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	<title>Biomasse-Nutzung &#187; 07. Landwirtschaft und Energiequellen</title>
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		<title>Win-Win-Situation für Gemeinden dank Kleinstbiogasanlagen</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 06:34:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kleinstbiogasanlage/" title="Permanent link to Win-Win-Situation für Gemeinden dank Kleinstbiogasanlagen"><img class="post_image aligncenter" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Kleinstbiogasanlagen-im-Universum-der-dezentralen-Bioenergie.png" width="270" height="368" alt="Anbieter und Hersteller von Kleinstbiogasanlagen im Universum der Bioenergie" /></a>
</p><p>Frei nach dem <a title="König von Deutschland" href="http://www.metacafe.com/watch/1646697/rio_reiser_k_nig_von_deutschland/" target="_blank">Song von Rio Reiser</a> haben sie sich vielleicht auch schon mal im Spaß die Frage gestellt, welche Projekte sie angehen würden, wenn sie „König von Deutschland wären“. Diese Me-Myself-and-I-Perspektive geht natürlich nicht lange gut und man muss sich wohl oder übel mit den Interessen seiner Mitmenschen arrangieren. Für den Betrieb einer Kleinstbiogasanlage ist man sogar häufig auf die Unterstützung seiner Mitbürger angewiesen. Bei guten Rahmenbedingungen und einer sorgfältigen Planung kann mit einer Kleinstbiogasanlage eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten aufgebaut werden. Der vierte Artikel innerhalb der aktuellen <a title="Kampagne zur Stärkung der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">Artikelreihe zur Stärkung der Bioenergie</a> geht der Frage nach, wie Gemeinden auf verschiedenen Ebenen vom Bau von Kleinstbiogasanlagen profitieren können.</p>
<p><em>Über Mini-Biogasanlagen nach EEG 2012 wurde in diesem Monat schon in zwei Blogartikeln geschrieben. Da ich Kleinstbiogasanlagen für eine der wichtigsten Möglichkeiten halte, um Angebot und Nachfrage der gasförmigen Bioenergie noch näher zusammen zu bringen und den Einsatz der Bioenergie zukünftig zu erhöhen, sollen Kleinstbiogasanlagen in dieser kleinen Bioenergie-Kampagne trotzdem nicht fehlen.   </em></p>
<h2>Kleinstbiogasanlagen als Symbol einer dezentralen Bioenergie</h2>
<p>Der Wunsch für eine Dezentralisierung der Energieversorgung ist eng mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Prozess der Energiewende verbunden.</p>
<p>Kleine Energieanlagen die über ganz Deutschland und viele Anlagenbetreiber verteilt sind, helfen dabei, dass sowohl die Einnahmen, aber auch die Risiken der Energieversorgung auf viele Schultern verteilt werden. Eine Regionalisierung der Energiewirtschaft mit geschlossenen Kreisläufen von Energieproduktion und Energieverbrauch.</p>
<p>Eine schöne Vorstellung, die allerdings aus Gründen der Energieeffizienz (kleinerer Wirkungsgrad von Kleinanlagen), der Infrastruktur der Stromnetze und dem nicht zu unterschätzenden Finanzierungsaufwand nicht ganz so einfach umzusetzen ist, wie in dem Traum von einer grünen Energierevolution.<br />
Aber es ist schon viel erreicht worden und das wenig anschauliche Thema der Energieversorgung ist dank dem Zugpferd der erneuerbaren Energien viel stärker ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt.</p>
<p>So hat sich auch die Leistung und Anlagenanzahl innerhalb der Biogaslandschaft in den vergangen 4 Jahren verdoppelt und die Branche hat während dieses Zeitraums mit 1.000 Neuanlagen pro Jahr einen rasanten Zuwachs erlebt. Aktuell werden 3.1 Prozent des deutschen Strombedarfs durch Biogas abgedeckt.<br />
Meine persönliche Meinung ist, dass der Einsatz des erneuerbaren, flexiblen und speicherbaren Energieträgers mittelfristig auf 7 und langfristig sogar auf 10 Prozent angehoben werden sollte. Die Aufbereitung zu Biomethan macht Biogas neben dem Strom- und Wärmemarkt sogar für den Kraftstoffmarkt äußerst interessant.</p>
<p>Mit der Förderung von <a title="Kleinstbiogasanlagen im EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Kleinstbiogasanlagen im EEG 2012</a> wurde ein historischer Meilenstein für den weiteren Ausbau einer noch dezentraleren Bioenergie gelegt.</p>
<h2>Kleinstbiogasanlagen benötigen eine starke Gemeinschaft</h2>
<p>Nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe, müssen Konzepte für Kleinstbiogasanlagen auf Grund der geringeren Stoffströme und niedrigeren Wirkungsgrade der Verstromungstechnologien besonders effizient konzipiert  sein. Das bedeutet vor allem, dass Transportwege kurz und der Verkauf der gewonnen Energieprodukte vollständig sein muss.</p>
<p>Auf den Punkt gebracht ist eine Kleinstbiogasanlage eine Anlage, die häufig von der Interaktion mit der Gemeinde lebt. Die Einspeisung des produzierten Stroms ins überregionale Stromnetz ist natürlich möglich, für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend ist aber vor allem der zusätzliche Absatz der Wärme und des Gärrests an Partner in der direkten Umgebung.</p>
<p>Eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine große Chance für jede Gemeinde, die über die benötigten Güllemengen zum Betrieb einer Kleinstbiogasanlage verfügt.</p>
<p>Diese Nähe zur Gemeinde kann für den potentiellen Betreiber eine Kleinstbiogasanlage ein Fluch oder ein Segen sein. Bezogen auf die Gesamtzahl an Biogasanlagen sind es aber nur wenige Gemeinden in denen die Anlagen zu schweren Konflikten (Stichworte: Vermaisung, Geruchsbelästigung, Flächennutzungskonkurrenz, Nitratbelastung) zwischen den Anwohnern und dem Betreiber der Biogasanlage geführt haben. Diese Art der vergifteten Stimmung zwischen Gemeindemitgliedern, wie sie leider teilweise in Niedersachsen anzutreffen ist, wünsche ich keiner Gemeinde.</p>
<p>Bei einer sorgfältigen Planung und einer guten Abstimmung mit den Gemeindemitgliedern bringt eine Kleinstbiogasanlage aber vor allem Vorteile für eine Region mit. Hier ein kleiner Überblick der Vorteile:</p>
<ul>
<li>Stärkere Nutzung der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Reststoffe</li>
<li>Verlagerung der Wertschöpfungskette der Energieversorgung in die Gemeinde</li>
<li>Kostengünstige Wärme für die Gemeinde</li>
<li>Hochwertige Düngemittel (Gärrest) &#8211; gilt bei den nach EEG 2012 geförderten Mini-Biogasanlagen vor allem beim Einsatz eines maximal möglichen NawaRo-ANteils nahe der 20-Prozent-Marke</li>
</ul>
<h2>Bau, Betrieb und Wirtschaftlichkeit von Kleinstbiogasanlagen</h2>
<p>Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, steht und fällt die Wirtschaftlichkeit einer Kleinstbiogasanlage mit der Nähe und guten Beziehung zu den Anwohnern.</p>
<p>Wenn sie über gute Beziehungen innerhalb ihrer Gemeinde verfügen und glauben, dass man ihren Plänen für den Bau und Betrieb einer Kleinstbiogasanlage offen gegenübersteht, dann lohnt es sich die Wirtschaftlichkeit ihres Standorts in einem ersten Schritt zu überschlagen. Für Milchbauern und Landwirte die über einen Viehbestand von mindestens 200 GVE verfügen, kann ein näherer Blick auf die Wirtschaftlichkeit einer Kleinstbiogasanlage nach EEG 2012 sinnvoll sein.</p>
<p>In einem älteren Artikel finden sie einige Informationen zu Inputstoffen, Anlagenkosten und weiteren Parametern, welche die <a title="Wirtschaftlichkeit Bau und Betrieb einer Kleinstbiogasanlage" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wirtschaftlichkeit-bau-betrieb-mini-biogasanlage-75-kw/">Wirtschaftlichkeit einer Kleinstbiogasanlage</a> beeinflussen.</p>
<h2>Anbieter und Hersteller von Kleinstbiogasanlagen</h2>
<p>Wenn sie den Bau und Betrieb einer Kleinstbiogasanlage in Erwägung ziehen und sich die Frage stellen, welche Anlage am besten zu ihren Rahmenbedingungen passt, dann finden sie in diesem Artikel eine Auflistung von 12 Herstellern, bzw. <a title="Hersteller und Anbieter von Kleinstbiogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-hersteller-mini-biogasanlage-75-kw/">Anbietern von Mini-Biogasanlagen bis 75 kW</a>.</p>
<p>Lassen sie sich beraten und von den Herstellern ein Angebot zusenden, um die verschiedenen Anbieter von Kleinstbiogasanlagen zu vergleichen. Ich habe bereits mit einigen Landwirten gesprochen, die darüber nachdenken eine Kleinstbiogasanlage zu bauen und wenn sie möchten kann ich sie auch bei ihrer Marktrecherche und <a title="Planung und Beratung für Mini-Biogasanlage nach EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/beratung-bioenergie-biogasanlage-biokraftstoffe/">Anlagenplanung für eine Mini-Biogasanlage nach EEG 2012</a> unterstützen.</p>
<p>Viel Erfolg und Spaß für ihre Kleinstbiogasanlage!</p>
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		<title>Wirtschaftlichkeit einer 75 kW Mini-Biogasanlage. Wann rechnet sich der Bau und Betrieb?</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 05:46:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Mini-Biogasanlagen stehen für eines der großen Wachstumspotentiale der gasförmigen Bioenergie in Deutschland in den kommenden Jahren. Durch die Änderungen der EEG-Novelle 2012 rückt der frisch geschlüpfte und bisher kleinste Biogasanlagentyp ins Bewusstsein vieler Landwirte und Investoren. Aber für wen und bei welchen Rahmenbedingungen ist eine 75 kW Mini-Biogasanlage eigentlich interessant? Wann rechnet sich der Bau und Betrieb einer solchen Kleinstbiogasanlage und wann ist eine Investition eventuell überstürzt? Der Artikel bringt [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wirtschaftlichkeit-bau-betrieb-mini-biogasanlage-75-kw/" title="Permanent link to Wirtschaftlichkeit einer 75 kW Mini-Biogasanlage. Wann rechnet sich der Bau und Betrieb?"><img class="post_image aligncenter" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Mini-Biogasanlage-bis-75-kW-frisch-aus-Ei-geschlüpft.jpg" width="237" height="296" alt="Bild zum Artikel Bau und Betrieb von Mini-Biogasanlagen" /></a>
</p><p>Mini-Biogasanlagen stehen für eines der großen Wachstumspotentiale der gasförmigen Bioenergie in Deutschland in den kommenden Jahren. Durch die Änderungen der EEG-Novelle 2012 rückt der frisch geschlüpfte und bisher kleinste Biogasanlagentyp ins Bewusstsein vieler Landwirte und Investoren. Aber für wen und bei welchen Rahmenbedingungen ist eine 75 kW Mini-Biogasanlage eigentlich interessant? Wann rechnet sich der Bau und Betrieb einer solchen Kleinstbiogasanlage und wann ist eine Investition eventuell überstürzt? Der Artikel bringt etwas Klarheit in dieses heiß diskutierte Marktsegment der Biogasbranche, welches den weiteren Ausbau der dezentralen und ländlichen Bioenergie in Deutschland fördern soll.</p>
<p>In den vergangenen Wochen habe ich verschiedene Meinungen zu den 75 kW Mini-Biogasanlagen gehört. Zu diesem Thema hatte ich Kontakt mit Landwirten die überlegen, ob sich der Bau einer solchen Mini-Biogasanlage auch in ihrem konkreten Fall rechnet und ich hatte Gespräche mit Projektingenieuren die Erfahrungen in der Planung und dem Bau von Biogasanlagen haben.</p>
<p>Für mich war das Thema Mini-Biogasanlage ziemlich neu und ich war erfreut über das doch sehr unterschiedliche Feedback. Die Aussagen und Stimmungen reichten von düster bis beinahe euphorisch und waren häufig auch eine Reaktion auf die EEG-Novelle 2012.</p>
<p>Zur Einstimmung finden Sie hier einige Artikel zum <a title="Bau und Betrieb einer Biogasanlage" href="http://www.biomasse-nutzung.de/betrieb-einer-biogasanlage/">Bau und Betrieb</a>, beziehungsweise einen Artikel zur <a title="Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/10-tipps-die-wirtschaftlichkeit-einer-biogasanlage-zu-verbessern/">Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage</a>.</p>
<h2>Mini-Biogasanlagen spalten die Gemüter</h2>
<p>Die Landwirte mit denen ich gesprochen habe, waren sehr wissbegierig und es herrschte eine regelrechte Aufbruchsstimmung für diese zusätzliche Möglichkeit mit dem eigenen Hof Geld zu verdienen. Es herrschte aber auch eine Unsicherheit vor und es gab viele Fragen zur neuen <a title="75 kW Mini-Biogasanlagen im EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlage des EEG 2012</a>. Man war sich nicht sicher, ob sich in ihrem Fall das Investieren von etwa 500.000 Euro, das damit verbundene Risiko und der Zeitaufwand auch lohnen. Allgemein waren die Landwirte und Milchbauern aber sehr interessiert, mehr über diese langfristig gesicherte Einnahmequelle zur erfahren.</p>
<p>Die Aussagen der Projektingenieure und Anlagenhersteller mit denen ich gesprochen habe, waren insgesamt  deutlich reservierter, so als wüssten sie schon, dass der Bau und Betrieb einer Biogasanlage bis 75 kW ganz besondere Herausforderungen mit sich bringt und alles andere als eine eierlegende Wollmilchsau ist.</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass es ein großes Interesse am Bau von Mini-Biogasanlagen gibt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Vernunft der meisten Anlagenplaner aber etwas auf diese euphorische Grundstimmung drücken. Und das, obwohl die Mini-Biogasanlagen bis 75 kW ab dem 1.1.2012 die höchste Einspeisevergütung erhalten, die bisher im Bioenergie-Bereich festgelegt wurde.</p>
<p>Wie können interessierte Landwirte, erfahrene Projektplaner und Investoren/ Contractoren trotzdem zusammenfinden und gemeinsam eine wirtschaftlich erfolgreiche Mini-Biogasanlage realisieren?</p>
<h2>In welchen Fällen sind Mini-Biogasanlagen eine interessante Option?</h2>
<p>„8 von 10 aktuell bei uns eingereichten Anträgen für den Bau einer Mini-Biogasanlage sind nicht wirtschaftlich tragfähig.“ So einer der Projektingenieure mit denen ich gesprochen habe.</p>
<p>Natürlich kann man hier wieder die beliebte Frage stellen, ob jemand das Glas halb voll oder halb leer sieht. 20% der Projekte versprechen immerhin einen wirtschaftlichen Erfolg. Goldgräberstimmung sieht zwar anders aus, aber ein sorgfältig kalkuliertes Projekt sollte einen soliden finanziellen Gewinn erzielen.<br />
Aber welche Rahmenbedingungen sollten am eigenen Standort bereitstehen, damit man zu den 20 % gehört, die ein erfolgreiches Konzept für den Bau und Betrieb einer Mini-Biogasanlage erreichen können?</p>
<p>Im Idealfall treffen möglichst viele der folgenden Aussagen auf Sie zu:</p>
<ul>
<li>Sie sind bereits Landwirt oder Betreiber einer Tierhaltung (Milchviehhaltung)</li>
<li>Sie verfügen über einen konstant anfallenden Güllestrom, der zentral gesammelt wird (Güllesilo vorhanden?)</li>
<li>Sie verfügen über einige Hektar an Brache oder ausbaufähiger Fläche zum Anbau von Energiepflanzen</li>
<li>Sie haben gute Beziehung zu Ihren benachbarten Landwirten oder Anwohnern für den Aufbau von Partnerschaften im Strom, Wärme- und Gasbereich, sowie im Handel von Wirtschaftsdünger</li>
<li>Idealerweise gibt es in der Gemeinde Überlegungen oder schon Pläne für den Ausbau der Energienetze (Strom, Wärme, Gas).</li>
<li>Es gibt bisher kaum Biogasanlagen, welche um die vorhandenen Energieabnehmer konkurrieren</li>
</ul>
<p>Das Vorherrschen dieser Rahmenbedingungen ist eine gute Grundlage, um sich intensiver mit einem Konzept für eine Mini-Biogasanlage zu beschäftigen.</p>
<p>Der Aufwand für die Planung, Genehmigung und den Betrieb einer mittleren Biogasanlage mit 500 kW unterscheidet sich leider nicht so deutlich bei einer 75 kW Mini-Biogasanlage, wie man es sich wünschen würde. Die umgesetzten Mengen und die verwendete Verfahrenstechnik sind kleiner, aber die Verwaltungsschritte sind es meines Wissens kaum.</p>
<p>Wie ich in einer interessanten Diskussion zu <a title="Diskussion zu Mini-Biogasanlagen im Landlive-Forum" href="http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/38355/page/2/" target="_blank">Mini-Biogasanlagen im Landlive-Forum</a> erfahren habe, kommen auch auf den Betreiber einer Kleinstbiogasanlage die folgenden Arbeiten und Kosten, zusätzlich zum alltäglichen Betrieb der Anlage, zu:</p>
<ul>
<li>Kontrolle durch einen Umweltgutachter</li>
<li>Erfüllung von Dokumentationspflichten</li>
<li>Regelmäßige Überwachung der Elektronik (E-Check)</li>
<li>Überprüfung nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)</li>
<li>Erstellung und Pflege von Ex-Schutzdokument</li>
<li>Erfüllung der Baurechtsauflagen</li>
<li>Erfüllung der EEG-Auflagen</li>
</ul>
<p>Man sollte den Bau einer Mini-Biogasanlage nicht überstürzen. Der Name „Mini“ führt an dieser Stelle schnell zu falschen Erwartungen zur Komplexität von Mini-Biogasanlagen.</p>
<p>ABER – man sollte sich auch nicht sofort abschrecken lassen! Bei jeder größeren und langfristigen Investition in eine komplett neue Technologie kommen auch neue Verwaltungsaufgaben auf einen zu. Es lohnt sich also der Zeitaufwand, um zu ermitteln, ob am eigenen Standort und mit den eigenen Ressourcen die Errichtung einer Mini-Biogasanlage sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist.</p>
<p>Was ist dabei konkret zu beachten?</p>
<h2>Fragen und Antworten zum Bau und Betrieb einer 75 kW Mini-Biogasanlage</h2>
<p>Sie haben sich mit Ihrem Kopf und Herzen entschieden, dass Sie sich tiefer mit dem „Projekt Mini-Biogasanlage“ auseinandersetzen möchten? Hier einige Fragen für die nächste Planungsstufe, mit denen Sie sich wahrscheinlich auseinandersetzen werden. Die Antworten sind Anregungen und müssen im konkreten Fall natürlich noch detaillierter betrachtet werden.</p>
<h2>Was kostet eine Mini-Biogasanlage, beziehungsweise welche Kosten kommen auf mich zu?</h2>
<p>Es ist nicht einfach, auf diese Frage eine pauschale Antwort á la X Euro zu geben, da der Gesamtpreis von vielen Faktoren abhängt.</p>
<p>Aber als erste Hausnummer möchte auf eine Aussage von Ekkehard Schneider vom Fachverband Biogas verweisen. Demnach kommen auf den Anlagenbetreiber einer 100 kW Anlage etwa 220.000 € (= 2.200 €/ kW) an Kosten zu. Dabei sind die Kosten für das Blockheizkraftwerk, die Leitungstechnik und die Pumpentechnik noch nicht miteinbezogen.</p>
<p>Kleinere Anlagen werden tendenziell eher teurer ausfallen. Konservativ gerechnet sollte man für den Bau einer 75 kW Anlage mit Blockheizkraftwerk, Steuerung und Netzanschluss Kosten um die 500.000 € einplanen. Das entspricht Gesamtkosten von etwa 6.500 €/ kW. Dazu kommen noch die laufenden Kosten für Wartung und Überprüfung.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich eine interessanten Forumsdiskussion („thread“) zur <a title="Wirtschaftlichkeit von Mini-Biogasanlagen im Schlattmann Biogasforum" href="http://www.schlattmann.de/forum/viewtopic.php?t=2623&amp;start=0&amp;postdays=0&amp;postorder=asc&amp;highlight=" target="_blank">Wirtschaftlichkeit von Mini-Biogasanlagen</a> empfehlen, die sich im Schlattmann-Biogasforum entwickelt hat.</p>
<h2>Wie viel Substrat benötige ich für den Betrieb einer Mini-Biogasanlage?</h2>
<p>Eine Mini-Biogasanlage muss zu 80% mit Gülle betrieben werden, um die Einspeiseförderung von 25 cent/ kWh zu erhalten. Entsprechende Güllemengen müssen somit zur Verfügung stehen. Die verbleibenden Substratmengen von 20% können durch den Einsatz von NawaRo’s abgedeckt werden.<br />
Um die entsprechenden Güllemengen für 80% der benötigten Substratmenge zu erhalten, ist für den Betrieb einer Mini-Biogasanlage mit 75 kW die Gülle von etwa 150 &#8211; 250 Rindern (GV) nötig. Das entspricht einem Güllevolumen um die 5.000 m3 pro Jahr, wobei die Angaben die ich bisher erhalten habe, relativ stark schwanken.</p>
<h2>Wie groß sollten die Bestandteile einer Mini-Biogasanlage mindestens sein (BHKW, Fermenter, Gärrestlager, Nachgärer)?</h2>
<p>Die Leistung der Verstromungseinheit, beziehungsweise des Blockheizkraftwerks, sollte im Idealfall möglichst nah an die Obergrenze von 75 kW heranreichen, die im EEG 2012 festgesetzt wurde.</p>
<p>Der elektrische Wirkungsgrad nimmt bei Blockheizkraftwerken gemeinsam mit der installierten Leistung ab. Bei BHKW mit 75 kW elek. Leistung erreicht man einen elektrischen Wirkungsgrad von etwa 38-39 %. Bei größeren BHKW um die 200 kW (siehe <a title="Agenitor Biogas-BHKW von 2G Bioenergietechnik" href="http://www.biomasse-nutzung.de/neues-bhkw-agenitor-durchbricht-wirkungsgrad-schallmauer/">Agenitor von 2G Bioenergietechnik</a>) kann schon ein elektrischer Wirkungsgrade um die 42 % erreicht werden. In die Verbesserung von Mini-KWK-Anlagen ist einfach noch nicht so viel Forschungsarbeit geflossen, wie in die Entwicklung von leistungsstärkeren BHKW. Die Kosten für das 75 kW BHKW betragen etwa 100.000 €.</p>
<p>Hier finden Sie einen Artikel zu den 10 meistverkauften <a title="Übersicht und Auflistung Biogas-BHKW Blockheizkraftwerke" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biogas-bhkw-hersteller/">Biogas-BHKW in Deutschland</a> im Jahr 2010.</p>
<p>Die Größe des Fermenters sollte  500 &#8211; 1.200 m3 betragen, wodurch Kosten zwischen 80.000 – 100.000 € entstehen.</p>
<p>Für die Größe des Gärrestlagers (und Nachgärers bei zweistufigen Anlagen) sollten jeweils 700 – 1.500 m3 eingeplant werden. Anfallende Kosten sind mit etwa 100.000 – 150.000 € anzusetzen. Abhängig vom Bundesland sind Verweilzeiten von um die 100 Tage gesetzlich vorgeschrieben, um den Vergärungsprozess und somit die Bildung von Methan möglichst abzuschließen.</p>
<h2>Welche Partnerschaften beim Betrieb einer Mini-Biogasanlage sind hilfreich?</h2>
<p>Um meine Mini-Biogasanlage so erfolgreich wie möglich betreiben zu können, ist eine effiziente und nachhaltige Nutzung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen notwendig.</p>
<p>Dazu gehört vor allem die möglichst umfassende Nutzung der gewonnenen Energieprodukte wie Gas, Wärme und Strom, sowie die vollständige Nutzung des Gärrests. Partnerschaften zum Erhalt der Substrate und zum Verkauf der entstehenden Haupt- und Nebenprodukte können zum Aufbau von Win-Win-Situationen genutzt werden.</p>
<p>Ein konkretes Beispiel ist die kostenlose Abnahme der Gülle von einem benachbarten Landwirt, der im Gegenzug dafür den Gärrest und die produzierte Wärme kostenlos erhält. Den Erlös aus dem Stromverkauf behält der Anlagenbetreiber.</p>
<p>Einen ganzjährigen Liefervertrag für Wärme einzugehen, wird nicht einfach werden und man muss sich darauf einstellen, dass der Wärmebedarf der güllebetriebenen Mini-Biogasanlagen im Winter deutlich höher ist, als im Sommer.</p>
<h2>Was kommt beim Betrieb einer Mini-Biogasanlage an zusätzlichen Aufgaben auf mich zu?</h2>
<p>Beim Betrieb der Mini-Biogasanlage wird durch Versuch und Irrtum sicher auch etwas Lehrgeld bezahlt werden müssen, um die bestmögliche Einstellung der eigenen Biogasanlage und des eigenen BHKW zu erreichen.</p>
<p>Zusätzlich müssen weitere gesetzliche Auflagen berücksichtigt werden, bei deren Erfüllung man sich aber gut helfen lassen kann: Umweltgutachter, Dokumentationspflichten, E-Check, Auflagen der BetrSichV, Ex-Schutz, Baurechtsauflagen und EEG-Auflagen.</p>
<p>Interessant wird außerdem, welche gesetzliche Regelung für die Gärrestlager-Abdeckung von Mini-Biogasanlagen gefunden wird. Hier stellt sich die Frage, ob die Abdeckung des Gärrestlagers gasdicht sein muss oder nicht.</p>
<p>Man muss als potentieller Betreiber einer Mini-Biogasanlage zwangsläufig auch einen weiten Blick in die Zukunft werfen. Wie wahrscheinlich ist es, dass man die eigene Tierhaltung in den kommenden 10 Jahren deutlich erweitern möchte? In einem solchen Fall kann die festgesetzte Leistungsgrenze von 75 kW auch zu einem Hemmnis werden und man kann die hinzukommenden Güllemengen nicht mit der eigenen Anlage bewältigen.</p>
<p>Weiterhin möchte ich Ihnen einen kleinen Erfahrungsbericht zum <a title="Bau und Betrieb einer Mini-Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Erfahrungsbericht-Betrieb-Bau-und-Wirtschaftlichkeit-Mini-Biogasanlage-75-kW.pdf">Betrieb und Bau einer Mini-Biogasanlage</a> empfehlen, den das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt erstellt und das DBFZ zur Verfügung gestellt hat.</p>
<h2>Fazit zur Wirtschaftlichkeit von 75 kW Mini-Biogasanlagen</h2>
<p>Wir stehen noch ganz am Anfang mit den Mini-Biogasanlagen und ich hoffe, dass wir Wege und Lösungen finden werden, um diese scharf zu kalkulierenden dezentralen Bioenergieanlagen in unsere Energieversorgung und Biogaslandschaft zu intergieren.</p>
<p>Neben Leisenschaft und Neugierde ist ein gut durchdachtes Konzept ein wichtiger Schlüssel zum erfolgreichen Betrieb einer Mini-Biogasanlage. Lassen Sie sich deshalb von verschiedener Seite beraten, bevor Sie sich für oder gegen eine Mini-Biogasanlage oder einen Biogasanlagentyp entscheiden. Der benötigte Zeit- und Energieaufwand sollte nicht unterschätzt werden. Dann erwartet Sie jedoch ein spannendes Geschäftsfeld als Ergänzung zur bisherigen Tierhaltung.</p>
<p>In einem der kommenden Artikel werde ich noch auf verschiedene <a title="Anbieter und Hersteller von 75 kW Mini-Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-hersteller-mini-biogasanlage-75-kw/">Anbieter und Hersteller von Mini-Biogasanlagen</a> eingehen und diese als Anregung vorstellen.</p>
<p>Ansonsten wünsche ich Ihnen Vernunft, Leidenschaft und Kreativität bei Ihrem „Abenteuer Mini-Biogasanlage“.</p>
<p>Was denken Sie über die 75 kW Minibiogasanlagen? Haben Sie Erfahrungen im Umgang mit Mini-Biogasanlagen oder können Sie Ratschläge geben?</p>
<p>Sie möchten über Ihr bisheriges Konzept für eine Mini-Biogasanlage sprechen oder wollen eine neutrale Meinung hören? Ich kann Sie bei Ihren Investitionsentscheidungen Pro und Contra Mini-Biogasanlage beraten.</p>
<ul>
<li>Reichen Ihre Substratmengen für den Betrieb einer 75 kW Anlage aus?</li>
<li>Welche Hersteller bieten Mini-Biogasanlagen an und welche Vorteile bieten Sie?</li>
<li>Welche Konzepte für Partnerschaften mit benachbarten Landwirten und sozialen Einrichtungen sind möglich?</li>
</ul>
<p><a title="Beratung zu Mini-Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/beratung-bioenergie-biogasanlage-biokraftstoffe/">Sprechen Sie mich an.</a></p>
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		<title>20% des globalen Primärenergieverbrauchs durch Bioenergie möglich</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 14:32:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das United Kingdom Energy Research Center (UKERC) hat Ende November einen Bericht veröffentlicht, welcher 90 Studien zusammenfasst. Dieser besagt, dass mittelfristig 20% des weltweiten Primärenergieverbrauchs durch die Bioenergie gedeckt werden können, ohne dabei die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Aktuell sind es noch 10%. Kritiker werden einwenden, dass die Ergebnisse des Reports durch ein Forschungsinstitut für Energie ermittelt wurden und bei einer Verdopplung der Bioenergiequote auch die Nahrungsmittelproduktion leiden wird. Bei allem [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das <a title="UKERC  " href="http://www.ukerc.ac.uk/support/tiki-index.php?page=Home" target="_blank">United Kingdom Energy Research Center (UKERC)</a> hat Ende November einen Bericht veröffentlicht, welcher 90 Studien zusammenfasst. Dieser besagt, dass mittelfristig 20% des weltweiten Primärenergieverbrauchs durch die Bioenergie gedeckt werden können, ohne dabei die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Aktuell sind es noch 10%.</p>
<p>Kritiker werden einwenden, dass die Ergebnisse des Reports durch ein Forschungsinstitut für Energie ermittelt wurden und bei einer Verdopplung der Bioenergiequote auch die Nahrungsmittelproduktion leiden wird. Bei allem Interpretationsspielraum bleibt 1/5 des Primärenergieverbrauchs ein beeindruckender Wert. Er zeigt, wie groß das Potential der Bioenergie ist, ihren Beitrag zur Energiewende beizutragen und die Weltbevölkerung mit Strom, Wärme und Kraftstoffen zu versorgen.</p>
<p>Am besten Sie bilden sich selbst eine Meinung. Hier finden Sie den Download des UKERC Berichts <a title="UKERC Biomass Report zur Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Report-UKERC-Energy-from-Biomass.pdf">&#8220;Energy from Biomass&#8221;</a>. Leider nur als englische Version vorhanden.</p>
<p>Der 120-Seiten-Bericht ist 4 MB groß und umfasst viele Grafiken und Tabellen. Beim Download ist deshalb etwas Geduld nötig.</p>
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		<title>Kraftstoff aus Algen besteht ersten Testflug in der zivilen Luftfahrt</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 05:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[05. Innovation und Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Luftraum zwischen Houston und Chicago wurde in der vergangenen Woche Fluggeschichte geschrieben. Das Wettrennen mehrerer US-Airlines in den letzten Tagen hat auch den ersten Linienflug mit einem Kraftstoff aus Algen hervorgebracht. Eine Sternstunde für einen innovativen Biokraftstoff, dessen erfolgreiche Einsetzung viele Fachleute erst viel weiter in der Zukunft auf dem Schirm hatten. Solazyme und United Continental wagen den ersten großen Wurf und verhelfen dem Algenkraftstoff und Energie aus Algen [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/" title="Permanent link to Kraftstoff aus Algen besteht ersten Testflug in der zivilen Luftfahrt"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Flugzeug-fliegt-mit-Biokraftstoff-aus-Algen.jpg" width="280" height="241" alt="Flugzeug testet Kraftstoffe aus Algen" /></a>
</p><p>Im Luftraum zwischen Houston und Chicago wurde in der vergangenen Woche Fluggeschichte geschrieben. Das Wettrennen mehrerer US-Airlines in den letzten Tagen hat auch den ersten Linienflug mit einem Kraftstoff aus Algen hervorgebracht. Eine Sternstunde für einen innovativen Biokraftstoff, dessen erfolgreiche Einsetzung viele Fachleute erst viel weiter in der Zukunft auf dem Schirm hatten. Solazyme und United Continental wagen den ersten großen Wurf und verhelfen dem Algenkraftstoff und Energie aus Algen allgemein zum Sprung aus den Tiefen der Forschung in die Höhen der Anwendung.</p>
<h2>Algenkraftstoff auf dem Weg nach oben</h2>
<p>In dem Artikel „<a title="Kraftstoff aus Algen für die Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-aus-algen-und-jatropha-erobert-zunehmend-die-zivile-luftfahrt/">Biodiesel aus Algen und Jatropha erobern die Luftfahrt</a>“ aus dem Dezember des vergangenen Jahres ging es noch hauptsächlich um Forschungsprojekte für Kraftstoffe aus Algen. Das Gemeinschaftsprojekt von Solazyme und United Continental macht es ein Jahr später möglich und verbindet die Bioenergie der 3.Generation (Algenkraftstoff) mit der praktischen Anwendung in der Flugzeugbranche im Hier und Jetzt.</p>
<p>Damit ist der erste Beweis vollzogen, dass Kraftstoffe aus Algen für den Einsatz im regulären Flugbetrieb und der aktuellen Turbinentechnologie geeignet sind. So versichern auch die Projektingenieure von United Continental, dass keine Änderungen an der Flugzeugmaschinerie nötig waren, um dem Algenkraftstoff seinen Jungfernflug zu ermöglichen.</p>
<p>Eine interessante und irgendwie auch amüsante Randbemerkung in der Pressemitteilung zum <a title="Pressemitteilung zum Algenkraftstoff" href="http://ir.unitedcontinentalholdings.com/phoenix.zhtml?c=83680&amp;p=irol-newsArticle&amp;ID=1627061&amp;highlight=" target="_blank">Jungfernflug mit Kraftstoff aus Algen</a> war, dass „die Passagiere während des Flugs keine Unterschiede sehen, hören oder fühlen werden“. Das Vertrauen für den Einsatz von Algenkraftstoff in der komplexen Flugzeugtechnologie wird hoffentlich rasch wachsen.</p>
<p>Der verwendete Algenkraftstoff Solajet™ wurde von dem US-Unternehmen Solazyme entwickelt. Den Angaben des Unternehmens zur Folge wurde der flüssige Energieträger für einen ähnlichen Preis an die United Continental verkauft, der auch für die Energie aus fossilen Kraftstoffen hätte bezahlt werden müssen. Im Zuge ihrer „Eco-Skies“ Initiative zur Reduktion von Treibhausgasen absolviert United Continental also ab sofort auch Flüge mit 60 % klassischem Jet Fuel und einer Beimischung von 40% Algenkraftstoff.</p>
<p>Hier finden Sie noch einen vertiefenden Artikel zu den Veränderungen der <a title="Energie aus Algen in der Luftfahrt" href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/nov/08/us-airlines-biofuels-powering-flights" target="_blank">Luftfahrt durch Algen- und andere Biokraftstoffe</a> in den USA. In dem Artikel im The Guardian wird auch auf den Einsatz von Energieträgern wie Speiseöl und Jatropha durch amerikanische Airlines eingegangen.</p>
<h2>Solazyme | Eine US-amerikanische Erfolgsgeschichte mit Energie aus Algen</h2>
<p>Der wirtschaftliche Erfolg einer neuen Technologie ist letztlich nicht möglich ohne Unternehmen und Unternehmer die an das innovative Konzept glauben, in dieses investieren und sich mit ganzer Leidenschaft für die Umsetzung ihres Traums einsetzen. Einen aktuell sehr erfolgreichen „amerikanischen Traum“ möchte ich deshalb kurz vorstellen.</p>
<p>Erst im Jahr 2003 gegründet ist<a title="Solazyme produziert Kraftstoffe aus Algen" href="http://www.solazyme.com/" target="_blank"> Solazyme</a> mittlerweile einer der weltweit führenden Entwickler und Hersteller von Kraftstoffen aus Algen. Der Geschäftsbereich von Solazyme konzentriert sich hauptsächlich auf die Herstellung von Pflanzenöl aus Mikroalgen mit Hilfe der „indirekten Photosynthese“. Das Algenöl kann anschließend in weiteren Verfahrensschritten für die stoffliche oder energetische Nutzung aufbereitet werden. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen dabei aktuell mit seinen Konzepten zur Gewinnung von Energie aus Algen.</p>
<p>Das Inc. Magazin wählt jedes Jahr die<a title="Solazym auf Platz 2 der Inc. Magazin Liste" href="http://www.inc.com/inc5000/list/" target="_blank"> 5.000 am schnellsten wachsenden Unternehmen</a> der USA. Im Jahr 2011 hat sich Solazyme mit der Entwicklung von Algenkraftstoffen den 2. Platz (!) in dieser ambitionierten Gesellschaft sichern können und gehört zu den 11 Unternehmen die ein 3-Jahreswachstum von 10% oder mehr (Solazyme = + 20%) aufweisen konnten. Das ist noch nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal, aber mindestens ein starkes Statement.</p>
<p>Auch im teilweise hart umkämpften US-Biokraftstoffmarkt allgemein genießt Solazyme ein hohes Ansehen und gehört zu den innovativsten seiner Zunft. Der meistgelesene Blog zu Biokraftstoffen weltweit ist der Biofuels Digest. Eine internationalen Jury und die 50.000 monatlichen Leser des Blogs wählen jedes Jahr die <a title="50 hottest biofuel companies 2011-2012" href="http://biofuelsdigest.com/bdigest/2011/11/09/solazyme-ranked-1-in-%e2%80%9c50-hottest-companies-in-bioenergy%e2%80%9d-for-2011-12/ " target="_blank">50 heißesten Unternehmen der Bioenergiebranche</a> („50 hottest companies“). Für den Zeitraum 2011 – 2012 wurden erst vor 2 Tagen die Gewinner bekanntgegeben. Wen überrascht es, dass Solazyme auch hier den 1. Platz erhalten hat?!</p>
<p>Zu welchen Anteilen gutes Marketing und ein wirklich herausragendes Konzept für diesen Siegeszug von Solazyme verantwortlich sind, mag ich nicht zu beantworten. Ich drücke in jedem Fall die Daumen, dass wir noch viel von den Algenkraftstoffen des Unternehmens hören werden.</p>
<p>Hier eine Auflistung von Unternehmen und Instituten die sich der Erzeugung von <a title="Übersicht Institute für Energie aus Algen Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-unternehmen-und-instituten-der-algennutzung/">Energie aus Algen in Deutschland</a> verschrieben haben und schon in einem älteren Artikel vorgestellt wurden.</p>
<h2>Wieviel Zeit werden Kraftstoffe aus Algen noch benötigen?</h2>
<p>Viele Innovationen werden meistens so lange von Kritikern angezweifelt und für nicht machbar erklärt, bis sie das Gegenteil bewiesen haben. Ich kann mich an einige Artikel erinnern, in denen Kraftstoffe aus Algen für den Einsatz in der Luftfahrt zwar für theoretisch machbar erklärt, aber deren großtechnische Anwendung erst für 2030+ prognostiziert wurde.</p>
<p>Wir haben nun immerhin erste Testflüge in einem Linienflugzeug mit einem 40%-igen Anteil eines Algenkraftstoffs. Trotzdem haben die Kritiker insofern Recht, dass wir deshalb noch nicht von einem GROSSTECHNISCHEN Durchbruch sprechen können. Dieser wird bei aller Euphorie sicher noch einige Jahre in Anspruch nehmen.</p>
<p>Vor allem die Produktionskapazitäten und die Herstellungskosten für Algenkraftstoffe sind aktuell noch ein Hemmnis für den großtechnischen Einsatz im Flugverkehr. So plant das Unternehmen Solazyme eine Jahresproduktion von jährlich 80 Millionen Litern Solajet™ im Jahr 2014 zu erreichen. Allein die Lufthansa verbraucht aber pro Tag rund 27 Millionen Liter Kerosin. Auch die Kosten für Kraftstoffe aus Algen werden in den unterschiedlichen Quellen teilweise bis zu 6x höher angegeben als für fossile Kraftstoffe. Die Lufthansa bezahlt schon heute 6 Mrd. Euro im Jahr um den eigenen Kraftstoffbedarf mit fossiler Energie decken zu können.</p>
<p>Aber aller Anfang ist schwer und der Beweis über die Funktionstüchtigkeit von Kraftstoff aus Algen in aktuellen Flugzeugturbinen war ein wichtiger Schritt, um das nötige Vertrauen für große Investitionen in Produktionskapazitäten zu gewinnen.</p>
<div id="attachment_5319" class="wp-caption aligncenter" style="width: 415px">
	<a rel="attachment wp-att-5319" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/energie-aus-algen-fur-kraftstoff/"><img class="size-full wp-image-5319" title="Energie aus Algen für Kraftstoff" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Energie-aus-Algen-für-Kraftstoff.png" alt="Übersicht zu Algen und Energie" width="415" height="225" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Die Gewinnung von Energie aus Algen gewinnt an Struktur.</p>
</div>
<h2>Kraftstoff aus Algen kann europäische Luftfahrt beim Erreichen der Emissionsziele unterstützen</h2>
<p>In diesem Jahr wurden bereits viele Schritte auf fast allen Kontinenten unternommen, um die Einführung von Biokraftstoffen in der Luftfahrt zu beschleunigen. So haben Airlines in Asien, Europa und Nordamerika Testflüge mit Biokraftstoffen durchgeführt.</p>
<p>Zumindest in Europa fallen diese Errungenschaften sicher nicht ganz zufällig in das Jahr 2011. Ab 2012 möchte Europa seine Bemühungen zum Klimaschutz noch ambitionierter angehen und unterzieht auch die europäische Luftfahrt den Vorgaben des EU-Emissionshandels.</p>
<p>Die deutsche Lufthansa AG nimmt hierbei meines Wissens eine Vorreiterrolle für die Einführung von Biokraftstoffen in Europa ein. Sie fliegt noch bis Ende des Jahres und 4x pro Tag die Strecke Hamburg-Frankfurt mit einem Bio-Kerosin. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel über die Auswirkungen des ab 2012 geänderten <a title="Auswirkungen des EU-Emissionshandels auf Biokraftstoffe" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">EU-Emissionshandels und die Chancen für Biokraftstoffe</a>.</p>
<p>Die Vorteile von Biokraftstoffen aus Algen sind nicht nur in geringeren Kosten beim Emissionshandel zu finden. Auch die Tatsache, dass Algenkraftstoffe weder von den Debatten zu Tank-oder-Teller, der Regenwaldabholung und nur eingeschränkt durch ILUC betroffen sind, sprechen für ein zunehmendes Interesse durch europäische Airlines nach dem emissionsarmen Kraftstoff aus Algen.</p>
<h2>„Letzter Tropfen Erdöl wird wohl in einer Flugzeugturbine verbrannt“</h2>
<p>Einem Interview mit Holger Kuhn zur Folge ist die Aussage „der letzte Tropfen Erdöl wird wohl in einer Flugzeugturbine verbrannt“ schon zu einem Mantra in der Luftfahrtbranche geworden. Das Statement zeigt, in welchem problematischen Abhängigkeitsverhältnis sich der Flugverkehr zum Erdöl befindet. Wenn man an den Einsatz von Biokraftstoffen denkt, sollte man vielleicht sagen „noch befindet“.</p>
<p>Hier können Sie den gesamten Artikel „<a title="Lufthansa fliegt mit Biokraftstoffen" href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/forschung-innovation/lufthansa-fliegt-mit-pflanzenoel-und-schlachtabfaellen/5800374.html" target="_blank">Lufthansa fliegt mit Pflanzenöl und Schlachtabfällen</a>“ lesen, welcher am 6.11.2011 im Handelsblatt erschienen ist.</p>
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		<title>Ungetüm ILUC bedroht Biokraftstoffe im Wettkampf der Energiesysteme</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 05:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[Biokraftstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Download]]></category>
		<category><![CDATA[iluc]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[was ist iluc]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein dramatischer Artikeltitel für eine dramatisch geführte Debatte zum Energiepflanzenanbau. Die Diskussion um „ILUC“ wirbelt die Bioenergie-Branche aktuell wieder ziemlich durcheinander. Die Meinungen zu ILUC sind dabei sehr gespalten. Das ist nichts Neues, wenn es um Biokraftstoffe geht. Die Biokraftstoff-Unternehmen fürchten Absatzrückgänge und Investitionsstaus, aber einige Umweltverbände halten das Thema auf der Tagesordnung und wollen den Umweltrisiken auf den Grund gehen. Der Artikel präsentiert eine Liste mit 10 Perspektiven auf [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/" title="Permanent link to Ungetüm ILUC bedroht Biokraftstoffe im Wettkampf der Energiesysteme"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bild-zum-ILUC-Indirect-Land-Use-Change-Monster.jpg" width="271" height="308" alt="Bild zum ILUC Artikel für Biokraftstoffe" /></a>
</p><p>Ein dramatischer Artikeltitel für eine dramatisch geführte Debatte zum Energiepflanzenanbau. Die Diskussion um „ILUC“ wirbelt die Bioenergie-Branche aktuell wieder ziemlich durcheinander. Die Meinungen zu ILUC sind dabei sehr gespalten. Das ist nichts Neues, wenn es um Biokraftstoffe geht. Die Biokraftstoff-Unternehmen fürchten Absatzrückgänge und Investitionsstaus, aber einige Umweltverbände halten das Thema auf der Tagesordnung und wollen den Umweltrisiken auf den Grund gehen. Der Artikel präsentiert eine Liste mit 10 Perspektiven auf ILUC.</p>
<p>Die Biokraftstoff-Branche stellt sich dem kritischen Thema, möchte aber eine ähnlich emotional und teilweise unter der Gürtellinie geführte Debatte wie zum Tank-oder-Teller-Konflikte möglichst vermeiden. Immerhin geht es bei Biokraftstoffen auch um viele Arbeitsplätze und einen innovativen Wirtschaftszweig der angetreten ist seinen Beitrag zur Energie- und Rohstoffwende zu leisten.</p>
<p>Als Einstimmung zum ILUC-Thema empfehle ich auch das Lesen des Artikels über moralische Fragestellungen und die <a title="Ethik und Umweltschutz der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wie-durfen-wir-biomasse-nutzen-%e2%80%93-die-ethische-dimension-der-bioenergie/">ethische Dimension der energetischen Biomasse-Nutzung</a>. In diesem geht es hauptsächlich um die Tank-oder-Teller-Debatte, wobei viele Argumente auch für ILUC gelten.</p>
<h2>Was ist ILUC?</h2>
<p>ILUC steht für „Indirect Land Use Change“ und untersucht kurz gesagt die Auswirkungen, die durch den Anbau von Energiepflanzen indirekt entstehen können.</p>
<p>Konkret sind vor allem die Auswirkungen von Landnutzungsumbrüchen gemeint, die ohne den gezielten Anbau von Energiepflanzen wahrscheinlich nicht stattgefunden hätten. Durch dieses zusätzlich bestellte Ackerland werden auch zusätzliche landwirtschaftliche Bearbeitungsschritte (Aussaat, Düngung etc.) nötig, welche wiederum zusätzliche Emissionen an Treibhausgasen (THG) freisetzen. Die positive Klimabilanz von Produkten die aus Energiepflanzen hergestellt werden, z.B. Biokraftstoffe, wird durch diesen Effekt getrübt.</p>
<p>Wie stark der ILUC-Faktor die Klimabilanz von Biokraftstoffen beeinflusst, wird aktuell durch verschiedene Studien ermittelt. Im Oktober 2011 veröffentlichte Studien (siehe unten) gehen von einer 15 – 50% Zunahme der THG-Werte für Biokraftstoffe aus. Die große Spanne kommt durch die Verwendung verschiedener Energiepflanzen und Anbausysteme für Bioethanol und Biodiesel zustande.</p>
<p>Die Klimabilanz von Biokraftstoffen bleibt weitgehend auch bei der Berücksichtigung des ILUC-Faktors deutlich besser als bei den fossilen Kollegen. Trotzdem können die von der Europäischen Kommission geforderten und bis 2018 auf 60% steigenden CO2-Minderungssätze vor allem von aktuellen Biodiesel-Kraftstoffen kaum erfüllt werden. So sieht es zumindest die ILUC Studie des International Food Policy Research Institute (IFPRI). Bei jeder Studie muss aber auch der Herausgeber berücksichtigt werden, welcher sich in diesem Fall traditionell der Förderung des Anbaus von Nahrungsmitteln verschrieben hat.</p>
<h2>10 Perspektiven auf  ILUC – Indirect Land Use Change</h2>
<p>Hier 10 Perspektiven und Argumente zum Thema ILUC.</p>
<ol>
<li>ILUC ist eine Gefahr für das Überleben einiger Biokraftstoffe (z.B. Biodiesel aus Raps und Soja).</li>
<li>ILUC  ist eine notwendige Debatte, um vorhandene Umweltrisiken abzuwägen und die geeignetsten Formen der Bioenergie-Gewinnung gezielt unterstützen zu können.</li>
<li>ILUC ist ein Thema, welches für jedes System (!) zur Energiegewinnung diskutiert werden muss. Landnutzungsänderungen werden auch durch fossile Energieträger oder durch Wind- und Solarenergie vorgenommen und sind Bestandteil jedes Landschaftseingriffs. Entweder werden alle Energiesysteme bei der ILUC-Debatte berücksichtigt oder keines. Die einseitige Diskriminierung der Bioenergie sollte vermieden werden.</li>
<li>ILUC entsteht durch die Chance bisher nicht nutzbare oder wirtschaftlich nicht genutzte Flächen in die regionale Wertschöpfungskette einzubinden.</li>
<li>Wie kann eine negative Entwicklung der CO2-Bilanz von Biokraftstoffen durch ILUC und die positive Entwicklung der Wirtschaft in den energiepflanzenanbauenden Regionen miteinander „verrechnet“ werden?</li>
<li>Wie kann die Debatte um ILUC kritisch, aber auch potentialauslotend geführt werden? Immerhin kostet die Diskussion um ILUC auch wertvolle Zeit und kreative Energie die für die rasche Einführung von regenerativen Alternativen verloren gehen.</li>
<li>ILUC zeigt wieder einmal, dass die Beschleunigung der Einführung von <a title="Biokraftstoffe der zweiten und dritten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der nächsten Generation</a> sehr wichtig ist.</li>
<li>ILUC zeigt außerdem, dass der Wert von Ackerflächen und somit auch die Konkurrenz um vorhandene Nutzflächen durch den Anbau von Energiepflanzen zugenommen haben. Diese Entwicklung bringt Verschiebungen mit sich, welche Chancen und Risiken beherbergen.</li>
<li>Welche Flächen (Wälder?) sind zu wertvoll um sie für den Anbau von Energiepflanzen umzunutzen und der Umbruch welcher Flächen (Brachland?) ist nützlich und akzeptabel? Diese Frage sollte gemeinsam mit Ländern beantwortet werden, deren wichtigste Ressource ein großes Biomassepotential und reichhaltige Ackerflächen sind.</li>
<li>Wir sollten ILUC als Eingriff in die Landschaft und den Ökosystemverbund ernst nehmen, aber eine weitgehend verbesserte Klimabilanz ist nur EINER von vielen <a title="Vorteile von Bioenergie Biogas und Biokraftstoffen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-starken-der-bioenergie/">Vorteilen der Bioenergie</a>. Vielfalt existiert auch bei den Biokraftstoffen und sollte bei der öffentlich geführten ILUC-Debatte berücksichtigt werden.</li>
</ol>
<h2>Internationale Studien zu ILUC veröffentlicht</h2>
<p>Die genauen Auswirkungen von ILUC auf die Klimabilanz von Biokraftstoffen werden aktuell durch mehrere von der Europäischen Kommission in Auftrag  gegebene Studien ermittelt.</p>
<p>Hier eine kleine Auswahl von internationalen Studien und Stellungnahmen zur ILUC-Problematik. Der Download der 2.5 MB Studien dauert teilweise etwas länger.</p>
<ul>
<li><a title="PDF Download der ILUC Studie von Ernst &amp; Young" rel="attachment wp-att-5236" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/iluc-report-von-ernst-young-zu-indirect-land-use-change/">Biokraftstoffe und ILUC Studie von Ernst &amp; Young</a> | Veröffentlicht im Oktober 2011</li>
<li><a title="PDF Download der ILUC Studie des IFPRI" rel="attachment wp-att-5237" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/iluc-report-von-ifpri-mirage/">ILUC MIRAGE Studie vom International Food Policy Research Institute (IFPRI)</a> | Veröffentlicht im Oktober 2011</li>
<li><a title="Download der ILUC Stellungnahme als PDF  " rel="attachment wp-att-5238" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/download-iluc_stellungnahme-biokraftstoffwirtschaft/">ILUC Stellungnahme der deutschen Biokraftstoffwirtschaft</a> (VDB, BDBe, UFOP, DBV) zur ILUC-Problematik | Veröffentlicht im November 2010</li>
<li>ILUC Studie für die USA von Seungdo Kim und Bruce E.Dale | Veröffentlicht im April 2011</li>
</ul>
<div id="attachment_5241" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px">
	<a rel="attachment wp-att-5241" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/iluc-debatte-als-teil-des-erdol-entzugs/"><img class="size-full wp-image-5241" title="ILUC-Debatte als Teil des Erdöl Entzugs" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/ILUC-Debatte-als-Teil-des-Erdöl-Entzugs.jpg" alt="Bild zum Artikel über die ILUC Debatte und den Erdölentzug" width="340" height="260" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Entzug vom Erdöl ist kein Zuckerschlecken aber machbar!</p>
</div>
<h2>Der Entzug vom Erdöl ist härter als erwartet</h2>
<p>Der interessante Artikel „<a title="Kritischer Artikel zur ILUC Debatte für Biokraftstoffe" href="http://www.weltinnenpolitik.net/12/07/2010/iluc-killt-die-biospritindustrie/" target="_blank">ILUC killt die Biospritindustrie</a>“ auf dem Blog Weltinnenpolitik.net betrachtet die ILUC Debatte mit kritischen, aber leider auch etwas einseitig industrieverdammenden Augen und mit wenig Herz für die neuen Anbaumöglichkeiten für viele Landwirte. Es ist ein klarer Contra-Biokraftstoffe-Artikel. Trotzdem möchte ich den Artikel hier empfehlen, weil er auch sehr interessante Argumente enthält.</p>
<p>Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, aber bedenken Sie auch die großen Potentiale von Biokraftstoffen und die Tatsache, dass Erdöl auf der Erde weiterhin endlich bleibt und wir auf die Suche nach Alternativen angewiesen sind. Bei allen lobenswerten Ambitionen für einen starken Umwelt- und Klimaschutz basieren viele unserer zivilisatorischen Errungenschaften der letzten 150 Jahre auch auf der Nutzung von Erdöl. Bei zu starken Forderungen des Umweltschutzes müssen wir auch alle Konsequenzen berücksichtigen, die aus diesem resultieren und dann auf uns alle zukommen.</p>
<p>Woher kommt die Angst die in Biokraftstoffe hineinprojiziert wird? Bin ich zu wenig kritisch gegenüber Biokraftstoffen oder werden Biokraftstoffe von den Kritikern als Sündenbock hingestellt bei unserem gemeinsamen verzweifelten Entzug vom Erdöl?</p>
<p>Ich habe keine Antwort auf diese Frage auch wenn ich sie mir in letzter Zeit häufiger stellen muss. Vielleicht ist die Sorge um gewaltige Umweltschäden, welche durch Biokraftstoffe entstehen könnten auch eine allgemeine Angst vor „Industrien“? Immerhin haben wir in unserem kollektiven Gedächtnis schon viele Erfahrungen um die dunklen Seiten der Industrialisierung angehäuft.</p>
<p>Die Energie- und Ressourcenwende und der Entzug vom langsam zur Neige gehenden Erdöl, sind jedenfalls deutlich härter als erwartet. Ein Film der einen tieferen und sehr spannenden Einstieg in diese Problematik bietet ist der Film <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B003IODO62/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwbiomassenu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B003IODO62">&#8220;Home&#8221;</a> von Yann Arthus-Bertrand.</p>
<p>Was denken Sie?</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Energiepflanzen Symposium stärkt die Energiepflanzengemeinschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 05:46:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[05. Innovation und Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
		<category><![CDATA[Biokraftstoffe]]></category>
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		<category><![CDATA[Energiepflanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepflanzengemeinschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum dritten Mal fand in diesem Jahr das Symposium für Energiepflanzen statt. Ein breites Spektrum an Themen und erste internationale Referenten haben das Plenum mit interessanten Vorträgen über den aktuellen Forschungsstand im Bereich der Energiepflanzen und der Bioenergiebranche versorgt. Die Beschreibung einer entstehenden Energiepflanzengemeinschaft war ein schönes Plädoyer für die Veranstaltung der FNR, die von rund 250 Teilnehmern am 2. und 3. November in Berlin besucht wurde. Was waren die [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energiepflanzen-forschung-symposium-energiepflanzengemeinschaft/" title="Permanent link to Energiepflanzen Symposium stärkt die Energiepflanzengemeinschaft"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Energiepflanzen-Symposium-stärkt-Energiepflanzengemeinschaft.jpg" width="345" height="214" alt="Bild zu Artikel über Energiepflanzen Symposium und einer Energiepflanzengemeinschaft" /></a>
</p><p>Zum dritten Mal fand in diesem Jahr das Symposium für Energiepflanzen statt. Ein breites Spektrum an Themen und erste internationale Referenten haben das Plenum mit interessanten Vorträgen über den aktuellen Forschungsstand im Bereich der Energiepflanzen und der Bioenergiebranche versorgt. Die Beschreibung einer entstehenden Energiepflanzengemeinschaft war ein schönes Plädoyer für die Veranstaltung der FNR, die von rund 250 Teilnehmern am 2. und 3. November in Berlin besucht wurde. Was waren die Themenschwerpunkte des Energiepflanzen Symposiums 2011?</p>
<p>Gleichzeitig möchte ich diesen Artikel zu meinem ersten Besuch eines Energiepflanzen Symposiums nutzen, um eine virtuelle Verlinkung aller teilnehmenden Institute, Unternehmen und Verbände vorzunehmen. Die Vernetzung einer Gemeinschaft im virtuellen Raum ist eine Aufgabe, für die mindestens die emsig arbeitenden Google Bots und andere Suchmaschinen sehr dankbar sind. Kaum jemand denkt an diese unsichtbaren und doch sehr nützlichen Arbeiter. Mit diesem Artikel soll somit auch die Bildung der virtuellen Identität der wachsenden Energiepflanzengemeinschaft unterstützt und ihre Stimme im Netz gestärkt werden.</p>
<h2>Forschung zu Energiepflanzen benötigt einen langen Atem</h2>
<p>Ein häufiger Tenor verschiedener Referenten des Symposiums war, dass Forschung und Anwendung noch schneller ineinander überfließen müssen. Gleichzeitig unterstützt vor allem eine nachhaltige Gewinnung der Bioenergie den weiteren Ausbau dieses innovativen Wissenschafts- und Wirtschaftszweigs. Nur durch einen intensiven Austausch zwischen Bevölkerung, Wissenschaftlern, Politik und Wirtschaft kann die langfristige gesellschaftliche Akzeptanz gewonnen werden.</p>
<p>So betonte Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dass vor allem die Pflanzenzüchtung für verbesserte Anbausorten von Energiepflanzen einen langen Atem benötigt. Natürlich wurde auch die <a title="Novelle EEG 2012 Auswirkung auf Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%e2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG Novelle 2012</a> thematisiert und über die Auswirkungen auf die verschiedenen Einsatzstoffe und Vergütungsklassen gesprochen. Ein interessanter Punkt ist hierbei, dass für einen Wechsel verschiedener Inputstoffe nicht bis zur nächsten EEG-Novelle gewartet werden, sondern auch eine viel frühere Änderung der Biomasseverordnung möglich ist.</p>
<p>Auf der Veranstaltung waren den Ankündigungen eines Moderators zur Folge sogar gleich mehrere Päpste und mögliche zukünftige „Energiepflanzen-Minister“ anwesend. Auch wenn diese Aussage in erster Linie eine wissenschaftliche Ehrung einiger Referenten war, sagt sie auch etwas über die Qualität der Redner aus, welche dem Symposium das inhaltliche Leben eingehaucht haben.</p>
<h2>Begrüßung beim 3. Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Das Energiepflanzen Symposium wurde auch in diesem Jahr von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) organisiert.</p>
<p>Die Begrüßung und Einführung für die 2-tägige Veranstaltung wurde von Clemens Neumann persönlich vorgenommen, welcher die <a title="Abteilung 5 des BMELV für Bioenergie und Energiepflanzen" href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ministerium/Organisation/Abteilung5.html" target="_blank">Abteilung 5 für „Biobasierte Wirtschaft, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft“</a> am Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz leitet.</p>
<p>Das BMELV ist größter staatlicher Geldgeber für die Forschungen im Bereich des Energiepflanzenbaus in Deutschland und für die Förderprojekte der FNR.</p>
<p>Anschließend an die Begrüßung von Herr Clemens wurden die Vorträge der geladenen Referenten abgehalten. Da jeder der 23 Vorträge sehr dicht an Informationen gewesen ist und der Inhalt nicht in einem Blogartikel dargestellt werden kann, werde ich jeweils die Themen der Präsentationen nennen und auf das jeweilige Institut verlinken. Bei besonderem Interesse an einem der Themen kann auf diesem Wege eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Referenten vorgenommen werden.</p>
<p>Alle <a title="Vorträge und Präsentationen des Energiepflanzen Symposiums als Download" href="http://www.fnr.de/energiepflanzen2011/"><strong>Präsentationen des 3. Energiepflanzen Symposiums</strong></a> können auch auf der Seite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe heruntergeladen werden.</p>
<ul>
<li>Dr. Hans-Jürgen Froese vom <a title="Bioenergie und Energiepflanzen beim BMELV" href="http://www.bmelv.de/DE/Landwirtschaft/Nachwachsende-Rohstoffe/Energetische-Nutzung/energetischeNutzung_node.html" target="_blank">BMELV</a></li>
<li><strong>Entwicklung der Energiepflanzenproduktion im Rahmen der EU-Agrar- und Energiepolitik</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Calliope Panoutsou vom <a title="Energiepflanzen und Bioenergie am Imperial College London" href="http://www3.imperial.ac.uk/icept/ourresearchactivities/bioenergy" target="_blank">Imperial College London</a></li>
<li><strong>Energiepflanzen im europäischen Kontext</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der <a title="FNR als Veranstalter des Energiepflanzen Symposiums " href="http://www.fnr.de/" target="_blank">Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)</a></li>
<li><strong>Entwicklung und Tendenzen der Projektförderung im Bereich Energiepflanzenbau</strong><strong></strong></li>
</ul>
<h2>Anbauforschung auf dem Energiepflanzen Symposium 2011</h2>
<p>Der erste offizielle Themenkomplex der Veranstaltung war der Anbauforschung von Energiepflanzen gewidmet und wurde von Dr. Bernhard Widmann vom <a title="Energiepflanzen und Bioenergie am TFZ " href="http://www.tfz.bayern.de/" target="_blank">Technologie und Förderzentrum (TFZ)</a> in Straubing moderiert.</p>
<p>Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen:</p>
<ul>
<li>Dr. Armin Vetter von der <a title="TLL als Bestanteil der Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.thueringen.de/de/tll/" target="_blank">Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft</a></li>
<li><strong>Projekt EVA | Ergebnisse aus sechs Jahren Fruchtfolgeforschung zu Energiepflanzen</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Kerstin Jäkel vom <a title="LfULG über Bioenergie und Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.smul.sachsen.de/lfulg/" target="_blank">Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie</a></li>
<li><strong>Verbundvorhaben: Ergebnisse des zweiten Projekts Sorghumhirse</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Frank Ellmer von der <a title="Forschung zu Gärresten von Energiepflanzen an der HU" href="http://www.agrar.hu-berlin.de/struktur/mitarbeiter/849" target="_blank">Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der HU Berlin</a></li>
<li><strong>Pflanzenbauliche Bewertung von Gärresten</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Hans Hochberg von der TLL und dem <a title="Gründlandverband für Energiepflanzen" href="http://www.gruenlandverband.de/" target="_blank">Deutschen Grünlandverband</a></li>
<li><strong>Optimierung der nachhaltigen Biomassebereitstellung von repräsentativen Dauergrünlandtypen </strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Horst-Henning Steinmann vom <a title="Forschung zu Energiepflanzen an der UNI Göttingen" href="http://www.phytopathology.uni-goettingen.de/" target="_blank">Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung</a> an der Georg-August-Universität Göttingen</li>
<li><strong>Fruchtfolgen und Pflanzenschutz | Chancen und Risiken für Feld, Betrieb und Region </strong></li>
</ul>
<h2>Ökonomie und Logistik auf dem Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Folgende Themen wurden in diesem Block des Energiepflanzen Symposiums von den Referenten vorgetragen, welcher von Prof. Friedrich Kuhlmann von der <a title="Forschung zu Energiepflanzen an Uni Gießen" href="http://www.uni-giessen.de/cms/zielgruppen/herzlich-willkommen/view?set_language=de" target="_blank">Justus-Liebig-Universität Gießen</a> moderiert wurde:</p>
<ul>
<li>Christof Thoss vom <a title="DVL setzt sich für Landschaftspflegematerial für Bioenergie ein" href="http://www.lpv.de/" target="_blank">Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL)</a></li>
<li><strong>Ökonomische und politische Rahmenbedingungen für Landschaftspflegematerial</strong><strong></strong></li>
<li>Stefan Hartmann vom <a title="Forschung zur Ökonomie von Biogasanlagen am KTBL" href="http://www.ktbl.de/" target="_blank">Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)</a></li>
<li><strong>Datengrundlage für die ökonomische Bewertung der Biomasseproduktion entlang der gesamten Prozesskette</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Bernward Märländer vom <a title="Forschung zur Zuckerrübe als Energiepflanze" href="http://www.ifz-goettingen.de/index.php?mid=22&amp;lng=de " target="_blank">Institut für Zuckerrübenforschung</a> der Universität Göttingen</li>
<li><strong>Die Energierübe: Rohstoff für Biogas und Ethanol</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Bernd Scherer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau<a title="Anbau und Logistik von Energiepflanzen am VDMA" href="http://www.vdma.org/wps/portal/Home/de?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/vdma/Home/de" target="_blank"> (VDMA)</a></li>
<li><strong>Energiepflanzenbau und Logistik | Optimierungsansätze aus Sicht der Landtechnikindustrie</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Dominik Reus von der Justus-Liebig-Universität Gießen (Link siehe oben)</li>
<li><strong>Ökonomische Bewertung von Energiepflanzensystemen</strong></li>
</ul>
<h2>Ökologische Aspekte von Energiepflanzen</h2>
<p>Der Programmblock zu ökologischen Aspekten rund um den Energiepflanzenbau wurde in diesem Jahr von Florian Schöne vom <a title="NABU und die Ökologie vom Energiepflanzenanbau" href="http://www.nabu.de/" target="_blank">Naturschutzbund Deutschland (NABU)</a> moderiert.</p>
<p>Die Themen der Referenten waren:</p>
<ul>
<li>Dr. Christine von Buttlar von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt <a title="Forschung zum Gewässerschutz im Energiepflanzenanbau" href="http://www.iglu-goettingen.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6&amp;Itemid=7 " target="_blank">(IGLU)</a></li>
<li><strong>Nachwachsende Rohstoffe und Gewässerschutzaspekte</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Jürgen Augustin vom Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung <a title="Klimawirkung im Energiepflanzenanbau und Energiepflanzengemeinschaft" href="http://www.zalf.de/" target="_blank">(ZALF)</a> in Müncheberg</li>
<li><strong>Einfluss des Energiepflanzenanbaus zur Biogasgewinnung und der Gärrestausbringung auf den Austausch klimarelevanter Spurengase </strong></li>
<li>Martin Degenbeck von der Bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau <a title="Wildkräuter als Energiepflanze an der LWG " href="http://www.lwg.bayern.de/" target="_blank">(LWG)</a></li>
<li><strong>Energie aus Wildpflanzen</strong><strong></strong></li>
<li>Prof. Michael Rode vom<a title="Forschung zu Energiepflanzen und Bioenergie" href="http://www.umwelt.uni-hannover.de/" target="_blank"> Institut für Umweltplanung</a> der Leibniz Universität Hannover</li>
<li><strong>Natur- und raumverträglicher Ausbau energetischer Biomassepfade </strong></li>
<li>Jörg Böhmer vom <a title="IFAS forscht zu Energiepflanzen und Bioenergie" href="http://www.stoffstrom.org/ " target="_blank">Institut für angewandtes Stoffstrommanagement</a> (IFAS) in Trier</li>
<li><strong>Vielfältiger Energiepflanzenanbau für mehr Naturschutz in der Fläche? Stand der Arbeiten im ELKE-Projekt</strong></li>
</ul>
<h2>Züchtung neuer Energiepflanzen und Anbaukulturen auf dem 3.Symposium</h2>
<p>Im letzten Themenschwerpunkt des 3. Symposiums zu Energiepflanzen wurden innovative Energiepflanzen betrachtet und einige Züchtungsprojekte vorgestellt. Moderiert wurde dieser Block von Dr. Carl Bulich von der <a title="Forschung zu Energiepflanzenzucht am GFP" href="http://www.bdp-online.de/de/GFP/" target="_blank">Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP)</a>.</p>
<p>Folgende Themen wurden von den Referenten vorgestellt:</p>
<ul>
<li>Prof. Wolfgang Fried vom <a title="Energiepflanzenzucht als Beitrag zur Bioenergie an der Uni Gießen" href="http://www.plantbreeding-giessen.de/" target="_blank">Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung an der Justus-Liebig Universität</a></li>
<li><strong>Schwerpunkte im Bereich der Energiepflanzenzüchtung</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Volker Hahn von der <a title="Sonnenblume als Energiepflanze stärkt Energiepflanzengemeinschaft" href="https://www.uni-hohenheim.de/1597.html?state=wsearchv&amp;search=13&amp;einrichtung.eid=365" target="_blank">Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim</a></li>
<li><strong>Sonnenblumenzüchtung für Biogasanlagen – Stand und Perspektiven</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Ulf Feuerstein von der <a title="Futtergräser als Energiepflanze" href="http://www.eurograss.com/" target="_blank">Euro Grass Breeding GmbH</a> &amp; Co. KG</li>
<li><strong>Entwicklung der Produktlinie Futtergräser als Biomasselieferant</strong><strong></strong></li>
<li>Dr. Wolf Dieter Blüthner von der <a title="Pflanzenzucht für Energiepflanzen " href="http://www.chrestensen.de/index_1.php?p=0&amp;lang=de" target="_blank">N.L. Chrestensen GmbH</a> in Erfurt</li>
<li><strong>Erhöhung des Leistungspotentials und der Konkurrenzfähigkeit der Durchwachsenen Silphie </strong><strong></strong></li>
</ul>
<h2>Danke für ein spannendes und unterhaltsames Energiepflanzen Symposium</h2>
<p>Dr. Andreas Schütte schloss mit dem starken Glauben an das Stattfinden weiterer Symposien zu Energiepflanzen. Interessant und erfreulich war auch, dass der Geschäftsführer der FNR die Forschungsförderung im Bereich der Energiepflanzen als aktuelles Vorbild für viele andere staatliche Förderprogramme lobte. Ich hoffe, ich habe seine sehr positive Aussage an dieser Stelle richtig wiedergegeben.</p>
<p>Vielen Dank an die FNR und alle Referenten für eine inhaltlich gelungene und außerdem auch organisatorisch sehr erfolgreiche Veranstaltung! Vielen Dank auch an Frau Krolow, welche eine unkomplizierte Teilnahme am Event für mich als Blogger ermöglicht hat. Danke an die Köche und Catering-Firmen für ein sehr leckeres Rindergulasch.</p>
<p>Persönlich habe ich auch einige interessante Teilnehmer kennengelernt oder Fachleute und Kollegen der Bioenergiebranche wiedergetroffen, die ich schon kannte. Vielen Dank für inspirierende Gespräche an Frank Schünemeyer vom Fraunhofer IWES, Annemarie Kürsten von der <a title="Energie 2.0 Biomasse Agentur" href="http://www.biomasse-report.de/index.php/de/" target="_blank">Energie 2.0 Biomasse Agentur</a>, Martin Loos von der Staatskanzlei Mecklenburg Vorpommern und dem Bioenergie-Journalisten Thomas Gaul.</p>
<p>Ich freue mich über das gestärkte Bewusstsein einer Energiepflanzen- oder Bioenergie-Gemeinschaft und auf das 4. Symposium zu Energiepflanzen, dass bisher alle 2 Jahre veranstaltet wurde und mittelfristig hoffentlich jährlich stattfinden kann.</p>
<p>Übrigens für alle Leser, für die der Begriff des Symposiums genauso neu war wie für mich. Ein <a title="Symposium Artikel der deutschen Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Symposium" target="_blank">Symposium</a> ist laut der deutschen Wikipedia eine „wissenschaftliche Konferenz zu einem Thema für Wissenschaftler, Entwickler und Ingenieure.“ Für wissenschaftliche Abhandlungen ist die Wikipedia natürlich nicht als Quelle geeignet, für eine erste Begriffserklärung aber durchaus ein probates Mittel.</p>
<p>Fühlen Sie sich ebenfalls als Teil der Energiepflanzengemeinschaft oder haben am diesjährigen Symposium zu Energiepflanzen teilgenommen? Welche Erkenntnisse beim Energiepflanzenbau oder beim diesjährigen Symposium finden Sie erwähnenswert?</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einordnung von Gülle als Abfall kann Entwicklung von Gülle-Biogasanlagen gefährden</title>
		<link>http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/</link>
		<comments>http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 05:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
		<category><![CDATA[Abfall]]></category>
		<category><![CDATA[Biogasanlage]]></category>
		<category><![CDATA[Gülle]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaftsgesetz]]></category>

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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/" title="Permanent link to Einordnung von Gülle als Abfall kann Entwicklung von Gülle-Biogasanlagen gefährden"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Gülle-als-Dünger-oder-für-Biogasanlagen.jpg" width="352" height="235" alt="Bild Ausbringung von Gülle als Abfall mit Traktor " /></a>
</p><p>Gülle wird im novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetz als Abfall eingeordnet. Die Verwendung von Gülle in Biogasanlagen unterliegt somit zukünftig dem Abfallrecht. Das hat weitreichende Auswirkungen für Betreiber von Biogasanlagen die auf Gülle als Substrat zurückgreifen. Welche Änderungen wurden vorgenommen und was bedeutet die Einstufung von Gülle als Abfall für die Biogaspraxis?</p>
<p>Nach den weitreichenden Änderungen der <a title="Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%e2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">EEG-Novelle-2012</a> sorgt in diesem Jahr nun auch die Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes für Fragezeichen in der Biogasbranche.</p>
<h2>EU-Kommission setzt sich für Einordnung von Gülle als Abfall ein</h2>
<p>Noch im April dieses Jahres hatten das BMELV und das BMU verkündet, dass Gülle für den Einsatz in Biogasanlagen weiterhin nicht als Abfall gelten wird. Das hatte für große Erleichterung in der Biogasbranche gesorgt. Mit der Zustimmung des Bundestags zu einer Neuregelung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes am 28.Oktober 2011 wurde diese komfortable Ausgangssituation nun doch geändert und der Einsatz von Gülle in Biogasanlagen wird künftig als Abfall gewertet.</p>
<p>Die vorgenommene Gesetzesänderung basiert auf einem Wunsch der EU-Kommission, welche sich für eine entsprechende Auslegung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie (Richtlinie 2008/98/EG)  und deren Umsetzung im Kreislaufwirtschaftsgesetz eingesetzt hat. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und vor allem die Biogasbranche sind von dieser Entwicklung der Gülleeinordnung alles andere als begeistert. So hat der <a title="Deutscher Bauernverband zur Gülle-als-Abfall-Änderung" href="http://www.bauernverband.de/?redid=152813&amp;mid=463497" target="_blank">DBV zur Gülle-Abfall-Problematik</a> verkündet, dass es „fatal wäre, die aufstrebende Biogasbranche mit überzogenen gesetzlichen Vorgaben zu lähmen und damit den Umbau der Energieversorgung in dem wichtigen Segment der Kaskadennutzung von landwirtschaftlichen Rohstoffen zu gefährden“.</p>
<p>Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisiert diesen Beschluss mit der emotionalen Äußerung: „Das ist Rechtsunsicherheit pur und kann doch wirklich so nicht wahr sein.“ Besonders der Aspekt, dass die Gülle die nicht für den Einsatz in Biogasanlagen bestimmt ist weiterhin nicht als Abfall zählen wird, ist mehr als verwunderlich. Hier finden Sie die dazugehörige <a title="Cornelia Behm zur Einstufung von Gülle als Abfall" href="http://www.cornelia-behm.de/cms/presse/dok/394/394720.schwarzgelb_unterwirft_guelle_zur_verwer.html" target="_blank">Pressemitteilung von Cornelia Behm</a>.</p>
<h2>Mehraufwand für Betreiber von Gülle-Biogasanlagen</h2>
<p>Gülle wird als einer der effektivsten und umweltfreundlichsten Energieträger zur Gewinnung der Bioenergie betrachtet und sie hat mit den Änderungen der EEG-Novelle in diesem Jahr weitere Impulse zum Ausbau erhalten.</p>
<p>Auf die besondere Förderung im EEG 2012 von <a title="Förderung von Mini-Biogasanlagen auf Gülle Basis" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlagen bis 75 kW die mit Gülle</a> betrieben werden, wurde in einem anderen Artikel eingegangen. Demnach erhalten Mini-Biogasanlagen eine Förderung von 25 cent/ kWh, wenn mindestens 80% Gülle eingesetzt werden. Das ist mit Abstand der höchste Fördersatz den eine Bioenergieanlage im neuen EEG erhalten kann.</p>
<p>Die Einstufung von Gülle als Abfall kann aber besonders bei diesen kleinen Biogasanlagen, aber auch bei den Größeren, zum Entstehen von organisatorischen Problemen beitragen. Eventuell werden etwa 3.500 der rund 7.000 Biogasanlagen in Deutschland ihre Genehmigung anpassen oder zusätzliche abfall-, wasser- und düngerechtliche Anforderungen erfüllen müssen.</p>
<p>Es drohen also aufwendigere Genehmigungsverfahren, sowie komplexere Überwachungs- und Berichtspflichten für die Betreiber von Gülle-Biogasanlagen. Vor allem die neuen 75 kW Mini-Biogasanlagen könnten zum Verlierer dieser Änderung der Gülle-Einstufung werden, da sie diesen erhöhten Verwaltungsaufwand mit den geringsten Einsatzmengen kompensieren müssen.</p>
<p>Allgemein könnte der Kostenvorteil von Gülle-Biogasanlagen durch den Mehraufwand gefährdet sein, da die betriebswirtschaftlichen Margen schrumpfen werden. Welche konkreten Auswirkungen diese Neueinordnung der Gülle haben wird und wie stark die betroffenen Biogasanlagen dadurch belastet werden, müssen konkrete Rechnungen in den kommenden Wochen zeigen.</p>
<p>Aber es gibt auch die Hoffnung, dass durch die Gülle-als-Abfall-Einstufung für die Planung und den Betrieb von Biogasanlagen keine großen Änderungen entstehen werden. Der DBV spricht in diesem Zusammenhang von der Möglichkeit, dass die Bundesregierung und die Länder im Vollzug des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sicherstellen können, dass Gülle zur Vergärung in der Regel <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> als Abfall eingestuft wird.</p>
<p>Eventuell wird es auch einige Ausnahmen für Mini-Biogasanlagen geben, beziehungsweise für Anlagen, welche die verwendete Gülle vom eigenen Hof beziehen. Immerhin muss die Gülle in diesem Falle nicht gehandelt und transportiert werden und wechselt somit auch nicht das Grundstück oder den Besitzer. Dadurch könnte einiger verwaltungstechnischer Zusatzaufwand des Abfallrechts entfallen.</p>
<h2>Fazit zur Einstufung von Gülle als Abfall</h2>
<p>Das „Abfall“-Etikett ist weiterhin hart umkämpft und abhängig von der Gesetzeslage und Branche wird für das eigene Unternehmen mal die Kennzeichnung als „Produkt“ und manchmal die als „Abfall“ bevorzugt. Die Unterscheidung zwischen Wertstoff und Abfall liegen gelegentlich eng beieinander und sind in der betrieblichen Praxis nicht immer ganz leicht nachzuvollziehen.</p>
<p>Allgemein stellt sich mir die Frage, wie der Begriff der „Kreislaufwirtschaft“ und der Begriff von „Abfall“ zusammenpassen? In einer Kreislaufwirtschaft sollte immerhin jede Zwischenstufe ihre Notwendigkeit und festen Nutzen haben. Kaum ein Produkt wird in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft als endgültiger Abfall betrachtet der entsorgt werden muss.</p>
<p>Gülle ist zwar ein Abfallprodukt der Tierhaltung, ist aber auch ein Rohstoff der reich an Nährstoffen und Energie ist, der ideal für die Biogasgewinnung geeignet ist. Unter der Perspektive der Kreislaufwirtschaft passt Gülle nur schwer in die Abfall-Definition. Es hilft nichts, Gesetz ist Gesetz, aber vielleicht kann der wirtschaftliche Wert der Gülle in kommenden Novellen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes noch stärker hervorgehoben und verteidigt werden.</p>
<p>Was denken Sie?</p>
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		<title>Benutzung des Vergütungsrechners des DBFZ zum EEG 2012 für Biogas</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 05:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[06. Politik und Klimaschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
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		<category><![CDATA[feste Biomasse]]></category>
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		<description><![CDATA[Das novellierte EEG 2012 bringt auch ein neues Vergütungssystem mit sich. Dieses unterscheidet nach Vergütungsklassen für verschiedene Substrate. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des EEG 2012 und die daraus resultierende Abrechnung für Bioenergieanlagen zusammenzubringen ist eine Herausforderung die nicht so nebenbei erledigt werden kann. Der EEG-Vergütungsrechner 2012 des DBFZ bietet Unterstützung bei der eigenen Berechnung. Der tolle Service kann dabei komplett kostenfrei genutzt werden. Deshalb möchte ich den EEG-Vergütungsrechner zwar etwas verspätet, [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vergutungsrechner-eeg-biogas-biomasse/" title="Permanent link to Benutzung des Vergütungsrechners des DBFZ zum EEG 2012 für Biogas"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/EEG-2012-Vergütungsrechner-DBFZ-für-Biogasanlagen.jpg" width="316" height="219" alt="Vergütungsrechner des DBFZ zum EEG 2012 für Biogas Biomasse" /></a>
</p><p>Das novellierte EEG 2012 bringt auch ein neues Vergütungssystem mit sich. Dieses unterscheidet nach Vergütungsklassen für verschiedene Substrate. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des EEG 2012 und die daraus resultierende Abrechnung für Bioenergieanlagen zusammenzubringen ist eine Herausforderung die nicht so nebenbei erledigt werden kann. Der EEG-Vergütungsrechner 2012 des DBFZ bietet Unterstützung bei der eigenen Berechnung. Der tolle Service kann dabei komplett kostenfrei genutzt werden. Deshalb möchte ich den EEG-Vergütungsrechner zwar etwas verspätet, aber dennoch rechtzeitig vor 2012 vorstellen?</p>
<h2>Zwei Vergütungssysteme für Bioenergie im EEG 2012</h2>
<p>Das EEG 2012 bietet Betreibern von Biogasanlagen und Anlagen zur energetischen Nutzung von fester Biomasse zwei Möglichkeiten ihre produzierte Bioenergie abzurechnen.</p>
<ul>
<li>die Direktvermarktung</li>
<li>Einspeisevergütung nach EEG</li>
</ul>
<p>Die Direktvermarktung inklusive der neuen Flexibilitäts- und Marktprämie gilt ab 2014 für alle Biogasanlage mit einer Leistung ab 750 kW. Die Direktvermarktung ist auf Grund eines höheren Aufwands für den Anlagenbetreiber vor allem für große Biogasanlagen interessant. Siehe hierzu auch den Artikel zur <a title="Direktvermarktung nach EEG 2012 für Biogas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/direktvermarktung-marktpramie-flexibilitatspramie-biogasanlage/">Direktvermarktung für Biogasanlagen</a>.</p>
<p>Der EEG-Vergütungsrechner des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (DBFZ) gilt nur für jene bioenergetisch betriebenen Anlagen, welche nicht in die Direktvermarktung wechseln, sondern der klassischen EEG-Vergütung treu bleiben möchten. In einem Artikel über das neue <a title="Vergütungsklassen des EEG 2012 für Biogas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/grundvergutung-vergutungsklassen-biogasanlage-eeg-2011-2012/">Vergütungssystem des EEG 2012</a> finden Sie eine Übersicht der vorgenommenen Änderungen und möglicher Auswirkungen.</p>
<p>Der Vergütungsrechner des DBFZ richtet sich hauptsächlich an alle Neuanlagen die erst ab 2012 in den Betrieb gehen, bietet aber auch für Bestandsanlagen einen interessanten Blick auf die Auswirkung der im Juni vollzogenen EEG Novelle.</p>
<h2>Aufbau und Benutzung des EEG 2012 Vergütungsrechners des DBFZ</h2>
<p>Der Vergütungsrechner ist weitgehend selbsterklärend. Trotzdem geht der Einstieg mit einigen erklärenden Worten hoffentlich noch schneller von der Hand. Die folgenden Angaben konzentrieren sich auf Biogasanlagen, sind aber auf Anlagen zur Verwertung holzartiger Biomasse (Hackschnitzel, Pellets etc.) direkt übertragbar.</p>
<p>Wie ist der Vergütungsrechner aufgebaut und wie kann man ihn benutzen?</p>
<p>Folgende Parameter der Biogasanlage werden für die Benutzung des EEG-Vergütungsrechners benötigt:</p>
<ul>
<li>Substratart der Anlage (Gülle, Mais etc.)</li>
<li>Einsatzmenge des Substrats (z.B. 5.000 Tonnen Gülle. 6.000 Tonnen Mais)</li>
<li>Leistung der Anlage (z.B. 500 kW)</li>
<li>Nutzungsstunden der Anlage (z.B. 7.500 h/ Jahr)</li>
</ul>
<p>Bei dem Vergütungsrechner handelt es sich um eine Excel-Tabelle in welche die individuellen Werte der eigenen Biogasanlage eingetragen werden können. Jeder Rechner besteht dabei jeweils aus 4 Reitern eines Excel-Arbeitsblatts, wobei die einzelnen Reiter folgende Funktionen übernehmen:</p>
<ol>
<li>Reiter: Erläuterungen zum Vergütungsrechner und der Berechnungsmethodik</li>
<li>Reiter: Tabelle der verschiedenen Vergütungssätze aus dem EEG 2012</li>
<li>Reiter: das Berechnungsformular des Vergütungsrechners (!)</li>
<li>Reiter: Auflistung verschiedener Einsatzstoffe, ihre Vergütungsklassen und der zugehörige Methanertrag beziehungsweise Brennwert</li>
</ol>
<div id="attachment_4962" class="wp-caption aligncenter" style="width: 534px">
	<a href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/EEG-Vergütungsrechner-2012-Biogas-Biomethan-Feste-Biomasse.jpg"><img class="size-full wp-image-4962" title="EEG Vergütungsrechner 2012 Biogas Biomethan Feste Biomasse" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/EEG-Vergütungsrechner-2012-Biogas-Biomethan-Feste-Biomasse.jpg" alt="Screenshot Vergütungsrechner EEG Erklärung" width="534" height="323" /></a>
	<p class="wp-caption-text">EEG Vergütungsrechner des DBFZ für Biogas</p>
</div>
<p>Der Benutzer des Vergütungsrechners muss <strong>ausschließlich im 3. Reiter</strong> eigene Daten eintragen, während die anderen Reiter dazu dienen, Änderungen des EEG 2012 oder die Funktionsweise des EEG-Vergütungsrechners zu erklären.</p>
<p>Dabei müssen im 3. Reiter „Vergütung Biogas EEG 2012“ ausschließlich die <strong>grün und orange gefärbten Felder</strong> ausgefüllt werden. Die verbleibenden gelben Felder werden durch hinterlegte Formeln automatisch ergänzt und zeigen die zu erwartenden Einkünfte und produzierten Strommengen der Biogasanlage an.</p>
<p>Bei dem Feld, welches die „eingesetzten Substrate“ abfragt ist zu berücksichtigen, dass die Einsatzstoffklassen E0, E1 und E2 nacheinander aufgelistet werden. Das bedeutet, dass man bei der Auswahl des eigenen Substrats eventuell erst komplett über die alphabetische Reihenfolge der Einsatzstoffklasse E0 hinwegscrollen muss, bevor das eigene Substrat (z.B. Mais) unter der zweiten A-Z-Auflistung erscheint. Es ist einfacher als es jetzt vielleicht klingt, aber ich habe das beim ersten Mal übersehen und einige Substrate nicht gefunden.</p>
<p>Die Auswahl an verschiedenen Substraten des Vergütungsrechners ist beeindruckend umfassend und kann wahrscheinlich nur von einem Forschungsinstitut in dieser Detailtiefe zur Verfügung gestellt werden.</p>
<h2>Download des EEG-Vergütungsrechners des DBFZ für Biogas</h2>
<p>Es gibt nicht den EINEN Vergütungsrechner, sondern 3 verschiedene, welche die Bioenergieanlagen nach ihren Einsatzstoffen und der Form der Bioenergie unterscheiden.</p>
<ul>
<li><a title="Vergütungsrechner EEG 2012 Biogas  Download DBFZ" href="http://www.dbfz.de/web/fileadmin/user_upload/Tools/Verguetungsrechner_Biogas_EEG_2012.xls" target="_blank">EEG-Vergütungsrechner 2012 für BIOGAS </a></li>
<li><a title="Vergütungsrechner EEG 2012 Biomethan Download DBFZ" href="http://www.dbfz.de/web/fileadmin/user_upload/Tools/Verguetungsrechner_Biomethan_EEG_2012.xls" target="_blank">EEG-Vergütungsrechner 2012 für BIOMETHAN</a></li>
<li><a title="Vergütungsrechner EEG 2012 feste Biomasse Download DBFZ" href="http://www.dbfz.de/web/fileadmin/user_upload/Tools/Verguetungsrechner_feste_Biomasse_EEG_2012.xls" target="_blank">EEG-Vergütungsrechner für FESTE BIOMASSE</a></li>
</ul>
<p>Die Links enthalten die aktuellste Downloadversion des jeweiligen Vergütungsrechners direkt vom  DBFZ. Auf diesem Wege finden Sie auch hier immer den neuesten Entwicklungsstand. Die Vergütungsrechner werden vom DBFZ kontinuierlich optimiert und entsprechend dem Erfahrungsaustausch mit den Nutzern angepasst. Besten Dank an Paul Trainer vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum.</p>
<h2>Einschränkungen für die Nutzung des EEG-Vergütungsrechners</h2>
<p>Für die Anwendung der EEG-Vergütungsrechner für verschiedene Bioenergieträger gibt es einige Einschränkungen oder Hinweise die beachtet werden müssen.</p>
<p>Hier eine Auflistung der wichtigsten Einschränkungen:</p>
<ul>
<li>Die Vergütungsrechner gelten nur für Anlagen die nicht die Direktvermarktung gewählt haben, beziehungsweise auf Grund ihrer hohen Leistung dazu verpflichtet sind ab 2014 in die Direktvermarktung zu wechseln.</li>
<li>Flüssige Bioenergieträger (z.B. Pflanzenöle) werden nach der Novelle 2012 leider nicht mehr im EEG berücksichtigt, beziehungsweise nicht mehr durch dieses gefördert. Deshalb wird die flüssige Bioenergie auch von Vergütungsrechnern nicht berücksichtigt.</li>
<li>Die Biogaserzeugung aus Bioabfällen wird ebenfalls nicht berücksichtigt.</li>
</ul>
<p>Für Fragen, Feedback oder Danksagungen zu den Vergütungsrechnern wenden Sie sich bitte direkt an das DBFZ. Als Ansprechpartner ist Herr Alexander Kautz unter folgender E-Mail-Adresse für Sie zu erreichen:</p>
<ul>
<li><strong>alexander.krautz[at]dbfz.de</strong></li>
</ul>
<p>Die Kommentarfunktion des Biomasse Blogs können Sie sehr gerne nutzen, um sich über Ihre Erfahrungen mit dem Vergütungsrechner öffentlich auszutauschen.</p>
<p>Für weitere Anregungen zur <a title="Betriebswirtschaftlichkeit einer Biogasanlage" href="http://www.biomasse-nutzung.de/10-tipps-die-wirtschaftlichkeit-einer-biogasanlage-zu-verbessern/">Verbesserung der Betriebswirtschaftlichkeit Ihrer Biogasanlage</a> möchte ich Ihnen zum Abschluss noch den verlinkten Artikel empfehlen.</p>
<p>Viel Erfolg bei der Berechnung Ihrer individuellen EEG-Vergütung!</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Erste Biomassebörse Europas öffnet in Rotterdam und wird Biomassehandel beleben</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 08:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[04. Wirtschaft und Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
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</p><p>Die Nachfrage nach Biomasse als erneuerbarem Rohstoff hat wegen verschärften Anforderungen an den Klimaschutz in den vergangenen Jahren  weiter zugenommen. Vor allem holzartige Biomasse wird als Brennstoff für Kraftwerke verstärkt nachgefragt. Um mehr System in den Handel von Biomasse zu bringen, wird am 3. November die erste Biomassebörse Europas in Rotterdam eröffnen. Welche Möglichkeiten bietet die Biomassebörse und was bedeutet sie für den Biomassehandel?</p>
<h2>Handelsmöglichkeiten an der Biomassebörse in Rotterdam</h2>
<p>Die Biomassebörse in Rotterdam ist ein Gemeinschaftsprojekt der Strom- und Gasbörse APX-Endex und dem größten Hafen Europas in Rotterdam.</p>
<p>Der Aufbau der Biomassebörse und der Handel von Biomasse soll in 2 Phasen entwickelt werden. In der ersten Phase wird es ausschließlich die Möglichkeit zum direkten Handel von Biomasse zwischen 2 Parteien (Käufer und Verkäufer) geben, bei dem die Biomasse unter transparenten Bedingungen den Besitzer wechseln kann.</p>
<p>In der zweiten Phase, die 2012 anlaufen soll, werden durch die Biomassebörse noch weitere Rahmenbedingungen („clearing services“) zur Verfügung gestellt, um einen problemlosen Biomasse-Handel zwischen mehreren Vertragsparteien zu gewährleisten. Wie die APX-Endex mitteilte, sollen Handelsverträge für den Zeitraum von 3 Monaten, 3 Quartalen und 3 Kalenderjahren abgeschlossen werden können.</p>
<h2>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_4874" class="wp-caption aligncenter" style="width: 464px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Preisentwicklung-Holzhackschnitzel-2008-2011.jpg"><img class="size-full wp-image-4874 " title="Preisentwicklung Holzhackschnitzel 2008 - 2011" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Preisentwicklung-Holzhackschnitzel-2008-2011.jpg" alt="Holzhackschnitzel Preise Biomasse Börse" width="454" height="272" /></a></dt>
<p class="wp-caption-dd">Preise für Holzhackschnitzel moderat gestiegen</p>
</dl>
</div>
</h2>
<h2>Holzhackschnitzel an der Biomassebörse hoch im Kurs</h2>
<p>An der neuen Biomassebörse, die in den Rotterdam Energy Port integriert ist, sollen hauptsächlich industrielle Holzhackschnitzel gehandelt werden. Ein Preisindex für industrielle Holzhackschnitzel wird von der APX-Endex bereits seit 3 Jahren erstellt.</p>
<p>Die Preisentwicklung von Hackschnitzeln in Deutschland zeigte in den vergangenen 3 Jahren einen Aufwärtstrend (siehe Grafik), welcher aber im direkten Vergleich mit den stark schwankenden Heizölpreisen als moderat bezeichnet werden kann. Holzhackschnitzel bleiben deshalb eine vergleichsweise preiswerte und wenig schwankende Quelle für die Strom- und Wärmeproduktion.</p>
<p>Das jährliche<a title="Globaler Handel mit Biomasse und Holzhackschnitzeln 2010" href="http://www.businessinsider.com/global-trade-of-wood-chips-was-up-in-2010-after-sharp-decline-in-2009-2011-3" target="_blank"> Handelsvolumen von Holzhackschnitzeln</a> ist den Angaben von Hakan Ekstrom, Präsident von Wood Resources International, zwischen 2002 und 2008 um jeweils 5% gestiegen. Im Jahr 2010 wurde mit einem Anstieg um 25% auf etwa 35 Millionen Tonnen an gehandelten Holzhackschnitzeln ein weltweites Allzeithoch verzeichnet. Dieser rasante Anstieg wird vor allem auf die große Nachfrage nach Hackschnitzeln in China zurückgeführt.</p>
<p>Bei weiterem Interesse können Sie hier einen interessanten Artikel (in Englisch) über die <a title="Biomasse- und Holzhandel in Europa" href="http://www.globalwood.org/market/timber_prices_2009/aaw20110201e.htm" target="_blank">Entwicklung des europäischen Holzmarktes</a> im Jahr 2010 lesen, der auf globalwood.org veröffentlicht wurde.</p>
<h2>Abnehmer von Biomasse an der Börse</h2>
<p>Die wachsende Nachfrage nach holzartiger Biomasse in Europa ist hauptsächlich auf die starke Nachfrage nach Energieholz zurückzuführen. Dieser Trend ist wiederum eine Reaktion auf die politischen Bemühungen Europas aktiv zum Klimaschutz und zur Energiewende beizutragen.</p>
<p>Hierbei ist das Erreichen des „20-20-20-Ziels“ der Europäischen Union hervorzuheben. Demnach sollen bis zum Jahr 2020 folgende 3 Ziele umgesetzt werden:</p>
<ul>
<li>Senkung der Treibhausgasemissionen um 20%</li>
<li>20%iger Anteil an Erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch (Strom, Wärme, Verkehr)</li>
<li>Erhöhung der Energieeffizienz um 20%</li>
</ul>
<p>Die Abnehmer für die in Rotterdam gehandelten Holzhackschnitzel werden vor allem die großen Biomasseheizkraftwerke sein.</p>
<p>Zahlreiche Kraftwerke in der EU werden auf Biomasse umgestellt. Außerdem wird Biomasse mit Hilfe der Mitverbrennung („Co-Firing“) aktuell schon in Kohlekraftwerken als Brennstoff eingesetzt. Als Berliner kann ich den Wandel von fossilen zu regenerativen Brennstoffen dank der umfassenden <a title="Biomasse-Strategie und Biomassehandel der Vattenfall AG" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kritische-betrachtung-der-engagierten-biomasse-strategie-der-vattenfall-europe-ag-fur-berlin/">Biomasse-Strategie der Vattenfall AG</a> hautnah miterleben.</p>
<p>Neben der energetischen Nutzung dürfte der Service der Biomassebörse aber auch für die stofflichen Nutzungspfade von Biomasse interessant sein. Als große Abnehmer denke ich an die zahlreichen Zellstofffabriken oder Spanplattenhersteller in der EU.</p>
<p>Mit Blick auf die nachhaltige Nutzung von Biomasse, sollte die stoffliche Nutzung von Biomasse sogar die erste Priorität, noch vor der energetischen Nutzung, einnehmen. Diese Kaskadennutzung unterstützt einen effizienten Einsatz des wertvollen Rohstoffs Biomasse. Siehe hierzu auch den Artikel zur <a title="Kaskadennutzung in der Biomasse-Strategie Brandenburgs" href="http://www.biomasse-nutzung.de/veroffentlichung-der-biomassestrategie-des-landes-brandenburg/">Biomasse-Strategie Brandenburgs</a>.</p>
<h2>Übersicht internationaler Biomassebörsen</h2>
<p>Von der APX-Endex wird die neu ins Leben gerufene Biomassebörse sogar als „erste der Welt“ beschrieben. Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang anfügen, dass es die erste Biomassebörse ihrer Größe und mit internationaler Ausrichtung ist, da in Nordamerika bereits einige Konzepte für Biomassebörsen umgesetzt wurden.</p>
<p>Hier ein Überblick für Handelsplätze, die sich weltweit auf den Biomassehandel spezialisiert haben:</p>
<ul>
<li><a title="Minneapolis Biomasse Börse" href="https://www.mbioex.com/" target="_blank">Minneapolis Biomasse Börse</a> | USA</li>
<li><a title="Biomass Commodity Exchange Biomassebörse" href="http://www.biomasscommodityexchange.com/" target="_blank">Biomass Commodity Exchange</a> (BCEX) | UK</li>
<li><a title="North America Biomasse Börse" href="http://www.nabiomassexchange.com/home.html" target="_blank">North American Biomass Exchange</a> | USA</li>
<li><a title="Biomass eXchange Biomassebörse" href="http://www.biomassxchange.com/" target="_blank">Biomass eXchange LLC.</a> | USA</li>
<li><a title="Delaware Biomass Exchange Biomassebörse" href="http://www.biomasstrader.org/delaware/" target="_blank">Delaware Biomass Exchange</a> | USA</li>
</ul>
<p>Es bleibt abzuwarten, wie die Biomassebörse in Rotterdam angenommen und wie mit verschiedenen Qualitätsmerkmalen und Qualitätsansprüchen für Biomasse umgegangen wird. Außerdem hoffe ich, dass auch <a title="Nachhaltigkeitskriterien und Zertifizierung für Biomasse" href="http://www.biomasse-nutzung.de/sicherung-und-verbesserung-der-nachhaltigkeit-der-modernen-bioenergie/">Nachhaltigkeitskriterien</a> und die vorhandenen Zertifizierungssysteme (FSC, PEFC, ISCC etc.) beim Biomassehandel berücksichtigt werden.</p>
<p>Ich freue mich auf diese neue Dimension des internationalen Biomassehandels und drücke die Daumen für eine nachhaltige Entwicklung. Was denken Sie?<br />
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		<title>EnAlgae &#8211; €14 Millionen für Energie aus Algen in Europa</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 06:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/" title="Permanent link to EnAlgae &#8211; €14 Millionen für Energie aus Algen in Europa"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/uploads/Partner-Institute-EnAlgae.jpg" width="386" height="229" alt="Image Enalgae Energie Algen Europa Partner" /></a>
</p><p>Die Bezeichnung EnAlgae ist eine Zusammenführung von „Energetic Algae“. EnAlgae steht somit für das inhaltliche Programm des kürzlich geschlossenen Projekts zur Erforschung und Markteinführung von Energie aus Algen in Nordwesteuropa. EnAlgae wird für den Zeitrahmen von 4 Jahren (2011-2015) mit insgesamt 14.4 Millionen Euro über das INTERREG IVB North West Europe (NWE) Programm gefördert. Welche Rahmenbedingungen zeichnet das Projekt aus?<br />
Algen gelten schon seit langem als ein wichtiger Hoffnungsträger für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Bioenergie und sind als Rohstoff für die Biogas- und <a title="Artikel über Biokraftstoffe Produktion und Handel" href="http://www.biomasse-nutzung.de/category/blog/10-biokraftstoffe/">Biokraftstoffherstellung</a> im Gespräch. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch vom „Feedstock der 3.Generation“ gesprochen. Bereits 1933 schaffte es Hans Gaffron als erster Wissenschaftler mit Hilfe der Grünalge Chlamydomonas<em> reinhardtii</em> den Biowasserstoff herzustellen.</p>
<p>Seit diesen Anfängen wurden in der Algenforschung und –kultivierung zahlreiche Fortschritte gemacht. Weltweit gibt es erste Anlagen zum großtechnischen Anbau von Mikro- und Makroalgen.</p>
<h2>Stärken und Ziele von EnAlgae</h2>
<p>Die hohe Bevölkerungsdichte und der ausgeprägte Industrialisierungsgrad im Nordwesten Europas bedeuten Vor- und Nachteile. So bieten ein dichtes Netzwerk an Forschungsinstituten und hochqualifiziertes Personal auf der einen und ein hoher Energiebedarf auf der anderen Seite Chancen und Konflikte für die Weiterentwicklung der Länder Nordwesteuropas.</p>
<p>Ein wesentlicher Ansatz des <a title="Internetseite EnAlgae Projekt" href="http://www.enalgae.eu/index.html" target="_blank">EnAlgae Projekts</a> ist es, die verfügbaren Vorteile der Region zu nutzen und die Nachteile abzuschwächen. Das Projekt zur energetischen Nutzung von Algen hat hauptsächlich 3 Ziele:</p>
<ul>
<li>Gewinnung eines besseren Verständnisses für die Algenkultivierung</li>
<li>Erzeugung von regenerativer Bioenergie</li>
<li>Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen (THG)</li>
</ul>
<p>Die 19 Teilprojekte in den 7 Mitgliedsstaaten umfassen die Stadien Produktentwicklung, Betrieb von Pilotprojekten und die Unterstützung der Markteinführung. Dabei sollen vor allem die Synergien im Bereich Know-How und Finanzen genutzt werden, die durch eine Bündelung verschiedener Institute auf engem Raum vorhanden sind.</p>
<p>Ein weiterer Vorteil liegt in der besseren Koordination der unterschiedlichen Ansätze der Algenforschung. Doppelte Forschungsarbeit an identischen Themen soll verhindert werden. Außerdem wird durch eine gezielte Rücksprache im Bereich der Algenkultivierung eine bessere Positionierung Europas im internationalen Wettbewerb mit Ländern wie den USA, China oder Australien erreicht.</p>
<p>Das Vorhandensein von 9 Pilotanlagen zur Algenkultivierung innerhalb der EnAlgae Partner ist eine weitere Stärke. Diese Konstellation erlaubt eine breite Erforschung der Wasserpflanzen unter verschiedensten Bedingungen an mehreren Standorten gleichzeitig.</p>
<h2>EnAlgae Teilnehmer aus Deutschland</h2>
<p>In Deutschland gibt es verschiedene Standorte an denen die Kultivierung von Algen getestet oder in größerem Maßstab bereits durchgeführt wird. Die größte und bekannteste Algenfarm in Deutschland oder sogar Europa ist sicherlich Algomed in Klötze. An dem Standort in Sachsen-Anhalt werden Mikroalgen (Chlorella, Aphanizomeon, Spirulina) für Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel angebaut. Sehen Sie hierzu auch den Artikel zur <a title="Algenforschung und Algenfarm in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-aus-algen-und-jatropha-erobert-zunehmend-die-zivile-luftfahrt/">Algenkultivierung in Deutschland</a>.</p>
<p>Aus deutscher Sicht sind drei Einrichtungen direkt an EnAlgae beteiligt.</p>
<ul>
<li><a title="Pressemitteilung der FNR zu EnAlgae" href="http://www.nachwachsenderohstoffe.de/presseservice/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/archive/2011/september/article/energie-aus-algen/?tx_ttnews[day]=27&amp;cHash=6f6efd8c5db9ceea187efa680de6e7e8" target="_blank">Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe</a> (FNR) | Gülzow</li>
<li><a title="Pressemitteilung des KIT zu EnAlgae" href="http://www.kit.edu/besuchen/pi_2011_8116.php" target="_blank">Karlsruher Institute für Technologie</a> (KIT) | Karlsruhe</li>
<li>Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) | Saarbrücken</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen zu EnAlgae finden Sie auf den Internetseiten der deutschen Partner des Algenprojekts für Nordwesteuropa. Der unterlegte Link in der Aufzählung führt direkt zu den Pressemitteilungen.</p>
<p>Mich wundert, dass der vergleichsweise starke <a title="Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/">Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</a> nicht mit einem Standpunkt in Deutschland vertreten ist. Vielleicht bin ich an dieser Stelle aber auch zu lokalpatriotisch.</p>
<p>Ich bin gespannt, welche Organismen und Forschungsschwerpunkte sich konkret ergeben werden und hoffe, dass EnAlgae der energetischen Nutzung von Algen in Europa zu einem Durchbruch verhelfen wird.<br />
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