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	<title>Biomasse-Nutzung &#187; Biokraftstoffe</title>
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		<title>Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 05:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-verband-botschafter/" title="Permanent link to Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Verbreiten-der-Nachricht-über-Bioenergie-Verbände-Deutschland.jpg" width="320" height="313" alt="Bild zu Bioenergie-Kampage mit Ghettoblaster Fahrad " /></a>
</p><p>Obwohl die verschiedenen Bioenergie-Verbände in Deutschland sicher professionellere Wege gehen um ihre Meinung kundzutun als der junge Mann auf dem Foto, ist es nicht einfach, sich in der bunter und lauter werdenden Energiebranche Gehör zu verschaffen. Die Kreativität und das handwerkliche Geschick der mobilen Musikanlage sind zumindest inspirierend! Mehr als jemals zuvor ist es aktuell notwendig sich für die Bioenergie gemeinsam stark zu machen und dem oft sehr monotonen Song mit dem immer gleichen Refrain über die Gefahren der Bioenergie, auch ein paar helle Melodien beizumischen. Bioenergie ist nicht der Ursprung allen Übels in unserer Welt, wie man beim aktuellen Lesen ausgewählter Medien leider schnell glauben könnte. Gut, dass es noch die Bioenergie-Verbände gibt!</p>
<p><em>Dieser Artikel ist der fünfte Artikel innerhalb einer kleinen <a title="Bioenergie Kampagne für Biogas Biokraftstoffe Holz" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">Bioenergie-Kampagne</a> zur Stärkung der Nachfrage nach Biogas, Biokraftstoffen und holzartiger Biomasse.</em></p>
<h2>17 Verbände werben um ihre Mitgestaltung der Bioenergie</h2>
<p>Deutschland ist ein Land der Verbände. Viele Mitbürger und Fachleute organisieren sich in Verbänden, um ihre Interessen und Vorstellungen von der Entwicklung der Gesellschaft zu bündeln.</p>
<p>In Deutschland findet man ein buntes Spektrum an Verbänden, die mit ihrer eigenen Perspektive auf die Welt der Bioenergie schauen. Verbände sind die Interessenvertretungen der Bioenergiebranche, die sich im Moment auf vielen Schauplätzen rechtfertigen und verteidigen müssen.</p>
<p>Hier eine Auswahl an Verbänden, die sich mit der Weiterentwicklung der Bioenergie in Deutschland und teilweise Europa auseinandersetzen.</p>
<ul>
<li>Bundesverband BioEnergie (BBE)</li>
<li>Biogasrat e.V.</li>
<li>Bundesverband Pflanzenöle (BVP)</li>
<li>Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA)</li>
<li>Bundesverband Hydrothermale Carbonisierung (HTC)</li>
<li>Bundesverband Brennholzhandel und –produktion (BBB)</li>
<li>Bundesverband Dezentraler Ölmühlen und Pflanzenöltechnik BDOel</li>
<li>Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE)</li>
<li>Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK)</li>
<li>Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe (BBK)</li>
<li>Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe)</li>
<li>Deutscher Bauernverband (DBV)</li>
<li>Deutscher Energieholz- und Pelletverband (DEPV)</li>
<li>Fachverband Biogas</li>
<li>Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</li>
<li>Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)</li>
<li>Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID)</li>
</ul>
<p>In einem weiteren <a title="Auflistung und Übersicht Biomasse Verbände" href="http://www.biomasse-nutzung.de/11-bedeutende-verbande-der-biomasse-nutzung-in-deutschland/">Artikel zu Biomasse-Verbänden</a> finden sie die Links zu den einzelnen Verbänden und deren Standorte. Suchen sie sich den Verein oder die Verbände heraus, die ihren Interessen, ihrer Mentalität oder ihrem Wohnsitz am nächsten sind.</p>
<p>Wenn sie Lust dazu haben oder die Verantwortung verspüren, mehr zur Entwicklung einer regenerativen Energielandschaft von Morgen beizutragen, dann erkundigen sie sich bei den Verbänden, auf welche Art das möglich ist. Für jedes Talent und für jeden Zeitaufwand gibt es Möglichkeiten, um das Bioenergieboot für die Fahrt auf den Ozeanen der Energiewirtschaft weiter vorzubereiten – viel Pathos, aber es stimmt!</p>
<h2>Aktiv zur Energiewende beitragen und in einem Bioenergie-Verband engagieren</h2>
<p>Die Vorstellung von der grünen Energiewende lässt sich wunderbar in Gedanken träumen oder man kann stundenlang über eine Welt post-oil philosophieren. Ändern tut sich dadurch aber erst mal nur wenig und wir greifen weiter auf die etablierten fossilen Energieträger zurück und wir HEIZEN den Klimawandel im wörtlichen Sinne wahrscheinlich weiter an.</p>
<p>In der Eingangshalle der Humboldt-Universität zu Berlin hat mich ein Zitat von Karl-Marx immer geradezu provoziert.</p>
<div id="attachment_6044" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px">
	<img class="size-full wp-image-6044" title="Handeln im Bioenergie Verband Karl Marx Zitat Humbolt Universität" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Handeln-im-Bioenergie-Verband-Karl-Marx-Zitat-Humbolt-Universität.jpg" alt="Foto Humbold Universität Karl Marx" width="340" height="206" />
	<p class="wp-caption-text">Handeln sie als Bioenergie-Botschafter in einem Verband</p>
</div>
<p>Jetzt mag man über die Ideen von Karl-Marx denken was man möchte und man kann auch sehr unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob philosophieren nicht sogar der Anfang allen bewussten Handelns ist. Fakt ist aber, dass wir die erneuerbare Energiewende nur dann schaffen, wenn wir als Bürger mit Aktionen oder als Verbraucher mit bewussten Handlungsanpassungen auch dazu beitragen.</p>
<p>Vor allem die Biokraftstoffbranche als Vertreter der flüssigen Bioenergie hat aktuell stark unter der politischen Unentschlossenheit zu leiden und muss mit dem Einsetzen für die Fortsetzung der Steuerbegünstigung für Bioreinkraftstoffe (im Koalitionsvertrag festgeschrieben!) und der ILUC-Debatte teilweise um ihr Überleben kämpfen.</p>
<p>Die Bundesregierung hat mit dem zügigen und fast schon fluchtartigen Atomausstieg einen mutigen, aber auch schwierigen Weg geebnet, auf dem wir die Energiewende nun auch gemeinsam gehen sollten.</p>
<p>Zum Abschluss des Artikels möchte ich mich für den etwas belehrenden und moralisierenden Ton entschuldigen, mit dem ich sie in den 10 Artikeln der kleinen Bioenergie-Kampagne immer wieder konfrontiere. Danke, dass sie das durchhalten! Bei ihnen als den Lesern des Bioenergie-Blogs sind diese auffordernden Worte eigentlich am wenigsten nötig, aber wahrscheinlich auch am fruchtbarsten.</p>
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		<title>Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 05:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RonKir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biokraftstoff-kongress-bioenergie/" title="Permanent link to Biokraftstoff-Kongress 2012: Aufbruchs- und Endzeitstimmung unter einem Dach"><img class="post_image aligncenter frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Biokraftstoff-Kongress-Kraftstoffe-der-Zukunft.jpg" width="420" height="279" alt="Bild Biokraftstoff-Kongress Kraftstoffe der Zukunft" /></a>
</p><p>Bereits zum 9.Mal haben sich Vertreter der Energiewirtschaft zum jährlich stattfindenden <a title="Internetseite Biokraftstoff-Kongress" href="http://event.bioenergie.de/" target="_blank">Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“</a> versammelt, um über Potentiale, Hemmnisse und Lösungsansätze der Biokraftstoffbranche zu diskutieren. Wer aber ein harmonisches Zusammentreffen von Bioenergie-Enthusiasten erwartet hat, bei dem das gemeinsame Branchen-Mantra gesungen wird, der wurde enttäuscht. Vor allem die offen ausgefochtene Debatte zum Thema ILUC und dem Umgang mit der Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe beschreiben die kritische Katharsis, der sich die Bioenergiebranche weiterhin stellt.</p>
<h2>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss gepfiffen werden“</h2>
<p>Der diesjährige Biokraftstoff-Kongress fand erneut auf dem Gelände des Berliner ICC statt und wurde von 500 Teilnehmern aus 26 Nationen besucht. Organisiert wurde die Veranstaltung wie gewohnt vom <a title="Bundesverband BioEnergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverband BioEnergie (BBE)</a> und der <a title="UFOP" href="http://www.ufop.de/" target="_blank">Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)</a>.</p>
<p>Ein buntes Besucherfeld und ein breit angelegtes Themenspektrum bei der Auswahl der Referenten haben zu einem interessanten Dialog auf dem 2-tägigen Biokraftstoff-Kongress geführt, bei dem alle drei Bioenergiezweige (Biogas, Biokraftstoffe und holzartige Biomasse) elegant miteinander verwoben wurden.<br />
Insofern verdeutlicht schon die Auswahl der Themen, dass die Bioenergiebranche bei allen Tendenzen zu einer weiteren Aufsplitterung immer auch eine gemeinsame Basis behalten wird. Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden in Zukunft noch viel häufiger flexibel ineinander überwechseln (Gasification, Liquified BioGas etc.).</p>
<p>Vor dem Hintergrund des Fukushima-Unglücks in Japan im vergangen Jahr und dem daraus resultierenden Beschluss zur Energiewende in Deutschland, wurden die Erneuerbaren Energien eigentlich schon als ein „Gewinner“ der schockierenden KKW-Katastrophe gesehen. Aber von diesem Optimismus ist zumindest in der Biokraftstoffbranche nicht viel zu spüren. Dafür gibt es aktuell zu viele politische Hemmnisse und sogar Rückschläge, weshalb vor allem die Biodieselbranche in Europa auf eine düstere Zukunft zusteuern könnte.</p>
<p>„Lippen spitzen reicht nicht, jetzt muss auch gepfiffen werden“ ist deshalb ein Zitat von Helmut Lamp (Vorsitzender des BBE), welcher damit die Politik zu einem entschlosseneren Handeln auffordert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung soll doch bitte mindestens die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen zur Entspannung der aktuellen Biokraftstoffsituation umsetzen.</p>
<p>Statt dem Verzetteln mit verwaltungstechnischen Fragen, müssen die Maßnahmen zur Wiederbelebung des Bioreinkraftstoffmarkts in Angriff genommen werden, mahnte auch Dr. Klaus Kliem (Vorsitzender der UFOP).</p>
<p>Versöhnlich zeigte sich Herrn Clemens Neumann (Abteilungsleiter beim BMELV) und betonte, dass Biokraftstoffe eine tragende Säule innerhalb der Dekarbonisierungsstrategie der Bundesregierung bilden, man dabei aber bitte nicht vergessen darf, dass es immer auch andere Interessen (Artenschutz, Flächennutzung etc.) gibt, die beim Ausbau der Bioenergie berücksichtigt werden müssen.</p>
<h2>Evolution der Energiewirtschaft = Evolution der fossilen Energieunternehmen?</h2>
<p>Auf dem Biokraftstoff-Kongress waren auch Vertreter der großen Mineralölunternehmen Shell und Total  anwesend, die ihre eigene Bioenergie-Strategie und die bisherigen Erfahrungen mit der Biokraftstoff-Produktion vorgestellt haben. Somit waren auf dem Biokraftstoff-Kongress auch 2 der 10 umsatzstärksten Unternehmen der Welt vertreten. Ist das nun gut oder schlecht für die noch vergleichsweise kleine Biokraftstoff-Branche?</p>
<p>Meiner Meinung nach ist das ein zweischneidiges Schwert, denn nach dem Ausstieg beim <a title="BtL Biokraftstoff Choren in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">BtL-Project von Choren in Deutschland</a> ist Shell in den USA und in Brasilien weiterhin in mehrere innovative Biokraftstoff-Projekte involviert (Codexis, Virent, Raizen).</p>
<p>Somit fließt ein Teil der Petrodollar auch in die Entwicklung von neuen Biokraftstoffkonzepten. Positiver formuliert finden somit also eine Partnerschaft und hoffentlich eine fließende Evolution von den fossilen zu den erneuerbaren Energieträgern statt. So könnten beispielsweise die Erkenntnisse des zweiten Hauptverfahrens (Fischer-Tropsch) bei der fossilen <a title="GtL Shell Pearl" href="http://www.biomasse-nutzung.de/btl-kraftstoff-pearl-biomass-liquid/">GtL-Herstellung von Shell Pearl</a> in Katar auch für die Entwicklung von Biomass-to-Liquid (BtL) verwendet werden. <a title="Biokraftstoffe der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-biokraftstoffe-2-generation/">Biokraftstoffe der nächsten Generation</a> profitieren also auch von den riesigen Investitionen der Mineralölunternehmen.</p>
<p>Wie lange diese Evolution von fossilen zu regenerativen Energieträgern letztlich dauern wird, dass werden die etablierten Mineralölunternehmen in jedem Fall entscheidend mit beeinflussen.</p>
<h2>Eine unbequeme Wahrheit über Energieprodukte</h2>
<p>Die direkte Konkurrenz mit den fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe leider noch nicht für sich entscheiden. Die Klimabilanz von Biokraftstoffen ist in der Mehrheit zwar deutlich besser als bei den fossilen Kollegen, aber dieser Aspekt zählt leider noch zu wenig beim Verbraucher.</p>
<p>Damit sind wir bei einer „unbequemen Wahrheit“, wie es Elmar Baumann (Geschäftsführer des <a title="Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie VDB" href="http://www.biokraftstoffverband.de/" target="_blank">VDB</a>) auf dem Biokraftstoff-Kongress genannt hat. Mit dieser etwas enttäuschenden, aber realistischen Einschätzung werden im Moment noch fast alle erneuerbaren Energieträger konfrontiert.</p>
<p>Der Preis von Energieprodukten ist immer noch das entscheidend Marktzugangskriterium. Verbraucher entscheiden sich bei der Auswahl ihrer Energieprodukte (Strom, Wärme, Gas, Kraftstoffe) in der überwiegenden Mehrheit ganz einfach auf Grund des niedrigsten Preises.</p>
<p>Bis zu dem Zeitpunkt, an dem externe Kosten (Umweltschäden) oder die Klimabilanz (der CO2-Handel entwickelt sich schon) eines Energieprodukts nicht wirklich in seine Preisfestsetzung einfließen, werden es Biokraftstoffe sehr schwer haben, überhaupt vom Verbraucher nachgefragt zu werden. Marktakzeptanz von Kraftstoffen regelt sich über den Preis. That’s it!</p>
<p>Eine schwer zu schluckende Pille für alle erneuerbaren Energien.</p>
<p>Eine Ausnahme bilden hier die festen Bioenergieträger (<a title="Niedrige Heizkosten mit Holzpellets und Hackschnitzeln" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/">Pellets, Hackschnitzel</a> etc.) welche schon heute mit einem Preisvorteil von etwa 40 Prozent gegenüber Heizöl oder Heizgas punkten können.</p>
<p>Der Anteil an EE-Strom soll bis 2050 auf 60 Prozent steigen und wir müssen Möglichkeiten finden, um die Erneuerbaren möglichst kosteneffizient in den Energiemarkt zu integrieren.</p>
<div id="attachment_6062" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px">
	<img class="size-full wp-image-6062" title="Diskussion Biokraftstoff-Kongress BBE UFOP" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Diskussion-Biokraftstoff-Kongress-BBE-UFOP1.jpg" alt="Diskussion beim Biokraftstoff-Kongress vom Bundesverband Bioenergie" width="420" height="284" />
	<p class="wp-caption-text">Die Biokraftstoffbranche hat sich auf dem Kongress auch den kritischsten Themen gestellt</p>
</div>
<h2>ILUC-Debatte: zerstört sich Europa seine Option für nachwachsendes Öl?</h2>
<p>Eine schwierige Frage, die sich mir vor allem während der zahlreichen ILUC-Präsentationen (<a title="ILUC-Debatte Biokraftstoffe Faktor" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">Indirect Land Use Change) für Biokraftstoffe</a> gestellt hat.</p>
<p>Dieses problematische Thema wurde auch auf dem Biokraftstoff-Kongress nicht ausgeblendet, sondern im Gegenteil sehr intensiv und vielschichtig diskutiert. Seit der Veröffentlichung der IFPRI-Studie zum Thema ILUC geht in der Biokraftstoffbranche ein schwer greifbares  Gespenst um, welches damit droht, einen Großteil der Branche, inklusive der Arbeitsplätze und getätigten Investitionen zu vernichten oder zumindest um viele Jahre zurückzuwerfen.</p>
<p>Ich kann die ILUC-Erkenntnisse die auf dem Kongress präsentiert wurden leider nicht in einem kleinen Abschnitt zusammenfassen, weil selbst viele von den Vortragenden, die sich intensiv mit ILUC beschäftigen (Pro- und Contra-Akteure), zu gleichen Teilen verunsichert wirkten. ILUC ist ein unglaublich komplexes und abstraktes Thema. Die Auswirkungen eines ILUC-Faktors, bei dem man beispielsweise pauschal 40 g CO2/ km auf die Klimabilanz aller Biokraftstoffe aufschlagen würde, wären dramatisch und in letzter Konsequenz könnte sogar die komplette Biodieselbranche in Europa zusammenbrechen.</p>
<p>ILUC war sicher das Thema, welches auf dem Biokraftstoff-Kongress für das größte Unbehagen gesorgt hat.</p>
<p>Die übertriebene Reduzierung der Vorteile von einer sicheren, nachwachsenden Menge an Öl innerhalb Europas auf die reine Klimabilanz ist doch sehr traurig und eindimensional. Und damit drücke ich mich noch ziemlich vorsichtig aus. Besonders wenn man den doch sehr fragwürdigen Modellansatz bedenkt. Immerhin gesteht die IFPRI-Studie ein, dass sie 25 Ungenauigkeiten aufweist.</p>
<p>Die EU-Politik bemüht sich so sehr um den Klimaschutz, dass sie sich bei der Auswahl ihrer Mittel lieber selbst geißelt, als wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor zu leisten. Biokraftstoffe können ab sofort eine CO2-Reduzierung von mindestens 35 Prozent gegenüber den fossilen Kraftstoffen erreichen. Das ist uns aber zu wenig und wir möchten gleich 60 Prozent CO2-Einsparung für Biokraftstoffe bis 2018 (EU-Richtlinie) sicherstellen. Möglicherweise wird das darin resultieren, dass wir im Verkehrssektor mittelfristig gar keine nennenswerten CO2-Einsparungen erreichen.</p>
<p>Und wenn wir diese ILUC-Büchse der Pandora für Biokraftstoffe schon öffnen möchten, dann sollten wir es konsequenterweise für jegliche Form der Landnutzung tun. Denn wenn wir diesen nur logischen Folgeschritt auslassen, dann werden genau die gleichen wertvollen Flächen in Indonesien einfach der Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetik zum Opfer fallen. Und jetzt mit Diskutieren anzufangen, ob man für ein Shampoo Regenwald abholzen darf, aber für ein Biokraftstoff nicht, finden wir glaube ich alle ziemlich absurd &#8211; oder?</p>
<p>Ich beneide die politischen Entscheidungsträger nicht, denn wahrscheinlich können sie bei der ILUC-Problematik und den vielschichtigen Interessen kein wirklich befriedigendes Ergebnis erreichen.</p>
<p>In dem Blogartikel „<a title="Blogartikel von Karsten Wiedemann zu ILUC" href="http://www.ee-blog.de/2012/01/biokraftstoffe-wenn-die-guillotine-fallt/" target="_blank">Wenn die Guillotine fällt</a>“ von Karsten Wiedemann (Bioenergie-Redakteur neue energie) fasst er die ILUC-Problematik, wie er sie auf dem Kongress erlebt hat, sehr ausgewogen zusammen.</p>
<h2>Gasförmige, flüssige und feste Bioenergie werden zunehmend verschmelzen</h2>
<p>Wie auf diesem Blog demonstriert, kann die Bioenergie bekanntlich in die 3 Säulen der gasförmigen, flüssigen und holzartigen Bioenergie unterteilt werden. Die Vorträge auf dem Kongress haben gezeigt, dass sich diese 3 Bioenergiesektoren mittelfristig immer mehr vereinen lassen und die strikte Trennung entfallen kann.</p>
<p>Dieses langsame Verschwimmen der Bioenergieträger demonstriert genau die Flexibilität, welche eine Kerneigenschaft und ein großer Vorteil der erneuerbaren Bioenergie ist. So kann feste Biomasse in ein Gas und bei Belieben anschließend auch noch in eine Flüssigkeit verwandelt werden.</p>
<p>Die Technologie der Biomasse-Vergasung als Grundlage für die Herstellung von Biokraftstoffen wird wohl noch einige Jahre F&amp;E benötigen, bis sie in großem Maßstab genutzt werden kann. Im österreichischen Güssing gibt es aber bereits erfolgreiche Gasification-Versuche im Technikums-Maßstab zur Herstellung von Syngas.</p>
<p>In Ulm wird die Biomasse-Vergasung bereits seit dem Ende des vergangenen Jahres im <a title="Holzgas-Kraftwerk Ulm Biomasse-Vergasung" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,797058,00.html" target="_blank">ersten deutschen Holzgas-Kraftwerk</a> angewendet und versorgt auf diesem Wege 20.000 Menschen mit Wärme.</p>
<p>Ein weiteres interessantes Konzept, dem ich auf dem Biokraftstoff-Kongress begegnet bin, ist die Herstellung von Liquified BioGas, welches man in Anlehnung an die fossilen Kraftstoffe auch LBG nennt. Wie der Name schon vermuten lässt, ist LBG eine verflüssigte Form des Biomethans und kann in diesem Zustand neue Transportwege erschließen ohne auf Erdgasleitungen angewiesen zu sein.</p>
<h2>Nachhaltigkeitszertifizierung für Bioenergie startet durch</h2>
<p>Die Aufbruchsstimmung im Bereich der Biokraftstoffe ist ganz eindeutig im Umfeld der Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse für die Herstellung von Biokraftstoffen zu finden.</p>
<p>Somit ist das aktuelle Hoch (Nachhaltigkeitszertifizierung) und das aktuelle Tief (ILUC-Debatte) eng miteinander verbunden und innerhalb der verschiedenen Biokraftstoff-Akteure werden Interessenkonflikte sicher nicht ausbleiben.</p>
<p>Denn was bringt es der Biokraftstoffbranche mittelfristig, wenn man zwar die höchsten Nachhaltigkeitsstandards aller landwirtschaftlichen Produkte aufweisen kann, es aber gleichzeitig keine EU-Nachfrage nach diesen idealen Biokraftstoffen gibt, weil kaum ein Biokraftstoff die eventuell kommenden Standards (ILUC) erfüllen kann. Und außerhalb Europas kann man Biokraftstoffe auch ohne Nachhaltigkeitszertifikat verwenden.</p>
<p>Aktuell sind jedenfalls 7 Zertifizierungssysteme erfolgreich akkreditiert und es wird erwartet, dass in diesem Jahr etwa 20 weitere Systeme hinzukommen werden.</p>
<h2>Die Realität erkennen und trotzdem optimistisch bleiben</h2>
<p>Der Journalist Jacob Schlandt (Berliner Zeitung) war auf dem Biokraftstoffkongress einer der Moderatoren und hat bei der vom ihm moderierten Session die kühne Frage gestellt, was sich die Podiumsteilnehmer für eine Situation der Biokraftstoffbranche 2020 wünschen würden, wenn sie fern ab der Realität einfach mal „frei träumen“ dürfen.</p>
<p>Leider hat sich keiner der anwesenden Branchenvertreter zu einer kleinen Vision hinreißen lassen. Mich hat das ein bisschen enttäuscht, aber diese Einstellung basiert sicher auf den harten Erfahrungen, welche die Biokraftstoffbranche und ihre Interessenvertreter in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue machen mussten.</p>
<p>In der Realpolitik sind glaube ich alle Branchenvertreter nun sehr sattelfest und abgehärtet. Ich finde es wird Zeit, mal wieder etwas positive Energie und Vision in die Welt der Biokraftstoffe zu spülen. Wie der Kongress nämlich auch gezeigt hat, gibt es die bei allen Wolken auch.</p>
<p>Im nächsten Jahr gibt es dann den 10 Biokraftstoff-Kongress, der mit dem 15-jährigen Bestehen des BBE zusammenfällt. Hoffentlich wird es abgesehen von dem Jubiläum noch viele Gründe mehr zum Feiern geben.</p>
<p>Vielen Dank an den BBE und die UFOP, dass sie mich als Bioenergie-Blogger zu der Veranstaltung der Bioenergie-Gemeinschaft eingeladen haben!</p>
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		<title>Umrüstung des eigenen PKW auf Bioreinkraftstoffe schützt Klima und spart Geld</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 05:34:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/umrustung-des-eigenen-pkw-auf-bioreinkraftstoffe-schutzt-klima-und-spart-geld/" title="Permanent link to Umrüstung des eigenen PKW auf Bioreinkraftstoffe schützt Klima und spart Geld"><img class="post_image alignnone frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Ferrari-Umrüstung-auf-Bioreinkraftstoff-E85.jpg" width="499" height="187" alt="Bild mit Ferrari der auf E85 Biokraftstoff umgerüstet ist" /></a>
</p><p>Man muss sicher keinen Ferrari oder Rennwagen fahren, um einen Bioreinkraftstoff wie E85 tanken zu können. Der Einsatz ist aber mittlerweile auch in diesen Hochleistungsautos möglich. Das Kraftstoffangebot an deutschen Tanksäulen hat sich in den vergangen Jahren stark verändert und erscheint manchmal wie ein richtiges Tohuwabohu. Mit dem vorliegenden Artikel innerhalb der Bioenergie-Kampagne „<a title="Bioenergie Kampagne" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/">10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie</a>“ möchte ich für 3 dieser Bioreinkraftstoffe (E85, B100, Biomethan) etwas Werbung machen. Rückblickend betrachtet, hätten sich viele Bioenergie-Enthusiasten auch etwas mehr Aufklärung oder gutes Produkt-Marketing bei der <a title="Einführung E10 in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/ ">E10-Einführung</a> im vergangenen Jahr gewünscht.</p>
<h2>Bioreinkraftstoffe unterstützen Klimaschutz im Verkehrssektor</h2>
<p>Biokraftstoffe sind die einzige Kraftstoffalternative, welche wir schon heute nutzen können, um den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid im Verkehrssektor deutlich zu reduzieren und somit aktiv zur Energiewende und zum Klimaschutz beizutragen.</p>
<p>Über die gesamte Nutzungskette betrachtet, fällt der Ausstoß des Treibhausgases Nr. 1 beim Einsatz von Biokraftstoffen um etwa 30 – 50 Prozent geringer aus als bei den fossilen Kollegen. In den kommenden Jahren werden diese Werte entsprechend den Anforderungen der Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe sogar noch höher ausfallen müssen (60% bis 2018).</p>
<p>Ich hätte an dieser Stelle gerne Emissionswerte der verschiedenen Kraftstoffe pro gefahrenen Kilometer zum Vergleich präsentiert. Zu diesem komplexen Thema ist es allerdings aktuell noch sehr schwierig eindeutige Angaben einer möglichst neutralen Quelle (Bundesministerien, ADAC etc.) zu finden. Die wenig anschaulichen Prozentangaben müssen deshalb leider genügen, um sie von der klimaschützenden Qualität der Bioreinkraftstoffe zu überzeugen.</p>
<p>Mittelfristig wird mit Sicherheit auch der Einsatz von mit EE-Strom betankten Elektrofahrzeugen einen großen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor leisten. Bei allen Anstrengungen werden aber bis zum Jahr 2020 „nur“ etwa 1 Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zugelassen sein, was bei 42 Millionen PKW einen Marktanteil von etwa 2,5 Prozent ausmachen wird.  Einen ambitionierten Klimaschutz stelle ich mir anders vor.</p>
<h2>Umrüstung auf Bioreinkraftstoff E85 rentiert sich bereits nach 1,5 Jahren</h2>
<p>Verbrennungsmotoren sind nicht so klimafreundlich wie Elektroantriebe die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dafür haben Verbrennungsmotoren und Biokraftstoffe den Charme, dass sie schon heute beim Autohändler, beziehungsweise an der Tankstelle verfügbar sind.<br />
Man kann mit der Umrüstung des eigenen PKWs auf Bioreinkraftstoffe außerdem Geld sparen.</p>
<p>Vor allem für Fahrzeugflotten von Unternehmen und Speditionen kann sich die Beschäftigung mit dem Thema Umrüstung auf Bioreinkraftstoffe schnell rechnen. Den Aussagen des Biogasrat zur Folge hat die Fahrzeugflotte des Bundestages mittlerweile auf den Biokraftstoff Biomethan umgestellt. Hierbei ist Biomethan ein neuer Vertreter unter den Bioreinkraftstoffen, der bisher noch wenig im Bewusstsein der Autofahrer vertreten ist.</p>
<p>Wie viel Geld man sparen kann und wie lange es dauert, bis sich die Umrüstung des eigenen Wagens auf den neuen Bioreinkraftstoff amortisieren, zeigt dieser <a title="Amortisationsrechner Bioreinkraftstoffe E85" href="http://www.amortisationsrechner.de/" target="_blank">Amortisationsrechner</a>. Der Rechner ermöglicht den Vergleich von verschiedenen Alternativkraftstoffen (Autogas, Ethanol, Erdgas, Pflanzenöl) mit Benzin.</p>
<p>Bei einem aktuellen Preis von etwa 1,08 Euro pro Liter rentiert sich die Umrüstung des Motors auf E85 bereits nach etwa anderthalb Jahren. Die Umrüstung in einer Werkstatt ist schnell erledigt und kostet etwa 600 Euro. Wenn sie direkt in einen Neuwagen investieren, der E85 tauglich ist, dann sparen sie natürlich bereits ab der ersten Tankfüllung.</p>
<p>Eine empfehlenswerte Internetseite für Informationen rund um den Bioreinkraftstoff E85 ist <a title="Bioreinkraftstoff E85 Umrüstung Fahrzeug Bioethanol" href="http://e85.biz/" target="_blank">E85.biz</a>.</p>
<h2>Biokraftstoffe an der Tankstelle selber mischen?!</h2>
<p>Sie können auch ohne Umrüstung ihres PKW das Klima schützen und Geld sparen. Die CO2- und Euro-Ersparnis ist in diesem Fall zwar nicht so groß, aber sie haben auch einen geringeren persönlichen Aufwand.</p>
<p>Wie ist das möglich?</p>
<p>Einige Anbieter (z.B. Mercedes) garantieren meines Wissens, dass alle ihre Modelle auch Kraftstoffmischung bis E20 problemlos vertragen. Von mehreren Autofahrern im Kreise der Bioenergie-Akteure habe ich bereits gehört, dass sie sich ihren Ethanolanteil an der Tankstelle seit Jahren selber mischen und bisher keine Probleme damit hatten.</p>
<p>Das Tankprozedere sieht hierbei folgendermaßen aus:</p>
<ol>
<li>Sie füllen den Tank ihres Benziners zu 4/5 mit E10.</li>
<li>Sie geben dem Tankwart ein Zeichen, dass er diesen Zwischenbetrag speichert und ihre Zapfsäule wieder auf Null stellt.</li>
<li>Sie füllen den verbleibenden Rest ihres Tanks mit E85.</li>
<li>Sie bezahlen beide Tankmengen.</li>
<li>Sie fahren mit einer klimaschonenderen Tankmischung zwischen E15 und E22 davon.</li>
</ol>
<p>Hier finden sie einen kleinen Erfahrungsaustausch zum <a title="Biokraftstoff Verhältniss selber mischen" href="http://www.ethanol-tanken.com/index.php?dat=6&amp;action=show_theme&amp;id=1376&amp;topic=4&amp;s_name=Probleme%20und%20Risiken&amp;sub_topic_id=2" target="_blank">Tanken von Bioreinkraftstoffen</a> mit weitaus höheren Verhältnissen bis hin zu 50-50-Mischungen.</p>
<p>Ich habe bisher von keinem Fall gehört, in dem die 80-20-Tankfüllung zu Problemen geführt hat, aber Garantien für dieses kreative Tankverhalten kann ich leider nicht geben.</p>
<p>Wer dieses kleine Abenteuer an der Zapfsäule ausprobieren möchte, sollte sich bitte vorher bei seinem Autohersteller oder im Netz informieren, um die Risiken für das eigene Modell besser abzuschätzen. Pro Liter E85 sparen sie aktuell etwa 40 Cent.</p>
<h2>FlexFuel zur Überwindung des großen Nachteils von Bioreinkraftstoffen</h2>
<p>Wo ist der Haken? Eine Frage die man sich nach dem bisher Geschriebenen stellen kann. Hört sich doch alles ganz gut an. Ich kann Geld sparen und zusätzlich einen kleinen Beitrag leisten, um meinen Kindern und Enkeln ein weniger turbulentes Klima zu  hinterlassen. Also auf geht’s!?</p>
<p>Ganz so einfach ist es nicht und es gibt einen wichtigen Schwachpunkt, den man nicht vergessen sollte.</p>
<p>Der wichtigste Kritikpunkt für die Umrüstung auf Biokraftstoffe ist aktuell sicher die geringe Dichte von Tankstellen, die Bioreinkraftstoffe (B100, E85) anbieten. Es sollte deshalb berücksichtigt werden, dass die Umstellung des Motors auf einen Bioreinkraftstoff neben den genannten Vorteilen leider auch Einbußen in Bezug auf die Flexibilität beim Tanken bedeutet.</p>
<p>So ist als Konsequenz auf die Besteuerung von Biokraftstoffen im Jahr 2006 die Anzahl der Tankstellen mit einer B100-Zapfsäule von bundesweit 1.900 auf aktuell unter 200 zurückgegangen. Die Anzahl von Tankstellen die E85 anbieten, liegt den Angaben von <a title="Tankstellen Netz Bioethanol E85 Deutschland " href="http://www.ethanol-tanken.com/" target="_blank">Ethanol-tanken.com</a> bei aktuell 330. Auf der Internetseite finden sie auch nützliche Angaben zu E85-Tankstellen in ihrer Nähe oder den Kosten für eine Umrüstung ihres PKW.</p>
<p>Wer vor allem zwischen Großstädten pendelt, hat aber auch bei dem relativ dünnen Tankstellennetz die Bioreinkraftstoffe anbieten keine Probleme. Außerdem helfen entsprechende Smartphone-Apps oder Internetseiten darüber zu informieren wo sich die nächstgelegene E85-Tankstelle befindet.</p>
<p>Wenn sie mit dem Gedanken spielen einen Neuwagen zu kaufen, dann sollten sie sich trotzdem darüber informieren, welche Möglichkeiten für einen FlexFuel-Motor der Hersteller anbietet. In Brasilien werden seit Jahrzehnten mit FlexFuel-Fahrzeuge eingesetzt, um flexibel zwischen den Kraftstoffen wählen zu können, welche die Tankstelle anbietet. FlexFuel-Motoren gibt es als Benziner- oder Diesel-Variante.</p>
<p>Hier finden sie die Internetseite der <a title="FlexFuel Initiative für Bioreinkraftstoffe " href="http://www.ethanol-statt-benzin.de/mid347_Ueber-FFV.html" target="_blank">Flex-Fuel Initiative Deutschland</a>.</p>
<p><strong>Außerdem soll die Steuerbegünstigung für Bioreinkraftstoffe zum Ende des Jahres 2012 auslaufen!</strong> Bioenergie-Verbände wie der BBE setzen sich aktuell für die Fortsetzung der <a title="Steuerbegünstigung von Bioreinkraftstoffen über 2012" href="http://www.bioenergie.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1024:bbe-aktuell-022012-steuerbeguenstigung-biogener-reinkraftstoffe-auch-nach-2012-sicherstellen&amp;catid=14:branchennews&amp;Itemid=26" target="_blank">Unterstützung der Bioreinkraftstoffe</a> ein und ich gehe davon aus, dass die Verlängerung auch erreicht werden kann. Immerhin ist im Koaltionsvertrag schriftlich festgehalten, dass der Bioreinkraftstoffmarkt wiederbelebt werden soll.</p>
<p>Bevor an dieser Stelle keine definitive Fortsetzung der Steuerbegünstigung entschieden ist, sollte aber mit der Umrüstung des PKW noch gewartet werden.</p>
<h2>Fazit zu Bioreinkraftstoffen</h2>
<p>Energie-Projekte die mit größeren Investitionen und finanziellen Gewinnmöglichkeiten verbunden sind, haben natürlich auch ihre Risiken. Früher wurden uns diese Risiken von zentralen Energieversorgern abgenommen. Bei dezentralen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien werden diese Risiken nun von den dezentralen Anlagenbetreibern übernommen.</p>
<p>Bei der flüssigen Bioenergie, beziehungsweise dem Tanken von Bioreinkraftstoffen sind diese Risiken oder Unannehmlichkeiten (Tankstellennetz) aber nicht viel größer als bei jedem anderen Autokauf auch. Gerade beim Kauf eines Neuwagens lohnt sich deshalb die Prüfung der Bioreinkraftstoff-Variante. Bei der Umrüstung sollte außerdem die Anpassung des Tankverhaltens nicht unterschätzt werden.</p>
<p>Abschließend sind hier nochmal die Vorteile aufgelistet, auf die sie sich beim Tanken von Bioreinkraftstoffen freuen können:</p>
<ul>
<li>Sie sparen Geld</li>
<li>Sie schützen das Klima</li>
<li>Sie stärken die Bioenergie und tragen dazu bei, dass die Wertschöpfungsketten der Energieversorgung mehr in die Regionen Deutschlands verlagert werden</li>
</ul>
<p>Welche Erfahrungen haben sie mit Bioreinkraftstoffen gesammelt? Welche Gründe haben sie, dass sie ihren PKW nicht auf Bioreinkraftstoffe umrüsten?</p>
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		<title>10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 05:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RonKir</dc:creator>
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</p><p>„Was kann die Bioenergie für mich tun?“ &#8211; eine interessante Frage, mit noch interessanteren Antworten. Aber diese Frage soll ausnahmsweise nicht das Brennglas des Artikels, beziehungsweise dieser Artikelreihe sein. Vielmehr möchte ich einer Frage nachgehen, die langfristig betrachtet mindestens genauso wichtig für den Erfolg der Bioenergie-Gemeinschaft ist. Was kann ich für die Bioenergie tun? Gerne möchte ich sie dazu ermuntern, bei Entscheidungen zu ihrer persönlichen Energieversorgung oder der Energieversorgung ihres Unternehmens, bzw. ihrer Landwirtschaft noch stärker mit der erneuerbaren Bioenergie zu flirten.</p>
<p>Fordern sie die international gefragte Schönheit der Bioenergie zu einem leidenschaftlichen Tanz der Energie auf. Vor allem die Nachfrage sichert den langfristigen Erfolg der Bioenergie, deshalb hier 10 Vorschläge für einen Tanz mit der Bioenergie und eine Stärkung der Bioenergie-Branche.</p>
<h2>Bioenergie &#8211; exotisch und bekannt zugleich</h2>
<p>Abgesehen von der Braun- und Steinkohle sind die fossilen Energieträger in Deutschland eher Exoten und müssen von anderen Kontinenten importiert werden. Dabei möchte ich nicht auf die fossilen Energieimporte schimpfen, denn immerhin haben sie uns die komfortable Lebensweise, die viele von uns heute genießen, erst ermöglicht.</p>
<p>Die Energiewende, hin zu den erneuerbaren, dezentralen Energien, ist aber auch eine Rückbesinnung auf die Energiegaben die wir direkt vor unserer Haustür finden. Bio-, Sonnen- und Windenergie sind mehr oder weniger stark auf jedem Quadratmeter unseres Planeten zu finden.</p>
<p>Da wir in Europa und speziell in Deutschland unsere Energieprodukte mittlerweile aus einem mit fossilen und regenerativen Energieträgern bunt bestückten Regal auswählen können, möchte ich Ihnen einige Optionen nennen, wie Sie ganz direkt zur Förderung der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie in Deutschland beitragen können. Als Bioenergie-Enthusiast sehe ich das als meine gelegentliche Pflicht an und ich hoffe sie sehen mir diese einseitige Bewerbung von EINER der vielen Energieformen nach. Die Erneuerbaren Energien sind ein Team (!), aber ich spreche für die Bioenergie.</p>
<p>Die <a title="Vorteile der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-starken-der-bioenergie/  ">Vorteile der Bioenergie</a> sind hoffentlich weitgehend bekannt und sollen an dieser Stelle nicht nochmal extra aufgeführt werden.</p>
<h2>Nachfrage nach Bioenergieprodukten ist der Schlüssel zum Erfolg</h2>
<p>Was ist wichtig für den langfristigen Erfolg der Bioenergie?</p>
<p>Aus wirtschaftlicher Perspektive ist diese Frage relativ einfach zu beantworten. Wir brauchen eine weiterhin steigende Nachfrage nach Biomethan, Biokraftstoffen, Holzpellets und den anderen Bioenergieträgern! Neben der gesellschaftlichen Akzeptanz bildet die Nachfrage den wichtigsten langfristigen Erfolgsparameter.</p>
<p>Nur wenn die Bioenergieprodukte auch weiterhin interessant für die Energiekunden sind, wird auch in verbesserte Produktionsmöglichkeiten investiert.<br />
Interessierte Investoren werden nur dann in neue Produktionsanlagen und Technologien investieren, wenn eine Nachfrage nach dem entsprechenden Bioenergieprodukt besteht. Ein gutes Beispiel ist an dieser Stelle die Zukunft der Biokraftstoffe. Eine hohe Nachfrage nach Biokraftstoffen der 1. Generation ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass verbesserte Biokraftstoffe der zweiten und dritten Generation überhaupt bis zur Marktreife entwickelt werden.<br />
Wenn sie den Ausbau der Bioenergie aktiv unterstützen möchten und auf der Suche nach pragmatischen Möglichkeiten sind, dann finden sie im Folgenden 10 Vorschläge.</p>
<p>Sie müssen nicht gleich ihren Job kündigen, um sich einer Pro-Bioenergie-Kampagne anschließen und Spruchbänder vor den Zentralen der lokalen Energieversorger platzieren zu können. Wenn jemand dafür die Zeit, sowie eine clevere und humorvolle Ideen hat, ist das natürlich klasse. Aber man muss sein Leben gar nicht so drastisch ändern, um die erneuerbare Bioenergie zu unterstützen. Wie sagt man so schön „steter Tropfen höhlt den Stein“.</p>
<h2>10 Ideen zur Stärkung der Bioenergie</h2>
<p>Hier die Übersicht der 10 Punkte, welche das Angebot und die Nachfrage der Bioenergie steigern und direkt zum Wachstum dieser dezentralen und erneuerbaren Energieform beitragen.</p>
<ol>
<li><a title="Heizen mit Hackschnitzeln und Holzpellets" href="http://www.biomasse-nutzung.de/warmemarkt-heizkosten-bioenergie-hackschnitzel-pellets/">Heizen sie mit Hackschnitzeln oder Holzpellets</a></li>
<li><a title="Ökogas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/okogas/">Wechseln sie ihren Gas-Tarif und erhöhen Sie den Ökogasanteil</a></li>
<li><a title="PKW Umrüstung auf Biokraftstoffe E85 B100 Biomethan " href="http://www.biomasse-nutzung.de/umrustung-des-eigenen-pkw-auf-bioreinkraftstoffe-schutzt-klima-und-spart-geld/">Umrüstung ihres Autos auf Bioreinkraftstoffe wie E85 oder B100</a></li>
<li><a title="Bau Betrieb Hersteller und Anbieter Kleinstbiogasanlage" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kleinstbiogasanlage/">Rechnen sie, ob sich der Bau einer Mini-Biogasanlage lohnt und nutzen sie die Nähe zur Ihrer Gemeinde</a></li>
<li>Werden sie Mitglied in einem Verband und somit zum Bioenergie-Botschafter</li>
<li>Widmen sie ihre Abschlussarbeit der Erforschung und Analyse der Bioenergie</li>
<li>Prüfen sie als Biogasanlagenbetreiber, ob die Biomethaneinspeisung möglich ist</li>
<li>Stellen sie ihr eigenes Biodiesel her</li>
<li>Lesen sie spannende Bücher über Energiewirtschaft und Biomasse</li>
<li>Zeigen sie, dass Bioenergie Spaß macht und Menschen verbindet</li>
</ol>
<p>Haben sie weitere Ideen, zur Stärkung der Bioenergiebranche? Ich bin gespannt auf ihre Vorschläge.</p>
<p>Jede der hier aufgelisteten Anregungen wird in den kommenden Tagen mit einem eigenen Artikel vorgestellt. Also beehren sie den Bioenergie-Blog bald wieder.</p>
<p>Vielen Dank!</p>
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		<title>BioBoost – Anschub für Biokraftstoffe der zweiten Generation in Europa</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 07:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[08. Verfahrenstechnik | Biotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioboost-biokraftstoffe-europa/" title="Permanent link to BioBoost – Anschub für Biokraftstoffe der zweiten Generation in Europa"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin frame" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/BioBoost-EU-Projekt-Nextgen-Biokraftstoffe.jpg" width="350" height="263" alt="Bild zum BioBoost Artikel über Biokraftstoffe mit Space Shuttle" /></a>
</p><p>Ein Produkt aus einem Material fertigen zu können, dass andere für „Abfall“ halten, ist eine intelligente Möglichkeit um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern und gleichzeitig zum Aufbau einer modernen Kreislaufwirtschaft beizutragen. Das Bestreben Biokraftstoffe aus Reststoffen und Abfällen zu gewinnen, passt deshalb in eine Zeit, in der sich die industrielle Produktion und ein bewusstes Umweltmanagement zunehmend die Hände reichen. Das EU-Projekt BioBoost stellt sich dieser Herausforderung und verpasst den Biokraftstoffen der zweiten Generation in Europa einen weiteren Schub.</p>
<p>Die industrielle Gewinnung von Energie aus Abfall ist eine vergleichsweise junge Branche und die ersten Kraftwerke, welche gezielt sogenannte Ersatzbrennstoffe (EBS) nutzen, wurden in Deutschland erst 2003 in Betrieb genommen (Lünen, Minden, Aßlar). Vor dem Hintergrund steigender Preise von fossilen Energieträgern und dem gesellschaftlichen Wunsch zur Senkung des CO2-Ausstoßes steigt das Interesse an der energiereichen Abfallfraktion.</p>
<p>Die Herstellung von flüssigen Energieträgern aus Reststoffen und deren Nutzung in marktverfügbaren Motoren ist sogar noch innovativer. Diese Kraftstoffe aus Abfallprodukten und Reststoffen (Stroh) werden deshalb auch zu den <a title="Auflistung und Übersicht Biokraftstoffe nächste Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-biokraftstoffe-2-generation/">Biokraftstoffen der nächsten Generation</a> (next generation = nextgen) gezählt.</p>
<p>Der Trend zur stärkeren Verflechtung von Abfallwirtschaft und Energieversorgung setzt sich somit fort.</p>
<h2>BioBoost stärkt Nextgen-Biokraftstoffe in Europa</h2>
<p>Mitte Dezember des vergangenen Jahres wurde das <a title="BioBoost Projekt für nextgen Biokraftstoffe in Europa" href="http://www.kit.edu/besuchen/pi_2011_8622.php" target="_blank">Projekt BioBoost</a> gestartet. Finanziert wird BioBoost mit Fördergeldern aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.</p>
<p><strong>Fakten zum BioBoost-Projekt</strong></p>
<ul>
<li>Ziel: Herstellung von Energieträgern (Kraftstoffe, Strom, Wärme) und Chemikalien aus Restbiomasse</li>
<li>Fördersumme: 5,1 Millionen Euro</li>
<li>Laufzeit: 3 Jahr (2012 – 2015)</li>
<li>Projektkoordinator: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)</li>
<li>Teilnehmer: 6 Forschungseinrichtungen + 7 Industriepartner</li>
</ul>
<p><strong>Welche Projektpartner bringt BioBoost  zusammen?</strong></p>
<p>An BioBoost sind 13 Projektpartner aus den EU-Staaten Deutschland, Finnland, Griechenland, den Niederlanden, Österreich und Polen beteiligt. Hier eine Auflistung der einzelnen BioBoost-Partner:</p>
<ul>
<li>AVA-CO2-Forschung GMBH</li>
<li>Centre for Research and Technology Hellas</li>
<li>Chimar Hellas AE</li>
<li>DSM Chemical Technology R&amp;D BV</li>
<li>ENGW Energie Baden-Württemberg AG</li>
<li>FH OO Forschungs &amp; Entwicklungs GMBH</li>
<li>Grace GMBH &amp; Co. KG</li>
<li>Instytut Uprawy Nawozenia I Gleboznawstwa</li>
<li>Nederlandse Organisatie Voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek-TNO</li>
<li>Neste Oil Corporation</li>
<li>Panstwowy Instytut Badawczy</li>
<li>Syncom Forschungs-und Entwicklungsberatung GMBH</li>
<li>Universität Stuttgart</li>
</ul>
<p>BioBoost wird das bisherige Forschungsengagement der beteiligten Projektpartner zusammenführen, getreu dem Aristoteles-Zitat „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.</p>
<p>Mit der Neste Oil Corp. ist unter den Partnern auch das Unternehmen, welches die bisher größten kommerziellen Anlagen (Rotterdam und Singapur) zur Herstellung von nextgen Biokraftstoffen weltweit betreibt.</p>
<h2>BioBoost + Bioliq = Biokraftstoffe + BioÖkonomie am KIT</h2>
<p>Das KIT als Projektkoordinator von BioBoost beschäftigt sich bereits in dem <a title="Biokraftstoff Projekt Bioliq des KIT" href="http://www.bioliq.de/downloads/Erneuerbare_Energien_deutsch_2008.pdf" target="_blank">Projekt Bioliq</a> mit der Erforschung und Herstellung von Biokraftstoffen der Folgegeneration. Dabei geht es bei Bioliq in erster Linie um einen BtL-Biokraftstoff (Biomass to Liquid), für dessen Herstellung ein Verfahren der Schnellpyrolyse verwendet wird.</p>
<p>Die Gruppe der <a title="Biomass-to-liquid BtL Biokraftstoffe" href="http://www.biomasse-nutzung.de/btl-kraftstoff-pearl-biomass-liquid/">BtL-Kraftstoffe</a> kann bei ihrer Weiterentwicklung auch von den technologischen Entwicklungen der fossilen Vertreter in der XtL-Familie profitieren.</p>
<p>Besonderes Interesse des KIT beim BioBoost-Projekt gilt den weiteren Produkten, die bei der Vergasung, beziehungsweise Verschwelung, von Biomasse anfallen. Auf diesem Wege soll die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit des Gesamtprozesses analysiert und die effizienteste Einstellung der verschiedenen Parameter (Druck, Temperatur etc.) für die Durchführung der Pyrolyse und <a title="Was ist Hydrothermale Karbonisierung - HTC? Beschreibung." href="http://www.biomasse-nutzung.de/hydrothermale-karbonisierung-ein-magischer-weg-zur-bioenergie/">Hydrothermalen Karbonisierung</a> (HTC) gefunden werden.</p>
<p>Hier finden Sie einen kleinen Einblick in das aktuelle Engagement zur  Erforschung der <a title="HTC und Biokohle in Berlin-Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biokohle-und-hydrothermale-karbonisierung-in-berlin-brandenburg/">HTC und Biokohle</a> in der Region Berlin-Brandenburg.</p>
<p>Das Ziel von BioBoost beschränkt sich nicht auf die ausschließliche Erforschung der energetischen Nutzung von kohlenstoffhaltigen Reststoffen, sondern untersucht zusätzlich das stoffliche Recycling der Abfälle zur Produktion von Biochemikalien. BioBoost fügt sich somit sehr harmonisch in die Philosophie der <a title="Was ist BioÖkonomie? Definition und Beschreibung." href="www.biomasse-nutzung.de/wirtschaftszweig-der-biookonomie-bundelt-vor-allem-die-stofflichen-nutzungspfade-fur-biomasse">BioÖkonomie</a> und Kreislaufwirtschaft ein und wird den Aufbau von <a title="Bioraffinerien zur stofflichen Nutzung von Biomasse" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioraffinerien-verbinden-stoffliche-und-energetische-nutzung-von-biomasse-und-konnen-erdolprodukte-ersetzen/">Bioraffinerien</a> vorantreiben.</p>
<h2>Nextgen-Biokraftstoffe mit starken Geburtswehen</h2>
<p>Die Herstellung von Biokraftstoffen der nächsten Generation ist kein einfaches Unterfangen und ihre Markteinführung wird von vielen ökonomischen und technologischen Rückschlägen begleitet (siehe <a title="Choren Industries meldet Insolvenz für Freiberg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Artikel zur Insolvenz der Choren Industries GmbH</a>). Wenn wir in einigen Jahren einen gesunden Biokraftstoff-Nachwuchs auf den Märkten erleben werden, dann haben sich diese Geburtsstrapazen gelohnt.</p>
<p>Immerhin sind Biokraftstoffe der nächsten Generation auch die großen Hoffnungsträger und Innovationsmotoren der flüssigen Bioenergie weltweit. <a title="Vorteile und Potentiale von Nextgen Biokraftstoffen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Vorteile von Nextgen-Biokraftstoffen</a> gegenüber ihren etablierten Vorreitern der ersten Generation gibt es viele.</p>
<p>Für alle Bioenergie-Enthusiasten ist der Start des europäischen BioBoost Projekts deshalb eine tolle Nachricht und zeigt, dass Europa seine Innovationskraft auch in dieser Zukunftsbranche stärken möchte. Über die EU-Projekte <a title="Europa Projekt Coach BioEnergy Beschreibung" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/">COACH BioEnergy</a> und <a title="Europa Projekt EnAlgae zur Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">EnAlgae</a> habe ich bereits berichtet. Diese haben ebenfalls die Förderung der Bioenergie in Europa zum Ziel.</p>
<p>Ich wünsche BioBoost viel Erfolg und allen beteiligten Projektpartnern einen kreativen Teamgeist.</p>
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		<title>10 Entwicklungen welche die Bioenergie 2012 prägen werden</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 10:35:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
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		<description><![CDATA[Das neue Jahr hat begonnen. Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012! Hoffentlich wird es ein fruchtbares Jahr für die Weiterentwicklung der Bioenergie. Ein aufregendes Jahr wird es ganz bestimmt. Einen kleinen Ausblick darauf, was uns Bioenergie-Akteure in dem noch jungen Jahr erwartet, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt. Dabei konzentriert ich mich in der Prognose vor allem auf Deutschland, beziehe aber auch internationale Trends mit ein. [...]
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</p><p>Das neue Jahr hat begonnen. Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012! Hoffentlich wird es ein fruchtbares Jahr für die Weiterentwicklung der Bioenergie. Ein aufregendes Jahr wird es ganz bestimmt. Einen kleinen Ausblick darauf, was uns Bioenergie-Akteure in dem noch jungen Jahr erwartet, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt. Dabei konzentriert ich mich in der Prognose vor allem auf Deutschland, beziehe aber auch internationale Trends mit ein.</p>
<p>Im Folgenden habe ich 10 Entwicklungen und Trends aufgelistet, die meiner Meinung nach wichtige Knotenpunkte für die Branchen der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie im Jahr 2012 bilden werden. Sicher werden uns viele noch unerwartete Entwicklungen und Innovationen mehr überraschen, wobei die folgenden 10 Punkte mit Sicherheit für besonders laute Töne sorgen werden.</p>
<h2>1.    Inkrafttreten des EEG 2012 verändert die Biogaslandschaft</h2>
<p>Am 1. Januar 2012 war es soweit und die im letzten Jahr verabschiedete Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ist in Kraft getreten.<br />
Der veränderte gesetzliche Rahmen zur Förderung der Erneuerbaren Energien in Deutschland wird auch die Bioenergiebranche nachhaltig verändern. Die gasförmigen und festen Bioenergieträger haben neue Einspeisesätze erhalten, wodurch eine Verschiebung bei der Auswahl der Anlagentypen, Anlagengrößen und Anlagensubstrate (mehr Abfall- und Nebenprodukte) stattfinden wird. Die Förderung flüssiger Bioenergieträger wurde im EEG 2012 leider komplett gestrichen.</p>
<p>Uns erwarten effizientere Anlagenkonzepte mit einer höheren Ausnutzung der entstehenden Wärme und die Einführung einer umstrittenen Maisdeckelung als Reaktion auf die Kritik von Biogasanlagen-Anwohnern vor allem im Norden Deutschlands.</p>
<p>Ziel der EEG-Novelle ist auch eine Beschleunigung der Marktintegration der Erneuerbaren Energien in das bestehende Energiesystem. Hoffen wir, dass die sicherlich auftretenden Startkomplikationen schnell überwunden werden können und die Emanzipation der Erneuerbaren voranschreitet.</p>
<p>Hier finden Sie weitere <a title="EEG-Novelle 2012 Auswirkungen auf die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">Informationen zur EEG Novelle 2012</a> und den Auswirkungen auf die Bioenergiebranche.</p>
<h2>2.    Mini-Biogasanlagen und Biomethan-Projekte werden für Zuwachs in der Biogasbranche sorgen</h2>
<p>Der Entwicklung der gasförmigen Bioenergie in Deutschland und der Zuwachs an Biogasanlagen waren in den vergangenen 3 Jahren enorm erfolgreich. Mit den Änderungen im EEG 2012 wird diese Wachstums-Rally wohl erst mal aufhören oder doch zumindest stark verlangsamt werden.</p>
<p>Trotzdem gibt es Zugpferde innerhalb der Biogasbranche, welche auch in diesem Jahr zu einem Wachstum der Branche beitragen werden. Vielleicht wird sich die produzierte Gesamtleistung an elektrischem Strom aus Biogas (aktuell etwa 2.800 MW) nicht deutlich erhöhen, aber die Anzahl an Biogasanlagen wird weiter steigen.</p>
<p>Folgende 3 Kernthemen werden für Aufträge bei den Anlagenherstellern und Planungsbüros sorgen:</p>
<ul>
<li>Planung und Realisierung von <a title="Mini-Biogasanlagen bis 75 kW nach EEG 2012" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vom-landwirt-zum-energiewirt-mit-75-kw-mini-biogasanlagen-auf-gulle-basis/">Mini-Biogasanlagen bis 75 kW</a></li>
<li>Ausbau von Biogasanlagen zu Bioerdgasanlagen (<a title="Informationen zu Bioerdgas und Biomethan" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan</a> ins Erdgasnetz)</li>
<li>Repowering bestehender Biogasanlagen mit verbesserter Anlagentechnik. In dieser Maßnahme liegt das größte Potential, um den Anteil der gasförmigen Bioenergie an der Stromproduktion zu erhöhen, ohne die Anlagenanzahl deutlich steigern zu müssen. Eine gute Beschreibung der Situation in Niedersachen finden Sie in einem<a title="Bioenergie in Niedersachsen Artikel auf Top Agrar" href="http://www.topagrar.com/news/Energie-News-Biogas-Repowering-wird-der-Trend-der-Zukunft-619106.html"> Artikel auf Top Agrar</a>.</li>
</ul>
<p>Als problematisch sehe ich die <a title="Problematische Einstufung von Gülle als Abfall in Biogasanlagen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Einstufung von Gülle als Abfall</a> beim Einsatz in Biogasanlagen. Diese Neubeurteilung von Gülle könnte den Ausbau der neu eingeführten Mini-Biogasanlagen lähmen. Hier sind zügige, aber vernünftige Lösungen erforderlich.</p>
<h2>3.    Luftfahrt wird dem Absatz von Biokraftstoffen neue Impulse verleihen</h2>
<p>Besonders wichtig für den Erfolg der Bioenergie ist ihr wirtschaftlicher Einsatz. Als gutes Beispiel möchte ich hier die Verwendung von Biokraftstoffen nennen. Nur wenn der Verbrauch von Biokraftstoffen weiter steigt, werden auch weitere Produktionsanlagen gebaut. Die Preise für Biokraftstoffe werden weiter fallen und das Interesse der Verbraucher als Reaktion steigen. Als Folge davon werden Investitionen in Forschung und Entwicklung von Biokraftstoffen zunehmen.</p>
<p>Diese Spirale ist unabhängig davon, ob wir unser Augenmerk auf Biokraftstoffe der ersten, zweiten oder dritten Generation lenken. Der Einsatz und Verbrauch von Biokraftstoffen ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Nur auf diesem Wege werden wir mittelfristig immer bessere Biokraftstoffe entwickeln können.</p>
<p>Deshalb freut es mich, bei allem zusätzlichen Druck der erst mal auf die Airlines zukommt, dass die europäische Luftfahrt ab diesem Jahr <a title="Luftfahrt wird in EU-Emissionshandel ETS aufgenommen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">in den EU-Emissionshandel aufgenommen</a> wurde. Die Kosten pro Tonne Flugbenzin werden dann direkt von der Menge an ausgestoßenem Kohlenstoffdioxid beeinflusst.</p>
<p>Bei der Suche nach Alternativen um die entstehende Kostensteigerung abzufedern und den CO2-Ausstoß zu senken, wird von den Fluglinien vor allem der Einsatz von Biokraftstoffen in Betracht gezogen. Die <a title="Biokraftstoffe für Flugzeuge in der zivilen Luftfahrt " href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">ersten Testflüge mit Biokraftstoffen</a> in der zivilen Luftfahrt wurden 2011 erfolgreich und weltweit absolviert.</p>
<p>Diese Partnerschaft und Win-Win-Situation zwischen ziviler Luftfahrt und Biokraftstoffbranche wird beiden Seiten noch viel Freude bereiten.</p>
<div id="attachment_5807" class="wp-caption aligncenter" style="width: 300px">
	<img class=" wp-image-5807" title="Maya Kalendar endet 2012 für Bioenergie Artikel" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Maya-Kalendar-endet-2012-für-Bioenergie-Artikel.jpg" alt="Comic Maya-Kalendar 2012 für Bioenergie Prognose Artikel" width="300" height="356" />
	<p class="wp-caption-text">„2012 wird kein Untergangs-, sondern ein weiteres Aufbruchsjahr für die Bioenergie“</p>
</div>
<h2>4.    Börsengänge unterstützen größere Produktionsanlagen für Biokraftstoffe der nächsten Generation</h2>
<p>Wir haben 2011 Börsengänge von US-amerikanischen Unternehmen im Biokraftstoffmarkt erlebt. So haben die Renewable Energy Group, KIOR und Solazyme den Gang an die Börse gewagt und sind den Biokraftstoff-Unternehmen Gevo, Amyris und Codexis gefolgt. Die Investitionsmöglichkeiten für die Entwicklung bioenergetischer Produkte können dadurch deutlich erweitert werden.</p>
<p>2012 werden weitere Unternehmen folgen, um eine direkte finanzielle Unterstützung des Biokraftstoffmarkts durch Bioenergie-Enthusiasten oder interessierte Investoren zu ermöglichen. Die heißesten Kandidaten für Börsengänge sind die US-Unternehmen Genomatica, Elevance, Fulcrum und Mascoma.</p>
<p>Auch die Entwicklung von Biokraftstoffen der nächsten Generation wird durch die Börsengänge der Biokraftstoffunternehmen zügig vorangetrieben und es können mehrere kostspielige Verfahren und Technologien parallel entwickelt werden.</p>
<p>So werden uns eventuell schon 2012 gasförmige Biokraftstoffe beeindrucken, welche durch die Vergasung von Biomasse (Syngas, <a title="Was ist die Hydrothermale Karbonisierung - HTC?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hydrothermale-karbonisierung-ein-magischer-weg-zur-bioenergie/">HTC</a>) hergestellt werden. Außerdem werden Bioethanol-Hersteller ihren Fokus auf energiereichere Moleküle wie beispielsweise Butanol erweitern. In jedem Fall werden weitere kommerzielle Anlagen für die Herstellung von Biokraftstoffen der nächsten Generation gebaut werden.</p>
<p>Aus deutscher Sicht waren Biokraftstoffe der zweiten Generation im Jahr 2011 eher ein tragisches Thema und mit der <a title="Choren Industries GmbH" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Choren Industries GmBH </a>musste einer der größte Hoffnungsträger für die Herstellung von Biokraftstoffen der Folgegeneration Insolvenz anmelden. Bioerdgas möchte ich bei dieser Einschätzung für 2011 ausnehmen, weil Bioerdgas teilweise aus sehr innovativen Substraten hergestellt werden kann und unter den BKS der nächsten Generation eine wichtige Rolle einnehmen kann.</p>
<p>Ich bin gespannt, wie sich die Demonstrationsanlage der Süd-Chemie AG für die Herstellung von Cellulose-Ethanol in Straubing entwickeln wird. Ich drücke die Daumen, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr wird, bei dem die Ingenieure und Wissenschaftler viele Hemmnisse auf dem Weg zu noch besseren Biokraftstoffen beseitigen können.</p>
<h2>5.    Novelle vom KWKG und EEWärmeG sowie ein neues EEGasG stärken rechtlichen Rahmen der Bioenergie</h2>
<p>Aus deutscher Sicht werden im Jahr 2012 vor allem 3 Gesetze, bzw. Gesetzesänderungen, die Aufmerksamkeit der Bioenergie-Akteure auf sich ziehen:</p>
<p>•    Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG-Novelle)<br />
•    Novelle des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG-Novelle)<br />
•    Gesetzesvorlage für ein Erneuerbares-Energien-Gas-Gesetz (EEGasG)</p>
<p>Alle 3 Gesetze können dazu beitragen, dass die Rahmenbedingungen für den Einsatz der Bioenergie weiter verbessert werden. Nutzen Sie Ihre Stimme und teilen Sie Ihre Erfahrungen den verschiedenen Verbänden der Bioenergie mit oder wenden Sie sich direkt an die Bundestagsabgeordneten, beziehungsweise deren Büros.</p>
<p>Das KWG-Gesetz fördert die Effizienztechnologie der Kraft-Wärme-Kopplung, das EEWärmeG stärkt den Einsatz von erneuerbarer Wärme und das geplante EEGasG unterstützt erneuerbares Gas (<a title="Anbieter von Ökogas" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-okogas-bioerdgas-tarife/">„Ökogas“</a>) als Energieträger. Für Maßnahmen zur stärkeren Förderung von Erneuerbarer Wärme können wir uns von der <a title="Renewable Heat Incentive für erneuerbare Wärme" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">Renewable Heat Incentive (RHI)</a> unserer britischen Partner inspirieren und beraten lassen.</p>
<p>Über konkrete Änderungen wird der Bioenergie Blog berichten.</p>
<h2>6.    Handel mit Biomasse wird sich verändern</h2>
<p>Viele Entwicklungen wurden im vergangenen Jahr eingeleitet, die den Handel mit den verschiedenen Bioenergieträgern verändern werden. Aufbauend auf diese Infrastruktur wird der Handel internationaler, nachhaltiger und qualitätsorientierter werden.</p>
<p>So wurde in Rotterdam die <a title="Eröffnung der ersten Biomasse-Börse in Rotterdam" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomasse-borse-rotterdam-handel/">erste Biomasse-Börse Europas</a> eröffnet. Insgesamt stellt Europa einen wichtigen Motor für die Verbesserung des internationalen Biomasse-Handels dar. Das ist nicht weiter überraschend wenn man bedenkt, wie dichtbesiedelt der Kontinent ist und welche Potentiale in internationalen</p>
<p>Deshalb freut es mich besonders, dass Europa auch die Speerspitze bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitszertifizierung für Biomasse bildet. Das Engagement für einen nachhaltigen Anbau, Handel und Einsatz des wertvollen Guts „Biomasse“ zeigt, dass sich Europa seiner großen Verantwortung bei der Durchführung der eigenen Energiewende bewusst ist.</p>
<h2>7.    Asien und Brasilien bringen Schwung in internationale Bioenergieszene</h2>
<p>In einem interessanten Artikel des Biofuels Digest vom 1. Januar 2012 orakelt Jim Lane über die <a title="Artikel von Jim Lane über Entwicklung der Biokraftstoff-Branche 2012" href="http://biofuelsdigest.com/bdigest/2012/01/01/top-10-biofuels-predictions-for-2012/" target="_blank">Entwicklungen der Biokraftstoffbranche im Jahr 2012</a>.</p>
<p>Im Artikel formuliert Lane, dass er nach einer 2-jährigen Führungsrolle Brasiliens, beim internationalen Interesse für das Bilden von Partnerschaften, nun verstärkt Asien in den Fokus der Bioenergie-Gemeinschaft gelangen sieht. Dabei nennt der Redakteur des meistgelesenen Biokraftstoff Blogs der Welt folgende regionale Schwerpunkte:</p>
<p>•    Palmöl und Palmöl-Abfälle in Indonesien und Malaysia<br />
•    Maniok in Thailand und Vietnam<br />
•    Zuckerrohr in Indien<br />
•    Holzabfälle und tierische Nebenprodukte in China<br />
•    Algen in „Algstralia“ (also Australien)</p>
<p>Auch der Bioenergie-Blog BiomassMuse wird Brasilien und Asien in diesem Jahr etwas genauer unter die Lupe nehmen.</p>
<h2>8.    Algen, Algen und nochmals Algen</h2>
<p>Das Vorzeigesymbol für die innovative Kraft der Bioenergie ist schon seit vielen Jahren die Algensparte. Kaum ein anderer Bioenergieträger verspricht mittelfristig einen so großen Beitrag für den Aufbau einer Energieversorgung post-oil zu leisten, wie die Energiegewinnung aus  Mikro- und Makroalgen. Bakterien und Pilze mögen schnellere Wachstumsraten aufweisen, gehören aber nicht zu den Biomasse-PRODUZENTEN innerhalb der Biosphäre.</p>
<p>Ob die Bioenergie der 3. Generation (Algen) tatsächlich die Bioenergie der 2. Generation (Cellulose-Ethanol, BtL etc.) überholen wird, wie einige Fachleute vermuten, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird das noch nicht 2012 passieren.</p>
<p>Aktuell befinden sich gasförmige, flüssige oder feste Bioenergieträger aus Algen noch in der Entwicklung und haben nur einen sehr begrenzten Zugang zu wirtschaftlichen Anwendungen (siehe <a title="Algenenergie in Flugzeugen der zivilen Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">Algentreibstoffe für die zivile Luftfahrt</a>).</p>
<p>Bei aller Euphorie für den Ausbau der Algenenergie muss eine sorgfältige wissenschaftliche Beobachtung zu den Auswirkungen dieses Energieträgers auf unseren Planeten seine Nutzung begleiten.</p>
<p>In Deutschland werden vor allem diese <a title="Unternehmen und Institute zu Algen und Algenforschung" href="http://www.biomasse-nutzung.de/auflistung-unternehmen-und-instituten-der-algennutzung/">Unternehmen und Institute im Bereich der Algenenergie</a>, sowie der <a title="Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg für Energie aus Algen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/">Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</a> den Puls der Branche bestimmen.</p>
<h2>9.    Programm zur Förderung von Mini-KWK wird wieder aufgenommen</h2>
<p>Nach einigem Hin und Her rund um das Förderprogramm für Mini-KWK-Anlagen soll es im Jahr 2012 nun wieder neu aufgenommen werden. Das ist eine tolle Nachricht für den Ausbau der dezentralen Bioenergie!</p>
<p>Die Förderung der kleinen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung wurde 2010 vorübergehend ausgesetzt, weil die Nachfrage so groß ausgefallen war, dass die eingereichten Anträge die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel schnell überstiegen haben. Die Bankenkrise hatte eine Aufstockung der Fördermittel nicht zugelassen und so wurde <a title="Stop des Mini-KWK-Programms 2010" href="http://www.biomasse-nutzung.de/fordergelder-mini-kwk-anlagen-gestoppt/">das Mini-KWK-Programm kurzfristig komplett gestrichen</a>. Nun soll das Mini-KWK-Förderprogramm also wiederkommen.</p>
<p>Zur konzeptionellen Neugestaltung des Programms gibt es auch <a title="Kritik am neuen Mini-KWK-Programm 2012" href="http://www.bhkw-forum.info/nachrichten/6326/2011-12-21-details-zum-neuen-mini-kwk-impulsprogramm/" target="_blank">Kritik</a>, aber die Wiederaufnahme setzt immerhin ein erstes positives Signal, dass man die moderne Effizienztechnologie auf der Seite der Politik nicht vergessen hat.</p>
<p>Sollte das Mini-KWK-Programm ab dem 1.4.2012 wieder in Kraft treten, kann es eine gute Ergänzung zu den neuen Mini-Biogasanlagen bilden. Allerdings wird diskutiert, dass im neuen Programm nur KWK-Anlagen bis 20 kW förderfähig sind, wodurch viele BHKW der Mini-Biogasanlagen (bis 75 kW) nicht in den Förderbereich des Programms fallen würden.</p>
<p>In einem solchen Fall kann die Entwicklung der Bioenergie nur indirekt durch einen höheren dezentralen Absatz profitieren. So kann das Mini-KWK-Programm einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz liefern, um private Endverbraucher zu motivieren, das Biogas oder Biomethan direkt zu beziehen und auf diesem Wege noch effizienter in Eigenregie in Strom und Wärme umwandeln.</p>
<p>Als Bioenergie-Enthusiast würde ich jedoch eine Erhöhung der aktuell geplanten Gesamtfördersumme von 20 Millionen € und die Erhöhung der Leistungsgrenze auf 50 kW sehr begrüßen.</p>
<h2>10.    Nutzung holzartiger Bioenergie weltweit wird weiter zunehmen</h2>
<p>Nicht alle Bioenergiemärkte wachsen gleichermaßen. So findet man beim Ausbau der folgenden Bioenergieträger sehr unterschiedliche Dynamiken abhängig von den Standortbedingungen des Verbraucherlands:</p>
<p>•    Biogas<br />
•    Biomethan<br />
•    Bioethanol<br />
•    Biodiesel<br />
•    Holzpellets<br />
•    Hackschnitzel</p>
<p>Dabei sollte unbedingt unterschieden werden zwischen der Produktion und dem Verbrauch der jeweils gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie. Ein gutes Beispiel hierzu ist die erstmalige <a title="Abnahme der Biodieselproduktion in der EU" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-produktion-herstellung-eu/">Abnahme der Biodieselproduktion in Europa</a>, ohne das der EU-Verbrauch von Biodiesel gesunken ist. Vielmehr haben Biodiesel-Importe nach Europa die inländische Produktion ersetzt.</p>
<p>Die Nutzung von fester Biomasse hat im Vergleich mit anderen Bioenergieträgern einen entscheidenden Vorteil. Das Heizen mit Hackschnitzeln oder Holzpellets ist günstiger als das Heizen mit dem fossilen Energieträger Erdöl. Und das gilt „out of the box“ ohne Subventionen schon heute! Bei einem weiteren <a title="Entwicklung der Bioenergie hängt vom Erdölpreis ab" href="http://www.biomasse-nutzung.de/branche-der-bioenergie-profitiert-vom-ansteigen-des-olpreises-uber-100-us-barrel/">Anstieg des Erdölpreises</a> wird sich dieser wirtschaftliche Vorteil wahrscheinlich noch verstärken, da fast alle Bioenergieträger mit dem Preis für das ebenfalls sehr flexibel einsetzbare Erdöl konkurrieren.</p>
<p>Angeführt von den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland, Belgien und Schweden nimmt das europäische Interesse an holzartiger Bioenergie zu und trägt gleichzeitig zum Anstieg von Holzimporten aus Nordamerika bei. Dieser Trend wird sich vermutlich auch 2012 fortsetzen.</p>
<p>Weltweit sind vor allem China, Indien, Japan und Brasilien auf den Zug der Energiegewinnung aus fester Biomasse aufgesprungen. In China sollen bis zum Jahr 2015 sogar 500 – 700 neue Biomassekraftwerke in Betrieb genommen werden und die Erzeugungskapazität im Vergleich zu 2010 um ganze 160% wachsen.</p>
<h2>Bioenergie 2012 – was wollen wir erreichen?</h2>
<p>Für die Recherche zu diesem Artikel habe ich auch auf Artikel in der internationalen Blogosphäre und Fachpresse zurückgegriffen. Die Inhalte veröffentlichter Jahresrückblicke 2011 und Prognosen für 2012 zu Biogas, Biokraftstoffen und holzartiger Biomasse weltweit sind eine wichtige Inspirationsquelle. Einige interessante Quellen möchte ich allen Bioenergie-Enthusiasten oder Bioenergie-Akteuren empfehlen:</p>
<ul>
<li><a title="Prognose zur Entwicklung der Bioenergie 2012" href="http://biomassmagazine.com/articles/5988/biomass-2012-international-growth-and-domestic-obstacles" target="_blank">Biomass 2012 – International growth and domestic obstacles</a></li>
<li><a title="Entwicklung der Biomasse und Bioenergie Branche 2012" href="http://www.renewableenergyworld.com/rea/news/article/2011/12/biomass-industry-outlook-2012-cautiously-optimistic" target="_blank">Biomass Industry Outlook 2012 – cautiously optimistic</a></li>
<li><a title="Biokraftstoffe im Jahr 2012 - Jahresrückblick" href="http://biofuelsdigest.com/bdigest/2011/12/27/the-11-top-biofuels-trends-of-2011/" target="_blank">The 11 top biofuels trends of 2011</a></li>
</ul>
<p>Was können wir innerhalb der Bioenergie-Branche erreichen. Welche Potentiale können wir freisetzen und welchen negativen Entwicklungen müssen wir gegensteuern?</p>
<p>Ich freue mich auf das kommende Jahr mit spannenden Entwicklungen im Bioenergie-Bereich. Viel Erfolg und Spaß bei der Mitgestaltung der Branche.</p>
<p>Was erwarten Sie oder wünschen Sie sich von 2012?</p>
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<li><a href='http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-jahresruckblick-2011/' rel='bookmark' title='Bioenergie Jahresrückblick 2011'>Bioenergie Jahresrückblick 2011</a></li>
<li><a href='http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-flirt-angebot-nachfrage/' rel='bookmark' title='10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie'>10 Ideen für einen intensiveren Flirt mit der Bioenergie</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bioenergie Jahresrückblick 2011</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 05:18:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[01. Berlin-Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[02. Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[10. Biomasse für Quereinsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[12. Wärmenutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
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		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Medien beginnen nun wieder die großen Jahresrückblicke und ich finde, dass auch die Bioenergie einen Rückblick auf das Jahr 2011 verdient hat. Wie hat 2011 zur Weiterentwicklung der Bioenergie beigetragen, was hat das Herz eines Bioenergie-Enthusiasten höher schlagen lassen und welche Momente möchte man am liebsten schnell wieder vergessen? Aus jeder Erfahrung kann man für die Zukunft lernen und die Bioenergiebranche hat immer wieder bewiesen, dass sie flexibel [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-jahresruckblick-2011/" title="Permanent link to Bioenergie Jahresrückblick 2011"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" width="350" height="234" alt="Bioenergie Rückblick 2011 vor Kamin zu Weihnachten" /></a>
</p><p>In den Medien beginnen nun wieder die großen Jahresrückblicke und ich finde, dass auch die Bioenergie einen Rückblick auf das Jahr 2011 verdient hat. Wie hat 2011 zur Weiterentwicklung der Bioenergie beigetragen, was hat das Herz eines Bioenergie-Enthusiasten höher schlagen lassen und welche Momente möchte man am liebsten schnell wieder vergessen? Aus jeder Erfahrung kann man für die Zukunft lernen und die Bioenergiebranche hat immer wieder bewiesen, dass sie flexibel und kreativ auf die schnellen Änderungen der Energielandschaft reagieren kann. Nehmen Sie Platz, machen Sie es sich mit einem Kaffee oder Tee gemütlich und lassen Sie sich von mir an einige Entwicklungen des Bioenergie-Sektors im Jahr 2011 erinnern.</p>
<p>Viele Momente haben die Bioenergie-Gemeinschaft in den vergangen 12 Monaten bewegt, erfreut und gelegentlich sogar erschüttert. Aus der Perspektive der gesamten Bioenergie-Branche betrachtet war 2011 ein durchwachsenes Jahr, welches nicht in allen Punkten die Erwartungen der Bioenergie-Akteure erfüllen konnte, aber doch mit einige Highlights geglänzt hat.</p>
<p>Zu meinem Glück kann ich rückblickend sagen, dass die <a title="10 Punkte welche die Biomasse-Branche im Jahr 2011 verändern werden" href="http://www.biomasse-nutzung.de/10-punkte-welche-die-biomasse-branche-im-jahr-2011-verandern-werden/">10 Prognosen</a> über die Kernthemen des Bioenergie-Jahres 2011 weitgehend eingetroffen sind.</p>
<p>Was ist passiert? Bioenergie 2011 im Zeitraffer mit den folgenden Kategorien!<strong></strong></p>
<ol>
<li><strong></strong><strong>Höhepunkte und Meilensteine der Bioenergie </strong><strong></strong><strong></strong></li>
<li><strong>Rückschläge der Bioenergie</strong><strong> </strong><strong></strong></li>
<li><strong>Bioenergie in Berlin-Brandenburg</strong><em></em></li>
</ol>
<h2>Höhepunkte und Meilensteine der Bioenergie 2011</h2>
<p>Zuerst möchte ich kurz auf die wichtigsten positiven Ereignisse eingehen, welche die Entwicklung der Bioenergie über das Jahr 2011 hinaus prägen werden.</p>
<p><em><img class="aligncenter" title="Kinder Hände beim Bioenergie Rückblick 2011" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Kinder-Hände-beim-Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" alt="Positive Entwicklungen zur Bioenergie 2011" width="370" height="237" /></em></p>
<ul>
<li><strong>Einführung des Biokraftstoffgemischs E10</strong></li>
</ul>
<p>Im Juni dieses Jahres hätte ich die <a title="Probleme bei der Einführung von E10 führen zur Wiederbelebung alter Dämonen der Biokraftstoffbranche" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/">E10-Einführung (siehe Artikel)</a> wahrscheinlich noch unter der Rubrik Rückschläge einordnen müssen und habe das in einem Artikel auch getan. Zum Ende des Jahres kann die Verdoppelung des Bioethanolanteils im Super-Benzin glücklicherweise zu den genommenen Meilensteilen gezählt werden.</p>
<p>Nicht alles, einige Kritiker würden sogar sagen „gar nichts“, hat bei der Einführung des Biokraftstoffs E10 so funktioniert, wie geplant. Mit einigem Abstand betrachtet muss man wahrscheinlich eingehstehen, dass das Fehlen einer sorgfältigen Planung der Hauptgrund für die anfänglich großen Probleme war. An dieser Stelle haben die für die E10-Einführung-Verantwortlichen die Sorgen der Autofahrer unterschätzt oder nicht ernst genug genommen.</p>
<p>Ich bin sicher, dass alle Beteiligten aus diesem Hick-Hack um die Erhöhung der Bioethanolquote viel gelernt haben.</p>
<ul>
<li><strong>Verabschiedung der EEG-Novelle 2011</strong></li>
</ul>
<p>Aus deutscher Sicht ist die <a title="Verabschiedung des EEG 2012 in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/verabschiedung-der-eeg-novelle-2012-%E2%80%93-ruckschlag-fur-die-branche-der-bioenergie-in-deutschland/">Verabschiedung der EEG-Novelle 2012</a> im Juni dieses Jahres die tiefgreifendste Gesetzesänderung. Diese Einstufung gilt mindestens für die gasförmigen Bioenergieträger, sprich die Biogasbranche. Die Novelle soll die Marktintegration der Bioenergie noch beschleunigen und dazu beitragen, dass sich die Bioenergie mittelfristig auch ohne Einspeisevergütungen im Energiemarkt gegen die fossilen Mitbewerber behaupten kann.</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle nicht tiefer auf die einzelnen Punkte der EEG-Novelle eingehen (siehe Artikel zum EEG 2012) und hoffe, dass sich die positiven Auswirkungen des „EEG 4.0“ zügig einstellen werden. Historisch betrachtet können wir mit der Entwicklung des EEG in Deutschland sehr zufrieden sein. Für einen interessanten Überblick zur <a title="Film zur Geschichte des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes" href="http://www.biomasse-nutzung.de/geschichte-des-eeg-film-eeg-novelle-2011-bioenergie/">Geschichte des EEG</a>, empfehle ich diesen Film.</p>
<ul>
<li><strong>Ökogas aus Biomasse gewinnt an Bedeutung</strong></li>
</ul>
<p>Die Bioenergie ist die Flexibelste im Team der Erneuerbaren. Zu dem bisherigen Bioenergieangebot für Strom, Kraftstoff und Wärme ist  in diesem Jahr auch der Energieträger Gas („Ökogas“) aus nachwachsenden Rohstoffen hinzugekommen.</p>
<p>Ich muss zugeben, dass ich kein großer Freund, von der inflationären Verwendung von Begriffen wie „Öko“ oder „Bio“ bin, aber irgendeinen Namen braucht das klimafreundliche Biogas, welches über das Erdgasnetz transportiert den Verbraucher mit Gas versorgt.   Bei allen Missverständnissen und falschen Erwartungen die mit der Bezeichnung „Ökogas“ einhergehen, passt der Begriff letztlich ganz gut.</p>
<p>Lesen Sie hierzu auch den Artikel über <a title="Anbieter von Ökogas aus Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/anbieter-okogas-bioerdgas-tarife/">Anbieter von Ökogas</a>.</p>
<ul>
<li><strong>Erste Testflüge mit Biokraftstoffen auf fast allen Kontinenten</strong></li>
</ul>
<p>„Der letzte Tropfen Erdöl wird in einer Flugzeugturbine verbrannt“ ist ein geflügeltes Wort in der Luftfahrtbranche geworden. Diese Abhängigkeit vom Erdöl schmerzt die Branche und die Suche nach Alternativen läuft bei den Flugzeugbauern und Airlines auf Hochtouren. Auch die Notwendigkeit zur Reduktion des CO2-Ausstoßes durch die Aufnahme der europäischen <a title="EU-Emissionshandel für europäische Luftfahrt" href="http://www.biomasse-nutzung.de/eu-emissionshandel-gilt-ab-2012-auch-fur-die-luftfahrt-chancen-fur-biokraftstoffen/">Luftfahrt in den EU-Emissionshandel ab 2012</a> ist ein wichtiger Anreiz für das Finden anderer Optionen.</p>
<p>Von diesem Engagement profitierte in diesem Jahr die Biokraftstoffbranche und es fanden Testflüge mit Biokraftstoffen auf fast allen Kontinenten statt. Darunter waren auch innovative <a title="Herstellung von Biokraftstoffen aus Algen" href="http://www.biomasse-nutzung.de/algen-kraftstoff-energie/">Biokraftstoffe die zu einem großen Anteil auf Algen</a> basieren.</p>
<ul>
<li><strong>Wachstum des europäischen Bewusstseins von einer Bioenergie-Gemeinschaft</strong></li>
</ul>
<p>Die Kommunikationsmöglichkeiten und sozialen Netzwerke des Internets (Social Media) haben das Gefühl einer bestehenden <a title="Bioenergie und Energiepflanzen Gemeinschaft" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energiepflanzen-forschung-symposium-energiepflanzengemeinschaft/">Bioenergie-Gemeinschaft in Deutschland</a> und Europa wachsen lassen. Die Gewinnung und Nutzung von gasförmiger, flüssiger und fester Bioenergie bildet dabei eine bunte Farbpalette, wobei sich die Bioenergie-Akteure Ihres Potentials und ihrer Verantwortung für die Gestaltung eines gemeinsamen Bildes zunehmend bewusst werden.</p>
<p>Europa erkennt auch im Bereich der Bioenergie, das es über eine hervorragende Infrastruktur zur Erforschung dieses erneuerbaren Energieträgers verfügt und das wir viel stärker auf Synergien einer gemeinsamen Entwicklung setzen können.</p>
<p>Die beiden EU-Projekte <a title="EU-Bioenergie-Projekt EnAlgae" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">EnAlgae</a> und <a title="EU-Bioenergie Projekt COACH BioEnergy" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/">COACH BioEnergy</a> sind tolle Beispiele für eine stärkere europäische Kooperation im Bereich der Bioenergie.</p>
<ul>
<li><strong>Zunehmend innovativere Energiepflanzen</strong></li>
</ul>
<p>Die Diskussion über die Bedeutung eines vielfältigen Energiepflanzenspektrums wurde fortgeführt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass durch eine breitere Artenvielfalt bei Energiepflanzen auch wichtige ökologische Ziele erreicht werden können.</p>
<p>Der Einsatz dieser „neuen Energiepflanzen“ muss dabei im Vergleich mit dem Alleskönner Mais nicht zwangsläufig zu deutlichen Ertrags- oder Umsatzeinbußen führen. Günstig in die Fruchtfolge integriert, können alternative Energiepflanzen eine langfristig hohe Biogasproduktion unterstützen und nebenbei kann der <a title="Artenschutz Gewässerschutz Bodenschutz der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/tragt-der-energiepflanzenbau-zum-boden-und-gewasserschutz-bei/">Energiepflanzenanbau zum Boden-, Gewässer- und Artenschutz</a> beitragen.</p>
<p>Erfolgreiche Beispiele für den stattfindenden Perspektivenwechsel bei der Artenauswahl im Energiepflanzenanbau sind das gestiegene Interesse an <a title="Mehrjährige Pflanzen als Energiepflanzen für die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/potential-von-mehrjahrigen-pflanzen-zur-gewinnung-der-bioenergie/">mehrjährigen Pflanzen</a> für die Biogasgewinnung oder an der <a title="Camelina sativa als Energiepflanzen für Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-mit-camelina-%E2%80%93-die-vorteile-und-potentiale-einer-neuen-energiepflanze/">Camelina sativa</a> für die Biokraftstoffproduktion.</p>
<ul>
<li><strong>Eröffnung der ersten Biomasse-Börse in Europa</strong></li>
</ul>
<p>Biomasse ist ihrem Wesen nach sehr heterogen. Um den Handel mit den verschiedenen <a title="Biomasse-Ströme für die Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/ubersicht-uber-verschiedene-stoffstrome-von-biomasse/">Biomasse-Strömen</a> zu erleichtern und eine konstante Qualität zu gewährleisten, hat in <a title="Biomasse Börse in Rotterdam für Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomasse-borse-rotterdam-handel/">Rotterdam die erste Biomasse-Börse Europas</a> ihre Tore geöffnet.</p>
<p>Die Tätigkeit der Biomasse-Börse wird sich zu Beginn vor allem auf den Handel mit fester Biomasse (Holzhackschnitzeln) konzentrieren und das Güterspektrum im nächsten Jahr langsam erweitern.</p>
<ul>
<li><strong>Größtes Biomasseheizkraftwerk der Welt wird eröffnet</strong></li>
</ul>
<p>Im englischen Tilbury wurde mit 750 MW das größte Biomasseheizkraftwerk der Welt eingeweiht. Diese Leistung entspricht in etwa der Versorgungskapazität eines mittleren Steinkohlekraftwerks. Ob man ein so großes Biomasseheizkraftwerk eher zu den Meilensteinen oder den Rückschritten der Bioenergie zählt, muss jeder für sich selbst entscheiden.</p>
<p>Ich als Bioenergie Enthusiast, der vor allem auf die dezentralen Versorgungspotentiale der Bioenergie setzt, hoffe, dass Biomasseheizkraftwerke dieser Größe die Ausnahmen bleiben werden.</p>
<p>Ich unterstütze aus Energieeffizienzgründen den Bau von KWK-Kraftwerken in Großstädten die mit fester Biomasse betrieben werden und ein Leistungsspektrum von etwa 100 – 200 MW bereitstellen (siehe Artikel über die <a title="Bioenergie Strategie der Vattenfall Europe AG" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kritische-betrachtung-der-engagierten-biomasse-strategie-der-vattenfall-europe-ag-fur-berlin/">Biomasse-Strategie der Vattenfall Europe AG</a>). Beim Bau von noch größeren Biomasseheizkraftwerken sollten die Nachhaltigkeitsüberlegungen schon ganz zu Beginn der Projektplanung intensiv mit einbezogen werden.</p>
<p>Die Mitverbrennung (Co-Firing) von Biomasse in Kohlekraftwerke ist für mich die nachhaltigere Variante.</p>
<ul>
<li><strong>Erdölpreis erstmals wieder über 100 US-Dollar</strong></li>
</ul>
<p>Leider oder auch zum Glück kann man sagen, dass die Entwicklung der Erneuerbaren Energien auch stark mit der Höhe des Erdölpreises korreliert. Investitionen in Bioenergie-Projekte werden mit einem steigenden Ölpreis immer rentabler und somit auch wahrscheinlicher. Deshalb begrüße ich, zumindest aus den Augen eines Bioenergie-Enthusiasten, den <a title="Bioenergie profitiert vom Erdölpreis über 100 US-Dollar" href="www.biomasse-nutzung.de/branche-der-bioenergie-profitiert-vom-ansteigen-des-olpreises-uber-100-us-barrel">Anstieg des Erdölpreises auf über 100 US-Dollar</a> pro Barrel (Brent).</p>
<p>Der Erdölpreis steigt im Jahr 2011 erstmals seit 3 Jahren wieder über die magische Grenze von 100 US-Dollar und hält diesen Marktpreis konstant über das gesamte Jahr.</p>
<p><em><img class="aligncenter size-full wp-image-5724" title="Wütende Menschen beim Bioenergie Rückblick 2011" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Wütende-Menschen-beim-Bioenergie-Rückblick-2011.jpg" alt="Unzufriedene Menschen zu negativen Entwicklungen der Bioenergie" width="310" height="310" /></em></p>
<h2>Rückschläge der Bioenergie im Jahr 2011</h2>
<p>Wie in jeder Branche gehen auch bei der Bioenergie die positiven und negativen Entwicklungen Hand in Hand. Meist ist es eine Frage der eigenen Perspektive und persönlichen Interessen, ob eine Entwicklung eher als Fortschritt oder Rückschritt gesehen wird. Im Folgenden einige Punkte, die in meinen Augen ein Hemmnis für den Ausbau der Bioenergie bedeuten.</p>
<ul>
<li><strong>Verschärfung der ILUC-Debatte</strong></li>
</ul>
<p>Die Dynamik der <a title="Was ist die ILUC Debatte für Biokraftstoffe und Bioenergie?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC-Debatte</a> hat mich ziemlich überrascht – offen gesagt sogar verärgert. Die Art und Weise, wie in einigen Medien und Onlineforen die vielen Formen der Bioenergie in einen Topf geworfen werden, ist weder nützlich noch entspricht sie den Fakten. Ich fühle mich automatisch an die emotionalen Diskussionen zur Tank-und-Teller-Debatte erinnert. Hier muss die Bioenergie-Gemeinschaft noch viel stärker gemeinsam auftreten und sich öffentlich gegen undifferenzierte Vorwürfe verteidigen.</p>
<p>Die verschiedenen Verbände leisten gute Arbeit, aber auch die Unternehmen der Bioenergie und Energiewirte sollten noch stärker ihre Stimme erheben, um die Akzeptanz der Bioenergie langfristig zu sichern. Es fängt mit den Biokraftstoffen an, betrifft aber mittelfristig auch schnell die holzartige Biomasse und eventuell auch Biogas.</p>
<p>Das Aufkommen der ILUC-Debatte zeigt, dass die <a title="Moralische Fragen zur Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/energie-aus-biomasse-ein-ethisches-diskussionsmodell-buch-neuerscheinung-zichy-ethik/">moralische Dimension der Bioenergie</a> nicht ausgeblendet werden kann, sondern bewusst geführt werden muss.</p>
<ul>
<li><strong>Netzausbau als langfristiges Hemmnis der Bioenergieentwicklung</strong></li>
</ul>
<p>Der  <a title="Fehlende Netzausbau bremst Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/hohe-bedeutung-des-netzausbaus-fur-die-entwicklung-der-dezentralen-bioenergie/">fehlende Netzausbau</a> schlägt sich negativ auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und auch der Bioenergie nieder. Wenn wir die dezentrale Energieproduktion stärker fördern möchten, dann brauchen wir auch mehr Gas-, Strom- und Wärmenetze, um die Energie zu transportieren. Politische Entscheidungen sind dringend erforderlich, wobei die sehr kostspieligen und langfristigen Investitionsentscheidungen auch nicht überstürzt werden dürfen.</p>
<p>Vor allem für die <a title="Hemmnisse für Einspeisung von Biomethan in Deutschland" href="http://www.biomasse-nutzung.de/5-ansatze-zur-erhohung-der-biomethaneinspeisung/">Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz</a> oder den Transport der nach dem EEG 2012 geforderten Wärmemengen ist ein Ausbau der jeweiligen Netze dringend notwendig.</p>
<ul>
<li><strong>Biokraftstoffe der 2.Generation noch nicht bereit für die industrielle Produktion</strong></li>
</ul>
<p>Ein herber Rückschlag für die Biokraftstoffbranche war die <a title="Rückschlag für Biokraftstoffe der zweiten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/choren-schliest-sud-chemie-offnet-%E2%80%93-biokraftstoffe-der-2-generation-weiterhin-auf-der-suche/">Insolvenzanmeldung der Choren Industries GmbH</a> für ihren Produktionsstandort für Biokraftstoffe der 2.Generation im sächsischen Freiberg. Choren hat mit der Vergasung von holzartiger Biomasse und der anschließende Verflüssigung des Syngases einen BtL-Kraftstoff hergestellt, welcher zu den <a title="Vorteile der Biokraftstoffe der 2.Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der 2.Generation</a> gehört.</p>
<p>Am 17.10.2011 hat Choren bekannt gegeben, dass das erste Unternehmen der Choren-Gruppe gerettet werden konnte. Das sind gute Nachrichten und ich hoffe, dass für weitere Unternehmen ein Rettungsplan entwickelt werden kann.</p>
<ul>
<li><strong>Europäische Biodieselproduktion im Jahr 2011 erstmals gesunken</strong></li>
</ul>
<p>Erstmals in der Geschichte der Biodieselproduktion hat die <a title="Abnahme der Biodieselproduktion in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biodiesel-produktion-herstellung-eu/">hergestellte Menge Biodiesel in Europa abgenommen</a>. Als Gründe werden vor allem die stark gestiegenen Importe aus Argentinien und Indonesien bei gleichzeitig kaum gestiegenem Biodiesel-Verbrauch in der EU gesehen. Da der Absatz von Biodiesel in der EU nicht gesteigert werden konnte, musste die heimische Produktion als Reaktion auf die gestiegenen Importe gedrosselt werden.</p>
<p>Bei diesem Konflikt muss sich die EU überlegen, wie sie mit den preiswerten Importen umgehen möchte. Soll die heimische Biodieselproduktion mittelfristig heruntergefahren und der Verlust der Arbeitsplätze riskiert werden oder begrenzt man die EU-Importe auf eine feste Quote und unterstützt dadurch die eigene, aber teurere Biodieselproduktion in Europa.</p>
<ul>
<li><strong>Einstufung von Gülle als Abfall gefährdet Biogaslandschaft</strong></li>
</ul>
<p>Auf Druck der EU-Kommission wird in Deutschland die <a title="Gülle in Biogasanlagen gilt als Abfall" href="http://www.biomasse-nutzung.de/gulle-abfall-biogasanlage/">Vergärung von Gülle in Biogasanlagen</a> künftig als Verwendung von „Abfall“ deklariert. Die Biogasbranche befürchtet, dass durch diese Einstufung der Gülle ein gewaltiger Verwaltungsaufwand entstehen könnte, welcher die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit von mit Gülle betriebenen Biogasanlagen reduziert.</p>
<p>Es wird aktuell nach Möglichkeiten gesucht, die Gefahren des Gülleeinsatzes auf eine vernünftige Art und Weise in den Biogasanlagenbetrieb zu integrieren. Dabei muss beachtet werden, dass die Entstehung neuer Mini-Biogasanlagen auf Güllebasis (EEG 2012) nicht durch eine abschreckende Bürokratie schon im Ansatz verhindert wird.</p>
<ul>
<li><strong>US-Ethanol-Importe nach Europa sorgen für Skandal</strong></li>
</ul>
<p>Im Bereich der Bioenergie gab es im Jahr 2011 auch einen wirtschaftlichen Skandal der internationale Wellen geschlagen hat. Dabei geht es um den Handel mit Bioethanol, der hauptsächlich aus Mais gewonnen wird, zwischen den USA und der EU. Der Streit darum, dass stark subventionierte US-amerikanische Ethanol-Importe die heimische Bioethanolproduktion in der EU gefährden, hat Ende 2010 begonnen.</p>
<p>Die European Renewable Ethanol Association (ePURE) ist von diesem Zustand alles andere als begeistert und fürchtet um den Absatz des in Europa produzierten Ethanols. Dieser Konflikt ist noch nicht beigelegt und hat im Gegenteil in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufgenommen.</p>
<h2>Bioenergie in der Region Berlin-Brandenburg</h2>
<p>Als Blogger aus Berlin, der sein Studium in Brandenburg absolviert hat, habe ich natürlich ein besonderes Herz für diese Region und möchte gern an einige Meilensteine der Bioenergie in Berlin-Brandenburg erinnern. Die Entwicklungen sind auch im internationalen Vergleich sehr innovativ und sowohl im Bereich der Forschung, als auch in der wirtschaftlichen Anwendung vorne mit dabei.</p>
<p>Unterstrichen wird dieses Engagement durch die Vergabe des <a title="Leitstern für Erneuerbare Energien 2010 an Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/brandenburg-ist-gewinner-des-leitsterns-2010-fur-die-forderung-der-erneuerbaren-energien/">Leitsterns 2010 für Erneuerbare Energien</a> an das Bundesland Brandenburg.</p>
<ul>
<li><strong>Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</strong></li>
</ul>
<p>Die Region Berlin-Brandenburg entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsmotor für die Weiterentwicklung der Bioenergie aus Algen. Im Internet habe ich schon erste Fachleute vernommen, die mittlerweile davon ausgehen, dass die Bioenergie der 3.Generation (Algen) sogar die Bioenergie der 2.Generation (Cellulose-Ethanol, BtL etc.) überholen und den Markteintritt schneller erreichen könnte.</p>
<p>In diesem Fall ist der <a title="Algencluster für Bioenergie in Berlin Brandenburg" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kerosin-algenforschung-algentreibstoff-forschungsprojekt/">Algen-Cluster in Berlin-Brandenburg</a> bestens aufgestellt.</p>
<ul>
<li><strong>Vattenfall startet Umbau des ersten Biomasseheizkraftwerks in Berlin</strong></li>
</ul>
<p>Die Vattenfall Europe AG hat die ambitionierteste Bioenergie-Strategie der großen Energieversorger in Europa. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf die Bioenergie aus fester Biomasse und die Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken. Der Umbau für das <a title="Vattenfall baut Biomasseheizkraftwerk in Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/vattenfall-startet-umbau-fur-erstes-biomasseheizkraftwerk-in-berlin/">erste Biomasseheizkraftwerk in Berlin</a> hat in diesem Jahr begonnen.</p>
<ul>
<li><strong>Baubeginn der modernsten Biogasanlage für Bioabfälle in Berlin</strong></li>
</ul>
<p>Die gasförmige Bioenergie ist ohne die zügige Weiterentwicklung der Biomethaneinspeisung für Großstädte kaum geeignet, da der Platz für die Errichtung von Biogasanlagen sehr begrenzt ist. In Berlin wird das Vorhandensein der großen Bioabfall-Ströme nun als Trumpf ausgespielt und die <a title="Biogasanlage mit Bioabfall in Berlin" href="http://www.biomasse-nutzung.de/baubeginn-fur-deutschlands-modernste-biogasanlage-fur-bioabfalle-in-berlin/">modernste Biogasanlage für Bioabfälle in Deutschland</a> gebaut.</p>
<p>Das Beispiel dieser innovativen Biogasanlage zeigt erneut, wie flexibel sich die Verwendung der Bioenergie in die Standortfaktoren einer Region einfügen kann.</p>
<ul>
<li><strong>Biomethananlage in Brandenburg mit kompletten Wärmenutzungskonzept</strong></li>
</ul>
<p>Um erfolgreich zu sein, muss ein Bioenergiekonzept heutzutage immer mehr auch dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Energieeffizienz nachkommen. Ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bioenergieprojekt seinen energetischen und ökonomischen Wirkungsgrad erhöhen kann, ist die <a title="Biomethananlage mit Wärmenutzung in Barsikow" href="http://www.biomasse-nutzung.de/biomethananlage-in-brandenburg-mit-integriertem-warmenutzungskonzept/">Biomethananlage mit integriertem Wärmenutzungskonzept</a> im brandenburgischen Barsikow.</p>
<ul>
<li><strong>Verbio AG gewinnt zum zweiten Mal einen DENA-Award für ihre Bioenergie-Konzepte</strong></li>
</ul>
<p>Der Biokraftstoffhersteller Verbio AG mit Produktionsanlagen für Biodiesel und Bioethanol in Schwedt wurde erneut mit einem DENA-Award ausgezeichnet. Das Besondere ist, dass die Verbio AG den Preis für das „Biogasprodukt des Jahres 2011“ erhalten hat – und das als Biokraftstoffhersteller! Verbio verbindet die Biokraftstoffproduktion mit der Biogasproduktion und nutzt die bei der Bioethanolherstellung anfallende Schlempe, um daraus Biogas zu erzeugen</p>
<p>Weitere Ausführungen zum innovativen und patentierten <a title="Bioenergie Konzept der Verbio gewinnt DENA Award" href="http://www.biomasse-nutzung.de/kombination-von-biokraftstoffen-und-biogas-zur-verbesserung-der-bilanz-der-bioenergie/">Bioenergiekonzept der Verbio AG</a> finden Sie hier.</p>
<h2>Lernen aus den Bioenergie-Erfahrungen des Jahres 2011</h2>
<p>Soviel zu einigen der wichtigsten Bioenergie-Entwicklung in Deutschland und Europa im Jahr 2011. Ich bin überzeugt, dass wir die gewonnenen Erfahrungen des Jahres nutzen werden, um die Bioenergiebranche im kommenden Jahr voranzubringen.</p>
<p>Sollte Ihnen dieser Jahresrückblick auf die Bioenergie gefallen haben, dann möchte ich Ihnen die <a title="Newsletter des Bioenergie Blogs abonnieren" href="http://www.biomasse-nutzung.de/newsletter-bioenergie-blog/">Bestellung des NEWSLETTER des Bioenergie Blogs</a> empfehlen. Dieser ist ähnlich aufgebaut und wirft einen zusammenfassenden Blick auf die Bioenergie-Geschehnisse des vergangenen Monats.</p>
<p>In letzter Zeit habe ich mich häufiger gefragt, wo die <a title="Wo soll die Reise der Bioenergie hingehen?" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/">Reise der Bioenergie</a> hingehen soll? Eine Frage, die gut in den Jahreswechsel passt und die wir gemeinsam beantworten dürfen.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Urlaub und eine frohe Weihnachtszeit und möchte mich herzlich für Ihr Interesse an der Bioenergie bedanken. Ich freue mich auf ein spannendes und erfolgreiches Bioenergiejahr 2012.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 05:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/coach-bioenergie-europa/" title="Permanent link to COACH BioEnergy Projekt verbindet Bioenergie in 7 Ländern Europas"><img class="post_image aligncenter remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergy-für-Bioenergie-in-Europa.jpg" width="380" height="257" alt="Bild zum Artikel COACH Bioenergy für Stärkung der Bioenergie in Europa" /></a>
</p><p>Dem im November veröffentlichten EuroObserv’ER Barometer zur Folge hat die <a title="Bioenergie aus fester Biomasse in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Eurobserver-Barometer-Bioenergie-in-Europa.pdf">Energiegewinnung aus fester Biomasse in Europa</a> zwischen 2009 und 2010 um 8% zugenommen. Aber auf welchem Stand ist die Nutzung der Bioenergie bei unseren europäischen Partnern und gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen ihnen? Die Abschlusskonferenz zum COACH BioEnergy Projekt bot einen interessanten Einblick in den Stand der Bioenergie in ausgewählten Staaten Ost- und Mitteleuropas. Eine aufschlussreiche Perspektive, die zeigt, mit welch unterschiedlicher Dynamik und Präsenz die Bioenergie in die eigene Energiewende eingebaut wird. Ich habe die Bioenergie-Konferenz besucht und möchte darüber berichten.</p>
<h2>Eine vielfältige Bioenergie für ein vielfältiges Europa</h2>
<p>Auf das Engagement der Engländer, einen großen Beitrag zur Stärkung der Bioenergie zu leisten, wurde schon in dem <a title="RHI für Bioenergie und Biowärme in England und Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/rhi-erneuerbare-warme-biomasse-england/">Artikel zur Renewable Heat Incentive (RHI)</a> eingegangen. Auch die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme des größten Biomasseheizkraftwerks der Welt (750 MW!) auf der größten Insel Europas spricht eine deutliche Sprache.</p>
<p>Auch das im September gestartete transnationale <a title="Forschungsprojekt zur Bioenergie aus Algen in Europa" href="http://www.biomasse-nutzung.de/enalgae-algen-energie-europa/">Forschungsprojekt EnAlgae</a>, welches die Gewinnung der Bioenergie aus Algen untersucht, hat seinen Fokus auf 7 Staaten im Nordwesten Europas gerichtet.</p>
<p>Das COACH BioEnergy Projekt konzentriert sich hingegen vor allem auf die Staaten Mittel- und Osteuropas und trägt zur Weiterentwicklung der Bioenergie vor Ort bei.</p>
<p>Jedes Land zeigt abhängig von den eigenen Standortvorteilen besondere Stärken in Bezug auf den Einsatz der Bioenergie. Sich den eigenen Potentialen für die Nutzung von Biogas, Biokraftstoffen oder fester Biomasse bewusst  zu werden, wird durch den Austausch und Vergleich mit anderen Ländern erleichtert und beschleunigt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-5708" title="COACH Bioenergie Partner Länder" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/COACH-Bioenergie-Partner-Länder.png" alt="Partnerländer des COACH BioEnergy Projekts" width="430" height="430" /></p>
<h2>COACH BioEnergy Projekt gehört zum Central Europe Programme</h2>
<p>Das <a title="COACH BioEnergy Projekt für Bioenergie in Europa" href="http://www.coach-bioenergy.eu/" target="_blank">COACH BioEnergy Projekt</a> wird von der Europäischen Union gefördert und gehört zum <a title="Central Europe Programm unterstützt Bioenergie in Europa" href="http://www.central2013.eu/index.php" target="_blank">„Central Europe“ Programm</a>. Das Central Europe Programme wird zwischen 2007 – 2013 mit 231 Millionen € aus dem European Regional Development Funds (ERDF) finanziert.</p>
<p>Die Organisation des EU-Projekts, an dem 18 Institute, Universitäten und Verbände aus 7 Ländern teilnehmen, übernimmt das <a title="Fraunhofer Institute für Bioenergie in Europa" href="http://www.moez.fraunhofer.de/de/projekte/laufende_Projekte/coachbioenergy.html" target="_blank">Fraunhofer Institut MOEZ</a> in Leipzig unter der Projektleitung von Annamaria Riemer.</p>
<p>Das Ziel von COACH BioEnergy ist die Aufnahme und Erforschung zukunftsorientierter  Projekte und Technologien für die Bioenergie in den Partnerländern. Dabei werden die gewonnenen Erkenntnisse zur Bioenergie über ein Beratungsnetzwerk gesammelt und auf der Internetseite des Projekts kostenfrei zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Dabei deckt das COACH BioEnergy Projekt folgende Wertschöpfungsschritte der Bioenergie in Europa ab:</p>
<ul>
<li>Biomasseanbau in der Land- und Forstwirtschaft</li>
<li>Vorbehandlung, Transport und Veredelung der Energiepflanzen</li>
<li>Technologien und Verfahren zur energetischen Umwandlung der Biomasse</li>
</ul>
<h2>Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts in Berlin</h2>
<p>Die COACH Bioenergy Abschlusskonferenz fand am 1.Dezember im Fraunhofer-Forum in Berlin statt. Die Konferenz wurde von Teilnehmern aus allen Partnerländern besucht und bei dieser die Ergebnisse einzelner Länder vorgestellt.</p>
<p>Maud Skäringer von der Europäischen Kommission hat in ihrem Vortrag einen interessanten Ein- und Ausblick in die europäische Förderpolitik gegeben. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem nächsten Förderzeitraum folgenden Förderinstrumente der EU:</p>
<ul>
<li>European Regional Development Fund (ERDF)</li>
<li>European Social Fund (ESF)</li>
<li>Cohesion Policy Programm</li>
<li>European Strategic Energy Technology Plan (SET Plan)</li>
</ul>
<p>Die kommende Förderphase wird die Jahre 2014 – 2020 umspannen.</p>
<p>In Zahlen betrachtet investiert die Europäische Union in den Jahren 2007 – 2013 eine Summe von 9.3 Milliarden € in die Erforschung und Förderung der Erneuerbaren Energien. Von dieser Summe fließen 1.8 Milliarden in die Bioenergie.</p>
<p>Dabei wies Frau Skäringer darauf hin, dass Energie ein vergleichsweise neues Thema ist, welches mit so gewaltigen Summen gefördert wird. Um die globale Führungsposition der „Low Carbon Economy“ Europas weiter auszubauen, werden im kommenden Förderzeitraum vermutlich nochmal 40% mehr Gelder (etwa 17 Milliarden €) investiert.</p>
<h2>10% Biokraftstoffe  bis 2013 aus dem Stand möglich</h2>
<p>Ein besonderer Moment bei der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz war für mich der Vortrag von Helmut Lamp, dem Vorstandsvorsitzenden des <a title="Bundesverband Bioenergie BBE" href="http://www.bioenergie.de/" target="_blank">Bundesverbands Bioenergie (BBE)</a>. Als Bioenergie-Enthusiast war ich sehr gespannt auf meinen ersten Live-Auftritt des BBE-Vertreters. Im Anschluss hatte ich dann sogar noch das Vergnügen, Herr Lamp persönlich kennenzulernen.</p>
<p>Man merkt Herr Lamp seine Leidenschaft für die kontrovers diskutierte Bioenergie-Branche auch noch nach 13 Jahren BBE-Erfahrung deutlich an. Dabei schafft er es auf spannende Art und Weise die Welt der Bioenergie lebendig werden zu lassen.</p>
<p>Sein Vortrag war eine gelungene Mischung aus Interpretation der aktuellen Bioenergie-Entwicklungen und einem historischen Erfahrungsbericht. So hat er in seiner Präsentation sehr anschaulich die Auswirkungen der EEG Novelle 2012 mit den großen Zusammenhängen der Energiewende verbunden.</p>
<p>Dabei hat Herr Lamp in seinem Vortrag Mut zur Prognose und Lust zur Vision gezeigt. Mit seiner unterhaltsamen Vortragsweise ist er sowohl mahnend auf Konflikte und Hemmnisse der Bioenergie-Rahmenbedingungen eingegangen, ohne dabei die Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen, vor dem Fachpublikum auch differenziert, humorvoll und motivierend auf die großen Potentiale der Bioenergie hinzuweisen.</p>
<p>Genug der persönlichen Lobrede für den Bioenergie-Vortrag von Herr Lamp und zurück zu einigen Statements seiner Präsentation auf der COACH BioEnergy Abschlusskonferenz.</p>
<p>So könnte die Biokraftstoffquote mit den vorhandenen Produktionskapazitäten, der vorhandenen Tankstelleninfrastruktur und dem aktuellen Fuhrpark in Deutschland aus dem Stand auf 10% angehoben werden. Und dieser Wert ist bis 2013 oder sogar schon 2012 realisierbar. Aktuell haben Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol) einen Anteil von 6,25 % am Kraftstoffmarkt in Deutschland.</p>
<p>Der schlafende Riese für die Entwicklung der Bioenergie und die Einsparung von Treibhausgasen ist der Wärmesektor. Das gilt besonders unter den Begleitumständen, dass pro Jahr etwa 160.000 neue Wohnungen gebaut werden, die von Anfang an mit erneuerbarer Wärme aus Biomasse versorgt werden können. In den vergangenen 30 Jahren ist der Markt für EE-Wärmeanlagen stattdessen um 30% eingebrochen. An dieser Stelle müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen (EWärmeG, KWK-Gesetz etc.) geändert werden.</p>
<p>Der Einschätzung von Herr Lamp, als Vertreter des BBE, zur Folge, liegen die größten Potentiale der Bioenergie vor allem im Wärme- und Kraftstoffmarkt. Für die Erzeugung von Strom ist die Windenergie häufig sogar besser geeignet.</p>
<p>Als die wichtigsten EU-Importländer für Biomasse sieht Lamp nicht die Länder Südamerikas, sondern mittelfristig vor allem die Staaten östlich von Europa. Die Chancen für ausgewogene Partnerschaften des „Geben und Nehmens“ sind hierbei besonders groß. So könnten vorhandene Technologien und Know-How gegen Rohstoffe getauscht werden. Die <a title="ILUC-Debatte zu Biokraftstoffen Bioethanol Biodiesel" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC-Debatte für Biokraftstoffe</a> hält Herr Lamp weitgehend für absurd, wollte aber in dieser Veranstaltung nicht näher darauf eingehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5709" title="Bioenergie Verbrauch Deutschland Polen Tschechien Ungarn" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Bioenergie-Verbrauch-Deutschland-Polen-Tschechien-Ungarn.png" alt="Bioenergie in Polen Tschechien und Ungarn" width="575" height="383" /></p>
<h2>Bioenergie in Mittel- und Osteuropa</h2>
<p>Die Grafik zeigt, wie unterschiedlich der Gesamtenergieverbrauch von 4 ausgewählten Partnerländern des COACH Bioenergy Projekt ist. Dabei ist interessant ist, dass alle Länder etwa 10 % ihres Energiebedarfs durch den Einsatz von biogenen Energieträgern decken und sich in der relativen Bedeutung der Bioenergie sehr ähnlich sind. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des UKERC hat gezeigt, dass die <a title="Report zum Potential der Bioenergie Download" href="http://www.biomasse-nutzung.de/ukerc-biomasse-bioenergie-bericht-download/">Bioenergie mittelfristig sogar 20 % des globalen Primärenergiebedarfs </a>decken kann.</p>
<p>Welche Unterschiede gibt es in der Zusammensetzung der gasförmigen, flüssigen und festen Bioenergie in den betrachteten Ländern?</p>
<p>In mehreren Vorträgen wurde den Projektpartnern die Bioenergie-Situation im eigenen Land vorgestellt. Die Vorträge wurden auf Englisch gehalten und ich möchte einen kleinen Einblick in die vorgetragenen Ergebnisse geben. Die Präsentationen und weitere Informationen zur Bioenergie in Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn können sicher bei den einzelnen Referenten angefragt werden.</p>
<h2>Bioenergie in Deutschland beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 82 Millionen</li>
<li>Fläche: 357.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010):  2.490 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 5.7 %</li>
</ul>
<p>Christiane Hennig vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) in Leipzig hat in ihrem Vortrag die Herausforderungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bioenergie in Deutschland vorgestellt.</p>
<p>Hierbei hat Deutschland seine Ziele für die Gewinnung von Strom (EEG, BioStr-NachV), Wärme (MAP, EEWärmeG) und Kraftstoffen (BImSchG) aus Biomasse gesetzlich fixiert.</p>
<p>Für weitere Fragen können Sie Frau Hennig unter folgender Email-Adresse erreichen: christiane.hennig[at]dbfz.de</p>
<h2>Bioenergie in Polen beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 38 Millionen</li>
<li>Fläche: 313.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 354 Mrd. €</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 4.8 %</li>
</ul>
<p>Magdalena Rogulska vom Institut for Fuels and Renewable Energy (IPiEO) in Warschau hat den Stand der Bioenergie in Polen vorgestellt.</p>
<p>Aktuell ist die Bioenergie in folgende Erneuerbare-Energien-Landschaft in Polen eingebettet: 48 % Wind Energie, 31 % feste Biomasse, 12 % Biogas und 9 % Wasserkraft.</p>
<p>Dabei müssen die Inhalte der EU-Richtlinie RED 2009/28/ EU noch in polnisches Recht übernommen werden, um die weitere Errichtung von bioenergetischen Anlagen zu unterstützen. Ende 2010 waren in Polen 70 Biogasanlagen in Betrieb.</p>
<p>In Polen stehen den Angaben von Frau Rogulska zur Folge etwa 1.5 Millionen Hektar für den gezielten Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Die Hauptimportländer für Biomasse sind weiterhin Weißrussland, die Ukraine und Russland.</p>
<p>Für die kommenden Jahre ist außerdem die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der Upscale von Lignocellulose-Anlagen geplant. Mit der Förderung von Lignocellulose-Ethanol intensiviert Polen sein Engagement bei der Herstellung von <a title="Vorteile und Pros von Biokraftstoffen der nächsten Generation" href="http://www.biomasse-nutzung.de/7-interessante-punkte-uber-biokraftstoffe-der-nachsten-generation/">Biokraftstoffen der nächsten Generation</a>.</p>
<p>Für weitere Informationen zur Bioenergie in Polen können Sie Frau Rogulska unter folgender Email-Adresse erreichen: mrogulska[at]ipieo.pl</p>
<h2>Bioenergie in Tschechien beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10.5 Millionen</li>
<li>Fläche: 79.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2010): 146 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.4 %</li>
</ul>
<p>Jan Kolonicny vom Energy Research Center der Technischen Universität von Ostrava (VSB) hat über die Bioenergie in Tschechien berichtet.</p>
<p>Die Bioenergie hat in Tschechien einen tollen Stand und man muss fast schon davon sprechen, dass Biogas, Biokraftstoffe und feste Biomasse mit einem 85%-Anteil den Markt der Erneuerbaren Energien dominieren.</p>
<p>Der wichtigste bioenergetische Rohstoff in Tschechien sind Holzhackschnitzel. Außerdem kommen innovative Rohstoffe wie beispielsweise Abfälle aus der Papier &amp; Zellstoffindustrie (Schwarzlauge) zum Einsatz.</p>
<p>Die gasförmige Bioenergie war im Jahr 2010 mit 150 Biogasanlagen oder 25 MW Leistung in Tschechien vertreten. Neue Gesetze für die Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung und die Aufbereitung von <a title="Was ist Bioerdgas? " href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioerdgas-biomethan-vorteile/">Bioerdgas</a> gelten ab 2013.</p>
<p>Für die Herstellung von Biokraftstoffen (Biodiesel und Bioethanol) werden aktuell nur die Hälfte der vorhandenen Produktionskapazität genutzt und es wird eine vergleichsweise geringe Quote von 3.4 % am Gesamtkraftstoffmarkt erreicht. Die Slowakei hat mit einem 8.6 %-igen Biokraftstoffanteil die aktuell höchste Biokraftstoff-Quote in der gesamten EU.</p>
<p>Für nähere Informationen zur Bioenergie in Tschechien können Sie Herrn Kolonicny unter folgender Email-Adresse erreichen:  <em>jan</em><em>.</em><em>kolonicny[at]</em>vsb.cz</p>
<h2>Bioenergie in Ungarn beim COACH BioEnergy Project</h2>
<ul>
<li>Einwohner: 10 Millionen</li>
<li>Fläche: 93.000 km<sup>2</sup></li>
<li>BIP (2009): 98 Mrd.</li>
<li>Anteil Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch (2009): 3.1 %</li>
</ul>
<p>Der Stand der Bioenergie in Ungarn wurde von Ada Amon vom ENERGIEKLUB Climate Policy and Applied Communications in Budapest vorgestellt.</p>
<p>Demnach sind die Zukunftsaussichten für die energetische Nutzung von Biomasse in Ungarn nicht so günstig wie in den zuvor vorgestellten Ländern. Aktuell hat die Bioenergie allerdings noch einen 74%-igen Anteil (40 PJ) innerhalb der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Solar und Wind haben dafür ein größeres Ausbaupotential, wobei Frau Amon darauf hinweist, dass die Situation für die Erneuerbaren Energien in Ungarn insgesamt noch stark ausbaufähig ist. So sind im gesamten ungarischen Parlament nur 2 Parlamentarier mit den Erneuerbaren Energien betraut.</p>
<p>Die Genehmigung von bioenergetischen Anlagen ist sehr aufwendig und allein für die Errichtung einer Biogasanlage in Ungarn ist die Autorisierung von über 30 Behörden notwendig. Neben den zu komplexen Genehmigungsverfahren nennt Frau Amon die fehlende gesetzliche Sicherheit als Hauptgrund für eine schnellere Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Ungarn.</p>
<p>Soviel zur Abschlusskonferenz des COACH BioEnergy Projekts. Vielen Dank für die interessante Veranstaltung zur Bioenergie in Mittel- und Osteuropa an alle Referenten und Organisatoren.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>20% des globalen Primärenergieverbrauchs durch Bioenergie möglich</title>
		<link>http://www.biomasse-nutzung.de/ukerc-biomasse-bioenergie-bericht-download/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 14:32:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[07. Landwirtschaft und Energiequellen]]></category>
		<category><![CDATA[11. Biomasse für Anlagenbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
		<category><![CDATA[Biokraftstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Holz]]></category>
		<category><![CDATA[bioenergie]]></category>
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		<description><![CDATA[Das United Kingdom Energy Research Center (UKERC) hat Ende November einen Bericht veröffentlicht, welcher 90 Studien zusammenfasst. Dieser besagt, dass mittelfristig 20% des weltweiten Primärenergieverbrauchs durch die Bioenergie gedeckt werden können, ohne dabei die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Aktuell sind es noch 10%. Kritiker werden einwenden, dass die Ergebnisse des Reports durch ein Forschungsinstitut für Energie ermittelt wurden und bei einer Verdopplung der Bioenergiequote auch die Nahrungsmittelproduktion leiden wird. Bei allem [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das <a title="UKERC  " href="http://www.ukerc.ac.uk/support/tiki-index.php?page=Home" target="_blank">United Kingdom Energy Research Center (UKERC)</a> hat Ende November einen Bericht veröffentlicht, welcher 90 Studien zusammenfasst. Dieser besagt, dass mittelfristig 20% des weltweiten Primärenergieverbrauchs durch die Bioenergie gedeckt werden können, ohne dabei die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Aktuell sind es noch 10%.</p>
<p>Kritiker werden einwenden, dass die Ergebnisse des Reports durch ein Forschungsinstitut für Energie ermittelt wurden und bei einer Verdopplung der Bioenergiequote auch die Nahrungsmittelproduktion leiden wird. Bei allem Interpretationsspielraum bleibt 1/5 des Primärenergieverbrauchs ein beeindruckender Wert. Er zeigt, wie groß das Potential der Bioenergie ist, ihren Beitrag zur Energiewende beizutragen und die Weltbevölkerung mit Strom, Wärme und Kraftstoffen zu versorgen.</p>
<p>Am besten Sie bilden sich selbst eine Meinung. Hier finden Sie den Download des UKERC Berichts <a title="UKERC Biomass Report zur Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Report-UKERC-Energy-from-Biomass.pdf">&#8220;Energy from Biomass&#8221;</a>. Leider nur als englische Version vorhanden.</p>
<p>Der 120-Seiten-Bericht ist 4 MB groß und umfasst viele Grafiken und Tabellen. Beim Download ist deshalb etwas Geduld nötig.</p>
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		<title>Bioenergie – Wo soll die Reise hingehen?</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 05:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron Kirchner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/" title="Permanent link to Bioenergie – Wo soll die Reise hingehen?"><img class="post_image alignnone remove_bottom_margin" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Vater-und-Sohn-Reise-mit-Traktor-Bioenergie.jpg" width="350" height="232" alt="Bild zur Entwicklung der Bioenergie-Debatte" /></a>
</p><p>Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich eine Meinung über die Chancen und  Risiken der erneuerbaren Bioenergie gemacht hat. Die Scheinwerfen der Pro-und-Contra-Seiten blenden nicht mehr so stark wie am Anfang und man erkennt ein halbwegs klares Bild von der aktuellen Bioenergie-Debatte. Wie nutzt man seine gewonnene Erfahrung, wenn man auf die eine oder andere Weise vom Traum der Bioenergie angesteckt ist? Welchen Weg wählt man, wenn man die weitere Entwicklung der Bioenergie aktiv beeinflussen möchte?</p>
<h2>Pro – Contra – Prontra –Conpro???</h2>
<p>Bei meiner Suche nach der „richtigsten“ Einstellung bezüglich der Anwendung der Bioenergie bin ich leider keiner wirklich eindeutigen Wahrheit begegnet. Sowohl im Pro- als auch im Contra-Bioenergie-Lager sind teilweise ziemlich destruktive Argumente im Umlauf.</p>
<p>Mal mehr und mal weniger versteckt, schimmern die Interessen einer der betroffenen Industrien oder einer Umweltbewegung hindurch. Während die schärfsten Anhänger der Contra-Seite alle möglichen verallgemeinernden Schläge in Richtung Bioenergie abfeuert, ist die Pro-Seite emsig damit beschäftigt die entstandenen Wunden wieder zu nähen. Eine zeit- und energieraubende Beschäftigung für beide Seiten.</p>
<p>Die differenziertesten, versöhnlichsten und auch überzeugendsten Argumente zur aktuellen Bioenergie-Debatte habe ich abseits der beiden Hauptlager vernommen. Diese abwägenden Stimmen von Bioenergie-Akteuren sind zwar in der Regel deutlich leiser und kaum hörbar in der Presse, aber wenn man auf sie trifft, dann klingen sie um einiges vernünftiger als der lautstarke Schlagabtausch der Hardliner.</p>
<h2>Verwirrung und Wut sind schlechte Berater</h2>
<p>Man hat zahlreiche Perspektiven, Studien und Argumente zu <a title="Tank-oder-Teller Argument der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/probleme-bei-der-einfuhrung-von-e10-fuhren-zur-widerbelebung-alter-damonen-der-biokraftstoffbranche/">Tank-oder-Teller</a>, Regenwaldabholzung, <a title="ILUC innerhalb der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/iluc-biokraftstoffe/">ILUC</a> etc. gehört und weiß um die potentiellen Auswirkungen für die Bioenergiebranche, wenn die Würfel eher Contra Bioenergie fallen sollten.</p>
<p>Man hat verschiedene Schauplätze zum Thema besucht, auf denen mit verschiedenen Argumenten und Tricks versucht wird, sich einen politischen oder wirtschaftlichen Vorteil herauszuschlagen.</p>
<p>Die Teilnahme an der Schlacht der Argumente hat einen zeitweise komplett verwirrt und vorübergehend sehr wütend gemacht – nur wirklich inspiriert oder konstruktiv vorangebracht hat sie einen leider nicht. Warum lassen sich Klimaschutz und Umweltschutz so leicht gegeneinander ausspielen? Ein gordischer Knoten an dem alle möglichen Interessenparteien wild herumziehen, wobei die <a title="Moral und Ethik in der Bioenergie-Debatte" href="http://www.biomasse-nutzung.de/wie-durfen-wir-biomasse-nutzen-%E2%80%93-die-ethische-dimension-der-bioenergie/">moralische Dimension der Bioenergie</a> ordentlich Feuer in die Debatte bringt.</p>
<p>Man erinnert sich dunkel an den Traum von einer Bioenergie den man vor diesem Spießroutenlauf hatte. „Bioenergie als ein wichtiger Beitrag zu einer dezentralen, gerechter verteilten Energiewirtschaft, welche den menschlichen C02-Ausstoß senkt und seine Unabhängigkeit vom endlichen Erdöl erhöht.“</p>
<p>Was ist von diesem Traum geblieben, wenn man die hitzigen Debatten weltweit beobachtet?</p>
<p>Ich weiß nicht, ob irgendjemand diesen aktuellen Status Quo der festgefahrenen Bioenergie-Debatte noch für sinnvoll hält, beziehungsweise an nützliche Ergebnisse dieser Streitgespräche glaubt. Müssen beide Seiten tatsächlich so lange weiterhin aufeinander einschlagen, bis eine der beiden Seiten erschöpft zusammenbricht? Ich glaube es ist Zeit für die Eröffnung der Friedensgespräche und einen respektvolleren Umgang mit den Argumenten der Pro- und Contra-Seite!</p>
<p>Meine Hochachtung vor Bioenergie-Akteuren wie Elmar Baumann (Geschäftsführer des VDB) oder Helmut Lamp (Vorstandsvorsitzender des BBE), die seit vielen Jahren immer wieder bereit stehen, um auch den frechsten Kritikern die Stirn zu bieten, dabei meist geduldig und tolerant in der Verteidigung der Bioenergiebranche bleiben und außerdem  ein offenes Ohr für die Probleme und Umweltrisiken der Bioenergie behalten.</p>
<h2>„Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“</h2>
<p>Was ist, wenn man seine Energie vor allem dafür nutzt, mit Taten zu überzeugen, anstatt sich auf Gebietskämpfe mit den hochmotivierten Kritikern einzulassen. Kritik an der Bioenergie ist wichtig, aber es gibt auch Formen der Kritik die nicht zielführend, sondern nur vergiftend sind.</p>
<p>Diese medialen Arenen erst mal hinter sich zu lassen und sich mit etwas mehr emotionaler Distanz ein Bild von der Situation zu machen, kann sehr heilsam sein. Im Idealfall kann man etwas Konstruktives dazu beitragen, die Spannungen zwischen der Pro-und-Contra-Seite etwas zu lösen und am Aufbau einer selbstkritischen und noch stärker gemeinsam agierenden <a title="Bioenergie Gemeinschaft zum Traum der Bioenergie" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-gemeinschaft-twitter/">Bioenergie-Gemeinschaft</a> mitzuwirken.</p>
<p>Also kehren wir den übereifrigen Propagandaschlagzeilen den Rücken, frei nach dem Brecht-Zitat: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“</p>
<p>Man atmet tief durch, streckt sich und klopft sich im Davongehen den Sand von den ausgetrockneten und ermatteten Kommunikationsorganen. Die Rauchschwaden der Schlachtfelder auf denen die Diskussions-Kämpfe um die Bioenergie weitergehen, werden kleiner und verschwinden am Horizont.</p>
<p>Willkommen zurück in einer Welt in der es weniger um den Rausch einer hitzigen Diskussion und mehr um die konstruktive Gestaltung einer alternativen Energiewirtschaft geht.</p>
<div id="attachment_5542" class="wp-caption aligncenter" style="width: 280px">
	<a rel="attachment wp-att-5542" href="http://www.biomasse-nutzung.de/bioenergie-debatte-traum-entwickung/auto-mit-biokraftstoff-bioethanol-biodiesel/"><img class="size-full wp-image-5542" title="Auto mit Biokraftstoff Bioethanol Biodiesel" src="http://www.biomasse-nutzung.de/wp-content/bilder/Auto-mit-Biokraftstoff-Bioethanol-Biodiesel.jpg" alt="Grünes Autos fährt im Schritt des Bioenergie-Traums" width="280" height="279" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Wie sieht Ihr Traum von der Entwicklung der Bioenergie aus?</p>
</div>
<h2>Welche Position zur Entwicklung der Bioenergie möchte ich einnehmen?</h2>
<p>Das ist die entscheidende Frage.</p>
<p>Egal ob man sich mit der gasförmigen, flüssigen oder festen Bioenergie beschäftigt, muss man sich irgendwann entscheiden, wie man der Weiterentwicklung seiner Branche am meisten hilft.</p>
<p>Die Bioenergie hat zweifelsohne verschiedene Dimensionen und unterschiedlich stark involvierte Akteure. Von geschäftlichem Investitionsinteresse im Markt der Erneuerbaren Energien, über die technische Faszination beim Betrieb einer Biogasanlage bis hin zu einem Traum von einer Bioenergie, welche die Welt zu einem besseren Ort machen kann.</p>
<p>Die Bioenergie Enthusiasten sind wahrscheinlich bereit sich mit ihrer ganzen Kraft für die Bioenergie einzusetzen. Wenn das bedeutet, dass sie sich dabei auf ein kräftezehrendes und wenig erfüllendes Diskussionstheater mit teilweise sehr vernichtenden Kritikern einlassen müssen, dann werden sie sich auch dieser Aufgabe stellen. Die Enthusiasten, zu denen ich mich auch zähle, sollten aber aufpassen, dass der Traum von der Bioenergie während der Kämpfe unter der Gürtellinie nicht verloren geht und sie rechtzeitig den Absprung schaffen.</p>
<p>Was kann ich also tun, um die Bioenergie Branche konstruktiv weiterzuentwickeln?</p>
<p>Einige konkrete Ansätze dafür, wie man sich auch abseits der hitzigen Bioenergie-Debatte für die langfristige Stärkung der Branche einsetzen kann, werde ich in einem der nächsten Artikel vorstellen.</p>
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