethaneinspeisung für Großstädte kaum geeignet, da der Platz für die Errichtung von Biogasanlagen sehr begrenzt ist. In Berlin wird das Vorhandensein der großen Bioabfall-Ströme nun als Trumpf ausgespielt und die <a title="Biogasanlage mit Bioabfall in Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/baubeginn-fur-deutschlands-modernste-biogasanlage-fur-bioabfalle-in-berlin/">modernste Biogasanlage für Bioabfälle in Deutschland</a> gebaut.</p>
<p>Das Beispiel dieser innovativen Biogasanlage zeigt erneut, wie flexibel sich die Verwendung der Bioenergie in die Standortfaktoren einer Region einfügen kann.</p>
<ul>
<li><strong>Biomethananlage in Brandenburg mit kompletten Wärmenutzungskonzept</strong></li>
</ul>
<p>Um erfolgreich zu sein, muss ein Bioenergiekonzept heutzutage immer mehr auch dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Energieeffizienz nachkommen. Ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bioenergieprojekt seinen energetischen und ökonomischen Wirkungsgrad erhöhen kann, ist die <a title="Biomethananlage mit Wärmenutzung in Barsikow" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomethananlage-in-brandenburg-mit-integriertem-warmenutzungskonzept/">Biomethananlage mit integriertem Wärmenutzungskonzept</a> im brandenburgischen Barsikow.</p>
<ul>
<li><strong>Verbio AG gewinnt zum zweiten Mal einen DENA-Award für ihre Bioenergie-Konzepte</strong></li>
</ul>
<p>Der Biokraftstoffhersteller Verbio AG mit Produktionsanlagen für Biodiesel und Bioethanol in Schwedt wurde erneut mit einem DENA-Award ausgezeichnet. Das Besondere ist, dass die Verbio AG den Preis für das „Biogasprodukt des Jahres 2011“ erhalten hat – und das als Biokraftstoffhersteller! Verbio verbindet die Biokraftstoffproduktion mit der Biogasproduktion und nutzt die bei der Bioethanolherstellung anfallende Schlempe, um daraus Biogas zu erzeugen</p>
<p>Weitere Ausführungen zum innovativen und patentierten <a title="Bioenergie Konzept der Verbio gewinnt DENA Award" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kombination-von-biokraftstoffen-und-biogas-zur-verbesserung-der-bilanz-der-bioenergie/">Bioenergiekonzept der Verbio AG</a> finden Sie hier.</p>
<h2>Lernen aus den Bioenergie-Erfahrungen des Jahres 2011</h2>
<p>Soviel zu einigen der wichtigsten Bioenergie-Entwicklung in Deutschland und Europa im Jahr 2011. Ich bin überzeugt, dass wir die gewonnenen Erfahrungen des Jahres nutzen werden, um die Bioenergiebranche im kommenden Jahr voranzubringen.</p>
<p>Sollte Ihnen dieser Jahresrückblick auf die Bioenergie gefallen haben, dann möchte ich Ihnen die <a title="Newsletter des Bioenergie Blogs abonnieren" href="http://www.biomasse-nutzung.de/newsletter-bioenergie-blog/">Bestellung des NEWSLETTER des Bioenergie Blogs</a> empfehlen. Dieser ist ähnlich aufgebaut und wirft einen zusammenfassenden Blick auf die Bioenergie-Geschehnisse des vergangenen Monats.</p>
<p>In letzter Zeit habe ich mich häufiger gefragt, wo die <a title="Wo soll die Reise der Bioenergie hingehen?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/">Reise der Bioenergie</a> hingehen soll? Eine Frage, die gut in den Jahreswechsel passt und die wir gemeinsam beantworten dürfen.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Urlaub und eine frohe Weihnachtszeit und möchte mich herzlich für Ihr Interesse an der Bioenergie bedanken. Ich freue mich auf ein spannendes und erfolgreiches Bioenergiejahr 2012.</p>
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		<title>COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 05:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/" title="Permanent link to COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergy-für-Bioenergie-in-Europa.jpg" width="380" height="257" alt="Bild zum Artikel COACH Bioenergy für Stärkung der Bioenergie in Europa" /></a>
</p><p>Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die <a title="Bioenergie aus fester Biomasse in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Eurobserver-Barometer-Bioenergie-in-Europa.pdf">Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa</a> zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, mit welch unterschiedlicher Dynamik und Präsenz die Bioenergie in die eigene Energiewende eingebaut wird. Ich habe die Bioenergie-Konferenz besucht und möchte darüber berichten.</p>
<h2>Eine vielfältige Bioenergie für ein vielfältiges Europa</h2>
<p>Auf das Engagement der Engländer, einen großen Beitrag zur Stärkung der Bioenergie zu leisten, wurde schon in dem <a title="RHI für Bioenergie und Biowärme in England und Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">Artikel zur Renewable Heat Incentive (RHI)</a> eingegangen. Auch die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme des größten Biomasseheizkraftwerks der Welt (750 MW!) auf der größten Insel Europas spricht eine deutliche Sprache.</p>
<p>Auch das im September gestartete transnationale <a title="Forschungsprojekt zur Bioenergie aus Algen in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">Forschungsprojekt EnAlgae</a>, welches die Gewinnung der Bioenergie aus Algen untersucht, hat seinen Fokus auf 7 Staaten im Nordwesten Europas gerichtet.</p>
<p>Das COACH BioEnergy Projekt konzentriert sich hingegen vor allem auf die Staaten Mittel- und Osteuropas und trägt zur Weiterentwicklung der Bioenergie vor Ort bei.</p>
<p>Jedes Land zeigt abhängig von den eigenen Standortvorteilen besondere Stärken in Bezug auf den Einsatz der Bioenergie. Sich den eigenen Potentialen für die Nutzung von Biogas, Biokraftstoffen oder fester Biomasse bewusst  zu werden, wird durch den Austausch und Vergleich mit anderen Ländern erleichtert und beschleunigt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-5708" title="COACH Bioenergie Partner Länder" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergie-Partner-Länder.png" alt="Partnerländer des COACH BioEnergy Projekts" width="430" height="430" /></p>
<h2>COACH BioEnergy Projekt gehört zum Central Europe Programme</h2>
<p>Das <a title="COACH BioEnergy Projekt für Bioenergie in Europa" href="http://www.coach-bioenergy.eu/" target="_blank">COACH BioEnergy Projekt</a> wird von der Europäischen Union gefördert und gehört zum <a title="Central Europe Programm unterstützt Bioenergie in Europa" href="http://www.central2013.eu/index.php" target="_blank">„Central Europe“ Programm</a>. Das Central Europe Programme wird zwischen 2007 – 2013 mit 231 Millionen € aus dem European Regional Development Funds (ERDF) finanziert.</p>
<p>Die Organisation des EU-Projekts, an dem 18 Institute, Universitäten und Verbände aus 7 Ländern teilnehmen, übernimmt das <a title="Fraunhofer Institute für Bioenergie in Europa" href="http://www.moez.fraunhofer.de/de/projekte/laufende_Projekte/coachbioenergy.html" target="_blank">Fraunhofer Institut MOEZ</a> in Leipzig unter der Projektleitung von Annamaria Riemer.</p>
<p>Das Ziel von COACH BioEnergy ist die Aufnahme und Erforschung zukunftsorientierter  Projekte und Technologien für die Bioenergie in den Partnerländern. Dabei werden die gewonnenen Erkenntnisse zur Bioenergie über ein Beratungsnetzwerk gesammelt und auf der Internetseite des Projekts kostenfrei zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Dabei deckt das COACH BioEnergy Projekt folgende Wertschöpfungsschritte der Bioenergie in Europa ab:</p>
<ul>
<li>Biomasseanbau in der Land- und Forstwirtschaft</li>
<li>Vorbehandlung, Transport und Veredelung der Energiepflanzen</li>
<li>Technologien und Verfahren zur energetischen Umwandlung der Biomasse</li>
</ul>
<h2>Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts in Berlin</h2>
<p>Die COACH Bioenergy Abschlusskonferenz fand am 1.Dezember im Fraunhofer-Forum in Berlin statt. Die Konferenz wurde von Teilnehmern aus allen Partnerländern besucht und bei dieser die Ergebnisse einzelner Länder vorgestellt.</p>
<p>Maud Skäringer von der Europäischen Kommission hat in ihrem Vortrag einen interessanten Ein- und Ausblick in die europäische Förderpolitik gegeben. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem nächsten Förderzeitraum folgenden Förderinstrumente der EU:</p>
<ul>
<li>European Regional Development Fund (ERDF)</li>
<li>European Social Fund (ESF)</li>
<li>Cohesion Policy Programm</li>
<li>European Strategic Energy Technology Plan (SET Plan)</li>
</ul>
<p>Die kommende Förderphase wird die Jahre 2014 – 2020 umspannen.</p>
<p>In Zahlen betrachtet investiert die Europäische Union in den Jahren 2007 – 2013 eine Summe von 9.3 Milliarden € in die Erforschung und Förderung der Erneuerbaren Energien. Von dieser Summe fließen 1.8 Milliarden in die Bioenergie.</p>
<p>Dabei wies Frau Skäringer darauf hin, dass Energie ein vergleichsweise neues Thema ist, welches mit so gewaltigen Summen gefördert wird. Um die globale Führungsposition der „Low Carbon Economy“ Europas weiter auszubauen, werden im kommenden Förderzeitraum vermutlich nochmal 40% mehr Gelder (etwa 17 Milliarden €) investiert.</p>
<h2>10% Biokraftstoffe  bis 2013 aus dem Stand möglich</h2>
<p>Ein besonderer Moment bei der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz war für mich der Vortrag von Helmut Lamp, dem Vorstandsvorsitzenden des <a title="Bundesverband Bioenergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverbands Bioenergie (BBE)</a>. Als Bioenergie-Enthusiast war ich sehr gespannt auf meinen ersten Live-Auftritt des BBE-Vertreters. Im Anschluss hatte ich dann sogar noch das Vergnügen, Herr Lamp persönlich kennenzulernen.</p>
<p>Man merkt Herr Lamp seine Leidenschaft für die kontrovers diskutierte Bioenergie-Branche auch noch nach 13 Jahren BBE-Erfahrung deutlich an. Dabei schafft er es auf spannende Art und Weise die Welt der Bioenergie lebendig werden zu lassen.</p>
<p>Sein Vortrag war eine gelungene Mischung aus Interpretation der aktuellen Bioenergie-Entwicklungen und einem historischen Erfahrungsbericht. So hat er in seiner Präsentation sehr anschaulich die Auswirkungen der EEG Novelle 2012 mit den großen Zusammenhängen der Energiewende verbunden.</p>
<p>Dabei hat Herr Lamp in seinem Vortrag Mut zur Prognose und Lust zur Vision gezeigt. Mit seiner unterhaltsamen Vortragsweise ist er sowohl mahnend auf Konflikte und Hemmnisse der Bioenergie-Rahmenbedingungen eingegangen, ohne dabei die Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen, vor dem Fachpublikum auch differenziert, humorvoll und motivierend auf die großen Potentiale der Bioenergie hinzuweisen.</p>
<p>Genug der persönlichen Lobrede für den Bioenergie-Vortrag von Herr Lamp und zurück zu einigen Statements seiner Präsentation auf der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz.</p>
<p>So könnte die Biokraftstoffquote mit den vorhandenen Produktionskapazitäten, der vorhandenen Tankstelleninfrastruktur und dem aktuellen Fuhrpark in Deutschland aus dem Stand auf 10% angehoben werden. Und dieser Wert ist bis 2013 oder sogar schon 2012 realisierbar. Aktuell haben Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol) einen Anteil von 6,25 % am Kraftstoffmarkt in Deutschland.</p>
<p>Der schlafende Riese für die Entwicklung der Bioenergie und die Einsparung von Treibhausgasen ist der Wärmesektor. Das gilt besonders unter den Begleitumständen, dass pro Jahr etwa 160.000 neue Wohnungen gebaut werden, die von Anfang an mit erneuerbarer Wärme aus Biomasse versorgt werden können. In den vergangenen 30 Jahren ist der Markt für EE-Wärmeanlagen stattdessen um 30% eingebrochen. An dieser Stelle müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen (EWärmeG, KWK-Gesetz etc.) geändert werden.</p>
<p>Der Einschätzung von Herr Lamp, als Vertreter des BBE, zur Folge, liegen die größten Potentiale der Bioenergie vor allem im Wärme- und Kraftstoffmarkt. Für die Erzeugung von Strom ist die Windenergie häufig sogar besser geeignet.</p>
<p>Als die wichtigsten EU-Importländer für Biomasse sieht Lamp nicht die Länder Südamerikas, sondern mittelfristig vor allem die Staaten östlich von Europa. Die Chancen für ausgewogene Partnerschaften des „Geben und Nehmens“ sind hierbei besonders groß. So könnten vorhandene Technologien und Know-How gegen Rohstoffe getauscht werden. Die <a title="ILUC-Debatte zu Biokraftstoffen Bioethanol Biodiesel" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC-Debatte für Biokraftstoffe</a> hält Herr Lamp weitgehend für absurd, wollte aber in dieser Veranstaltung nicht näher darauf eingehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5709" title="Bioenergie Verbrauch Deutschland Polen Tschechien Ungarn" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Verbrauch-Deutschland-Polen-Tschechien-Ungarn.png" alt="Bioenergie in Polen Tschechien und Ungarn" width="575" height="383" /></p>
<h2>Bioenergie in Mittel- und Osteuropa</h2>
<p>Die Grafik zeigt, wie unterschiedlich der Gesamtenergieverbrauch von 4 ausgewählten Partnerländern des COACH Bioenergy Projekt ist. Dabei ist interessant ist, dass alle Länder etwa 10 % ihres Energiebedarfs durch den Einsatz von biogenen Energieträgern decken und sich in der relativen Bedeutung der Bioenergie sehr ähnlich sind. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des UKERC hat gezeigt, dass die <a title="Report zum Potential der Bioenergie Download" href="http://www.biomasse-nutzung.de/ukerc-biomasse-bioenergie-bericht-download/">Bioenergie mittelfristig sogar 20 % des globalen Primärenergiebedarfs </a>decken kann.</p>
<p>Welche Unterschiede gibt es in der Zusammensetzung der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie in den betrachteten Ländern?</p>
<p>In mehreren Vorträgen wurde den Projektpartnern die Bioenergie-Situation im eigenen Land vorgestellt. Die Vorträge wurden auf Englisch gehalten und ich möchte einen kleinen Einblick in die vorgetragenen Ergebnisse geben. Die Präsentationen und weitere Informationen zur Bioenergie in Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn können sicher bei den einzelnen Referenten angefragt werden.</p>
<h2>Bioenergie in Deutschland beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 82 Millionen</li>
<li>Fläche: 357.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010):  2.490 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 5.7 %</li>
</ul>
<p>Christiane Hennig vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) in Leipzig hat in ihrem Vortrag die Herausforderungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bioenergie in Deutschland vorgestellt.</p>
<p>Hierbei hat Deutschland seine Ziele für die Gewinnung von Strom (EEG, BioStr-NachV), Wärme (MAP, EEWärmeG) und Kraftstoffen (BImSchG) aus Biomasse gesetzlich fixiert.</p>
<p>Für weitere Fragen können Sie Frau Hennig unter folgender Email-Adresse erreichen: christiane.hennig[at]dbfz.de</p>
<h2>Bioenergie in Polen beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 38 Millionen</li>
<li>Fläche: 313.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 354 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 4.8 %</li>
</ul>
<p>Magdalena Rogulska vom Institut for Fuels and Renewable Energy (IPiEO) in Warschau hat den Stand der Bioenergie in Polen vorgestellt.</p>
<p>Aktuell ist die Bioenergie in folgende Erneuerbare-Energien-Landschaft in Polen eingebettet: 48 % Wind Energie, 31 % feste Biomasse, 12 % Biogas und 9 % Wasserkraft.</p>
<p>Dabei müssen die Inhalte der EU-Richtlinie RED 2009/28/ EU noch in polnisches Recht übernommen werden, um die weitere Errichtung von bioenergetischen Anlagen zu unterstützen. Ende 2010 waren in Polen 70 Biogasanlagen in Betrieb.</p>
<p>In Polen stehen den Angaben von Frau Rogulska zur Folge etwa 1.5 Millionen Hektar für den gezielten Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Die Hauptimportländer für Biomasse sind weiterhin Weißrussland, die Ukraine und Russland.</p>
<p>Für die kommenden Jahre ist außerdem die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der Upscale von Lignocellulose-Anlagen geplant. Mit der Förderung von Lignocellulose-Ethanol intensiviert Polen sein Engagement bei der Herstellung von <a title="Vorteile und Pros von Biokraftstoffen der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der nächsten Generation</a>.</p>
<p>Für weitere Informationen zur Bioenergie in Polen können Sie Frau Rogulska unter folgender Email-Adresse erreichen: mrogulska[at]ipieo.pl</p>
<h2>Bioenergie in Tschechien beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10.5 Millionen</li>
<li>Fläche: 79.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 146 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.4 %</li>
</ul>
<p>Jan Kolonicny vom Energy Research Center der Technischen Universität von Ostrava (VSB) hat über die Bioenergie in Tschechien berichtet.</p>
<p>Die Bioenergie hat in Tschechien einen tollen Stand und man muss fast schon davon sprechen, dass Biogas, Biokraftstoffe und feste Biomasse mit einem 85%-Anteil den Markt der Erneuerbaren Energien dominieren.</p>
<p>Der wichtigste bioenergetische Rohstoff in Tschechien sind Holzhackschnitzel. Außerdem kommen innovative Rohstoffe wie beispielsweise Abfälle aus der Papier &amp; Zellstoffindustrie (Schwarzlauge) zum Einsatz.</p>
<p>Die gasförmige Bioenergie war im Jahr 2010 mit 150 Biogasanlagen oder 25 MW Leistung in Tschechien vertreten. Neue Gesetze für die Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung und die Aufbereitung von <a title="Was ist Bioerdgas? " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Bioerdgas</a> gelten ab 2013.</p>
<p>Für die Herstellung von Biokraftstoffen (Biodiesel und Bioethanol) werden aktuell nur die Hälfte der vorhandenen Produktionskapazität genutzt und es wird eine vergleichsweise geringe Quote von 3.4 % am Gesamtkraftstoffmarkt erreicht. Die Slowakei hat mit einem 8.6 %-igen Biokraftstoffanteil die aktuell höchste Biokraftstoff-Quote in der gesamten EU.</p>
<p>Für nähere Informationen zur Bioenergie in Tschechien können Sie Herrn Kolonicny unter folgender Email-Adresse erreichen:  <em>jan</em><em>.</em><em>kolonicny[at]</em>vsb.cz</p>
<h2>Bioenergie in Ungarn beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10 Millionen</li>
<li>Fläche: 93.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2009): 98 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.1 %</li>
</ul>
<p>Der Stand der Bioenergie in Ungarn wurde von Ada Amon vom ENERGIEKLUB Climate Policy and Applied Communications in Budapest vorgestellt.</p>
<p>Demnach sind die Zukunftsaussichten für die energetische Nutzung von Biomasse in Ungarn nicht so günstig wie in den zuvor vorgestellten Ländern. Aktuell hat die Bioenergie allerdings noch einen 74%-igen Anteil (40 PJ) innerhalb der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Solar und Wind haben dafür ein größeres Ausbaupotential, wobei Frau Amon darauf hinweist, dass die Situation für die Erneuerbaren Energien in Ungarn insgesamt noch stark ausbaufähig ist. So sind im gesamten ungarischen Parlament nur 2 Parlamentarier mit den Erneuerbaren Energien betraut.</p>
<p>Die Genehmigung von bioenergetischen Anlagen ist sehr aufwendig und allein für die Errichtung einer Biogasanlage in Ungarn ist die Autorisierung von über 30 Behörden notwendig. Neben den zu komplexen Genehmigungsverfahren nennt Frau Amon die fehlende gesetzliche Sicherheit als Hauptgrund für eine schnellere Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Soviel zur Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts. Vielen Dank für die interessante Veranstaltung zur Bioenergie in Mittel- und Osteuropa an alle Referenten und Organisatoren.</p>
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		<item>
		<title>Parlamentarischer Abend des Biogasrat mit offener Debatte zur Biogaspolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 05:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
		<category><![CDATA[Biogaspolitik]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biogasrat-biogas-politik/" title="Permanent link to Parlamentarischer Abend des Biogasrat mit offener Debatte zur Biogaspolitik"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Parlamentarischer-Abend-des-Biogasrat-Biogas-Politik.jpg" width="400" height="267" alt="Bild mit Bundestagsabgeordneten zum Parlamentarischen Abend des Biogasrat über Biogas Politik" /></a>
</p><p>In vorherigen Artikeln wurde verstärkt an eine<a title="Bioenergie Debatte " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/"> konstruktivere Bioenergie-Debatte</a> appelliert. Mit welchen Argumenten wird eigentlich im Bundestag über die Entwicklung der Bioenergie diskutiert? Der vom Biogasrat e.V. veranstaltete und in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts abgehaltene Parlamentarische Abend, hat einen spannenden Einblick in die Politik des Biogases und die Positionen der Bundestagsparteien ermöglicht. Dabei treffen teilweise sehr unterschiedliche Ziele und Wege zum Ausbau der gasförmigen Bioenergie aufeinander.</p>
<p>Die Gestaltung der zukünftigen Biogaslandschaft ist ein wichtiges Anliegen für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Dass dieses Thema auch für einige Konflikte zwischen den betroffenen Interessenverbänden sorgt, hat der Parlamentarische Abend des Biogasrats gezeigt, welcher am 30.11.2011 stattgefunden hat.</p>
<p>Das Podium war mit jeweils einem Vertreter der 5 Bundestagsparteien sehr interessant und ausgewogen besetzt, so dass die möglichen Auswirkungen des EEG 2012 und die zukünftige Gestaltung des Biomethanmarkts leidenschaftlich diskutiert werden konnten.</p>
<p>Die Suche nach den geeignetsten politischen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau einer nachhaltigen, gerechten und bezahlbaren Biogaslandschaft läuft auf Hochtouren. Dabei gab es auch eine überraschende Bekanntgabe bezüglich den 75 kW Biogasanlagen, welche im Podium heftig diskutiert wurde.</p>
<h2>Welche Position vertritt der Biogasrat?</h2>
<p>Der Biogasrat vertritt hauptsächlich die Interessen der „großen Biogasanlagen“, hat aber bei der Veranstaltung auch bewiesen, dass er sich vor allem für die Biogasbranche als Ganzes einsetzt. Teilweise gab es in der Vergangenheit die Kritik, dass die parallele Existenz des Fachverbands Biogas und des Biogasrat e.V. einen Keil in die Biogaslandschaft treiben könnte. Diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt und gerade bei den Verhandlungen zum EEG 2012 gab es auch Meinungsverschiedenheiten (Stichwort Marktprämie) über die Gestaltung des weiteren Ausbaus der Biogaslandschaft.</p>
<p>Mich hat der Abend überzeugt, dass sich der Biogasrat vor allem eine starke, aber gemeinsame Biogaslandschaft für Deutschland und vielleicht sogar Europa wünscht.</p>
<p>„Der Neue“ unter den Biogasverbänden wurde im Jahr 2009 gegründet und seine Position ist im weiten Feld der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie noch nicht jedem ein Begriff. Hoffentlich hilft Ihnen der Artikel auch dabei, die Arbeit des Biogasrats und seine Bedeutung für die Bioenergie noch besser einzuordnen.</p>
<p>Für eine detaillierte Beschreibung der <a title="Biogasrat veranstaltet Parlamentarischen Abend" href="http://www.biogasrat.de/" target="_blank">Aufgaben und Ziele des Biogasrat e.V.</a> besuchen Sie bitte seine Internetseite.</p>
<h2>„Entscheidend ist, dass der Winkel stimmt“</h2>
<p>Diese Worte verwendete Reinhard Schultz (Geschäftsführer des Biogasrats) während seiner Einführung in den Parlamentarischen Abend. Damit zielt er auf die Erreichung der Einspeisequoten für Biomethan bis 2020 und 2030 ab, welche von der Politik vorgegeben sind.</p>
<p>Es geht demnach nicht in erster Linie darum, dass die genauen Einspeisequoten von 6 Mrd. m<sup>3</sup>, beziehungsweise 10 Mrd. m<sup>3</sup> pro Jahr unbedingt erreicht werden. Vielmehr müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die <a title="Einspeisung von Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hemmnisse-und-losungswege-bei-der-integration-von-biomethan/">Hemmnisse zur Einspeisung von Biomethan</a> schnellstmöglich abzubauen und dem flexibel einsetzbaren Biomethan zu einem echten Durchbruch zu verhelfen.</p>
<p>Hier können Sie sich über die Vorteile von <a title="Vorteile von Bioerdgas und Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Biomethan oder Bioerdgas</a> informieren.</p>
<p>Weiterhin mahnte Herr Schultz, dass vor allem die Finanzierung der größeren Biogasanlagen noch immer von Banken übernommen wird. Diese sind nur dann bereit ihr Geld zu investieren und den weiteren Ausbau der Biogasbranche zu unterstützen, wenn die Rahmenbedingungen der Politik gesichert sind und die vorgegebenen Ziele mit Nachdruck verfolgt werden.</p>
<p>Ein weiteres wichtiges Thema des Parlamentarischen Abends war die Frage, wie wichtig die Wärmegewinnung und -nutzung aus Biogas sein sollte. Über die zukünftige Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gab es sehr unterschiedliche Meinungen. Für mich als starken Verfechter der <a title="KWK und BHKW für Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/blockheizkraftwerke-als-effizienteste-moglichkeit-zur-dezentralen-gewinnung-von-bioenergie/">Kraft-Wärme-Kopplung im Bioenergiesektor</a> und darüber hinaus, war das sehr interessant zu beobachten.</p>
<p>Herr Schultz formulierte es so, dass die KWK-Technologie vor allem in Wärmesenken verwendet werden muss. Der Einsatz von Biomethan im Gebäudebestand, zur Einsparung von Treibhausgasen (THG), sollte aber auch ohne KWK-Pflicht möglich sein. Hierbei betonte er die Notwendigkeit einer Novelle des EEWärmeG.</p>
<p>Die größten Potentiale für die CO<sub>2</sub>-Reduktion und den Klimaschutz liegen dem Geschäftsführer des Biogasrats zur Folge im Einsatz von Biomethan im Kraftstoffbereich. Die Politik gehe an dieser Stelle mit gutem Beispiel voran, was die Umrüstung der Fahrzeugflotte des Bundestags zeigt, die mittlerweile mit 100%-igem Biomethan betrieben wird!</p>
<p>Eine interessante Nachricht, die mich sehr gefreut hat. Lesen Sie hierzu auch den Artikel zur <a title="Initiative Erdgasmobilität für mehr Bioerdgas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/initiative-erdgasmobilitat-bioerdgas/">Initiative Erdgasmobilität</a>, welche sich für die Stärkung von Bioerdgas als Biokraftstoff einsetzt.</p>
<p>Auf dem Parlamentarischen Abend wurden vor dem Diskussionspodium noch weitere Fachvorträge gehalten. Auf diese Vorträge werde ich im weiteren Artikel jedoch nicht eingehen, um den Artikel nicht noch länger zu gestalten, als er ohnehin schon ist. Stattdessen liegt der Fokus des auf den Statements der Volksvertreter.</p>
<p>Allerdings möchte ich die Sprecher und Themen kurz nennen und darauf hinweisen, dass die gehaltenen Präsentationen auf der Internetseite des Biogasrats zum Download bereit stehen.</p>
<ul>
<li>Die Rolle von Biogas/ Biomethan im Energiemix der Zukunft | Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMELV</li>
<li>Wachstumsmarkt Biogas – Chancen für den ländlichen Raum | Holger Gassner, RWE Innogy GmbH</li>
<li>Biomethan – zu schade zum Heizen? | Dr. Roland Kahn, Vorstand der Haase Energietechnik AG &amp; Co. KG</li>
</ul>
<h2>Vertreter aus der Politik zu Gast beim Biogasrat</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Folgenden habe ich einige Statements der Diskussionsrunde der Parlamentarier aufgelistet.</p>
<p>Allgemein kann ich berichten, dass alle anwesenden politischen Vertreter die Bioenergie befürwortet haben, wobei die Leidenschaft für den Ausbau und die gewünschte Intensität der Nutzung des Biogases zum Teil weit auseinander liegen. Es wurde bestätigt, dass die Freuden und Ängste um die Potentiale der Biogastechnologie auch stark mit den regionalen Möglichkeiten der verschiedenen Wahlkreise zusammenhängen.</p>
<p>Hier ein Einblick in die 5 Statements.</p>
<h2>Bioenergie darf bestehende Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum nicht verdrängen</h2>
<p><a title="Johannes Röhring zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.johannes-roering.de/" target="_blank"><strong>Johannes Röring, MdB | CDU/CSU</strong></a></p>
<p>Auch wenn sich Herr Röring in seinem Statement als Befürworter des Biogases zeigt, konzentrierte er sich in dieser Runde vor allem auf  die Darstellung seiner kritischen Punkte. So sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden, um den langfristigen Erfolg der gasförmigen Bioenergie nicht zu gefährden.</p>
<p>Die energetische Nutzung von Biomasse muss eine Wertschöpfung für den ländlichen Raum garantieren! Dabei darf die energetische Veredlung von Biomasse nicht die bestehenden Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum (z.B. die Nahrungsmittelproduktion) verdrängen. Als optimale Lösung für diesen Konflikt schlägt er eine verstärkte Kaskadennutzung der Biomasse vor. Die Bioenergie ist ein wichtiger, aber eben nicht der einzige Bestandteil der Landwirtschaft.</p>
<p>Für das Erreichen der Bioenergie-Ziele der Bundesregierung sind etwa 1 Millionen zusätzliche Hektar an Land- oder sogar Ackerfläche nötig. Den Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe zur Folge werden aktuell bereits knapp 2 Millionen Hektar für den Anbau von Energiepflanzen in Deutschland genutzt. 800.000 Hektar werden für Nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz in Biogasanlagen verwendet. Die von Frau Aigner angesprochenen 3 Millionen Hektar sieht Herr Röring nicht unproblematisch.</p>
<p>Der Vertreter der Regierungskoalition schließt mit einem harmonischen Plädoyer darüber, dass er davon ausgeht, dass das <a title="EEG 2012 für die Biogasbranche" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG 2012</a> zu einer Befriedung der verschiedenen Interessen führen wird. Wir sollten der EEG-Novelle die Chance geben, sich nach dem 1.1.2012 zu entfalten. Die Kritik zum neuen EEG sollte die Erfahrungen und Reaktionen aus der Praxis abwarten.</p>
<p>Er schloss mit der offen Frage „wie wollen wir unsere wertvollen Flächen nutzen und wie intensiv nutzen wir dabei die Bioenergie?“. Die Landwirte brauchen klare Signale!</p>
<h2>Langfristige Sicherung der Arbeitsplätze im Bereich Biogas</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Wilhelm Priesmeier zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.wilhelm-priesmeier.de/" target="_blank"><strong>Dr. Wilhelm Priesmeier, MdB | SPD</strong></a></p>
<p>Dr. Priesmeier warnt vor einer Überschätzung des Biogasmarktes und gibt zu bedenken, dass auch im Biogasmarkt bald ein Sättigungseffekt eintreten könnte. Prognosen über das weitere Wachstum des Biogasmarkts gegenüber ist er kritisch eingestellt.</p>
<p>„Der Biogasmarkt ist ein Markt der geschaffen wurde und nicht von sich aus vorlag“. Über die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen (z.B. Anlagenbau) im Biogassektor müsse deshalb rechtzeitig nachgedacht werden.</p>
<p>Als Lösungsansatz spricht der agrarpolitische Sprecher seiner Fraktion die Bedeutung der Hochertragslandwirtschaft an. Die Entwicklungen von innovativen landwirtschaftlichen Verfahren wie dem „Precision Farming“ ermöglicht eine weitere Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Davon kann auch der Energiepflanzenanbau profitieren.</p>
<p>Wenn ich das Statement von Herr Priesmeier richtig verstanden habe, dann ist er eher für die Anwendung ordnungspolitischer Maßnahmen zur Lenkung der weiteren Entwicklung der Biogaslandschaft. In diesem Punkt unterscheidet er sich deutlich von dem folgenden Volksvertreter von der FDP.</p>
<h2>Marktgesteuerte Instrumente statt innovationshemmende ordnungsrechtliche Maßnahmen</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Michael Kauch zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.michael-kauch.de/" target="_blank"><strong>Michael Kauch, MdB | FDP</strong></a></p>
<p>Ich hatte das Gefühl, dass vor allem die Anwesenheit von Michael Kauch dafür verantwortlich gewesen ist, dass die Diskussion beim Parlamentarischen Abend des Biogasrats teilweise ziemlich leidenschaftlich wurde. Unabhängig von den konkreten Statements der 5 Parlamentarier hat mir diese Grundstimmung sehr gut gefallen, weil das Gespräch dadurch offener wurde und auch vorliegende Unterschiede der Volksvertreter stärker zur Sprache kamen.</p>
<p>Was auch den Biogasrat gefreut haben dürfte, war die Einschätzung von Michael Kauch, dass die industriellen Biogasanlagen auf dem Land noch schneller wachsen müssten. Herr Kauch machte sehr deutlich, dass wenn wir die Energiewende möchten, dann müssen wir den Ausbau von Biogasanlagen auf dem Land weiter beschleunigen.</p>
<p>„Energiewende ist jetzt!“</p>
<p>Hinter dieser Aussage steht auch die Sorge, dass die Sicherheit der Energieversorgung gefährdet ist, wenn wir die Erneuerbaren Energien nicht schneller in unser Energiesystem integrieren. Mehr russisches Erdgas oder mehr dezentrale Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Wir müssen uns entscheiden!</p>
<p>Als bestes Mittel für einen erfolgreichen Ausbau des Biogases sieht der umwelt- und energiepolitische Sprecher der FDP hierbei marktgesteuerte Instrumente (z.B. die Marktprämie im EEG). Dabei sollte die Politik nicht entscheiden, wofür Biogas verwendet wird und vor allem auf Anreize statt auf Zwang setzen. Der Meinung des Vertreters der Liberalen zu Folge sollten wir den Verbrauchern und Unternehmen mehr Freiheiten für die Nutzung des Biogases lassen.</p>
<p>Die Nachricht, die für einen Großteil des Publikums eine größere Überraschung gewesen sein dürfte war, dass auf Regierungsseite aktuell diskutiert wird, die Einspeiseprämie für die neuen <a title="Mini-Biogasanlagen im EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlagen</a> noch zu reduzieren. Diese ist aktuell auf einen pauschalen Wert von 25 cent/ kWh festgesetzt und soll eventuell auf einen Wert unterhalb von 20 cent/ kWh gedrückt werden.</p>
<p>Die Kritik zu diesen Überlegungen wurde vor allem von Herr Krischer aus der Opposition sehr deutlich geäußert.  Als Grund für die aktuellen Überlegungen hat Herr Kauch einen verbesserten Verbraucherschutz genannt. Demnach würden die Mini-Biogasanlagen mit  25 cent/ kWh ab 2012 eine höhere Förderung erhalten, als vergleichbare Energiegewinnungsanlagen im Bereich der Photovoltaik. Dieses Ungleichgewicht von etwa 5 cent/ kWh  soll eventuell noch korrigiert werden.</p>
<p>Meiner Meinung nach darf man bei diesen Überlegungen aber auch nicht vergessen, dass die Biogasbranche auch auf Grund von solchen Zusagen für die Mini-Biogasanlagen im EEG 2012 bereit war, ihren Druck auf den Gesetzesentwurf zu reduzieren. Eine nachträgliche Änderung dieses Status Quo würde die ursprünglich ausgehandelte Lage ins Ungleichgewicht bringen. Die Biogasbranche hat sich schon nach Bekanntgabe des neuen EEG 2012 als einer der größten Verlierer der EEG-Novelle gesehen. Im Nachhinein noch einen der stärkenden Punkte abzuschwächen, halte ich für unangemessen und man sollte damit bis zur nächsten EEG-Novelle warten!</p>
<p>In einem Gespräch im Anschluss an die Podiums-Diskussion habe ich von einem Projektingenieur der PlanET Biogastechnik erfahren, dass die meisten Anfragen für die Errichtung einer Mini-Biogasanlage (90 von 100) schon mit dem aktuellen Fördersatz kaum realisierbar sind. Eine weitere Kürzung würde den Mini-Biogasanlagen möglicherweise den finalen Schlag versetzen, bevor sie überhaupt die Biogasbühne betreten haben.</p>
<h2>Die Marktprämie ist kein guter Anreiz und wird vor allem zu Mitnahmeeffekten führen</h2>
<p><a title="Oliver Krischer zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.oliver-krischer.eu/" target="_blank"><strong>Oliver Krischer, MdB | Bündnis 90/Die Grünen </strong></a></p>
<p>Für Herr Krischer liegen die Stärken vom Biogas vor allem in seinem flexiblen Einsatz beim Spitzenlastverbrauch. So sollte Biogas nicht in erster Linie als Grundlast-Energiequelle verwendet werden, sondern viel stärker auf die gute Speicherbarkeit dieser erneuerbaren Energiequelle gesetzt werden.</p>
<p>Die Einführung der <a title="Flexibilitätsprämie für Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/direktvermarktung-marktpramie-flexibilitatspramie-biogasanlage/">Flexibilitätsprämie für Biogasanlagen</a> wird der Sprecher der Grünen für Energie- und Ressourceneffizienz deshalb wahrscheinlich befürwortet haben. Diese Vermutung wurde aber nicht direkt in seinem Statement bestätigt, was aber auch an der begrenzten Redezeit gelegen haben mag.</p>
<p>Die im EEG 2012 eingeführte Marktprämie sieht Herr Krischer hingegen sehr kritisch und geht davon aus, dass diese „kaum Anreizeffekte schaffen, sondern sie vor allem zu Mitnahmeeffekten führen wird“.</p>
<p>Als Politiker der aktuellen Opposition kritisierte der Vertreter der Grünen außerdem vehement die aktuellen Überlegungen zur Kürzung der Vergütung für den neuen Biogasanlagen-Typus bis 75 kW (siehe Abschnitt Herr Kauch).</p>
<p>Herr Krischer erwartet weiterhin, dass der Ausbau von Biogas- und Photovoltaikanlagen mit dem neuen EEG ab 2012 erstmals stark zurückgehen wird. Dann verbleibt nur noch ein intensiver Ausbau der Windenergie. Die Windenergie ist aber nicht genug, um die Anteile an den Erneuerbaren Energien zu erreichen, die von der Politik gewünscht werden. Im schlimmsten Fall „bleiben wir mit der Energiewende am Anfang stecken.“</p>
<h2>Bioenergie ist vor allem für die Spitzenlast geeignet</h2>
<p><a title="Tilo Krummer zur Biogaspolitik beim Biogasrat" href="http://www.tilo-kummer.de/" target="_blank"><strong>Tilo Kummer, MdL Thüringen | DIE LINKE</strong></a></p>
<p>Genau wir Herr Krischer sieht auch Herr Kummer die Stärken der Biogastechnologie vor allem in der Spitzenlast und nicht so sehr im Grundlastverbrauch. Der Flächenverbrauch für den Anbau von Energiepflanzen ist bezogen auf den Grad der Energiegewinnung größer als bei der Solar- und Windenergie.</p>
<p>Deshalb sollte vor allem die Nutzung von Reststoffen für die Biogasproduktion so schnell wie möglich ausgebaut werden. Um die Akzeptanz für die Biogasgewinnung zu erhöhen, sollte außerdem die Gärrestabdeckung (Geruchsbelästigung) gesetzlich eingefordert werden.</p>
<p>Besonders zu beachten sei zukünftig die Nährstoffbilanz der Biogaserzeugung. So neigen sich die Vorräte und Lagerstätten für Phosphor und Kalium mindestens in Deutschland zügig dem Ende entgegen. Deshalb ist ein weiterer Anschub der Kreislaufwirtschaft wichtig, um die Nährstoffe nicht langfristig der Landwirtschaft zu entziehen.</p>
<p>Herr Kummer argumentierte außerdem gegen die Einstufung von <a title="Einstufung von Gülle als Abfall für Biogasanlagen " href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Gülle als Abfall beim Einsatz in Biogasanlagen</a>.</p>
<h2>Der Weg des geringsten Widerstands sollte beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht gewählt werden</h2>
<p>Die Abschnitte zu den Aussagen der Parlamentarier können nicht ihre komplette Position zur Weiterentwicklung der Biogaslandschaft darstellen. Dafür ist das Thema einfach zu komplex und war der Zeitrahmen zu knapp. Einen interessanten Einblick in die verschiedenen Perspektiven der Parlamentarier zur Weiterentwicklung der gasförmigen Bioenergie bieten die Auszüge aber durchaus. Man kann gut erkennen, dass sich jeder der anwesenden Volksvertreter für einen Ausbau der Bioenergie einsetzt, wobei sich die Gründe, Schwerpunkte sowie die Ziele stark unterscheiden.</p>
<p>Bei der Umsetzung der politischen Rahmenbedingungen, der Auswahl der Mittel zur Förderung der Biogasbranche und der Geschwindigkeit  des Ausbaus können Konflikte deshalb nicht verhindert werden.</p>
<p>Aber es wird diskutiert und die Debatte ist konstruktiv!</p>
<p>Herr Schultz, welcher die Veranstaltung des Biogasrat e.V. moderierte, beendete die Podiumsdiskussion mit dem Appell, dass beim Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht der Weg des geringsten Widerstands gewählt werden dürfe. Die Ziele der Bundesregierung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2050 (80% EE im Elektrizitätsbereich) können nur erreicht werden, wenn der Ausbau der Erneuerbaren aktiv vorangetrieben wird. Vor dem Hintergrund des erfolgreich beschlossenen deutschen Atomausstiegs müssen die Erneuerbaren Energien sogar noch schneller an Bedeutung gewinnen.</p>
<h2>Welche politischen Rahmenbedingungen zum Thema Biogas unterstützen Sie?</h2>
<p>Diskutieren Sie die Argumente und Positionen der einzelnen Parlamentarier und stellen Sie die Debatte um die Nutzung und Weiterentwicklung der Bioenergie auf eine noch breitere Basis. Helfen Sie mit, um die <a title="Entstehung einer Bioenergie Gemeinschaft" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/">Bioenergie Gemeinschaft</a> weiter zu entwickeln und zu stärken. Vielen Dank.</p>
<p>Vielen Dank auch an den Biogasrat, die Volksvertreter und die Referenten für die spannende Veranstaltung zur gasförmigen Bioenergie, die viel Platz für offene Worte und konstruktive Kritik gelassen hat.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Energiepflanzen Symposium stärkt die Energiepflanzengemeinschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 05:46:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum dritten Mal fand in diesem Jahr das Symposium für Energiepflanzen statt. Ein breites Spektrum an Themen und erste internationale Referenten haben das Plenum mit interessanten Vorträgen über den aktuellen Forschungsstand im Bereich der Energiepflanzen und der Bioenergiebranche versorgt. Die Beschreibung einer entstehenden Energiepflanzengemeinschaft war ein schönes Plädoyer für die Veranstaltung der FNR, die von rund 250 Teilnehmern am 2. und 3. November in Berlin besucht wurde. Was waren die [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energiepflanzen-forschung-symposium-energiepflanzengemeinschaft/" title="Permanent link to Energiepflanzen Symposium stärkt die Energiepflanzengemeinschaft"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Energiepflanzen-Symposium-stärkt-Energiepflanzengemeinschaft.jpg" width="345" height="214" alt="Bild zu Artikel über Energiepflanzen Symposium und einer Energiepflanzengemeinschaft" /></a>
</p><p>Zum dritten Mal fand in diesem Jahr das Symposium für Energiepflanzen statt. Ein breites Spektrum an Themen und erste internationale Referenten haben das Plenum mit interessanten Vorträgen über den aktuellen Forschungsstand im Bereich der Energiepflanzen und der Bioenergiebranche versorgt. Die Beschreibung einer entstehenden Energiepflanzengemeinschaft war ein schönes Plädoyer für die Veranstaltung der FNR, die von rund 250 Teilnehmern am 2. und 3. November in Berlin besucht wurde. Was waren die Themenschwerpunkte des Energiepflanzen Symposiums 2011?</p>
<p>Gleichzeitig möchte ich diesen Artikel zu meinem ersten Besuch eines Energiepflanzen Symposiums nutzen, um eine virtuelle Verlinkung aller teilnehmenden Institute, Unternehmen und Verbände vorzunehmen. Die Vernetzung einer Gemeinschaft im virtuellen Raum ist eine Aufgabe, für die mindestens die emsig arbeitenden Google Bots und andere Suchmaschinen sehr dankbar sind. Kaum jemand denkt an diese unsichtbaren und doch sehr nützlichen Arbeiter. Mit diesem Artikel soll somit auch die Bildung der virtuellen Identität der wachsenden Energiepflanzengemeinschaft unterstützt und ihre Stimme im Netz gestärkt werden.</p>
<h2>Forschung zu Energiepflanzen benötigt einen langen Atem</h2>
<p>Ein häufiger Tenor verschiedener Referenten des Symposiums war, dass Forschung und Anwendung noch schneller ineinander überfließen müssen. Gleichzeitig unterstützt vor allem eine nachhaltige Gewinnung der Bioenergie den weiteren Ausbau dieses innovativen Wissenschafts- und Wirtschaftszweigs. Nur durch einen intensiven Austausch zwischen Bevölkerung, Wissenschaftlern, Politik und Wirtschaft kann die langfristige gesellschaftliche Akzeptanz gewonnen werden.</p>
<p>So betonte Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dass vor allem die Pflanzenzüchtung für verbesserte Anbausorten von Energiepflanzen einen langen Atem benötigt. Natürlich wurde auch die <a title="Novelle EEG 2012 Auswirkung auf Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%e2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG Novelle 2012</a> thematisiert und über die Auswirkungen auf die verschiedenen Einsatzstoffe und Vergütungsklassen gesprochen. Ein interessanter Punkt ist hierbei, dass für einen Wechsel verschiedener Inputstoffe nicht bis zur nächsten EEG-Novelle gewartet werden, sondern auch eine viel frühere Änderung der Biomasseverordnung möglich ist.</p>
<p>Auf der Veranstaltung waren den Ankündigungen eines Moderators zur Folge sogar gleich mehrere Päpste und mögliche zukünftige „Energiepflanzen-Minister“ anwesend. Auch wenn diese Aussage in erster Linie eine wissenschaftliche Ehrung einiger Referenten war, sagt sie auch etwas über die Qualität der Redner aus, welche dem Symposium das inhaltliche Leben eingehaucht haben.</p>
<h2>Begrüßung beim 3. Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Das Energiepflanzen Symposium wurde auch in diesem Jahr von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) organisiert.</p>
<p>Die Begrüßung und Einführung für die 2-tägige Veranstaltung wurde von Clemens Neumann persönlich vorgenommen, welcher die <a title="Abteilung 5 des BMELV für Bioenergie und Energiepflanzen" href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ministerium/Organisation/Abteilung5.html" target="_blank">Abteilung 5 für „Biobasierte Wirtschaft, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft“</a> am Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz leitet.</p>
<p>Das BMELV ist größter staatlicher Geldgeber für die Forschungen im Bereich des Energiepflanzenbaus in Deutschland und für die Förderprojekte der FNR.</p>
<p>Anschließend an die Begrüßung von Herr Clemens wurden die Vorträge der geladenen Referenten abgehalten. Da jeder der 23 Vorträge sehr dicht an Informationen gewesen ist und der Inhalt nicht in einem Blogartikel dargestellt werden kann, werde ich jeweils die Themen der Präsentationen nennen und auf das jeweilige Institut verlinken. Bei besonderem Interesse an einem der Themen kann auf diesem Wege eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Referenten vorgenommen werden.</p>
<p>Alle <a title="Vorträge und Präsentationen des Energiepflanzen Symposiums als Download" href="http://www.fnr.de/energiepflanzen2011/"><strong>Präsentationen des 3. Energiepflanzen Symposiums</strong></a> können auch auf der Seite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe heruntergeladen werden.</p>
<ul>
<li>Dr. Hans-Jürgen Froese vom <a title="Bioenergie und Energiepflanzen beim BMELV" href="http://www.bmelv.de/DE/Landwirtschaft/Nachwachsende-Rohstoffe/Energetische-Nutzung/energetischeNutzung_node.html" target="_blank">BMELV</a></li>
<li><strong>Entwicklung der Energiepflanzenproduktion im Rahmen der EU-Agrar- und Energiepolitik</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Calliope Panoutsou vom <a title="Energiepflanzen und Bioenergie am Imperial College London" href="http://www3.imperial.ac.uk/icept/ourresearchactivities/bioenergy" target="_blank">Imperial College London</a></li>
<li><strong>Energiepflanzen im europäischen Kontext</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der <a title="FNR als Veranstalter des Energiepflanzen Symposiums " href="http://www.fnr.de/" target="_blank">Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)</a></li>
<li><strong>Entwicklung und Tendenzen der Projektförderung im Bereich Energiepflanzenbau</strong><strong></strong></li>
</ul>
<h2>Anbauforschung auf dem Energiepflanzen Symposium 2011</h2>
<p>Der erste offizielle Themenkomplex der Veranstaltung war der Anbauforschung von Energiepflanzen gewidmet und wurde von Dr. Bernhard Widmann vom <a title="Energiepflanzen und Bioenergie am TFZ " href="http://www.tfz.bayern.de/" target="_blank">Technologie und Förderzentrum (TFZ)</a> in Straubing moderiert.</p>
<p>Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen:</p>
<ul>
<li>Dr. Armin Vetter von der <a title="TLL als Bestanteil der Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.thueringen.de/de/tll/" target="_blank">Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft</a></li>
<li><strong>Projekt EVA | Ergebnisse aus sechs Jahren Fruchtfolgeforschung zu Energiepflanzen</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Kerstin Jäkel vom <a title="LfULG über Bioenergie und Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.smul.sachsen.de/lfulg/" target="_blank">Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie</a></li>
<li><strong>Verbundvorhaben: Ergebnisse des zweiten Projekts Sorghumhirse</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Frank Ellmer von der <a title="Forschung zu Gärresten von Energiepflanzen an der HU" href="http://www.agrar.hu-berlin.de/struktur/mitarbeiter/849" target="_blank">Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der HU Berlin</a></li>
<li><strong>Pflanzenbauliche Bewertung von Gärresten</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Hans Hochberg von der TLL und dem <a title="Gründlandverband für Energiepflanzen" href="http://www.gruenlandverband.de/" target="_blank">Deutschen Grünlandverband</a></li>
<li><strong>Optimierung der nachhaltigen Biomassebereitstellung von repräsentativen Dauergrünlandtypen </strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Horst-Henning Steinmann vom <a title="Forschung zu Energiepflanzen an der UNI Göttingen" href="http://www.phytopathology.uni-goettingen.de/" target="_blank">Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung</a> an der Georg-August-Universität Göttingen</li>
<li><strong>Fruchtfolgen und Pflanzenschutz | Chancen und Risiken für Feld, Betrieb und Region </strong></li>
</ul>
<h2>Ökonomie und Logistik auf dem Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen, welcher von Prof. Friedrich Kuhlmann von der <a title="Forschung zu Energiepflanzen an Uni Gießen" href="http://www.uni-giessen.de/cms/zielgruppen/herzlich-willkommen/view?set_language=de" target="_blank">Justus-Liebig-Universität Gießen</a> moderiert wurde:</p>
<ul>
<li>Christof Thoss vom <a title="DVL setzt sich für Landschaftspflegematerial für Bioenergie ein" href="http://www.lpv.de/" target="_blank">Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL)</a></li>
<li><strong>Ökonomische und politische Rahmenbedingungen für Landschaftspflegematerial</strong><strong></strong></li>
<li>Stefan Hartmann vom <a title="Forschung zur Ökonomie von Biogasanlagen am KTBL" href="http://www.ktbl.de/" target="_blank">Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)</a></li>
<li><strong>Datengrundlage für die ökonomische Bewertung der Biomasseproduktion entlang der gesamten Prozesskette</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Bernward Märländer vom <a title="Forschung zur Zuckerrübe als Energiepflanze" href="http://www.ifz-goettingen.de/index.php?mid=22&amp;lng=de " target="_blank">Institut für Zuckerrübenforschung</a> der Universität Göttingen</li>
<li><strong>Die Energierübe: Rohstoff für Biogas und Ethanol</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Bernd Scherer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau<a title="Anbau und Logistik von Energiepflanzen am VDMA" href="http://www.vdma.org/wps/portal/Home/de?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/vdma/Home/de" target="_blank"> (VDMA)</a></li>
<li><strong>Energiepflanzenbau und Logistik | Optimierungsansätze aus Sicht der Landtechnikindustrie</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Dominik Reus von der Justus-Liebig-Universität Gießen (Link siehe oben)</li>
<li><strong>Ökonomische Bewertung von Energiepflanzensystemen</strong></li>
</ul>
<h2>Ökologische Aspekte von Energiepflanzen</h2>
<p>Der Programmblock zu ökologischen Aspekten rund um den Energiepflanzenbau wurde in diesem Jahr von Florian Schöne vom <a title="NABU und die Ökologie vom Energiepflanzenanbau" href="http://www.nabu.de/" target="_blank">Naturschutzbund Deutschland (NABU)</a> moderiert.</p>
<p>Die Themen der Referenten waren:</p>
<ul>
<li>Dr. Christine von Buttlar von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt <a title="Forschung zum Gewässerschutz im Energiepflanzenanbau" href="http://www.iglu-goettingen.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6&amp;Itemid=7 " target="_blank">(IGLU)</a></li>
<li><strong>Nachwachsende Rohstoffe und Gewässerschutzaspekte</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Jürgen Augustin vom Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung <a title="Klimawirkung im Energiepflanzenanbau und Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.zalf.de/" target="_blank">(ZALF)</a> in Müncheberg</li>
<li><strong>Einfluss des Energiepflanzenanbaus zur Biogasgewinnung und der Gärrestausbringung auf den Austausch klimarelevanter Spurengase </strong></li>
<li>Martin Degenbeck von der Bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau <a title="Wildkräuter als Energiepflanze an der LWG " href="http://www.lwg.bayern.de/" target="_blank">(LWG)</a></li>
<li><strong>Energie aus Wildpflanzen</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Michael Rode vom<a title="Forschung zu Energiepflanzen und Bioenergie" href="http://www.umwelt.uni-hannover.de/" target="_blank"> Institut für Umweltplanung</a> der Leibniz Universität Hannover</li>
<li><strong>Natur- und raumverträglicher Ausbau energetischer Biomassepfade </strong></li>
<li>Jörg Böhmer vom <a title="IFAS forscht zu Energiepflanzen und Bioenergie" href="http://www.stoffstrom.org/ " target="_blank">Institut für angewandtes Stoffstrommanagement</a> (IFAS) in Trier</li>
<li><strong>Vielfältiger Energiepflanzenanbau für mehr Naturschutz in der Fläche? Stand der Arbeiten im ELKE-Projekt</strong></li>
</ul>
<h2>Züchtung neuer Energiepflanzen und Anbaukulturen auf dem 3.Symposium</h2>
<p>Im letzten Themenschwerpunkt des 3. Symposiums zu Energiepflanzen wurden innovative Energiepflanzen betrachtet und einige Züchtungsprojekte vorgestellt. Moderiert wurde dieser Block von Dr. Carl Bulich von der <a title="Forschung zu Energiepflanzenzucht am GFP" href="http://www.bdp-online.de/de/GFP/" target="_blank">Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP)</a>.</p>
<p>Folgende Themen wurden von den Referenten vorgestellt:</p>
<ul>
<li>Prof. Wolfgang Fried vom <a title="Energiepflanzenzucht als Beitrag zur Bioenergie an der Uni Gießen" href="http://www.plantbreeding-giessen.de/" target="_blank">Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung an der Justus-Liebig Universität</a></li>
<li><strong>Schwerpunkte im Bereich der Energiepflanzenzüchtung</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Volker Hahn von der <a title="Sonnenblume als Energiepflanze stärkt Energiepflanzengemeinschaft" href="https://www.uni-hohenheim.de/1597.html?state=wsearchv&amp;search=13&amp;einrichtung.eid=365" target="_blank">Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim</a></li>
<li><strong>Sonnenblumenzüchtung für Biogasanlagen – Stand und Perspektiven</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Ulf Feuerstein von der <a title="Futtergräser als Energiepflanze" href="http://www.eurograss.com/" target="_blank">Euro Grass Breeding GmbH</a> &amp; Co. KG</li>
<li><strong>Entwicklung der Produktlinie Futtergräser als Biomasselieferant</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Wolf Dieter Blüthner von der <a title="Pflanzenzucht für Energiepflanzen " href="http://www.chrestensen.de/index_1.php?p=0&amp;lang=de" target="_blank">N.L. Chrestensen GmbH</a> in Erfurt</li>
<li><strong>Erhöhung des Leistungspotentials und der Konkurrenzfähigkeit der Durchwachsenen Silphie </strong><strong></strong></li>
</ul>
<h2>Danke für ein spannendes und unterhaltsames Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Dr. Andreas Schütte schloss mit dem starken Glauben an das Stattfinden weiterer Symposien zu Energiepflanzen. Interessant und erfreulich war auch, dass der Geschäftsführer der FNR die Forschungsförderung im Bereich der Energiepflanzen als aktuelles Vorbild für viele andere staatliche Förderprogramme lobte. Ich hoffe, ich habe seine sehr positive Aussage an dieser Stelle richtig wiedergegeben.</p>
<p>Vielen Dank an die FNR und alle Referenten für eine inhaltlich gelungene und außerdem auch organisatorisch sehr erfolgreiche Veranstaltung! Vielen Dank auch an Frau Krolow, welche eine unkomplizierte Teilnahme am Event für mich als Blogger ermöglicht hat. Danke an die Köche und Catering-Firmen für ein sehr leckeres Rindergulasch.</p>
<p>Persönlich habe ich auch einige interessante Teilnehmer kennengelernt oder Fachleute und Kollegen der Bioenergiebranche wiedergetroffen, die ich schon kannte. Vielen Dank für inspirierende Gespräche an Frank Schünemeyer vom Fraunhofer IWES, Annemarie Kürsten von der <a title="Energie 2.0 Biomasse Agentur" href="http://www.biomasse-report.de/index.php/de/" target="_blank">Energie 2.0 Biomasse Agentur</a>, Martin Loos von der Staatskanzlei Mecklenburg Vorpommern und dem Bioenergie-Journalisten Thomas Gaul.</p>
<p>Ich freue mich über das gestärkte Bewusstsein einer Energiepflanzen- oder Bioenergie-Gemeinschaft und auf das 4. Symposium zu Energiepflanzen, dass bisher alle 2 Jahre veranstaltet wurde und mittelfristig hoffentlich jährlich stattfinden kann.</p>
<p>Übrigens für alle Leser, für die der Begriff des Symposiums genauso neu war wie für mich. Ein <a title="Symposium Artikel der deutschen Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Symposium" target="_blank">Symposium</a> ist laut der deutschen Wikipedia eine „wissenschaftliche Konferenz zu einem Thema für Wissenschaftler, Entwickler und Ingenieure.“ Für wissenschaftliche Abhandlungen ist die Wikipedia natürlich nicht als Quelle geeignet, für eine erste Begriffserklärung aber durchaus ein probates Mittel.</p>
<p>Fühlen Sie sich ebenfalls als Teil der Energiepflanzengemeinschaft oder haben am diesjährigen Symposium zu Energiepflanzen teilgenommen? Welche Erkenntnisse beim Energiepflanzenbau oder beim diesjährigen Symposium finden Sie erwähnenswert?</p>
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		<title>Bioerdgas &#8211; Evolution der Bioenergie</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 10:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[05. Innovation und Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Biokraftstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Bioerdgas]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorteile]]></category>

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		<description><![CDATA[Was zeichnet eine erfolgreiche Branche aus? Gerade über einen langen Zeitraum betrachtet, muss sie sich vor allem weiterentwickeln, sich an geänderte Rahmenbedingungen zügig anpassen und im Idealfall auch selbst neue Trends erschaffen. Dieses Credo gilt natürlich auch für die Branche der gasförmigen Bioenergie, die als erneuerbare Energieform ihren Beitrag zur Energiewende leistet. Bioerdgas nimmt hierbei eine besonders interessante Stellung ein und ist ein vielversprechender Evolutionsschritt zur Weiterentwicklung der Bioenergie. Das [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/" title="Permanent link to Bioerdgas &#8211; Evolution der Bioenergie"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Bioerdgas-BHKW-Evolution-der-Bioenergie1.jpg" width="343" height="200" alt="Biomethan Bioerdgas Evolution Bioenergie" /></a>
</p><p>Was zeichnet eine erfolgreiche Branche aus? Gerade über einen langen Zeitraum betrachtet, muss sie sich vor allem weiterentwickeln, sich an geänderte Rahmenbedingungen zügig anpassen und im Idealfall auch selbst neue Trends erschaffen. Dieses Credo gilt natürlich auch für die Branche der gasförmigen Bioenergie, die als erneuerbare Energieform ihren Beitrag zur Energiewende leistet. Bioerdgas nimmt hierbei eine besonders interessante Stellung ein und ist ein vielversprechender Evolutionsschritt zur Weiterentwicklung der Bioenergie. Das gilt besonders vor dem Hintergrund der <a title="EEG Novelle 2012 Änderungen für Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG Novelle 2012</a>, aus der das Energieprodukt Bioerdgas gestärkt hervorgeht.</p>
<h2>Infrastruktur der Biogasproduktion in Deutschland</h2>
<p>Die gasförmige Bioenergie in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt und sich von Süddeutschland ausgehend mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet. Niedersachsen und Bayern sind in Bezug auf die Anlagenzahl und die installierte Gesamtleistung führend und stellen jeweils etwa 550 MW (Stand 2011) an Anlagenkapazität.</p>
<p>Ländliche, dezentrale Biogasanlagen (Süddeutschland) und industrielle Großanlagen (Ostdeutschland) prägen mittlerweile die Biogaslandschaft in Deutschland.</p>
<p>Eine gute Übersicht über den aktuellen Entwicklungsstand und regionale Unterschiede der Biogasbranche in Deutschland bieten 3 <a title="Biogas und Bioerdgas in Deutschland 2011 Übersicht" href="http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE_Branchenzahlen/$file/11-05-30_Biogas%20Branchenzahlen%202010_final.pdf" target="_blank">Grafiken des Fachverbands Biogas</a> vom Juni 2011.</p>
<h2>Verschmelzung von Biogas- und Biokraftstoffbranche dank Bioerdgas</h2>
<p>Aktuell ist die Biogasbranche bestrebt sich von ihrer ausschließlich dezentralen Nutzung zu emanzipieren und das eigene Anwendungsspektrum zu erweitern. Das Besondere ist, dass die dezentrale und energieeffiziente Produktion dabei nicht aufgegeben werden muss. Wie ist das möglich? Mit Hilfe von Bioerdgas.</p>
<p>Was ist Bioerdgas?</p>
<p>Der energetisch wichtigste Bestandteil des Gasgemisches „Biogas“ ist Methan, welches im Durchschnitt zu etwa 60% im Rohbiogas enthalten ist. Methan ist außerdem der Hauptbestandteil von Erdgas, von dem etwa 100 Milliarden Normkubikmeter pro Jahr über das Erdgasnetz an Verbraucher in Deutschland verteilt werden.</p>
<p>Durch die Aufreinigung von Biogas auf Erdgasqualität entsteht BioERDGAS, beziehungsweise Biomethan, welches ebenfalls ins Erdgasnetz eingespeist und über dieses transportiert werden kann. Das Ziel der Bundesregierung ist die Einspeisung von jährlich 10 Milliarden m<sup>3</sup> Bioerdgas ins deutsche Erdgasnetz bis zum Jahr 2030. Die angestrebte Einspeisemenge für Biomethan entspricht somit einem Zehntel des heutigen Erdgasverbrauchs.</p>
<p>Eine gute Übersicht über aktuelle Projekte zur Biomethaneinspeisung in Deutschland und Europa finden Sie auf der <a title="Einspeiseprojekte für Biomethan Bioerdgas in Deutschland " href="http://www.biogaspartner.de/index.php?id=10074" target="_blank">Biogaspartner-Internetseite</a> der DENA.</p>
<h2>Vorteile von Bioerdgas</h2>
<p>Was sind die Vorteile von Bioerdgas/ Biomethan? Das Besondere an Bioerdgas ist, dass es die gasförmige Bioenergie auf ein neues Niveau heben und ihr bildlich gesprochen Flügel verleihen kann.</p>
<p>Erstens wird der räumliche Einsatz von Biogas durch den Vertrieb als Bioerdgas im Erdgasnetz deutlich erweitert. Abgesehen von den Kosten für Gasaufbereitungsanlagen und Anschlussleitungen, von der Biogasanlage zum Erdgasnetz, sind hierfür keine aufwändigen Investitionen für den Zugang zu einem deutschlandweiten (!) Absatzgebiet notwendig. Da die Bioerdgaseinspeisung langfristig angelegt ist und über einen Zeitraum von 20 Jahren nach EEG gefördert werden kann, können die Investitionen langfristig abgeschrieben werden.</p>
<p>Zweitens werden durch die „chemische Reinheit“ von Bioerdgas (Methan) neue Anwendungen möglich, die für heterogenes Biogas (Mix aus Methan, CO2, Wasserdampf, Stickstoff etc.) noch nicht existierten. So kann Bioerdgas künftig in jedem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk sehr energieeffizient verstromt werden. Außerdem kann Bioerdgas auch als Biokraftstoff in erdgasbetriebenen Fahrzeugen verwendet werden. Zu den innovativen Anwendungsmöglichkeiten von Biomethan werden in den folgenden Abschnitten 2 Projekte aus der Praxis vorgestellt die vor kurzem umgesetzt wurden.</p>
<p>Die Qualitätskontrolle des eingespeisten Bioerdgases wird aktuell durch die Anmeldung im <a title="Biogasregister für Bioerdgas der DENA" href="http://www.biogasregister.de/" target="_blank">Biogasregister der DENA</a> garantiert, welches auf den Tag genau vor einem Jahr gestartet wurde. Laut Angaben der DENA repräsentieren die aktuell angemeldeten Nutzer schon 60% des deutschen Biomethanmarktes.</p>
<div id="attachment_4871" class="wp-caption aligncenter" style="width: 328px">
	<a href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Bioerdgas-Biomethan-Gasleitung.jpg"><img class="size-full wp-image-4871" title="Bioerdgas Biomethan Gasleitung" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Bioerdgas-Biomethan-Gasleitung.jpg" alt="Gasleitung für Bioerdgas und Biomethan" width="328" height="264" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Erdgasnetz - viel Platz für Bioerdgas</p>
</div>
<h2>Erdgasnetz bedankt sich mit grünem Bioerdgas-Anstrich</h2>
<p>Wenn ich mir das Erdgasnetz als Person vorstelle und ich der Agent oder Presssprecher dieser äußerst erfolgreichen Person im Energiegeschäft wäre, würde ich die Aufnahme von Bioerdgas wahrscheinlich folgendermaßen vorstellen.</p>
<p>„Mein Klient das Erdgasnetz hat sich dazu entschieden, in Zukunft noch aktiver zum Klimaschutz beizutragen. Dazu wird es ab sofort mehr regionale Produkte zu sich nehmen und auf einen höheren Anteil an Bioerdgas im täglichen Speiseplan achten. Mit diesem grünen Anstrich möchte es außerdem etwas zurückgeben und sich bei den zahlreichen Menschen der verschiedenen Regionen Deutschlands bedanken, die über Jahrzehnte seinen Aufstieg unterstützt haben.“</p>
<p>Eine wichtige Neuerung für die Bioenergie ist die Nutzung des Erdgasnetzes als Vertriebspartner. Biomethan kann dank der Möglichkeit zur Einspeisung ins Erdgasnetz zum Betrieb von Blockheizkraftwerken (BHKW) genutzt werden, die sich nicht in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage befinden in dem das Rohbiogas gewonnen wurde.</p>
<p>Der weitere Ausbau der Strom- und Gasnetze ist für die weitere Integration der Erneuerbaren Energien in Deutschland unumgänglich (<a title="Ausbau des Erdgasnetzes für Bioerdgas notwendig." href="http://www.biomasse-nutzung.de/hohe-bedeutung-des-netzausbaus-fur-die-entwicklung-der-dezentralen-bioenergie/">siehe Artikel</a>).</p>
<h2>Bioerdgas-BHKW versorgen Berlin mit Strom und Wärme</h2>
<p>Dank der Umwandlung von Biogas in Bioerdgas ist die Nutzung der gasförmigen Bioenergie nicht mehr ausschließlich auf ländliche Regionen beschränkt, sondern sie kann zukünftig auch verstärkt in Großstädten zum Einsatz kommen.</p>
<p>Welche infrastrukturellen Anpassungen sind dafür noch nötig?</p>
<p>Das Besondere ist, dass alle klassischen Erdgas-BHKW mit Biomethan betrieben werden können! Wenn die erfolgreiche Einspeisung des Bioerdgases stattgefunden hat, dann ist schon die heutige Infrastruktur für eine umfassende Nutzung von Bioerdgas geeignet. Während reine Biogas-BHKW speziell für die Verbrennung von heterogenem Biogas entwickelt worden sind, kann Bioerdgas in jedem gasverbrennenden Blockheizkraftwerk verbrannt werden, das es am Markt zu erwerben gibt.</p>
<p>Einzig der Betreiber des Blockheizkraftwerks und natürlich das vorhandene Angebot an Bioerdgas entscheiden über den Anteil, den Biomethan künftig an der Strom- und Wärmeerzeugung übernehmen wird.</p>
<p>Die Berliner Energieagentur realisierte im Auftrag der Berliner Immobilienmanagement (BIM) Anfang des Jahres ein mit Bioerdgas betriebenes BHKW in einer Feuerwache in Berlin-Charlottenburg.</p>
<p>Das größte von insgesamt 4 gebauten Blockheizkraftwerken hat eine Leistung von 240 kWel und 365 kWth. Durch diese Maßnahme in der <a title="Bioerdgas bietet Chancen für KWK Modellstadt Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kraft-warme-kopplung-in-berlin/">KWK-Modellstadt Berlin</a> wird eine jährliche Einsparung von 100 Tonnen CO<sub>2</sub> erreicht. Der Bau des Blockheizkraftwerks ist in die 10 Millionen Euro kostende Komplettsanierung des 21.000 m<sup>2</sup> großen Feuerwache-Verwaltungsgebäudes integrierte. Da die <a title="Bau der ersten Biogasanlage für Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/baubeginn-fur-deutschlands-modernste-biogasanlage-fur-bioabfalle-in-berlin/">erste Biogasanlage Berlins</a> sich noch im Bau befindet, wird das von der Gasag bezogene Bioerdgas durch Biogasanlagen im Umland von Berlin produziert.</p>
<p>Weitere Informationen zum BHKW-Projekt finden Sie in einer <a title="Pressemitteilung der BIM zum Bioerdgas BHKW" href="http://www.bim-berlin.de/neues.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=60&amp;cHash=10324c8409ce832e80a6ab84eb0ca23c" target="_blank">Pressemitteilung der BIM</a>.</p>
<p>Das beschriebene Berliner Bioerdgas-Projekt wurde in der Ausgabe vom 1. September der Zeitschrift Energie &amp; Management zum „Contracting des Monats“ gekürt.</p>
<h2>Stadtwerke München nutzen 100% Bioerdgas als Biokraftstoff der 2.Generation</h2>
<p>Die Stadtwerke München gehen einen anderen innovativen Weg, die Flexibilität von Bioerdgas voll auszuschöpfen.</p>
<p>Dafür bedienen sich die Münchner dem von der Verbio AG produzierten Verbiogas. Bei diesem zu Bioerdgas aufbereiteten Biogas handelt es sich um ein Energieprodukt, welches als Kraftstoff verwendet 90% weniger CO<sub>2</sub> freisetzt als fossiles Benzin.</p>
<p>Die herausragend gute Klimabilanz für einen aktuell verfügbaren Kraftstoff erreicht Verbiogas auf Grund der ausschließlichen Verwendung von Abfallprodukten der Bioethanolproduktion (Schlempe) und Stroh. Dank des Rückgriffs auf organische Ausgangsstoffe die nicht als Lebensmittel verwendet werden können, zählt das auf diese Art erzeugte Bioerdgas zu den ersten <a title="Bioerdgas als Biokraftstoff der 2.Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation">„Biokraftstoffen der 2.Generation“</a> weltweit, welche in großem Maßstab hergestellten werden. Zum innovativen Konzept der Verbio AG finden Sie hier einen<a title="Kombination von Biogas und Biokraftstoffherstellung" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kombination-von-biokraftstoffen-und-biogas-zur-verbesserung-der-bilanz-der-bioenergie"> weiteren Artikel</a>.</p>
<p>Das Verbiogas wird von den Münchner Stadtwerken, passend zu den anderen Energieprodukten, als „M-Ökogas“ angeboten. An Tankstellen im Münchner Landkreis wird das M-Ökogas seit Ende August sogar mit einer 100%igen Reinheit (bisher 50%) angeboten.</p>
<p>Alle Erdgasfahrzeuge können also ab sofort in der bayrischen Landeshauptstadt auch 100% Biokraftstoff tanken und mit einer CO2-Reduktion von 90% sehr aktiv zum Klimaschutz beitragen. Verglichen mit einem Benziner entspricht der Kraftstoffpreis von Bioerdgas sogar nur 76 Cent/ Liter! Der unterschiedliche Energiegehalt der beiden Kraftstoffe ist in dieser Rechnung schon berücksichtigt.</p>
<p>Bioerdgas ist somit als reiner Biokraftstoff in der Praxis angekommen und dürfte dank seines enormen Preisvorteils kein Ladenhüter werden.</p>
<h2>Hemmnisse für die Einspeisung von Bioerdgas müssen überwunden werden</h2>
<p>Bioerdgas besitzt das Potential die bisher weitgehend getrennten Branchen der gasförmigen und flüssigen Bioenergie direkt miteinander zu verbinden. Zukünftig wird es wahrscheinlich möglich sein, die Produktion von Biogas und Biokraftstoff noch viel stärker zu kombinieren als bisher.</p>
<p>In einem ersten Schritt ist dies schon der Verbio AG gelungen, welche durch die Vergärung der bei der Bioethanolherstellung anfallenden Schlempe auch Biogas als Koppelprodukt herstellen (siehe vorheriger Abschnitt). Dank der Aufbereitung zu Bioerdgas wird nun auch das produzierte Biogas zu einem Biokraftstoff.</p>
<p>Für diese und weitere Anwendungsmöglichkeiten von Bioerdgas muss dessen Einspeisung noch stark vorangetrieben werden. Hierbei gilt es vor allem die vorliegenden Hemmnisse (<a title="Probleme bei Integration von Biomethan Bioerdgas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hemmnisse-und-losungswege-bei-der-integration-von-biomethan">siehe Artikel</a>) zu überwinden.</p>
<p>Im Vergleich mit dem jährlichen Verbrauch an fossilem Erdgas (100 Milliarden m<sup>3</sup>) scheint das Biomethan-Einspeiseziel (10 Milliarden m<sup>3</sup>) der Bundesregierung für 2030 relativ gering. Trotzdem muss dieser 10%ige grüne und regionale Anstrich des Erdgasnetzes erst mal gelingen.</p>
<p>Als wichtiger Grund für die Probleme bei der Bioerdgas-Einspeisung wird der aktuell sehr niedrige Erdgaspreis betrachtet. Teilweise wurde in diesem Zusammenhang sogar schon von einer Gasschwemme in Europa gesprochen. So lag der Grenzübergangspreis für Erdgas im Jahr 2010 bei etwa 2 Cent/ kWh, während sich Herstellungskosten für Biomethan im Umfeld von 6 Cent/ kWh (Angaben Bundesnetzagentur) bewegten.</p>
<p>Es ist also noch ein langer Bioerdgas-Weg, der aber in den letzten Jahren zielstrebig gegangen wurde und durch die EEG Novelle 2012 einen weiteren Schub erhalten hat.<br />
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		<title>Veranstaltungstipp: „Bioenergie Boom“ kostenfreie Veranstaltung zur Bioenergie am 27.09.2011 in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 09:20:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
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		<category><![CDATA[Daniel Coelho Barbosa]]></category>
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		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 27. September findet in Berlin eine Veranstaltung zum Thema Bioenergie statt. Für eine öffentliche Podiumsdiskussion sind Gäste aus der Bioenergie-Branche eingeladen, welche die Pro- und Contra-Argumente der kontroversen Energieform diskutieren werden. Die Veranstaltung „Bioenergie Boom – Nachhaltige Entwicklung auch für den Süden“ ist kostenfrei und wird durch ein musikalisches Rahmenprogramm von Daniel Arruda begleitet. Was – Wann – Wo – Wer &#8211; Wieviel Was: Veranstaltung „Bioenergie Boom – Nachhaltige [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Am 27. September findet in Berlin eine Veranstaltung zum Thema Bioenergie statt. Für eine öffentliche Podiumsdiskussion sind Gäste aus der Bioenergie-Branche eingeladen, welche die Pro- und Contra-Argumente der kontroversen Energieform diskutieren werden. Die Veranstaltung „Bioenergie Boom – Nachhaltige Entwicklung auch für den Süden“ ist kostenfrei und wird durch ein musikalisches Rahmenprogramm von Daniel Arruda begleitet.</p>
<h2>Was – Wann – Wo – Wer &#8211; Wieviel</h2>
<p><strong>Was:</strong> Veranstaltung „Bioenergie Boom – Nachhaltige Entwicklung auch für den Süden“</p>
<p><strong>Wann:</strong> 27.09.2011, Einlass ab 19 Uhr, Beginn Podiumsdiskussion 20 Uhr</p>
<p><strong>Wo:</strong> Kalkscheune | Johannisstraße 2 in Berlin-Mitte</p>
<p><strong>Wer:</strong> Volker Wieprecht und Robert Skuppin (Moderatoren von radioeins), Daniel Coelho Barbosa, Marcos A. da Costa Melo, Dr. Stefan Schmitz, Dr. Kirsten Selbmann</p>
<p><strong>Wieviel (Kosten):</strong> Eintritt frei</p>
<h2>Nachhaltigkeit der Bioenergie am Beispiel Brasiliens</h2>
<p>Bei der Veranstaltungsreihe „Eine Welt – Eine Zukunft“ die von der Bundesregierung, der GIZ und der kfw Entwicklungsbank unterstützt wird, wird dieses Mal das Thema der Bioenergie diskutiert. Die Bioenergie verspricht große Potentiale, aber auch Probleme, für die Entwicklung von Ländern die über gute Ausgangsbedingungen für den Anbau von Biomasse verfügen. Zu diesen Ländern zählt auch der BRICS-Staat Brasilien.</p>
<p>Ein regionaler Fokus der Veranstaltung liegt deshalb auf dem riesigen südamerikanischen Land. Brasilien ist einer der führenden Länder bei der Produktion und Nutzung der Bioenergie und nutzt seit mehreren Jahrzehnten Kraftstoffgemische mit einem Anteil von 25 % Biokraftstoff. Was können Brasilien und Deutschland in Bezug auf die Nutzung der Bioenergie voneinander lernen und welche Möglichkeiten zur nachhaltigen Zusammenarbeit gibt es?</p>
<p>Jemand der beide Länder und die Bioenergie-Branche sehr gut kennt ist Daniel Coelho Barbosa, der als brasilianischer Vertreter geladen ist. Als Bioenergie-Berater und Journalist pendelt er zwischen Brasilien und der EU und kennt die kulturellen, klimatischen und politischen Unterschiede der beiden Regionen mit ähnlich großen Landflächen gut.</p>
<p>Der für seine manchmal unkonventionelle Denkweise bekannte Daniel Coelho mischt sich an deutschen Tankstellen seinen E50 Mix sogar selbst,  indem er den Tank erst zur Hälfte mit Super-Benzin be- und anschließend mit E85 auffüllt. Dafür gibt es sogar eine extra Handzeichen zur Kommunikation zwischen Autofahrer und Tankwart. Mit dieser Methode fährt er schon seit Jahren sehr erfolgreich und spart pro Tankladung etwa 10 Euro.</p>
<p>Wir werden also sicherlich eine lebendige Diskussionsrunde mit vielen Ansätzen für interessante Gesprächsthemen zur Bioenergie erleben.</p>
<p><a href="../wp-content/uploads/Bioenergie-Veranstaltung-2011-Berlin-Kalkscheune.jpg"><img class="aligncenter" title="Bioenergie Veranstaltung 2011 Berlin Kalkscheune" src="../wp-content/uploads/Bioenergie-Veranstaltung-2011-Berlin-Kalkscheune-215x300.jpg" alt="Bioenergie Boom Deutschland Brasilien Biokraftstoffe" width="215" height="300" /></a></p>
<h2>Gemeinsames Treffen bei der Bioenergie-Veranstaltung?</h2>
<p>Die Bundeshauptstadt ist der Ort an dem viele der wichtigsten <a title="Auflistung Übersicht Verbände Bioenergie Biogas Biokraftstoffe" href="http://www.biomasse-nutzung.de/11-bedeutende-verbande-der-biomasse-nutzung-in-deutschland/">Verbände der Bioenergie-Branche</a> ihren Hauptsitz haben und wichtige Entscheidungen für die politischen Rahmenbedingungen von Biokraftstoffen, Biogas und Co. getroffen werden. Es sind also viele Menschen anwesend, die sich intensiv mit den Potentialen und Konflikten der Bioenergie auseinandersetzen.</p>
<p>Ich freue mich deshalb auf diese Art der öffentlichen Veranstaltung und bin gespannt auf die aktuelle Stimmung bezüglich der Bioenergie. Wenn jemand von euch auch auf die Veranstaltung gehen wird, wäre es schön sich auch mal persönlich kennenzulernen!</p>
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		<item>
		<title>2 gute Filme des BDBe unterstreichen Vorteile und Notwendigkeit von Bioethanol</title>
		<link>http://www.biomasse-nutzung.de/filme-vorteile-bioethanol-biokraftstoff-e10/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 05:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) erwartet man keine scharfe Kritik am Bioethanol. Vielmehr erwartet man das genaue Gegenteil in Form von neuem Selbstbewusstsein für eine Branche deren Jahr in Deutschland bisher nicht so gut verlaufen ist. Aber selbst Kritiker von Biokraftstoffen werden beim Anschauen der in der vergangenen Woche veröffentlichen „Imagefilme“ eingestehen müssen, dass dem BDBe und der Little Green Bag GmbH eine Fakten basierte, moderne und selbstbewusste Bewerbung [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) erwartet man keine scharfe Kritik am Bioethanol. Vielmehr erwartet man das genaue Gegenteil in Form von neuem Selbstbewusstsein für eine Branche deren Jahr in Deutschland bisher nicht so gut verlaufen ist. Aber selbst Kritiker von Biokraftstoffen werden beim Anschauen der in der vergangenen Woche veröffentlichen „Imagefilme“ eingestehen müssen, dass dem BDBe und der Little Green Bag GmbH eine Fakten basierte, moderne und selbstbewusste Bewerbung des Biokraftstoffs gelungen ist, welcher es nicht an Vision und Stärke fehlt. <object width="560" height="315"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/h5nHxRo-6HQ?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/v/h5nHxRo-6HQ?version=3&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h2>Biokraftstoffbranche besinnt sich auf ihre Stärken</h2>
<p>Die kürzlich vom BDBe auf der IAA präsentierten Kurzfilme heißen:</p>
<ol>
<li>Bioethanol als Kraftstoff &#8211; Die Mischung macht’s (siehe oben)</li>
<li>Deutsches Bioethanol &#8211; Nachhaltig mobil</li>
</ol>
<p>Die Filme zeigen, dass die Bioethanol-Branche bei aller öffentlichen und teilweise sehr einseitigen Kritik, der sie sich immer wieder stellen muss, durchaus optimistisch in die Zukunft blicken kann. Bioethanol bietet keine perfekte, aber eine klimafreundliche, bezahlbare und vor allem realitätsnahe Mobilitätsalternative zu fossilen Kraftstoffen.</p>
<p>Bioethanol ist nicht so schillernd und futuristisch wie die Elektromobilität, kann aber dafür schon mit der heutigen Infrastruktur und Motorentechnologie den CO2-Ausstoß deutliche reduzieren und direkt zum Klimaschutz beitragen.</p>
<p>Die Notwendigkeit zur Überwindung von fossilen Energieträgern im Verkehrsbereich und die Dringlichkeit der Suche nach alternativen Mobilitätsszenarien stehen für mich gar nicht mehr zur Diskussion. Dabei sind Biokraftstoffe und Elektromobilität mittelfristig ein starkes Team um klimafreundliche und regenerative Alternativen für den Kurz- und Langstreckenverkehr zu bieten.</p>
<h2>Biokraftstoffbranche wehrt sich</h2>
<p>Die Dramatik der Filme mag einige Zuschauer überraschen, aber die enthaltene Ernsthaftigkeit ist nicht unangebracht. Gegner von Biokraftstoffen schrecken nicht davor zurück brennende Regenwälder und hungernde Kinder als Bildmaterial zu verwenden, um die gesamte Biokraftstoff-Branche zu diffamieren. Auf ein solch undifferenziertes Kommunikations-Niveau muss man sich nicht begeben, aber etwas Dramatik muss zur Verteidigung gestattet sein.</p>
<p>Die Biokraftstoffbranche ist mit einer grünen und sehr leidenschaftlichen Vision für eine nachhaltige Mobilität angetreten. Das sollte bei aller Kritik an Biokraftstoffen nicht vergessen werden. Die Branche nun einseitig als Umweltsünderin hinzustellen ist ziemlich ungerecht.</p>
<p>Es geht bei Biokraftstoffen außerdem um neue Jobs, neue Absatzmärkte für die Landwirtschaft, die Erhöhung der Energiesicherheit etc. Viele wirtschaftliche und soziale Erfolge sind auf die Herstellung und Verwendung von Biokraftstoffen zurückzuführen, die aber nur schwer mit Bildern dargestellt werden können und schon gar nicht mit den drastischen und zur Fehlinterpretation verleitenden Bildern einiger Kritiker mithalten können.</p>
<p>Die Nutzung der Bioenergie wirft moralische Konflikte auf (<a title="Kritik an Biokraftstoffen Moralische Diskussion" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wie-durfen-wir-biomasse-nutzen-%E2%80%93-die-ethische-dimension-der-bioenergie/">siehe Artikel</a>). Diese sollten diskutiert und gemeinsam gelöst werden. Denn der gesellschaftliche Nutzen ist gering, wenn man beim Auftreten von Schwierigkeiten bei der Nutzung einer erneuerbaren Energieform sofort von dieser ablässt und nach neuen Optionen sucht. Das ist alles andere als nachhaltig.</p>
<p>Jede Energieversorgung, ja jede Nutzung von Ressourcen führt auch zu Umweltproblemen. Diesen tragischen Widerspruch findet man auch bei der Photovoltaik, der Windenergie, der Elektromobilität oder der kommenden Kernfusion. Einer Energieform gegenüber kritisch eingestellt zu sein ist richtig, aber sie einseitig zu verdammen ist naiv, teilweise unverschämt und häufig Schwarzmalerei. Wenn es die Extremisten unter den Kritikern so ernst meinen, können sie ja wieder in eine Höhle ziehen und die Energie beziehungsweise die Wärme eines Lagerfeuers genießen. Das Lagerfeuer funktioniert dann aber übrigens auch schon wieder mit Biomasse.</p>
<h2>Fehlen der Biokraftstoffe der 2. Generation &#8211; Verschenktes Potential?!</h2>
<p>Das Anschauen der Filme hat mir gut gefallen und die Darstellung eines so komplexen Themas in einer überschaubaren Form ist wirklich gelungen. Einen Kritikpunkt habe ich aber dennoch. Warum kommt Cellulose-Ethanol als vielversprechender Vertreter von <a title="Beschreibung Biokraftstoffe 2.Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation">Biokraftstoffen der 2.Generation</a> nicht in den Filmen vor?</p>
<p>Cellulose-Ethanol ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Bestandteil der nahen Zukunft des Bioethanols und beseitigt viele der aktuell zu Recht diskutierten Schwachpunkte von Biokraftstoffen. Außerdem zeigen Biokraftstoffe der nächsten Generation, dass die Branche innovativ und flexibel genug ist auf gesellschaftliche Wünsche zu reagieren und sich anzupassen. Das kann von der Erdölindustrie nicht ohne weiteres behauptet werden.</p>
<p>Vielleicht möchte man mit dem Verweis auf innovative Biokraftstoffe nicht noch mehr Verwirrung stiften und eine inhaltliche Überladung des Films vermeiden. Außerdem kann man sich mit Bioethanol der ersten Generation auf die Festigung von  Unternehmen konzentrieren, die in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung aktuell führend sind – und das sind natürlich Bioethanol- und Biodiesel-Hersteller der ersten Generation.</p>
<p>Cellulose-Ethanol und die Nachhaltigkeitszertifizierung bilden bei meinen Diskussionen mit Biokraftstoff-Kritikern häufig die wichtigsten Argumente zur Versöhnung  der unterschiedlichen Perspektiven. Ich finde, man hätte die nicht so weit von der Markteinführung entfernten BKS der 2.Generation (<a title="Choren Insolvenz Biokraftstsoffe 2.Generation 2011 in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Choren hin oder her</a>) erwähnen sollen.</p>
<p>Ansonsten ein wirklich gut gemachter Film, der den Puls der Zeit trifft und den ich sehr empfehlen kann. Den anderen Film des BDBe zu Bioethanol gibt es auf der <a title="Film zu Bioethanol auf Internetseite des BDBe" href="http://www.bdbe.de/" target="_blank">Internetseite des Bundesverbands</a>.</p>
<p>Diskutieren Sie mit! Was finden Sie gut und was weniger gut an den Filmen oder Biokraftstoffen allgemein?</p>
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		<title>Algen-Cluster in Brandenburg &#124; Kerosin und Biodiesel made in Senftenberg</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 08:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der zivilen Luftfahrt nimmt der Kraftstoff einen der größten Kostenpunkte ein. Ab 2012 werden die Treibstoffkosten für die europäischen Fluggesellschaften durch Änderungen im EU-Emissionshandel weiter steigen. Die Suche nach preiswerten und umweltfreundlichen Kraftstoffen für die Luftfahrt, die Schifffahrt und den Straßenverkehr läuft deshalb auf Hochtouren. In Brandenburg wird intensiv an der Erforschung und Entwicklung von Algentreibstoffen gearbeitet. So werden an der Hochschule Senftenberg gleich zwei Typen für Biokraftstoffe der [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/" title="Permanent link to Algen-Cluster in Brandenburg | Kerosin und Biodiesel made in Senftenberg"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Algen-Cluster-und-Algenforschung-in-Berlin-Brandenburg.jpg" width="340" height="403" alt="Algentreibstoff Biogas und Kerosin aus Algen" /></a>
</p><p>In der zivilen Luftfahrt nimmt der Kraftstoff einen der größten Kostenpunkte ein. Ab 2012 werden die Treibstoffkosten für die europäischen Fluggesellschaften durch <a title="EU-Emissionshandel als Chance für Algentreibstoffe" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">Änderungen im EU-Emissionshandel</a> weiter steigen. Die Suche nach preiswerten und umweltfreundlichen Kraftstoffen für die Luftfahrt, die Schifffahrt und den Straßenverkehr läuft deshalb auf Hochtouren. In Brandenburg wird intensiv an der Erforschung und Entwicklung von Algentreibstoffen gearbeitet. So werden an der Hochschule Senftenberg gleich zwei Typen für Biokraftstoffe der 3.Generation entwickelt – Biodiesel und Kerosin aus Algen.</p>
<p>Heute, am 12.09.2011, werden von der <a title="Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH" href="http://www.energieregion-lausitz.de/de/index.html" target="_blank">Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH</a> und der Hochschule Lausitz die aktuellen wissenschaftlichen und unternehmerischen Tätigkeiten zur Algenforschung am Standort Senftenberg vorgestellt. Anlässlich der Veranstaltung „Algenforschung in der Lausitz – Stärkung der Forschungsinfrastruktur“ möchte ich im heutigen Artikel über die Algenforschung in Brandenburg berichten.</p>
<h2>Vorteile von Algentreibstoffen</h2>
<p>Algen für die Herstellung von Biokraftstoffen zu nutzen ist keine ganz neue Idee und existiert in den Köpfen einiger Wissenschaftler schon seit einigen Jahrzehnten. Bisher mangelte es aber an der Notwendigkeit zur praktischen Umsetzung dieser theoretischen Konzepte. Das global gewachsene Klimaschutz-Bewusstsein und die rasant gestiegene Nachfrage asiatischer Länder nach Erdöl haben die Karten für Algen-Treibstoffe neu gemischt und ihre Weiterentwicklung beschleunigt (<a title="Hohe Wachstumsraten von Algen für Algentreibstoffe " href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-aus-algen-und-jatropha-erobert-zunehmend-die-zivile-luftfahrt/">siehe Artikel</a>).</p>
<p>Geringer Verbrauch an Landfläche, schnelles Biomasse-Wachstum, flexible Einsatzmöglichkeiten, globale Verteilung und eine gute CO2-Bilanz machen die Kultivierung von Algen aus vielerlei Hinsicht interessant.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Biodiesel-und-Kerosin-Algentreibstoff-aus-Senftenberg-Brandenburg.png"></a></p>
<div id="attachment_4882" class="wp-caption aligncenter" style="width: 254px">
	<a href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Biodiesel-und-Kerosin-Algentreibstoff-aus-Senftenberg-Brandenburg.jpg"><img class="size-full wp-image-4882 " title="Biodiesel und Kerosin Algentreibstoff aus Senftenberg Brandenburg" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Biodiesel-und-Kerosin-Algentreibstoff-aus-Senftenberg-Brandenburg.jpg" alt="Algenforschung Algen-Cluster Bioenergie" width="254" height="271" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Forschung mit Mikroalgen</p>
</div>
<h2>FH Senftenberg und GMB GmbH „Green MiSSiON“ erhalten 4 Millionen Euro für Algenforschung in Brandenburg</h2>
<p>Es wurden schon verschiedene <a title="Übersicht Unternehmen und Institute der Algenforschung" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-unternehmen-und-instituten-der-algennutzung/">Unternehmen und Institute</a> vorgestellt, die im Bereich der Algennutzung tätig sind.</p>
<p>In Brandenburg wurden vor einem guten Jahr etwa 4 Millionen Euro Fördergelder bewilligt, um die Entwicklung von Biokraftstoffen aus Algen zu unterstützen. Die finanzielle Unterstützung wurde hierbei auf 2 Projektträger verteilt, die mit 2 km Entfernung auch räumlich nah beieinanderliegen.</p>
<p>Ziel der beiden Forschungsprojekte ist das Finden von Antworten auf Fragen wie:</p>
<ul>
<li>Welcher Stamm von Mikroalgen ist am besten geeignet?</li>
<li>Wie ist die Energiebilanz der Algenkultivierung?</li>
<li>Bei welcher Menge an CO2-Zugabe wachsen Algen am effektivsten?</li>
</ul>
<p>Im ersten Forschungsprojekt erhält die Hochschule Senftenberg etwa 3 Millionen Euro für die Durchführung von Grundlagenforschung. Es werden etwa 150 Algenstämme, Methoden der Algenkultivierung und Verfahren der Algenaufbereitung im Labor getestet. Ziel ist die mittelfristige Herstellung eines hochreinen Algen-Kerosins für Produktionskosten von unter 65 Cent/ Liter.</p>
<p>Das zweite Projekt „Green MiSSiON“ wird von dem Vattenfall-Tochter-Unternehmen GMB GmbH betreut und zielt auf Großversuche zur Algenkultivierung ab. Versuche mit 2 m hohen Flachplatten-Airlift-Reaktoren, die insgesamt 2.200 Liter fassen, sollen bei der Auswahl eines geeigneten Algenstamms helfen. Es werden ausschließlich 3 Stämme von Mikroalgen auf ihre Fähigkeit hin untersucht, das Kohlendioxid aus dem Heizkraftwerk Senftenberg am besten aufzunehmen.</p>
<p>Weitere Informationen zu beiden Forschungsprojekten in Senftenberg über Bioenergie aus Algen finden Sie in diesem <a title="Algenforschung in Senftenberg Lausitzer Rundschau" href="http://www.lr-online.de/politik/Tagesthemen-Labor-kontra-Grossversuch-ndash-Algen-Krieg-in-Senftenberg-;art1065,3463950" target="_blank">Artikel der Lausitzer Rundscha</a>u vom 20.08.2011.</p>
<p>Hoffentlich wird sich der so verstärkte „Algen-Cluster“ vor allem positiv beeinflussen und nicht zu stark durch die Konkurrenz um weitere Fördermittel in diesem innovativen Forschungsbereich belastet. Vor allem in den USA werden noch weit größere Summen für Algenforschungsprojekte ausgegeben und deshalb ist eine enge Zusammenarbeit für den internationalen Erfolg fast schon eine Notwendigkeit.</p>
<h2>Kohlendioxid als Dünger für Algen-Biokraftstoffe und innovative CCS-Variante</h2>
<p>Das Besondere an beiden Algen-Forschungsvorhaben in Senftenberg ist, dass mit Algen als Biomassequelle und Kohlenstoffdioxid als wichtigstem Treibhausgas gleich zwei vielversprechende Themen miteinander verbunden werden.</p>
<p>Innerhalb der Bioenergie-Branche wird nach alternativen Energiepflanzen gesucht, die verglichen mit den Biomasse-Rohstoffen der ersten Generation (z.B. Mais, Raps, Roggen) möglichst nicht in starke Flächen-Konkurrenz für die Nahrungsmittelproduktion treten. Die Algenkultivierung in Bioreaktoren ist hier eine interessante Möglichkeit, um Biomasse im Volumen und nicht in der Fläche anzubauen. Der benötigte Flächenbedarf zum Anbau der Biomasse kann dadurch deutlich verringert werden (<a title="Algentreibstoffe für die Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-aus-algen-und-jatropha-erobert-zunehmend-die-zivile-luftfahrt">siehe Artikel</a>).</p>
<p>Den Anteil des klimawirksamen Gases Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre und somit das Risiko einer menschlich beschleunigten Klimaerwärmung zu verringern ist eine weitere Herausforderung bei der Umstellung unserer fossilen Energiewirtschaft. Die Ideen rund um Carbon Capture and Storage (CCS) zur Speicherung des Kohlenstoffdioxids in unterirdischen Gesteinsschichten sind mögliche Maßnahmen, die vor allem von den fossilen Energieversorgern unterstützt werden.</p>
<p>Neben den Vorteilen von CCS, als vergleichsweise einfach in die bestehende Energie-Infrastruktur zu integrierende Kohlendioxid-Minderungsmaßnahme, gibt es aber auch kritische Stimmen, welche eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz der Zwischen-/ Endlagerung von CO2 im Erdinneren stark anzweifeln. Die Nachteile nehmen zu, je langfristiger man den betrachteten Zeithorizont für die Kohlenstoffdioxidspeicherung anlegt.</p>
<p>Wenn das in Kraftwerken anfallende CO2 direkt wiederverwendet und zum Beispiel als Nährstoffdünger für das Wachstum von Mikroalgen genutzt wird, entsteht ein CO2-Kreislauf („Kreislaufwirtschaft“) der eine langfristige Speicherung des Treibhausgases überflüssig macht.</p>
<p>Fossil betriebene Kraftwerke die in Zukunft mit Algenreaktoren ausgestattet werden, können ihre Klimabilanz durch die direkte Nutzung des Kohlenstoffdioxids deutlich verbessern. Das Konzept entspricht dem natürlichen Kohlenstoffdioxid und ist ein bionisch inspiriertes Energiesystem (siehe <a title="Bionik in der Bioenergie-Branche" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bionik-im-energiepflanzenbau-ermoglicht-verbesserte-gewinnung-der-bioenergie/">Artikel Bionik im Bereich Bioenergie</a>).</p>
<h2>Otto Pulz &#8211; der Algenpapst der deutschen Algenforschung</h2>
<p>Obwohl schon seit Jahrzehnten bekannt, steckt die großflächige energetische Nutzung von Algen noch in ihren Anfängen. In diesem Stadium lebt eine Branche vor allem von visionären Personen, die in ihren Köpfen schon heute ein klares Bild von dem Einsatzpotential einer Technologie haben.</p>
<p>Für die Algenbranchen ist Prof. Otto Pulz einer dieser Visionäre, der sich schon seit Anfang der 1980iger Jahre mit der Mikroalgen-Biotechnologie beschäftigt und sich hierbei vor allem auf die Entwicklung und den Bau von Photobioreaktoren spezialisiert hat.</p>
<p>Unter Anerkennung seines langjährigen Einsatzes und seiner zahlreichen Beiträge zur Algenbranche wird er gelegentlich auch als „der Algenpapst“ bezeichnet. Ich weiß nicht, wie er selbst über diese Be- und Auszeichnung denkt, aber sie zeigt doch, welchen hohen Stellenwert ihm einige Kollegen zusprechen.</p>
<p>Prof. Pulz ist auch Projektleiter für die Entwicklung des Algen-Kerosins an der Hochschule Senftenberg. Außerdem hat er folgende Funktionen innerhalb der Algenbranche inne:</p>
<ul>
<li>Stellvertretender Geschäftsführer des Instituts für Getreideforschung in Potsdam (IGV) und Leiter der Abteilung Biotechnologie (Schwerpunkt Mikroalgen-Biotechnologie)</li>
<li>Präsident der European Society of Microalgal Biotechnology</li>
<li>Vorstandsvorsitzender des Biotechnologieverbundes Berlin-Brandenburg (bbb)</li>
<li>Mitglied des Advisory Board/Executive Committee der<br />
International Society of Applied Phycology</li>
<li>Mitglied des Institute for Food and Environment Research (ILU)</li>
</ul>
<p>Hier der interessante Artikel „<a title="Treibstoffe aus Algen - Artikel vom Algenpapst Prof. Pulz" href="http://www.etaenergie.com/research/3574,994783/Prof.-Dr.-Dr.-Otto-Pulz/Treibstoffe-aus-Algen.html" target="_blank">Treibstoffe aus Algen – das schwarze Gold der Mikroalge</a>“ von Prof. Pulz, der einen Überblick über die energetische Nutzung von Mikroalgen und ihre gesellschaftlichen Potentiale bietet.</p>
<h2>Biogas aus Algen – Biogasanlage an der Technischen Hochschule Wildau</h2>
<p>Abschließend möchte ich noch auf ein weiteres bemerkenswertes Bioenergie-Projekt in Brandenburg hinweisen, welches Anfang Mai begonnen wurde. So wird Algenbiomasse nicht nur für die Gewinnung von flüssigen Bioenergieträgern (Öle, Biodiesel, Ethanol) verwendet, sondern auch zur Produktion von Biogas.</p>
<p>An der Fachhochschule Wildau wurde Anfang Mai eine Pilot-Biogasanlage in Betrieb genommen, die in einem zweistufigen Verfahren die Algenbiomasse in Biogas umwandelt. Zur innovativen Biogasanlage können Sie hier einen Film der Hochschule sehen:</p>
<p><object width="420" height="345"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/eIqOiJz93I0?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="420" height="345" src="http://www.youtube.com/v/eIqOiJz93I0?version=3&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Außerdem wurde von der Berliner Stadtreinigung (BSR) der Bau der <a title="Biogas und Biogasanlage in Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/baubeginn-fur-deutschlands-modernste-biogasanlage-fur-bioabfalle-in-berlin/">modernsten Biogasanlage Deutschlands</a> begonnen die auf die Vergärung von Bioabfällen ausgelegt ist. Die Anlage soll Anfang 2013 in Betrieb gehen.<br />
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